2007, 702 Seiten, Maße: 14,8 x 21,8 cm, Gebunden, Deutsch
Knaur
ISBN-10: 3426662493
ISBN-13: 9783426662496
Erscheinungsdatum: 08.12.2006
Die Pilgerin
Roman
Abenteuer auf dem Jakobsweg!
Tremmlingen im 14. Jahrhundert: Die schöne junge Tilla wächst wohlbehalten als Tochter eines reichen Kaufmanns auf. Bis ihr geliebter Vater stirbt und ihr Bruder sie gegen ihren Willen mit einem Mann verheiratet, den sie nicht liebt. Als...
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Abenteuer auf dem Jakobsweg!
Tremmlingen im 14. Jahrhundert: Die schöne junge Tilla wächst wohlbehalten als Tochter eines reichen Kaufmanns auf. Bis ihr geliebter Vater stirbt und ihr Bruder sie gegen ihren Willen mit einem Mann verheiratet, den sie nicht liebt. Als dieser noch in der Hochzeitsnacht zu Tode kommt, muss Tilla fliehen. Wagemutig macht sie sich auf den Weg nach Santiago de Compostela. Denn schließlich muss sie noch den letzten Wunsch ihres Vaters erfüllen.

Reichsstadt Tremmlingen im 14.Jahrhundert: Hier führt die junge und schöne Tilla als Tochter eines wohlhabenden Kaufherrn ein behütetes Leben. Da stirbt ihr Vater und verfügt in seinem Testament, dass sein Herz in Santiago de Compostela in der Nähe des Apostels Jakob begraben werden soll ...
Tillas Bruder schert sich jedoch nicht um den letzten Willen seines Vaters und um dessen Wunsch, seine Tochter mit Damian, dem Sohn des Bürgermeisters, zu verheiraten. Stattdessen zwingt er seine Schwester zur Ehe mit seinem besten Freund, dem ärgsten Feind des Stadtoberhaupts. Doch noch in der Hochzeitsnacht stirbt Tillas ungeliebter Ehemann, und seine Verwandten wollen die junge Witwe in den Wahnsinn treiben. Tilla hat nur eine Chance: Sie muss fliehen! Als Mann verkleidet verlässt sie ihre Heimatstadt im Gepäck das Herz ihres Vaters. Ihr Ziel heißt Santiago de Compostela ...
Die Pilgerin von Iny Lorentz
LESEPROBE
Die Vorhänge waren so fest zugezogen,
als könne der feinste Sonnenstrahl dem Kranken schaden, und die Flamme der
Öllampe neben dem Bett vermochte die Kammer kaum zu erhellen.
So trüb wie das Licht war auch die
Stimmung der vier Personen, die sich um Eckhardt Willingers
Krankenlager versammelt hatten und auf ihn hinabblickten.
Der Kaufherr
...
Im Jahre 2003 veröffentlichte Iny Lorentz ihren ersten historischen Roman: „Die Kastratin“. Es folgten in rasantem Tempo weitere Titel, darunter Bestseller wie „Die Wanderhure“, „Die Feuerbraut“ und „Die Tochter der Wanderhure“. „Ganz nebenbei“ verfasst Iny Lorentz noch unter verschiedenen Pseudonymen Fantasy-Romane und sogar Heimatliteratur.
Bevor der Leser sich ob dieses Fleißes nun allzu sehr wundert, sei verraten:
...
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Iny musste die Arbeit nicht allein erledigen, ihr Mann Elmar war und ist immer dabei. „Iny Lorentz“ ist ein Pseudonym, hinter dem sich das Schriftstellerehepaar Iny und Elmar verbirgt. Der Verlag kreierte aus ihrem Vornamen und dem Namen von Elmars Vater den Künstlernamen, kurz und einprägsam.
Iny wurde 1949 in Köln geboren, wo sie die Schule besuchte und eine Ausbildung als Arzthelferin absolvierte. Nach dem Abitur im Abendgymnasium begann sie ein Medizinstudium, das sie aber aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Sie wurde Programmiererin und zog 1980 nach München, um bei einer großen Versicherung zu arbeiten. Ihr Ehemann Elmar arbeitete seit 1981 ebenfalls dort. Er ist gebürtiger Bayer und stammt aus einem kleinen Bauerndorf mit gerade einmal fünf Höfen.
Beiden gemeinsam ist die große Leidenschaft für das Geschichtenerzählen. Elmar begann bereits in der Schule mit dem Schreiben, die Religionslehrerin erkannte und förderte sein Talent. Iny veröffentlichte schon in jungen Jahren Kurzgeschichten in Zeitschriften. Schließlich trafen sich die verwandten Seelen in einem Fantasy-Club und heirateten 1982, um von da an alles gemeinsam zu machen, auch das Schreiben. Zunächst arbeiteten sie viele Jahre abends und im Urlaub an ihren Büchern, nach den ersten Erfolgen widmeten sie sich dann ganz dem Schreiben.
