Ein Kampf zwischen Gut und Böse
Die junge Nonne Evangeline stößt in der Klosterbibliothek auf die geheime Korrespondenz einer früheren Äbtissin. Dabei entdeckt sie ein uraltes Geheimnis.
Evangelines Neugier ist geweckt und langsam beginnt sie in den geheimen Briefen zu lesen. Je tiefer sie forscht umso unglaublicher erscheint ihr, was sie plötzlich begreift: Seit Jahrtausenden tobt ein geheimnisvoller, unerbittlicher Kampf. Ein Kampf zwischen den Angelologen und den überirdisch schönen Nephilim, bei dem es um nichts weniger geht als die Weltherrschaft! Ehe Evangeline sich versieht, befindet sie sich mitten in diesem Kampf. Und für die junge Nonne beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit.
Der letzte Kampf der Engel hat begonnen
Seit Jahrtausenden wollen sie die Macht über die Welt, und dafür benutzen und töten sie jeden die Nephilim, die Nachkommen jener Engel, die einst gegen Gott rebellierten. Ihr Sieg hängt von dem Besitz eines Musikinstruments ab, einer Leier.
An einem 24. Dezember sind sie ihrem Ziel ganz nahe. Doch ihre Widersacher, die Angelologen, die Anhänger der Boten Gottes, versuchen das Instrument vor ihnen in Sicherheit zu bringen. An ihrer Seite kämpft die junge Nonne Evangeline. Seit jeher trägt sie eine Kette mit einem goldenen Anhänger: einer Leier ...
Angelus von Danielle Trussoni
Teufelsschlund-Höhle,
Rhodopen, Bulgarien
Winter 1943
Die Angelologen untersuchten den Leichnam. Er war unversehrt und nicht verwest, die Haut glatt wie geöltes Pergament. Die leblosen, aquamarinblauen Augen blickten starr zum Himmel. Blonde Locken fielen in die hohe Stirn und über die statuenhaften Schultern wie ein Heiligenschein aus goldenem Haar. Die auf der Brust
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Interview mit Danielle Trussoni
Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Roman und was war der Anstoß für den Roman?
Der Roman begann eigentlich mit der Figur Evangeline, einer Franziskanerin im Orden der Ewigen Anbetung. Um zu verstehen, was es heißt, das Leben einer Nonne zu führen, habe ich meine Recherchen direkt vor Ort in einem Kloster durchgeführt. Ich habe mit den Nonnen dort gesprochen und auch einige Tage dort gelebt, um sie in
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ihrem normalen Tagesablauf beobachten zu können. Eins der täglichen Rituale der Nonnen war die Anbetung – die Nonnen verbringen abwechselnd jede Stunde jedes Tages im Gebet in einer Kapelle vor einem Hostienschrein. Eines Abends saß ich in der Kapelle und beobachtete das Kommen und Gehen der Nonnen bis in die frühen Morgenstunden.
Als ich durch die Flure zu meinem Zimmer zurück ging, stieß ich auf eine Bibliothek. Dort entdeckte ich ein ganzes Regal gefüllt mit Büchern über Engel. Ich begann zu lesen – und am nächsten Morgen hatte ich nicht nur etwas über Evangeline gelernt, sondern wusste ebenfalls, welche Geschichte mein Roman erzählen würde.
Wie sah Ihre Recherche aus?
Die Recherche für den Roman war sehr aufwendig und intensiv. Wie ich bereits erwähnte, suchte ich ein Kloster auf und verbrachte einige Zeit mit den Nonnen dort. Zusätzlich habe ich alles gelesen, was ich über Engel und das offizielle Fach der Engelkunde, ‚Angelologie’ genannt, finden konnte. Ich habe mir ein Exemplar von ‚Das Buch Enoch’ besorgt – und habe es komplett gelesen. Meiner Meinung nach ist dieses Buch entscheidend für das Verständnis vieler Geschichten, die in der Bibel erzählt werden. Nach Lektüre des ‚Buch Enoch’ habe ich Teile der Bibel erneut gelesen.
Haben Sie sich schon immer für biblische Figuren interessiert?
