Das Schicksal der Zwerge von Markus Heitz
LESEPROBE
Prolog
Das Jenseitige Land, die Schwarze Schlucht, 6491. Sonnenzyklus, Winter
Der Geruch von Knochenstaub, eiskaltem Stein und feuchtem Frost lag in der Luft. Das Wesen mit den langen, dünnen Armen trat vorsichtig aus dem Schatten des Felsvorsprungs und blinzelte. Zehn Schritte vor ihm erhob sich ein Flimmern und machte die Umgebung jenseits davon undeutlich.
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Markus Heitz, geb. 1971, gehört seit den sensationellen Romanen um die 'Zwerge' und seinem 'Ulldart-Zyklus' zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er gewann bereits siebenmal den Deutschen Phantastik-Preis, dreifach allein im Jahr 2007.
Autoreninterview mit Markus Heitz
Woher kommt die Inspiration für die Geschichten in Ihren Büchern?
"Das kann sehr unterschiedlich sein. Mal reicht es, wenn man in ein Gespräch verwickelt ist und dabei stößt man auf interessante Begebenheiten, und schon macht sich der Autor einen Vermerk im Hinterkopf. Dann ist es der Wunsch, mehr über eine Sache herauszufinden, wie bei den Vampiren. Ich wollte schlicht wissen, woher unser heutiges Vampirbild
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stammt. Oder ich bin auf Lesereise unterwegs, beobachte irgendetwas oder irgendwen und SCHON ergeben sich Gedanken: Warum ist das passiert? Wieso trägt er diese Brille und was würde wohl in meiner "Welt" dahinterstecken? Generell: Inspiration lauert überall."
Warum haben Sie ausgerechnet Leipzig als Ort für Ihren neuen Vampirroman „Kinder des Judas“ ausgesucht?
"Leipzig habe ich erst richtig durch die Buchmesse kennen gelernt und durch das WGT, das Wave Gothic Treffen. Es gibt sehr schöne Eckchen in der Stadt, und warum sollte ich diese nicht mal zeigen? Mir gefällt Leipzig sehr gut. Wenn es jetzt noch am Meer liegen würde, könnte man glatt hinziehen."
Seit wann interessieren Sie sich für Vampire und Werwölfe? Woher kommt das Faible für dieses Genre?
"Man liest sich als Jugendlicher durch alle Genres, folglich stand da auch mal Grusel und Horror auf dem Programm. Es gefiel mir recht gut, gerade Vampire hatten es mir angetan. Und ich stellte mir die Frage, woher eigentlich das Vampirbild kommt. Unser Vampirbild. Denn seit Bram Stokers Dracula sind die Blutsauger ziemlich in Mode geblieben. Als ich das herausgefunden hatte, wusste ich, dass ich das unbedingt in einen Roman packen muss!"
Gibt es einen Mythos an den Sie glauben?
"Den vom guten Menschen. Irgendwo muss es ihn geben."
Viele Ihrer Fans kommen aus der Gothic Szene. Sind Sie auch gerne mal mit dabei? Was fasziniert Sie so an dieser Szene?
"Ich bin sozusagen ein Halb-Gothic. Das heißt, dass ich vor allem die Musik und die Nachdenklichkeit über Vergänglichkeit aus der Szene sehr gut finde. Ein wenig über das eigene Leben, das Dasein und das Danach nachzudenken, hat noch keinem geschadet. Man findet mich öfter auf Festivals, wie dem MeraLuna und dem WGT, aber auch auf Konzerten von Bands oder in Clubs."
Es gibt ja viele Methoden einen Vampir zu töten. Aber welche Methode ist am wirksamsten?
"Es gibt nur EINE WIRKLICH wirksame, und das ist: zuerst köpfen, danach verbrennen. Alles andere führt nicht zwangsläufig zum Erfolg."
Vampire können ja verschiedene Gestalten und Persönlichkeiten annehmen. Wenn Sie es sich aussuchen könnten, welche Gestalt oder Persönlichkeit würden Sie annehmen wollen? Warum?
"Am besten gefiele mir das Gestaltenwandeln. Einmal als Merkel daherkommen und mal ordentlich den Bundestag in einer Nachtsitzung aufmischen, das wäre lustig! Steuersenkungen beschließen, die Diäten kürzen oder einfach mal alle Wahlversprechen umsetzen. Ach ja, was Vampire so alles machen könnten...."
© Droemer Knaur / www.pakt-der-dunkelheit.de
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