Wie schon die Titel verraten (u. a. „Die Goldhändlerin“, „Die Pilgerin“, „Die Löwin“) sind immer Frauen die Hauptfiguren der historischen Romane. Iny und Elmar finden es einfach reizvoll, die „Geschichten von der schwächeren Seite aus aufzuzeigen, und über lange Jahrhunderte stellten Frauen aller Klassen diese schwächere Seite dar“. Man darf jedenfalls hoffen, dass noch viele weitere Geschichten folgen werden...
Kurzansicht
Interview mit Iny Lorentz
Inzwischen dürfte
es sich herum gesprochen haben, dass sich hinter der "Marke" Iny Lorentz
eigentlich ein Autoren(ehe-)paar verbirgt, das seit inzwischen mehreren Jahrzehnten
seiner Leidenschaft für alles Historische nachgeht. Sind Sie inzwischen
eigentlich hauptberufliche Autoren, oder sind Sie Ihrem Arbeitgeber, einer
Münchner Versicherung, treu geblieben?
Nein, wir sind keine hauptberuflichen
...
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Autoren,
sondern unserem Arbeitgeber treu geblieben. Unser erster historischer Roman ist
im Juni 2003 erschienen, also vor zwei Jahren und neun Monaten. Das ist eine
viel zu kurze Zeitspanne, um abschätzen zu können, ob wir weiterhin so
erfolgreich sein werden wie bisher.
Obwohl Ihre Bücher ein Gemeinschaftswerk sind, taucht
auf den Buchdeckeln immer nur Iny Lorentz als Autorin auf. Warum?
Das war eine kluge Entscheidung des
Verlags. Ein (kurzer) Name ist einprägsamer und im Internet bzw. den
Datenbanken der Buchhändler leichter zu finden. Wir haben das Pseudonym aus
Inys Vornamen und Elmars Vatersnamen Lorenz zusammengesetzt. Also ist Elmar
indirekt auch darin zu finden. Natürlich meinen die Leute, Iny sei die
alleinige Autorin, aber das wird sich ja nun ändern.
Selbst Kritiker
bescheinigen Ihnen, dass Sie nicht nur die großen Gefühle beherrschen, sondern
auch ein sauber recherchiertes historisches Setting bieten. Wie - in etwa - ist
das Verhältnis von Fiktion und historisch Überliefertem in Ihren Romanen?
Der Vordergrund - die Handlung, einige Orte und die
meisten handelnden Personen - ist Fiktion, aber viele Teile haben sich unseren
Recherchen zufolge so ähnlich abgespielt, nur eben mit anderen, oft unbekannt
gebliebenen Handlungsträgern. Wir benutzen überlieferte Szenerien, indem wir
sie leicht abgewandelt auf unsere Protagonisten übertragen, und verflechten die
Fiktion mit einer realen politischen, wirtschaftlichen und sozialen
"Großwetterlage".
Welche Vorarbeiten sind nötig, damit Ihre Romane so
authentisch wirken? Gehen Sie in die Bibliothek und stöbern in Archiven oder
verlassen Sie sich auf Ihre Fantasie?
Es zahlt sich einfach aus, dass wir
von Jugend an Sachbücher und historische Romane gelesen haben. Darunter auch
die christlich gefärbten historische Romane aus dem 19. Jahrhundert wie etwa
Quo Vadis oder Ben Hur. Wir besitzen massenweise Literatur zu Kunst- und
Sozialgeschichte, zur Politik und zu einzelnen Persönlichkeiten. Wir besuchen
aber auch die Stadtbibliothek oder kürzlich das spanische Kulturinstitut, in
dem wir katalanische Namen und Zeitangaben recherchiert haben. Für "Die
Goldhändlerin" waren die Besuche im jüdischen Museum in Amsterdam sehr
inspirierend. Zum Beispiel wissen nur wenige Menschen, dass viele spanische
Juden nach der Rekonquista in die westeuropäischen Küstenstädte geflohen sind,
natürlich unter Verleugnung ihres Glaubens.
Mittlerweile dürften Sie an die drei Millionen Bücher verkauft haben.
Was erfahren Sie von Ihren Lesern, warum greifen diese so gern zu Ihren
historischen Romanen? Was machen Sie anders als die "Konkurrenz"?
Ob
die von Ihnen genannten drei Millionen schon erreicht sind, werden wir wohl
bald von unseren Agentinnen erfahren. Möglich ist es, denn zum jetzigen
Zeitpunkt stehen vier unserer Bücher auf den Bestsellerlisten. Wir freuen uns
natürlich sehr, dass wir so vielen Leser/innen mit unseren Büchern ein paar
schöne Stunden bereiten konnten. Wie wir gehört haben, empfinden viele
Leser/innen unsere Romane als hautnah und spannend, eben als Geschichten zum
Miterleben. Ob wir etwas anders machen als unsere KollegInnen können wir jedoch
nicht sagen.
Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.
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