Die Elfen sind zurück!
Attentäter trachten der Elfenkönigin Emerelle nach dem Leben. Die Elfenfürsten sind zerstritten und intrigant, und so hat der Leibwächter Ollowein alle Hände voll zu tun, das Leben seiner Herrscherin zu schützen. Noch ahnt jedoch niemand, dass die eigentliche Gefahr von dem Volk der Trolle ausgeht.
''Eine bildgewaltige und fesselnde Welt, in die der Leser vollkommen eintaucht. Ein Fantasy-Großereignis!''
Bild am Sonntag
Beim sagenhaften Fest der Lichter sollen die Fürsten aller Elfenstämme Albenmarks die Macht der schönen Elfenkönigin Emerelle bestätigen. Doch unter der glitzernden Oberfläche der Feierlichkeiten schwelen Unzufriedenheit und Machtgier, und das Fest der Freude wird zu einer Nacht des Schreckens.
Elfenwinter
von Bernhard Hennen
LESEPROBE
Das Fest
der Lichter
»Sie
werden versuchen, die Königin zu töten.«
Die junge
Elfe blickte Ollowain ungläubig an. Sie schien
seine
Worte für einen schlechten Scherz zu halten. Ein Lächeln
spielte um
ihre Lippen, verflog aber sogleich wieder,
als er
keine Anstalten machte, es zu erwidern.
Ollowain
war
...
Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben phantastischer Romane widmete. Bernhard Hennen lebt und arbeitet in Krefeld.
Interview mit Bernhard Hennen
Mit "Die Elfen"
haben Sie einen der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Romane geschrieben. Er
stand monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde über 100.000 Mal verkauft.
Hatten Sie mit einem solchen Erfolg gerechnet?
Nachdem die Romane "Die Orks" und "Die Zwerge" im Gefolge
der "Herr der Ringe"-Filme Bestseller geworden waren, hatte
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ich schon darauf gehofft,
dass auch "Die Elfen" ein großes Lesepublikum finden würde. Der Erfolg, den das
Buch dann hatte, übertraf allerdings meine Erwartungen bei weitem. Ich wäre
schon bei der Hälfte der Verkaufszahl mehr als zufrieden gewesen. Dass
Fantasy-Romane von deutschen Autoren solche Auflagen erreichen, kommt nur sehr
selten vor.
"Die Elfen" ist in Zusammenarbeit mit James A. Sullivan
entstanden. Wie kam es zu dieser Kooperation? Und warum zeichnen Sie für die
Fortsetzung "Elfenwinter" nun allein verantwortlich?
Als ich meine Laufbahn als Schriftsteller begann, hatte ich
das Glück, dass mir Wolfgang Hohlbein bei meinen ersten zaghaften Schritten in
die Verlagswelt geholfen hat. Ohne diese Unterstützung hätte ich vielleicht
niemals ein Buch veröffentlicht. Seitdem fühle ich mich verpflichtet,
meinerseits Kollegen zu helfen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe. James
kannte ich vor unserem gemeinsamen Projekt "Die Elfen" schon sehr lange, und
ich wusste, dass er bislang keinen Erfolg damit hatte, sich einen Platz im Verlagsgeschäft
zu erobern. Also habe ich ihn gefragt, ob er bei dem Projekt einsteigen möchte.
Er hat zugestimmt, und wir haben gemeinsam eine Storyline für den Roman
erarbeitet, wobei jeder von uns seine eigenen Figuren entwickelt hat. Von da an
standen wir täglich in Kontakt, haben uns gegenseitig unsere Texte geschickt
und in endlosen Nachtsitzungen über neuen Wendungen gebrütet, die sich im
Verlauf der Arbeit an dem Roman ergaben. Es war eine wahre Mammutaufgabe, einen
so umfangreichen Roman zu schreiben und ihn erzählerisch einheitlich zu
gestalten, auch wenn zwei Autoren daran arbeiten. Mit dem Ergebnis sind wir
jedoch beide sehr zufrieden. Tests bei Lesern haben gezeigt, dass selbst gute
Freunde von uns in der Regel nicht erraten, wer welche Passagen des Romans
verfasst hat. Mit "Die Elfen" endete für mich eine fast vierjährige berufliche
Phase, in der ich permanent in Gemeinschaftsprojekte eingebunden war. Bei allen
positiven Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, hatte ich dennoch das
Bedürfnis, wieder alleine meinen Weg zu machen, was im Schriftstellerberuf ja
auch eher die Regel ist. So sind "Alica und die Dunkle Königin" und
"Elfenwinter", meine beiden Romane des Jahres 2005, ohne die Mithilfe von
Kollegen entstanden.
