2010, 2, 253 Seiten, teilweise farbige Abbildungen, Maße: 12,5 x 19 cm, Taschenbuch, Deutsch
Rowohlt TB.
ISBN-10: 3499625806
ISBN-13: 9783499625800
Erscheinungsdatum: 01.03.2010
In Rio steht ein Hofbräuhaus
Reisen auf fast alle Kontinente
In Rio steht ein Hofbräuhaus
Rio ist wie Gisele Bündchen mit Mundgeruch und Paris macht auch mit verbundenen Augen Spaß: Diese und
viele andere höchst interessanten Erkenntnisse gewann Wigald Boning auf seinen vielen Reisen nach Nah und Fern. Der bekannte Comedian und...
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In Rio steht ein Hofbräuhaus
Rio ist wie Gisele Bündchen mit Mundgeruch und Paris macht auch mit verbundenen Augen Spaß: Diese und
viele andere höchst interessanten Erkenntnisse gewann Wigald Boning auf seinen vielen Reisen nach Nah und Fern. Der bekannte Comedian und Moderator fotografierte Telefonzellen in Tiflis, wurde von thailändischen Fans in Bangkok ehrfürchtig bestaunt: Skurrile und bewegende Begegnungen, die Boning auf gewohnt trockene Art kommentiert. Eine unterhaltsame Reise, ein respektvoll-augenzwinkernder Blick auf die kleinen Unterschiede der Kulturen...

Rio ist wie Gisele Bündchen mit Mundgeruch und Paris macht auch mit verbundenen Augen Spaß - diese und viele andere höchst interessanten Erkenntnisse gewann Wigald Boning auf seinen vielen Reisen nach Nah und Fern. Er fotografierte Telefonzellen in Tiflis und wurde von thailändischen Fans in Bangkok ehrfürchtig bestaunt - und er kommentiert diese skurrilen und bewegenden Begegnungen auf gewohnt trockene Art.
Autoren-Porträt von Wigald Boning
Wigald Boning ist vielseitig. Auf seine verschiedensten Talente angesprochen, sagte er einmal in einer Fernsehsendung: „Ich kann alles Mögliche nicht ausreichend, um mich darauf komplett zu konzentrieren.“ Das ist eine charmante Formulierung und spitzfindige Untertreibung für einen Unterhaltungskünstler, der unter anderem mit dem Bambi, dem Echo, der Goldenen Stimmgabel, dem Adolf-Grimme-Preis
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oder dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Einige der genannten Ehrungen hat er für genau diese Art von Sprüchen bekommen, denn neben seinen beruflichen Erfolgen als Musiker, Autor und Fernsehmoderator ist Boning vor allem: Komiker.
1967 in der Nähe von Oldenburg geboren, interessierte sich Wigald Boning schon früh für Musik. Charlie Parker und Dizzy Gillespie hatten sein Interesse für Jazz geweckt. Bereits als Jugendlicher spielte er Querflöte und Saxofon in seiner eigenen Band „Kixx“. Die Lust, den deutschen Schlager zu reformieren, ließ ihn später verschiedene Soloprojekte starten, die aber allesamt wenig erfolgreich waren. So legte er die Musikerkarriere zunächst auf Eis, um es als Komiker in der neuen Fernsehshow „RTL Samstag Nacht“ zu probieren. Der Erfolg war phänomenal, Boning wurde im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht berühmt. Nicht zuletzt seine Improvisationen mit dem Kollegen Olli Dittrich gelten als legendär. Gemeinsam mit Dittrich wandte sich Boning auch wieder der Musik zu. Als „Die Doofen“ sorgten die beiden für Furore.
Weitere Erfolge als TV-Moderator sammelte Boning, der nebenher auch noch seiner Leidenschaft für Ausdauersport frönt und beispielsweise Ultra-Marathon läuft, mit seiner „WIB-Schaukel“, in der er Prominente interviewte. Für seine Rolle als wissenschaftlicher Experte im weißen Laborkittel in der Wissensshow „Clever“ bekam er 2005 den Deutschen Fernsehpreis. Wenn er nicht im Fernsehen zu sehen ist, radelt er in seiner Heimat, dem Allgäu, durch die Alpen. Und musikalisch ist er wieder bei seiner Jugendliebe, dem Jazz, angelangt. Ja, Boning ist vielseitig.
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Interview mit Wigald Boning
Startschuss für Ihre ausgedehnte „Fernreisetätigkeit“ war ein Sportwettbewerb in Kanada. Welches war Ihr Part dabei – eher der athletische oder der des Reporters?
Bei der „Fulda-Challenge“ starten Zweierteams in den verschiedenen Sportdisziplinen wie Berglauf, Radrennen, Luftkissenbootfahren. Beide Teammitglieder müssen
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die Wettbewerbe absolvieren. Abends habe ich Tagesberichte an meine Freunde daheim gemailt. Meine Teampartnerin Birgit Fischer hat hingegen eifrig fotografiert.
Während Ihrer Afghanistanreise waren Sie im deutschen Feldlager in Mazar unterbracht. Hatte das auch etwas von einem Truppenbesuch à la Ralf Möller?
Ich war Gast der Privatinitiative „Lachen Helfen e.V.“. Das Wort „Truppenbesuch“ löst in mir eher zwielichtige Assoziationen aus.
Ihre Reisen galten ja nicht nur der Charakterbildung, in Sabsi Bahar, Afghanistan, haben Sie z. B. eine Schule eingeweiht. Wie ernst nehmen Sie die Rolle des Botschafters Ihres Landes?
Sehr ernst. Gerade in Afghanistan habe ich mir große Mühe gegeben, als Deutscher einen sympathischen Eindruck zu hinterlassen. Dafür habe ich sogar eine Rede auf Dari gehalten, der dortigen Landessprache.
Das besagte Schulprojekt wurde von der Organisation „Lachen Helfen“ initiiert. Schon bei der Einweihung hagelte es Stockhiebe auf renitente Schüler. Nimmt man das mit Humor, Fatalismus …?
Ich habe mir kurz die Augen gerieben und dann achselzuckend eingesehen, dass noch viel Zeit vergehen wird, bis die Prügelstrafe in Afghanistan abgeschafft wird. Derlei Unterschiede gilt es zu akzeptieren, auch wenn’s uns Europäern manchmal schwerfällt.
In Ihrem Buch erzählen Sie auch von einem buchstäblichen Blind Date in Paris. Eine Chat-Bekanntschaft hat Sie – mit einer blickdichten Brille auf der Nase – durch Paris geführt. Ihre Mutter machte sich schon im Vorfeld Sorgen, dass Sie sich einer fremden Frau so ausliefern. Sollte sie Recht behalten?
Linda ist Musikstudentin in Paris und hat mich sehr umsichtig durch den Tag geleitet. Ich hatte großes Glück mit meiner Blindenführerin; die Sorgen meiner Mutter waren umsonst.
Sind Sie eigentlich auf einer der Reisen über Kollege Dieter Nuhr gestolpert – oder bereisen Sie aus Prinzip nie den gleichen Kontinent?
Ich bin völlig prinzipienlos, wenn’s ums Reisen geht. Dieter Nuhr bin ich nicht begegnet.
Die Fragen stellte Carsten Hansen, Literaturtest.
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