Strandkörbe ohne Venedig, m. Audio-CD, Thomas Kunst, Unterhaltungsliteratur
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2009, 160 Seiten, Maße: 14,1 x 20,8 cm, Gebunden, Deutsch
Plöttner

ISBN-10: 3938442727
ISBN-13: 9783938442722

Strandkörbe ohne Venedig, m. Audio-CD

Die Welt des Bengt Claasen ist einfach und überschaubar. Er wohnt in Levenhaug, einer kleinen Gemeinde an der norddeutschen Küste und arbeitet als Außenlektor für einen mittleren Belletristikverlag. Durch eine strenge...  
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Beschreibung

Die Welt des Bengt Claasen ist einfach und überschaubar. Er wohnt in Levenhaug, einer kleinen Gemeinde an der norddeutschen Küste und arbeitet als Außenlektor für einen mittleren Belletristikverlag. Durch eine strenge Einteilung seines Tagesablaufes denkt er, den Süchten des Trinkens und Telefonierens jederzeit entrinnen zu können. An den Wochenenden beobachtet er Lisa Botabi am Strand, die Enkelin seiner Nachbarin. Er ist fasziniert von ihrer französisch anmutenden Schönheit. Innerhalb der Woche betrinkt sich Claasen konsequent ab neunzehn Uhr, wählt x-beliebige Telefonnummern, solange, bis er am anderen Ende Frauenstimmen vernehmen kann und hält den Hörer dann tief in sein Zimmer hinein, dahin, wo seine Musik läuft, die immerwährende Hitparade seiner ewigen Lieblingstitel. Aber er ist gar nicht so sehr an den Reaktionen der Frauen interessiert, sondern eher an der Ausdehnung seines großen, norddeutschen Selbstgespräches. Bengt Claasen gerät zunehmend in die Abhängigkeit seiner Illusionen, die ihm wichtiger und vertrauter werden als jegliche Realität. Eines Tages schickt ihm sein Verleger Gedichte von Yda Scholbing. Schon nach ein paar gelesenen Zeilen weiß Claasen, dass er ihrem poetischen Sprechen hoffnungslos erlegen ist. Die Qualität und völlige Eigenständigkeit dieser Gedichte schockieren ihn und machen ihn sprachlos. Er schreibt ein vernichtendes Gutachten und erkennt erst jetzt, dass seine Zeit in Levenhaug schon lange abgelaufen ist. Wie hatte er sich hier solange über Wasser halten können? Der Soundtrack zum Buch wurde von den Musikprojekten "Mitleid in Toronto" (Thomas Kunst) und "Loggia" (Fabian Schütze und Thomas Kunst) selbst eingespielt.

Klappentext

Die Welt des Bengt Claasen ist einfach und überschaubar. Er wohnt in Levenhaug, einer kleinen Gemeinde an der norddeutschen Küste und arbeitet als Außenlektor für einen mittleren Belletristikverlag. Durch eine strenge Einteilung seines Tagesablaufes denkt er, den Süchten des Trinkens und Telefonierens jederzeit entrinnen zu können. An den Wochenenden beobachtet er Lisa Botabi am Strand, die Enkelin seiner Nachbarin. Er ist fasziniert von ihrer französisch anmutenden Schönheit. Innerhalb der Woche betrinkt sich Claasen konsequent ab neunzehn Uhr, wählt x-beliebige Telefonnummern, solange, bis er am anderen Ende Frauenstimmen vernehmen kann und hält den Hörer dann tief in sein Zimmer hinein, dahin, wo seine Musik läuft, die immerwährende Hitparade seiner ewigen Lieblingstitel. Aber er ist gar nicht so sehr an den Reaktionen der Frauen interessiert, sondern eher an der Ausdehnung seines großen, norddeutschen Selbstgespräches. Bengt Claasen gerät zunehmend in die Abhängigkeit seiner Illusionen, die ihm wichtiger und vertrauter werden als jegliche Realität. Eines Tages schickt ihm sein Verleger Gedichte von Yda Scholbing. Schon nach ein paar gelesenen Zeilen weiß Claasen, dass er ihrem poetischen Sprechen hoffnungslos erlegen ist. Die Qualität und völlige Eigenständigkeit dieser Gedichte schockieren ihn und machen ihn sprachlos. Er schreibt ein vernichtendes Gutachten und erkennt erst jetzt, dass seine Zeit in Levenhaug schon lange abgelaufen ist. Wie hatte er sich hier solange über Wasser halten können? Der Soundtrack zum Buch wurde von den Musikprojekten "Mitleid in Toronto" (Thomas Kunst) und "Loggia" (Fabian Schütze und Thomas Kunst) selbst eingespielt.

Rezension

"Die Welt des Bengt Claasen (...) ist das gnadenlose Scheitern einer romantischen Liebessehnsucht. Intensiver als Thomas Kunst es vermag, kann man es wohl nicht erzählen." (Buchbesprechung von Michael Hametner auf MDR-Figaro)

Leseprobe

Die größten Chancen, eine dieser Frauen etwas länger am Telephon zu halten, rechnete er sich aus, wenn gerade dieser frühvollendete, im Mississippi ertrunkene Sänger und Gitarrist oder diese eine schottische Band aus allen Ecken seines Zimmers über sie hereinbrachen. Er wollte einfach nicht jede sehnsüchtig drängende Zurückhaltung immer nur den Streichern überlassen. Mahler und Barber wären in dieser Beziehung natürlich immer eine sichere Bank gewesen. Hören, abstürzen und vergessen.

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Autoren-Porträt

Thomas Kunst, geboren 1965 in Stralsund, lebt in Leipzig und war 2003 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Er veröffentlicht Gedichte und Romane sowie Hörbücher. 2004 erhielt er in Berlin den F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste für seine sprachkritischen und reflektierenden Werke.

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