Sie sagten bereits, dass Ihnen Wolfgang Hohlbein beim
Einstieg ins Verlagsgeschäft geholfen hat. Wie ist es Ihnen gelungen, Ihren
berühmten Kollegen als Co-Autor für die Roman-Trilogie "Das Jahr des Greifen"
zu gewinnen? Und wie war die gemeinsame Arbeit?
Ich begegnete Wolfgang Hohlbein zum ersten Mal vor mehr als
fünfzehn Jahren. Damals besuchte ich ihn als Journalist und führte mit ihm ein
Interview über seine Arbeit als Schriftsteller. Einige Jahre später befasste
ich mich in einem Teil meiner Magisterarbeit mit seinem Roman "Hagen von
Tronje". Wir begegneten uns erneut, und ich stellte ihm das Konzept für einen
Romanzyklus vor. Er war von der Romanidee so begeistert, dass er mir seine
Unterstützung versprach und gleich auch einige Verbesserungsvorschläge
einbrachte. So hatte ich das Glück, dass mir als Autor die lange Phase des
Klinkenputzens bei den Verlagen erspart blieb. Wolfgang half mir dabei, die
Trilogie bei Bastei Lübbe unterzubringen. Und leichte Zweifel des Lektors, ob
ich denn überhaupt schreiben könnte, wischte er mit dem Satz beiseite, dass er
im schlimmsten Fall meine Texte intensiv überarbeiten würde. Mir war damals
schon ein wenig mulmig. Ich hatte zwar hunderte Zeitungsartikel und
Radiobeiträge verfasst, aber eine Romantrilogie, das waren ganz neue
Dimensionen. Die Arbeit mit Wolfgang gestaltete sich so, dass er mir recht
freie Hand ließ und vor allem dann eingriff, wenn ich auf dem Weg war, mich zu
vergaloppieren und den roten Faden der Geschichte aus den Augen zu verlieren.
Gemeinsam entwickelten wir den Plot und die Charaktere, und er half mir mit
vielen praktischen Tipps, die man in keinem Lehrbuch über das Schreiben findet.
Aus der gemeinsamen Arbeit entwickelte sich eine Freundschaft. Seit dieser
Erfahrung versuche auch ich, jungen Kolleginnen und Kollegen zu helfen, wenn
sich die Möglichkeit dazu bietet. Ich hatte das Glück, dass gleich mein erstes
Buch veröffentlicht wurde, und bin mir sehr bewusst, dass dies nicht der
übliche Einstieg in den Schriftstellerberuf ist.
Zu ihren Anfängen als Autor: Kann man sagen, dass -
ähnlich wie bei Markus Heitz - das Rollenspiel ein hilfreicher Einstieg in die
Welt der Fantasy war? Heitz war ein begeisterter Rollenspieler, Sie selbst
haben Rollenspiel-Romane in der Serie "Das Schwarze Auge" geschrieben. War der
Weg zum Fantasy-Autor da in gewisser Weise bereits vorgezeichnet?
Wenn man ein Abenteuer für ein Rollenspiel entwickelt, dann
gibt es dabei viele Arbeitsschritte, die den Vorarbeiten zu einem Roman ähneln.
Man entwickelt den roten Faden für eine Geschichte, arbeitet die Schauplätze
und die Charaktere aus und hofft, dass alles funktioniert. Dann kommen jedoch
die Spieler dazu, die diese Geschichte erst wirklich lebendig werden lassen.
