2010, 317 Seiten, Maße: 14,7 x 22 cm, Gebunden, Deutsch
Übersetzung: Ueberle-Pfaff, Maja
Blessing
ISBN-10: 3896673793
ISBN-13: 9783896673794
Das Bildnis der Baronin
Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix de la langue française 2007
Persönliche Empfehlungvon Bettina Zipp, Hugendubel Marienplatz, München"Assouline ist eine feinfühlige Vermischung von Fiktion und Geschichte...
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Persönliche Empfehlung
von Bettina Zipp, Hugendubel Marienplatz, München
"Assouline ist eine feinfühlige Vermischung von Fiktion und Geschichte gelungen."
Ein glänzender literarischer Grenzgang zwischen romanhafter Fantasie und historischen Fakten. Im Herbst 1886 finden sich drei Rothschild-Brüder mit ihrer Schwester und einem Notar in einem Palais in Paris zusammen. Hier wird das Testament verlesen, in dem ihre vor einer Woche verstorbene Mutter genauestens festgelegt hat, wer was erbt, vom Jagdschloss über das Weingut bis zum Silberbesteck. Auf Wunsch der Geschwister findet das Zeremoniell in Gegenwart des Porträts statt, das der berühmte Ingres vor vierzig Jahren von ihrer Mutter gemalt hat und das Betty Rothschild als 40-Jährige zeigt. Was niemand - außer einem Bediensteten - ahnt: Bettys Geist, ihr Wesen, ihre Beobachtungskraft sind in das farbenprächtige Porträt übergegangen. Die Baronin ist tot, aber als Bild lebt sie weiter, hört und sieht alles, was rund um sie geschieht. Betty Rothschild hatte noch die Armut des Judenghettos in Frankfurt, die Vorurteile in Wien durchlitten, bevor sie in Paris an der Seite des reichsten Bankiers zu einer Mäzenatin wurde. Sie knüpfte Freundschaften mit dem selbstironischen Rossini, dem undankbaren Balzac und dem hochsensiblen Chopin. Zu Heinrich Heine war ihr Verhältnis so eng, dass ihr eine Affäre mit dem ewig klammen deutschen Dichter nachgesagt wurde. Kein Wunder, denn Bettys Ehe wurde nicht im Namen der Liebe, sondern der Geldvermehrung geschlossen. Pierre Assouline erzählt feinfühlig das Leben dieser Frau voller Widersprüche und entfaltet zugleich das Porträt einer jüdischen Familie, die in alle großen Ereignisse und Umwälzungen ihrer Epoche verstrickt war: von der Julirevolution über den Bau der Eisenbahn bis zu Frankreichs Besetzung durch Bismarck.

Ein glänzender literarischer Grenzgang zwischen romanhafter Fantasie und historischen Fakten
Im Herbst 1886 finden sich drei Rothschild-Brüder mit ihrer Schwester und einem Notar in einem Palais in Paris zusammen. Hier wird das Testament verlesen, in dem ihre vor einer Woche verstorbene Mutter genauestens festgelegt hat, wer was erbt, vom Jagdschloss über das Weingut bis zum Silberbesteck. Auf Wunsch der Geschwister findet das Zeremoniell in Gegenwart des Porträts statt, das der berühmte Ingres vor vierzig Jahren von ihrer Mutter gemalt hat und das Betty Rothschild als 40-Jährige zeigt. Was niemand außer einem Bediensteten ahnt: Bettys Geist, ihr Wesen, ihre Beobachtungskraft sind in das farbenprächtige Porträt übergegangen. Die Baronin ist tot, aber als Bild lebt sie weiter, hört und sieht alles, was rund um sie geschieht.
Betty Rothschild hatte noch die Armut des Judenghettos in Frankfurt, die Vorurteile in Wien durchlitten, bevor sie in Paris an der Seite des reichsten Bankiers zu einer Mäzenatin wurde. Sie knüpfte Freundschaften mit dem selbstironischen Rossini, dem undankbaren Balzac und dem hochsensiblen Chopin. Zu Heinrich Heine war ihr Verhältnis so eng, dass ihr eine Affäre mit dem ewig klammen deutschen Dichter nachgesagt wurde. Kein Wunder, denn Bettys Ehe wurde nicht im Namen der Liebe, sondern der Geldvermehrung geschlossen.
Pierre Assouline erzählt feinfühlig das Leben dieser Frau voller Widersprüche und entfaltet zugleich das Porträt einer jüdischen Familie, die in alle großen Ereignisse und Umwälzungen ihrer Epoche verstrickt war: von der Julirevolution über den Bau der Eisenbahn bis zu Frankreichs Besetzung durch Bismarck.
"Die Grenzen zwischen Fiktion und Historie vermischt gekonnt der Journalist Pierre Assouline, der intensiv über die Rothschild-Dynastie recherchiert hat. Feinfühlig und mit enormer erzählerischer Kraft entfaltet Assouline in Das Bildnis der Baronin das Porträt einer jüdischen Familie, die in alle großen Ereignisse ihrer Epoche verstrickt war ..."
Nichts tröstet, weil nichts ein Leben ersetzen kann. Selbst erzwungene Abschiede werden als Verlassenwerden erlebt. Dennoch quälen mich keine Schuldgefühle im Augenblick meines Todes. Trotz des Aufruhrs um mich herum bin ich friedlich und heiter gestimmt. Hinter den mühsam unterdrückten Tränen und dem immer noch zu lauten Geflüster erahne ich die tiefe Niedergeschlagenheit meiner Kinder und das stumme Unglück ihrer Kinder. Sie waren der einzige Grund für das letzte Aufflackern meiner Besorgnis.