Nein, in der Vergangenheit habe ich mich nie für biblische Figuren interessiert. Ich bin nicht der Typ, der oft in der Bibel liest oder sich über biblische Geschichten viele Gedanken macht. Genaugenommen habe ich, bevor ich mit diesem Roman begann, die Bibel jahrelang nicht in der Hand gehabt. Doch ich war immer schon von der magischen Ausstrahlung der Bibel fasziniert, und davon, wie sie über die Jahrtausende hinweg Gesellschaften geformt hat.
Sind Sie religiös?
Nein, obwohl ich als Kind fünf Jahre auf eine katholische Schule ging. Ich habe einen großen Teil meiner Jugend in Kirchen zugebracht – meistens tagträumend – und habe viele Stunden damit verbracht, während der Messe Heiligenfiguren und Tafelbilder anzustarren. Und ich erinnere mich, dass mich beim Anblick von Engelsfiguren immer ein Gefühl der Erleichterung überkam. Engelsbilder hatten etwas ganz Besonderes für mich – das goldene Licht, das die Engel stets umgibt, steht im krassen Gegenteil zu den düsteren Kreuzigungsbildern. Bereits damals faszinierte mich die Mischung aus konkreter und geistiger Natur der Engel.
Haben Sie ein besonderes Interesse an Engeln?
Nachdem ich diesen Roman geschrieben und viele Jahre mit Recherchen über das Interesse der Menschheit an Engeln zugebracht habe, betrachte und bewerte ich Engel heute differenzierte als früher. Wenn man sich anschaut, wie Engel heutzutage auf Grußkarten dargestellt oder als Kitsch verkauft werden, dann ist es verständlich, dass die Idee von Engelwesen nicht ernst genommen wird. Es gibt jedoch eine lange Historie von wissenschaftlichen Untersuchungen, die sich der Existenz von Engeln widmet. Die Angelologie war einst ein seriöser Bereich der Theologie, der unter anderem von Thomas von Aquin und vom heiligen Augustinus studiert wurde.
Grundsätzlich ist ein Engel ein Wesen, das in der Lage ist, sich zwischen der realen und der spirituellen Welt zu bewegen. Diese Vorstellung finde ich besonders reizvoll.
Was glauben Sie: Warum sind Engel momentan so beliebt?
Nachdem ich so viel für meinen Roman recherchiert habe, bin ich der Überzeugung, dass Engel schon immer sehr beliebt waren. In fast jeder Religion spielen sie auf die eine oder andere Art und Weise eine Rolle. Und auch Künstler haben Engel immer und immer wieder auf Gemälden oder plastisch dargestellt. Es ist offensichtlich, dass Engel von jeher unsere Phantasie angeregt haben.
Hat die Tatsache, dass Sie teilweise auch in Bulgarien leben, ebenfalls einen Einfluss auf Ihren Roman gehabt?
Ja, auf jeden Fall. Ein Teil meines Romans spielt ja auch im Rhodopen-Gebirge – und nachdem ich dort einige Zeit verbracht habe, fiel es mir leichter, meine Ideen zu formulieren. Das ländliche Bulgarien hat so was angenehm Zurückgezogenes und Abgeschiedenes. Und nachdem ich dort gelebt habe, wusste ich ganz genau, dass ich diese einzigartig mysteriöse Stimmung der Berge unbedingt einfangen wollte.
Warum haben Sie sich für die Leier entschieden als das wichtige Musikinstrument im Kampf zwischen den Angelologen und den Nephilim?
Die Leier ist das Instrument von Orpheus. Ich wollte Orpheus und die verschiedenen Geschichten über ihn – vor allem seine Reise in die Unterwelt – unbedingt in meinen Roman einbinden.
Und nun die letzte Frage: Wie wird es mit Ihrer Heldin Evangeline weitergehen?
Evangeline wird vollkommen in die Welt der Engelslehre und der Angelologen eintauchen. Denn sie ist die Nachfahrin einer Familie von praktizierenden Angelologen und wird immer mehr über ihr Erbe und dessen Auswirkungen auf ihre Berufung herausfinden. Ferner wird sie ihre Beziehung mit Verlaine fortsetzen. Ich habe noch einiges an Dramatik für Evangeline in petto.
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Kommentar zu: Angelus