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02.08.2010 - sommerlügen
Kategorie: Erzählungen

summerlies

 

warum lügen wir manchmal oder immer wieder? aus schutz, aus gewohnheit, weil wir uns was vormachen? die protagonisten in den neuen erzählungen von bernhard schlink haben was gemeinsam, sie verbergen so einiges.
.
sieben kurzgeschichten aus verschiedenen lebensabschnitten und sehr unterschiedlich und doch so gleich.
.
„Wenn du der Wahrheit begegnest und sie quälend findest, ist nicht sie es, die dich quält, sondern das, wovon sie die Wahrheit ist. Und immer macht sie dich frei.“.
.
sie sitzt da am tisch mit einem glas wein, er sieht ihr zu. sie hatten gesucht und sich gefunden. kann er das 'jetzt' verlassen? … wieso sagt ein liebhaber seiner geliebten nicht die wahrheit. wie lange soll es so weiter gehen? … er hat sie alle um sich versammelt für diesen sommer , es ist sein letzter. das fläschchen ist gut versteckt und er wählt den richtigen zeitpunkt, oder? … im flugzeug hört ein passagier die lebensbeichte des nachbarn. alles lügen oder nicht? … was will der sohn mit seinem vater auf rügen? welches geheimnis seines vaters sucht er? … sie feiern heute ihren 80. geburtstag. aber keiner von der familie weiß, dass sie ihren geruchssinn verloren hat. vorrübergehend oder hat es mit ihrer vergangenheit zu tun …
.
dieser satz paßt genau: „Auch in diesen Kurzgeschichten ist es wieder die unglaublich klare und melancholische Erzählweise Schlinks, die den Leser so sehr berührt. „!!!!

Bernhard Schlink - Sommerlügen
Verfasst von asitaKommentare lesen (1)
02.08.2010 um 10:46 UhrKommentar schreiben
 
13.06.2009 - Frode Grytten und Edward Hopper
Kategorie: Erzählungen

Liebesgeschichten zu Bildern

 

Dies sind 10 Geschichten zu 10 Bildern von Edward Hopper (1882-1967). Den Maler kennt jeder, bzw. seine Bilder. Frode Grytten (geb.1960) ist ein Norweger, der wunderbare Geschichten schreibt.
Hier hat er sich beim Betrachten der Hopper-Bilder inspirieren lassen, manchmal von den Figuren, manchmal vom Titel und manchmal einfach nur von der Stimmung, der Farben. So, wie man eben vor schönen Dingen oder Menschen steht und einem plötzlich Phantastisches einfällt, man tagträumt und sich fallen lässt.

Den Anfang einer Geschichte bildet immer das Bild Hoppers, in Farbe und mit Titel. Auf der Rückseite kann man alle wichtigen Daten zu den Gemälden finden. Dann beginnt die Erzählung ...
Gryttens Figuren sind Suchende, Verlorengegangene, Gefundene ... Ehemänner und Ehefrauen, Freunde und Geliebte. Mit gestochen scharfen Blick findet er immer zum Wesentlichen. Und man vergißt nie das Bild, mit dem alles begann.

Für mich die vollkommenste Geschichte ist die zum vielleicht schlichtesten Bild: Einfahrt in die Stadt.

>...Nach einer Weile fragte er: Wie lange dauert es, bis man den Geruch eines Menschen vergißt, den man geliebt hat?
Keine Ahnung, sagte sie. Ich weiß es nicht. ...<

Ein wertvolles Buch für Geschenksuchende, für Edward Hopper-Liebhaber, für Liebende, für Trauernde, für Abwartende, für Zerrissene, für Überhebliche, für sich Trennende. Für Freunde.

Frode Grytten - Eine Frau in der Sonne
Verfasst von Dana BöglKommentare lesen (14)
13.06.2009 um 07:43 UhrKommentar schreiben
 
27.03.2009 - Kurt Vonnegut
Kategorie: Erzählungen

„Aber es gibt solche Sachen. Muß es geben“

 