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Pierre Assouline wurde 1953 in Casablanca geboren. Er entstammt einer sephardischen Familie, sein Vater kämpfte in der Resistance. Assouline ist Redaktionschef der Zeitschrift "Lire". Er schrieb Biographien, z. B. über Georges Simenon, Jean Jardin, Herge, Gaston Gallimard, Daniel-Henry Kahnweiler, und Dokumentationen z. B. über Lourdes und "Le dernier des Camondo" über eine legendäre sephardische Bankiersdynastie. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. "In meinen Augen ist das
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Leben nicht schwarz-weiß", sagt Pierre Assouline. "Es ist grau. Was mich interessiert, sind die Menschen und ihre geheimen Schubladen."Maja Ueberle-Pfaff, geboren 1954 in Karlsruhe, Studium der Anglistik und Geschichte, Übersetzerin und Autorin, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Nähe von Freiburg/Br.
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Interview mit Pierre Assouline
Warum spielt das berühmte Rothschild-Bild von Ingres in Ihrem Roman eine so große Rolle?
Pierre Assouline: Ich habe auch früher schon über Bilder und Malerei geschrieben. Was Frauenporträts betrifft, ist Ingres im 19. Jahrhundert der bedeutendste Künstler. Ich schaute mir seine Bilder immer wieder an, war gefangen von den Gesichtern. Bei einem Bild fühlte ich mich von der dargestellten
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Frau auf verstörende Weise gemustert. Ich schaute auf die Bildlegende: Es war das Porträt der Baronin Rothschild. Irgendein Schurke hatte neben dem Namen Rothschild einen Davidstern und ein Hakenkreuz aufgemalt. Spätestens da bekam das Bild für mich eine eigene Geschichte.
War Ihre Begegnung mit diesem Bild reiner Zufall?
Pierre Assouline: Seit einigen Jahren schon hatte ich Lust, über die Rothschilds zu schreiben. Aber Élie de Rothschild, den ich gut kannte, redete mir das Projekt aus: fünf Familienzweige, zwei Jahrhunderte. Man bräuchte 3000 Seiten, um das Auf und Ab dieser Dynastie zu erzählen. Außerdem würde die Hälfte des Buches von etwas handeln, was mich nur mäßig interessierte: dem Bankwesen. Ich ließ mich also von dieser Idee abbringen. Dann sah ich das Bild, und plötzlich eröffnete sich mir ein neuer, romanhafter Zugang zu diesem Sujet.
Sie scheinen dieses Bild ganz intim zu kennen ...
Pierre Assouline: Als 2006 die große Ingres-Ausstellung im Louvre stattfand, wartete ich am Ende, bis das Bild von Betty von der Wand abgenommen wurde, und ließ mich damit in einem Koffer einsperren. Ich wollte ihr nahe sein, konnte ihre Haarsträhnen fühlen.
Und was sagte Élie de Rothschild, als Sie sich nun von Neuem auf dieses Sujet stürzten?
Pierre Assouline: Leider war er inzwischen gestorben. Ich sprach mit Nathalie Rheims, einer Verwandten des Baron Guy de Rothschild, bei dem sie mich einführte. Er war von meinen bisherigen Romanen und Biografien angetan und gewährte mir Zugang zu den Archiven der Familie Rothschild in London.
Haben Sie dort viel Interessantes entdeckt?
Pierre Assouline: Ich fand dort die Wahrheit. Die Rothschilds, hatte mir einst Élie gesagt, sind eine Legende, die Wirklichkeit ist eine ganz andere. Hier in den Briefen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, fand ich sie. Unter anderem bin ich auch auf das Testament von Betty de Rothschild gestoßen.
Warum erzählen Sie diese Familiengeschichte aus Bettys Sicht? Ist sie dafür besser geeignet als die Bankiers, die Männer?
Pierre Assouline: Anfangs war es nur eine Intuition. Je tiefer ich mich in die Familiengeschichte eingrub, desto deutlicher wurde mir, dass Betty de Rothschild die eigentliche Gründerin der Haltung, des Geistes der Rothschilds war, die übrigens bis heute fortwirken. Nicht umsonst ist ihr Porträt der Familie heilig. Es wird von Generation zu Generation weitergereicht und hat immer eine zentrale Stellung inne.
Verglichen mit Betty war ihr Ehemann James de Rotschild ziemlich ungeschliffen, oder?
Pierre Assouline: Nur weil er Betty geheiratet hat, öffneten sich ihm alle Tore im vornehmen Saint-Germain-Viertel. Durch sie wurde James' Stadtpalast der Ort, wo man unbedingt eingeladen werden musste. Außerdem wurde Betty auch noch von der Frau des
Herrschers protegiert.
Aus dem Interview von Barbara Lambert
mit Pierre Assouline, in »Point de Vue«,
5. September 2007
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Betty de Rothschild, die noch Armut und Vorurteile erlebt hat, in Frankfurt, in Wien, ist jetzt die Ehefrau des reichsten Bankiers und wird zur Mäzenin. Balzac, Chopin, Heinrich Heine Rossini gehören zu ihrem Kreis.
Das ist ausgezeichnet geschrieben und man lernt auf eine sehr unterhaltende Weise etwas über die Geschichte des 19. Jahrhunderts.
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