Der Teppich des Dichters
Ein packender Roman über die Schönheit der Wüste und die Magie der Worte. Prinz Walid träumt davon, der berühmteste Dichter seines Landes zu werden. Doch beim Dichterwettstreit wird er von einem einfachen Teppichweber aus einer entlegenen Oase besiegt. Tief gekränkt sinnt der Prinz auf Rache. Er verlangt, dass der Mann einen ganz besonderen Teppich anfertigt. Als der unheilvolle Teppich gestohlen wird, macht sich Walid auf eine abenteuerliche Suche. Sein Weg führt ihn zu Beduinen, Kaufleuten, Gesetzlosen und letztlich zu sich selbst. Ab 12 Jahren.
Der junge arabische Prinz Walid, Thronfolger des Königreichs Kinda, träumt davon, der berühmteste Dichter seines Landes zu werden. Doch beim Dichterwettstreit wird er von einem einfachen Teppichweber aus einer entlegenen Oase besiegt. Walid ernennt den Mann zum königlichen Geschichtsschreiber. Damit verbunden ist die undankbare Aufgabe, das riesige Palastarchiv zu ordnen. Außerdem verlangt der Prinz von dem Mann, einen Teppich zu knüpfen, auf dem die Geschichte der Menschheit zu sehen ist. Nach vielen Jahren ist das schier Unmögliche vollbracht, kurz darauf stirbt der inzwischen erblindete Teppichweber völlig entkräftet. Als der unheilvolle Teppich gestohlen wird, will Walid ihn unbedingt wiederhaben. Er macht sich auf eine lange Suche quer durch die Wüste und lebt unter Beduinen, Kaufleuten und Gesetzlosen. Am Ende findet er nicht nur den Teppich
Dieser packende Roman aus dem Arabien der vorislamischen Zeit erzählt von Schicksal und Schuld, von der Schönheit der Wüste und der Magie der Worte.
Man liest immer wieder in der Zeitung, dass Verbrechen, die vor vielen Jahren begangen wurden, jetzt dank der Analyse von genetischen Spuren aufgeklärt werden können. Märchen und Sagen hatten schon immer die Aufgabe, davon zu erzählen, dass eine höhere Ordnung dafür sorgt, dass große Vergehen an der Menschlichkeit vom Täter noch auf dieser Erde gesühnt werden müssen. Diese Geschichte folgt diesem Bedürfnis, allerdings geht es dabei vor allem
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um das schlechte Gewissen desjenigen, der in seiner Jugend aus Neid und Eifersucht einem anderen Menschen dessen Lebensglück und Freiheit raubte. Die Autorin entwickelt im Rahmen einer orientalischen Märchenwelt eine Dramatik, die ihre Leser von der ersten Seite an in Spannung hält. Es ist nicht nur der arme Märchenerzähler, der den Teppich seines Lebens weben muss, auch dieses Märchen zieht die buntesten Fäden und verknüpft sie zu Gedanken und Gedankenspielen, die für junge Leser die reiche Welt einer ungewöhnlichen Persönlichkeitsentwicklung als Auseinandersetzung für die eigene Bildung anbieten. Muss man wirklich alles haben, muss man immer der beste sein, darf man für die Erfüllung eigener Bedürfnisse andere Menschen mit deren Leben bezahlen lassen? Nicht das Märchen ist grausam, sondern es erzählt von einem grausamen jungen Mann, dessen Verbrechen darin besteht, dass er nur sich selbst als Maß aller Dinge begreift. Das typische Verhalten eines maßlosen Prinzen, der die Macht hat über andere und dabei die Macht über sich selbst verliert. Eine Geschichte für junge Menschen, die solche Prinzen kennen.
Gabriele Hoffmann (Leanders Leseladen, Heidelberg)
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Laura Gallego Garcia ist 1977 bei Valencia in Spanien geboren. Die angehende Historikerin und Hispanistin hat sich auf die Literatur des Mittelalters spezialisiert.
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