Mit "Krankheit als Sprache der Seele" setzt Rüdiger Dahlke sein vor mehr als zehn Jahren mit Thorwald Dethlefsen veröffentlichtes Buch "Krankheit als Weg" fort. Der Arzt und Psychotherapeut beschreibt in diesem Buch viele Krankheitsbilder, die in das erste Buch nicht aufgenommen worden sind. Ziel ist es wiederum, daß der Leser selbst die Symptome deuten und mit den seelischen Ursachen in Beziehung setzen kann. Die Darstellung einer neuen Psychosomatik, mit "Krankheit als Weg" begonnen, erhält mit "Krankheit als Sprache der Seele" die von Betroffenen und Fachkreisen geforderte Ergänzung.
Werden die Botschaften der Seele ignoriert oder geistig-seelische Wachstumsprozesse nicht zugelassen, so erkrankt, so erkrankt der Körper und zeigt deutliche Symptome. Was will mein Körper mir damit sagen? Ruediger Dahlke gibt in diesem umfassenden Kompendium informative, leicht nachvollziehbare Anleitungen, diese Sprache des Körpers zu verstehen. Von den Haarspitzen bis zu den Fußnägeln untersucht er Krankheitsbilder und erklärt ihre möglichen psychischen Ursachen. So kann Krankheit als Chance begriffen werden, Körper und Seele wieder in Harmonie zu bringen und zu halten.
Krankheit als Sprache der Seele von Ruediger Dahlke
LESEPROBE
I. Einführung in die Philosophie der
Krankheitsbilder-Be-Deutung
1. Deutung und Wertung
Der Titel »Krankheit als Weg« hat zu einigen
Mißverständnissen geführt. Dabei ist er durchaus wörtlich und ohne Wertung
gemeint. Krankheit ist ein gangbarer Weg, kein an sich guter oder schlechter. Es
hängt ganz ausschließlich vom
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Dr. med. Ruediger Dahlke, Jahrgang 1951, studierte Medizin in München. Weiterbildung zum Arzt für Naturheilweisen, in Psychotherapie und Homöopathie. Seit 1978 ist er als Psychotherapeut, Fasten-Arzt und Seminarleiter tätig. Als Autor und Referent ist er eine Instanz im Bereich der Psychosomatischen Medizin und Gesundheitsbewegung. Im Heil-Kunde-Zentrum Johanniskirchen/Niederbayern wird seine Arbeit seit 15 Jahren in die Praxis umgesetzt. Seine Fasten-Seminare "Körper - Tempel der Seele" (für Einsteiger) und "Fasten, Schweigen, Meditieren" (für Fortgeschrittene) erfreuen sich regen Zuspruchs.
Interview mit Rüdiger Dahlke
In Ihren zahlreichen Büchern widmen
Sie sich der Entschlüsselung der geistig-seelischen Hintergründe
verschiedenster Krankheitsbilder. Wie haben Sie diese Deutungen entwickelt, wie
all diese Erkenntnisse gewonnen?
Im Wesentlichen haben mir Patienten mit ihren Kranken- bzw.
Lebensgeschichten dabei auf die Sprünge geholfen. Es war auf die Dauer
unübersehbar, dass Krankheitsbilder
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Aufforderungscharakter hatten und die
Betroffenen zur Entwicklung anstießen. Hinzu kam mein Interesse für Meditation,
das mir half, die Seelenbilderwelten ernst und für Heilungsprozesse in Anspruch
zu nehmen. Schließlich hat mir auch die spirituelle Philosophie weitergeholfen,
etwa Paracelsus und sein Satz, dass die Innenwelt der Außenwelt entspricht.
Wie erklären Sie sich
das Interesse von Ärzten und Patienten an Ihrem ganzheitlichen Ansatz? Wie
verstehen Sie selbst Ihre Arbeit? Gab es für Sie einen speziellen Anstoß, sich
in diese Richtung zu bewegen?
Das Interesse an meinem Ansatz, Krankheitsbilder zu deuten,
begann ganz eindeutig bei den Patienten. Von ihnen kamen die wichtigsten
Anstöße. Die Ärzte boykottierten den für sie neuen Zugang zunächst sogar. Als
Nächstes haben sich Heilpraktiker dafür interessiert, die ich in vielen
Fortbildungen geschult habe. Irgendwann hatte sich die erste Million meiner
Bücher verkauft. Damit wuchs auch das Interesse daran. Inzwischen ist es -
erfreulicherweise - so, dass auch die Ärzte immer zahlreicher in die Ausbildung
der Archetypischen Medizin kommen - zumal sie schon vereinzelt von den
Ärztekammern anerkannt wird. Im Juli dieses Jahres wird es zum Beispiel eine
dreitägige Einführung in die Krankheitsdeutung für Ärzte geben, die nicht nur
von der Ärztekammer Niedersachsens zur Fortbildung anerkannt ist, sondern auch
in deren Räumen stattfindet. Das aber ist noch ein recht neues Phänomen. Im
Ausland übrigens war die Offenheit von Anfang an auch unter Ärzten größer.
