Wickie (Jonas Hämmerle), der kleine liebenswerte Junge mit den rotblonden Haaren, lebt zusammen mit seiner Mutter Ylva (Sanne Schnapp) und seinem Vater Halvar (Waldemar Kobus), dem stursten Wikinger-Chef aller Zeiten, im Wikingerdorf Flake. Die Wikinger sind von Natur aus starke, unerschrockene und laute Gesellen. Wickie jedoch ist ganz anders: zurückhaltend und zart besaitet. Doch er besitzt eine Gabe, die kaum einer seiner Mitwikinger hat: Er ist schlau, um nicht zu sagen: sehr, sehr schlau – und überzeugt mit Ideen frei nach dem Motto "Keine Muskeln, dafür Köpfchen!"
Eines Tages wird das Dorf von einer skrupellosen Horde wilder Fremder mit Angst einflößenden Drachenmasken heimgesucht und gnadenlos überfallen. Die allergrößten und liebsten Schätze der Dorfbewohner werden geraubt: nämlich ihre Kinder! Alle, bis auf Wickie, der sich – Glück im Unglück – beim Drachenfliegen in einem Baumwipfel verheddert hatte. Wickies Vater Halvar und die anderen Wikinger aus Flake hissen die Segel, um die Kinder zu befreien und begeben sich so in ein großes, spannendes Abenteuer auf hoher See. Und was macht Wickie? Immer wieder muss er mit seinen schlauen Einfällen und Ideen seine Freunde aus schier ausweglosen Situationen befreien.
Mit von der Partie sind natürlich auch die sich ständig streitenden Tjure (Nic Romm) und Snorre (Christian A. Koch), der in die Jahre gekommene weise Urobe (Olaf Krätke), Gorm (Mike Maas), der ständig entzückt ist, der Barde Ulme (Patrick Reichel) und natürlich der gutmütige, große, starke und dicke Faxe (Jörg Moukaddam). So unterschiedlich die Freunde aus Flake auch sind, eines gilt für alle: Sie halten zusammen, egal, was kommt ... Nur was, wenn der Schreckliche Sven (Günther Kaufmann), der schlimmste Pirat aller Zeiten, auftaucht? Dann erst recht!
Millionen verkaufte Romane, Comic-Hefte und eine 78-teilige Zeichentrickserie machten "Wickie" in den letzten 35 Jahren zur absoluten Kultfigur! Deutschlands erfolgreicher Regisseur Michael Bully Herbig inszenierte mit "Wickie und die starken Männer" einen abenteuerlichen Wikinger-Spaß mit einer starken Besetzung. Als Wickie überzeugt Jonas Hämmerle sowie Waldemar Kobus als Halvar. "Wickie und die starken Männer" wurde in der Kategorie "Film national" mit einem BAMBI ausgezeichnet und erhielt beim Bayerischen Filmpreis im Januar 2010 den Publikumspreis.
In seiner fünften Regiearbeit bringt Michael Bully Herbig einmal mehr einen Helden der eigenen Kindheit auf die Leinwand. Die Realverfilmung zur Trickfilmreihe aus den 70ern hat das Zeug, ein Publikum jenseits der Kinderzielgruppe ins Kino zu locken.
Die Angst vorm Wolf wird schon im Titelsong der Zeichentrickserie besungen und so schickt Bully Herbig seinen "Wickie" gleich zu Beginn des Abenteuers in Isegrimms Höhle. Diese Prüfung absolviert der clevere Knirps erfolgreicher, als es
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einst seinem Papa, dem Wikingerchef Halvar gelang. Dessen Haudrauf-Philosophie, in der ein kluges Köpfchen eine eher nachgeordnete Rolle spielt, kann und will Wickie aber nicht entsprechen. So wird der Vater-Sohn-Konflikt, der in der Trickserie 78 Folgen lang äußerst unterhaltsam funktionierte, von Herbig gleich in den ersten Minuten etabliert. Um den Vater zu läutern und verdientermaßen einen eigenen, echten Wikingerhelm tragen zu dürfen, muss ein gewaltiges Abenteuer bestanden werden und das beginnt mit dem Überfall auf Wickies Dorf Flake. Der Schreckliche Sven, gespielt von einem schrecklich gut aufgelegtem Günther Kaufmann, lässt alle Kinder des Dorfes entführen. Als der Wikingertrupp zur Befreiung aufbricht, ist Wickiemit an Bord, erst blinder Passagier, später dann der Anführer mit dem klugen, spektakulären Plan.
Die Besetzung von "Wickie und die starken Männer" erweist sich als echter Coup, denn Helden und Gegenspieler sorgen allesamt für ein Déjà Vu nach dem anderen: Der kleine Jonas Hämmerle überzeugt genauso als Wickie wie Waldemar Kobus als Halvar und der, wie einige andere durch eine TV-Show gecastete "Faxe" Jörg Moukaddam. Jede Figur erhält dabei ausreichend Gelegenheit, ihre typischen Schrullen aus der Vorlage zu zeigen. Bully Herbig stand alles, was das Regisseurenherz begehrt zur Verfügung - ob segelfähige Drachenschiffe im bayrischen Walchensee und vor der Küste Maltas oder ein ganzes Wikingerdorf als Kulisse. Diesen Luxus in Sachen Ausstattung in großartige Bilder zu übersetzen, gelingt Herbig durchweg und auch in Sachen Timing zeigt er, dass er zu den "starken Männern" des deutschen Kinos gehört. Die Geschichte selbst bleibt meist vorhersehbar, aber das muss mit Blick auf ein junges Publikum auch Teil des Kalküls sein. Figuren und Geschichte sollen ungestört den Spirit der Trickfilme transportieren, daher schultert Herbig die Parodieelemente, die seine Fanbase von ihm erwartet, selbst: Er gibt den Erzähler, einen spanischen Chronisten namens "Congaz", der an Antonio Banderas Rolle im Wikingerepos "Der 13. Krieger" erinnert. Nora Tschirner, Billie Zöckler und Herbert Feuerstein sorgen in Gastauftritten für Extra-Lacher, wohingegen mit Jürgen Vogel und Christoph Maria Herbst in tragenden Rollen Starpower geboten wird.
"Wickie und die starken Männer" ist großes Kino für die ganze Familie, bietet den Jungen ein Abenteuer-Spektakel und den Älteren mit hübschen Filmzitaten (etwa zerfetzte schwarze Segel aus "Fluch der Karibik") garnierte Nostalgie. Auch dank einer Marketing- und PR-Arbeit wie aus dem Lehrbuch wird Herbigs fünfter Streich mit stolz geblähten Segeln im Kinoherbst auf Beutezug gehen. hf.
Kurzansicht
bei Wickie und die starken Männer
| Autoren: | Runer Jonsson |
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| Regie: | Michael Bully Herbig |
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| Darsteller: | Jonas Hämmerle (Wickie) Waldemar Kobus (Halvar) Nic Romm (Tjure) |
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| Anbieter: | HIGHLIGHT |
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| Label: | Constantin |
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| Filmverleih: | Paramount |
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| Land/Jahr: | Deutschland 2010 |
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Michael Bully Herbig machte sich bereits mit seiner Fernsehshow "bullyparade" einen Namen im Comedy-Business. Mit der Komödie "Erkan & Stefan" gelang ihm schließlich der Durchbruch als Filmregisseur auf der Kinoleinwand, den er mit "Der Schuh des Manitu" mühelos toppte. Zusammen mit Alfons Biedermann (bereits Mitarbeiter am Drehbuch) tritt Bully erstmals als Buchautor in Erscheinung.
Kommentar zu: Wickie und die starken Männer (DVD)