In Zeiten des abnehmenden Lichts
Preisträger des Deutschen Buchpreises 2011
Der Deutsche Buchpreis ging dieses Jahr an Eugen Ruges "lebensklugen Roman".
DIE ZEIT
Ein großer Familienroman, aber auch ein Deutschlandroman, der ein halbes Jahrhundert deutsche Geschichte...
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Der Deutsche Buchpreis ging dieses Jahr an Eugen Ruges "lebensklugen Roman".
DIE ZEIT
Ein großer Familienroman, aber auch ein Deutschlandroman, der ein halbes Jahrhundert deutsche Geschichte erzählt. Von den 1950er Jahren über die Wendezeit bis hinein ins neue Jahrtausend. Im Mittelpunkt stehen drei Generationen einer Familie: Die Großeltern, die noch überzeugte Kommunisten waren und aus dem mexikanischen Exil in die junge DDR heimkehren. Ihr Sohn, der nach Moskau emigiriert ist, Jahre später mit einer russischen Frau zurückkommt und noch glaubt, dass er politisch etwas verändern kann. Und der Enkel, dem die DDR bald zu eng wird und der in den Westen geht - und damit die politischen Ideale der Familie in den Schatten stellt, sozusagen ins abnehmende Licht.
Spiegel Bestseller Platz 1 (43/2011)!
"Überragend."
FAZ
"Günter Grass ging beim gespannten Zuhören die Pfeife aus." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
2001
Zwei Tage lang hatte er wie tot auf seinem Büffelledersofa gelegen. Dann stand er auf, duschte ausgiebig, um auch den letzten Partikel Krankenhausluft von sich abzuwaschen, und fuhr nach Neuendorf.
Er fuhr die A 115, wie immer. Schaute hinaus in die Welt. Prüfte, ob sie sich verändert hatte. Und - hatte sie? Die Autos kamen ihm sauberer vor. Sauberer? Irgendwie bunter. Idiotischer.
Der Himmel war blau,
...
Was für ein Debüt! Im September 2011 erschien Eugen Ruges erster Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts" bei Rowohlt. Im Oktober bekam er dafür den Deutschen Buchpreis 2011 - mit 57 Jahren. Ja, Eugen Ruge hat lange gewartet mit dem Schreiben dieser ostdeutschen Familiengeschichte über vier Generationen hinweg. Doch das Schreiben begleitete ihn schon lange, auch wenn der studierte Mathematiker jahrelang am Zentralinstitut für Physik der Erde der Humboldt Universität
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gearbeitet hat. Als er 1988 vom Osten in den Westen flieht, will er sich bald nur noch dem Schreiben widmen, verfasst Theaterstücke, schreibt für den Rundfunk und arbeitet als Übersetzer. Eugen Ruges Vater, Wolfgang Ruge, war ein bekannter linker Historiker. Dass Eugen Ruge 1954 im Nordural geboren wurde lag daran, dass Wolfgang Ruge auf Befehl der sowjetischen Führung in das Lager 239 (Nordural) deportiert wurde. Erst 1958 kehrte die Familie zurück nach Ost-Berlin. Vielleicht ist es so, dass Eugen Ruge dieses Buch erst nach dem Tod seines Vaters 2006 schreiben konnte. Er vermutet es jedenfalls - denn auch wenn es kein autobiografisches Buch ist, in dem Roman gibt es viele Parallelen zur Familiengeschichte der Ruges. Und sicher hat auch die Diagnose einer Krankheit bei ihm ausgelöst, Dinge anzugehen, anzupacken. Eugen Ruge ist vierfacher Vater, lebt in Berlin und auf Rügen und nimmt mit sympathischer Gelassenheit den neuen Rummel um seine Person wahr. Für das Preisgeld überlegt die Familie, sich vielleicht eine Wohnung zu kaufen. Was für ihn wichtig ist? Nun, die Diagnose „Krebs" hat sich nicht bewahrheitet. Eugen Ruge ist gesund und das ist natürlich wunderbar. Schon 2009 konnte er mit dem Alfred-Döblin-Preisgeld für das Prosamanuskript seines Romans das Familienhäuschen auf Rügen vor dem Verkauf retten und was das Schreiben angeht, da sagte Eugen Ruge in einem Gespräch mit dem „Spiegel": „Wenn man in meinem Roman durch die Maske hindurch die Menschen sieht, wäre mein Ziel erreicht."
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Hugendubel München, 17.08.2011
Außerordentlich gut und lesbar geschrieben ist "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge lehrreich und vergnüglich zugleich. Eine echte literarische Entdeckung!
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Sprachlich gewand und schnell lesbar von Eugen Ruge geschrieben. Leider fehlt es etwas an der Beschreibung des alltäglichem Lebens. Die hohen Erwartungen wurden nur zum Teil erfüllt.
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