Mittlerweile gibt es Übersetzungen meiner Bücher in 20 Sprachen, und mich
erreichen aus aller Welt Anfragen zu dem Thema.
Ich selbst verstehe die Arbeit der Krankheitsbilder-Deutung
als Brückenschlag zwischen Körper und Seele wie auch zwischen Schulmedizin und
ganzheitlicher Psychosomatik.
Krankheiten können
Hinweise darauf geben, dass der Mensch nicht im Gleichgewicht ist. Gibt es also
keinerlei Zufälle?
Aus meinem Weltverständnis ist Zufall das, was einem
gesetzmäßig zufällt. Diese Gesetze zu verstehen, ist eines der Anliegen der
Archetypischen Medizin. Der Zusammenhang zwischen Körperregionen und Organen
und seelischen Themen ist für mich offenkundig gesetzmäßig und wird im Übrigen
ja von Hunderttausenden überprüft. Ein Buch wie "Krankheit als
Symbol" ist mittlerweile in der 13. Auflage erschienen.
Was glauben Sie,
besitzt jeder Mensch die Möglichkeit, Verantwortung für die Heilung seiner
Krankheiten zu übernehmen?
Nein, diese Möglichkeit besitzt ein Kleinkind natürlich kaum
und ein Neugeborenes gar nicht. Hier könnten nur die betroffenen Eltern
einspringen und ihrerseits Verantwortung übernehmen. So lassen sich Antworten
auf die spezielle Herausforderung einer Krankheit finden. Die allermeisten
Erwachsenen haben nach meinen Erfahrungen gute Chancen, in Eigenverantwortung
mit ihren Krankheitsbildern fertig zu werden. Sie müssen sie annehmen und
einordnen können, was alles viel leichter macht.
Sie meditieren seit
vielen Jahren und haben zahlreiche Meditations-CDs zu einzelnen Themen
herausgebraucht. Was bedeutet Meditation für Sie? Welche Rolle spielt sie für
die Heilung?
Für mich ist Medi-tation nicht nur vom Wortstamm her
verwandt mit Medi-zin. Es ist eine wundervolle Möglichkeit, die eigene Mitte zu
finden und sich und seine Umwelt besser verstehen und annehmen zu lernen. Ich
habe in den letzten 40 Jahren kaum einen Tag ohne Meditation verbracht und möchte
das auch in Zukunft nicht. Für die Heilung von Krankheiten ist Meditation für
mich fast unabdingbar. Denn allein intellektuelles Verständnis, also etwa das
Nachschlagen in "Krankheit als Symbol", ist leider nur ein erster
Schritt. Der entscheidende Schritt ist, das Ganze in der inneren
Seelenbilderwelt zu verarbeiten. Das aber leisten die Meditationen auf den CDs
mehr als die Bücher.
Neben den Klassikern
"Krankheit als Weg" und "Krankheit als Sprache der Seele"
haben Sie viele Bücher zu einzelnen Problembereichen veröffentlicht. Woran
arbeiten Sie gegenwärtig, was interessiert Sie zurzeit besonders?
An einem Buch wie "Krankheit als Symbol" arbeite
ich ständig weiter. Denn nach meiner Einschätzung hat alles, was Form und
Gestalt hat, auch einen Inhalt und somit einen Sinn. Ganz konkret habe ich
gerade "Schlaf - die bessere Hälfte des Lebens" fertig gestellt. Im
Augenblick bin ich dabei, ein Buch über Ernährung zu schreiben. Aber schwanger
gehe ich immer mit verschiedenen Themen. So würde es mich reizen, mal ein Buch
über den umgekehrten Weg zu schreiben, wie man nämlich über den Körper die
Seele beeinflussen kann. Und natürlich reizt es mich, in einem Buch darüber
nachzudenken, wie sich aus dem gängigen Krankheitssystem doch noch ein
Gesundheitssystem machen ließe.
Die Fragen stellte Ulrike Künnecke,
Literaturtest.
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Kommentar zu: Krankheit als Sprache der Seele