Als Autor muss man diesen Schritt - in aller Regel - alleine schaffen. Bevor
ich meine ersten Romane verfasste, habe ich einen Zyklus aus vier
Rollenspielbänden verfasst, in dem es um die Geschichte der Elfen in der Welt
des Schwarzen Auges ging. Das Thema Elfen beschäftigt mich also schon seit mehr
als einem Jahrzehnt. Meine erfolgreichen Rollenspielpublikationen gaben mir den
Mut, den nächsten Schritt hin zum Autor zu wagen. Dennoch habe ich auch noch
mehrere Jahre als Journalist gearbeitet, und es war lange Zeit in der Schwebe,
welchen Weg ich endgültig beschreiten würde. Es war das Gefühl, unter ständigem
Zeitdruck in meinen Reportagen allzu oft nur an der Oberfläche von Geschichten
zu kratzen, das mich dann dazu bewogen hat, mich mit aller Kraft dem Beruf als
Schriftsteller zu widmen.
An Ihren Büchern überzeugt zum einen die unglaubliche Spannung,
die den Leser förmlich zum Weiterlesen zwingt, und zum anderen Ihr Vermögen,
mit scheinbar bekannten Genres zu spielen und dabei Neues zu erfinden. War die
Möglichkeit, dies zu tun, auch ein Motiv für Sie, in die Welt der Elfen
einzutauchen?
Als ich mit meinem Beruf als Schriftsteller begonnen habe,
war ich fasziniert von der Perspektive, mich mit jedem Buch auf etwas wirklich
Neues einlassen zu können. Nach einem Jahrzehnt der Praxis ist mir nun klar,
wie schwer es ist, eine wirklich neue Geschichte zu verfassen. Ein Weg, mit
etwas Glück zumindest originell zu sein, besteht darin, scheinbar festgelegte
Genres mit Elementen aus anderen Literaturgenres zu kreuzen. Zum Beispiel
Thrillerstrukturen oder auch Konzepte der höfischen Epik in einen Fantasy-Roman
zu bringen. Beides findet sich in "Die Elfen". Des Weiteren versuche ich, eine
extreme Polarisierung in Gut und Böse bei meinen Romanfiguren zu vermeiden. Die
Schwarzweißmalerei bei der Gestaltung der Charaktere ist einer der häufigsten
Vorwürfe, den Kritiker gegen die Fantasy-Literatur erheben. Ich schätze es,
wenn die Leser die Beweggründe meiner "Schurken" verstehen und vielleicht sogar
Sympathie für die Antagonisten empfinden. Auch gibt es keine Garantie für ein
Happy End in meinen Büchern. Aber gerade daraus leitet sich auch die Spannung
ab. Ich selbst mag Romane, bei denen ich als Leser nicht mit der Gewissheit
starte, dass der Held auf der letzten Seite die Welt wieder in Ordnung gebracht
haben wird. Und solche Bücher versuche ich auch zu schreiben.
Bei der Entwicklung von "Die Elfen" machte die Langlebigkeit
dieses Fantasy-Volkes einen besonderen Reiz aus. Sie bot die Möglichkeit, einen
Roman zu schreiben, dessen erzählte Zeit ein ganzes Jahrtausend umfasst. Ein
Experiment, das ich bis dahin noch nicht gewagt hatte. Man erlebt als Leser den
Aufstieg und Niedergang einer ganzen Kultur in der Welt der Menschen und findet
auf Seiten der Elfen doch stets vertraute Figuren wieder, ohne sich in
Anbetracht der weiten Zeiträume in Logikprobleme zu verstricken. In der Welt
der Menschen hingegen sind es die Orte, die die erzählerischen Konstanten
bilden.
Ihre Elfen sind keine stereotypen Wesen. Dieses
spätestens seit "Der Herr der Ringe" vielen Lesern bekannte Volk wird von Ihnen
sehr differenziert beschrieben. Wenn Sie ihn kurz charakterisieren müssten: Was
macht einen Elfen aus?
