Briefe an Milena, Franz Kafka, Schicksale & Erfahrungen
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1991, Erw. u. neu geordn. Ausgabe., 423 Seiten, Maße: 12 x 19,5 cm, Taschenbuch, Deutsch
FISCHER Taschenbuch

ISBN-10: 3596253071
ISBN-13: 9783596253074

Briefe an Milena

Hrsg. v. Jürgen Born u. Michael Müller

"Briefe schreiben heißt sich vor den Gespenstern entblößen, worauf sie gierig warten. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von den Gespenstern auf dem Wege ausge-trunken . . ." Zu Beginn des...  
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Beschreibung

"Briefe schreiben heißt sich vor den Gespenstern entblößen, worauf sie gierig warten. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von den Gespenstern auf dem Wege ausge-trunken . . ." Zu Beginn des Jahres 1920 hatte Franz Kafka Milena kennengelernt. Zwischen ihr und Kafka entstand eine sehr innige Freundschaft. Schon Kafkas Tagebücher haben uns die wirkliche Tiefe dieser Freundschaft gezeigt.
Doch ahnen wir dort nur, was sich hier in diesen zum erstenmal veröffentlichten Briefen offenbart: ein Liebesroman, eine Orgie an Verzweiflung, Seligkeit, Selbstzerfleischung und Selbsterniedrigung. "In der rücksichtslosen Enthüllung menschlicher Größe und Schwachheit, Leidenschaft und Feigheit, kann dieser Band als Lebensdokument nur etwa mit Rousseaus 'Bekenntnissen' verglichen werden."

Die Welt

Klappentext

"... eben hat der zwei Tage und eine Nacht dauernde Regen aufgehört, wahrscheinlich zwar nur vorübergehend, immerhin ein Ereignis wert gefeiert zu werden und das tue ich indem ich ihnen schreibe" - Kafkas erster Brief an Milena beginnt wie ein Roman - zusammen gelesen werden alle seine Briefe an diese Frau zu einem Liebesroman, einer Orgie an Verzweiflung, Seligkeit, Selbstzerfleischung und Selbsterniedrigung. Im April 1920 hatte Kafka die Journalistin Milena Jesensk bei einem Prag-Besuch in Gesellschaft gemeinsamer Freunde kennengelernt. Im Verlauf des Gesprächs teilte sie ihm ihre Absicht mit, zwei seiner Erzählungen ins Tschechische zu übersetzen - ein Punkt von beiderseitigem Interesse war angesprochen, eine Beziehung angeknüpft. Milena lebte in Wien in einer "sich allmählich auflösenden Ehe", Franz Kafka war in Prag zu Hause; Begegnungen waren nur zeitweise möglich. Briefe mussten die Trennung überbrücken - sie wurden zu Dokumenten einer sich entwickelnden Leidenschaft.

Autoren-Porträt

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloß, trat Kafka 1908 in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.

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