Der Anspruch, in dem Bereich, dem er sein Leben widmet,
möglichst vollkommen zu sein. Sei es nun eine Berufung zum Flötenspieler,
Zauberer oder Schwertkämpfer. Die Tatsache, dass einem Elfen Jahrhunderte zur
Verfügung stehen, um sich in seiner Berufung zu entfalten, birgt dabei
gleichermaßen Chancen wie Gefahren. So lange Zeit zu haben, kann einen lähmen
oder aber tatsächlich auf Wege führen, die andere, kurzlebigere Geschöpfe
niemals erreichen werden. Daraus resultiert, dass Elfen, wenn sie Menschen oder
auch Kentauren oder Kobolden begegnen, schnell arrogant wirken. Wer zu perfekt
ist, der verspielt leicht alle Sympathien. Und welche Herausforderungen gibt es
für solche Geschöpfe? Darauf befriedigende Antworten zu finden, war die
Herausforderung an mich als Autor bei den Romanen "Die Elfen" und
"Elfenwinter".
Wie gehen Sie beim Schreiben eigentlich vor? Ihre Welten
sind zugleich komplex und perfekt konstruiert. Haben Sie die Struktur des
Buches von Beginn an vor Augen?
Wenn ich mit einem neuen Roman beginne, dann habe ich in der
Regel ein Hauptthema vor Augen. So geht es in "Elfenwinter" zum Beispiel um
verschiedene Aspekte der Vertreibung und darum, wie dieses Trauma bewältigt
werden kann. Wenn ich mit dem ersten Kapitel beginne, steht in der Regel eine
Skizze für den Handlungsverlauf und für die wichtigsten Figuren des Romans.
Allerdings bleibe ich hier flexibel, da sich erfahrungsgemäß in den vielen
Monaten, die ich an einem Roman arbeite, noch etliche neue Ideen einschleichen,
die manche Details der Ursprungskonzepte umstoßen, verfeinern oder
differenzieren. Je länger man über eine Geschichte nachdenkt, desto tiefer
steigt man in sie ein. Zu den Tücken von Fantasy-Romanen gehört das Ringen mit
der neuen Welt, die man erschafft. Ich versuche stets, möglichst plausible
Welten zu erschaffen. Und obwohl es in Fantasy-Welten meist Magie gibt, wehre
ich mich dagegen, diese Tatsache als leichte Erklärung für jede Logiklücke zu nutzen.
Für mich wirkt eine Welt umso packender, je detaillierter sie gestaltet wird.
Allerdings tun sich hier wahre Abgründe auf. Die Liebe zum Detail kann leicht
ganze Arbeitswochen verschlingen. Bei der Konzeption der Gezeitenwelt habe ich
zum Beispiel mit zwei befreundeten Geophysikern eine Weltkarte erarbeitet. Und
dabei blieb es nicht Ich schätze, die Gezeitenwelt ist wahrscheinlich die
einzige Fantasy-Welt, für die es Karten der Hoch- und Tiefdruckgebiete gibt
sowie Meeresströmungskarten oder Karten zur Plattentektonik.
Sie haben Germanistik, Geschichte und Archäologie
studiert. Sie haben als Journalist unter anderem für den WDR gearbeitet. Sie
haben nicht nur Rollenspiel- und Fantasy-Romane, sondern auch historische
Romane geschrieben und arbeiten momentan an einem ganzen Fantasy-Zyklus. Würden
Sie sich als Workoholic bezeichnen?
Ich habe das Glück, in meinem Traumberuf zu arbeiten. Neue
Geschichten oder gar neue Welten zu ersinnen, macht mir einfach Spaß. Und als
Autor habe ich das Privileg, meinen Arbeitstag meist frei gestalten zu können.
Das führt zugegebenermaßen des Öfteren zu recht langen Arbeitstagen. Allerdings
habe ich eine Frau und eine Tochter, die sehr energisch meine Anwesenheit in
ihren Welten einfordern, wenn ich es mit meiner Arbeit zu sehr übertreibe. Ich
glaube, dass ich kein Workoholic bin, ich würde aber nicht darauf schwören,
dass meine Frau diesen Glauben mit mir teilt.
Die Fragen
stellte Eva Hepper, Literaturtest.
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Kommentar zu: Elfenwinter