Kurt Vonnegut – er ist einer von denen, die völlig spalten, entweder man mag ihn nicht, gar nicht!, oder man will alles lesen, muß alles lesen, oder man kennt ihn nicht – was ein arger Mangel sein kann, auch wenn man nichts davon weiß.
Jetzt also bisher unübersetzte „Schöne Geschichten“ (Harry Rowohlt ist der Übersetzer) – die Themen sind für Vonnegut-Leser nicht ganz ungewöhnlich: Die Bombardierung Dresdens, die er als Kriegsgefangener erlebte, ist ein wiederkehrendes Thema, sein bekanntestes Buch „Schlachthof 5“ beschäftigt sich damit, aber das läßt ihn nie los. Er ist bissig – was eine Folge der Tatsache ist, daß Vonnegut das Denken nicht lassen will – was bleibt ihm dann anderes übrig als manchmal zu beißen.
Science Fiction-artiges taucht immer auf, viele Geschichten sind ein klein wenig neben der bekannten Realität, man könnts manchmal für erfunden halten, aber stimmt nicht, er liefert die Erklärung selbst und die ist gleichzeitig eine Erklärung, die beinahe für sein gesamtes Werk gilt und vielleicht sogar für allerhand anderes auch:

„Aber es gibt solche Sachen. Muß es geben“

Kurt Vonnegut - Der taubenblaue Drache
Verfasst von SV
27.03.2009 um 12:08 UhrKommentar schreiben
 
26.03.2009 - Paris, Joyce, Paris
Kategorie: Erzählungen

In deiner Nähe gehts mir so gut

 

... mein Freund ! Ich genieße jeden Blick, jedes Lächeln und deinen
Gang, mein Freund !

Djuna Barnes Ernest Hemingway Henry Miller Anais Nin
Arthur Rimbaud Gertrude Stein Oscar Wilde Jim Morrison
u.v.a.
"..... Jahrelang träumt unsereiner von Paris ... Kein Mensch untersteht sich, eine feste Ansicht von Leben, Liebe oder Literatur zu hegen, ehe er in Paris gewesen ist, denn stets hat er unmittelbar neben sich jemanden, der ihm zuraunt:> Haben Sie den Louvre besucht? Haben Sie auf Giotto angesprochen? Haben Sie Ihre Hand über die Möbel des 15.Jahrhunderts gleiten lassen? Die Stelle gesehen, an der Marie Antoinette ungeheuer hochmütig wurde? Nicht? Nun, mein lieber Freund , dann halten Sie sich zurück.<..."
Paris ist wunderschön. Paris duftet, die Frauen rauben einem den Atem, die Männer bezirzen einen mit Chic oder einem entwaffnenden Lächeln, Paris hat Sonne und Flair , die Zeit steht still in Paris , die Kinder sind chic in Paris , die Kellner sind nett in Paris , In Paris ist der Wein vorzüglich, das Grün der Ampel ist strahlend limmettig, entspannte Menschen die sonntags mit frischem Baguette unterm Arm stilsicher durch die geschichtsträchtigen Straßen schlendern, .... Man saugt Kunst und Lebensfreude auf, fängt plötzlich an auf Französisch Konversation zu betreiben ... Paris macht atemlos und an jeder Ecke dieser Stadt ist das Flair der reichen, rauschenden 20er Jahre zu greifen, und wenn man genau hinhört, kann man sogar den Gesprächen der Intellektuellen und Künstler, der Clochards und der Adligen in den Cafes und Bars lauschen, ... sonnenbebrillt, mit der Zigarette in der einen und dem Kaffee oder dem Wein in der anderen Hand .... Es hat sich nichts verändert. Und Paris ist freundlich, angenehm arrogant und imposant, gewaltig minimalistisch und architektonisch so wertvoll ....

Ich hör jetzt auf. ( Tu du das bitte nie, mein Freund !)

Djuna Barnes - Paris, Joyce, Paris
Verfasst von Dana Bögl
26.03.2009 um 12:19 UhrKommentar schreiben
 
26.02.2009 - Junger Mann aus reichem Haus
Kategorie: Erzählungen

Hast unseren Tanz beendet

 

... mein Freund .Und mein Herz mitgenommen.

Über F.Scott Fitzgerald und meine Sympathie für seine Werke habe ich ja schon mal ausführlich geschrieben...
Im Moment in (fast) aller Munde ist Fitzgerald wegen Benjamin Button . Hier sind drei Erzählungen, die 1925/26 entstanden, als Fitzgerald in Frankreich lebte:
Junger Mann aus reichem Haus/ Die Hochzeitsparty / Die letzte Schöne des Südens
Und das Cover sollte man wieder nicht ausser Acht lassen (George Barbier). Es ist wunderschön und so passend!
Man erkennt auf jeder Seite autobiographische Züge von Fitzgerald-
in jedem Akteur steckt ein wenig Francis Scott und jeder Akteurin ein wenig Zelda . Es ist schon fast amüsant ,zu lesen, wie er die Verarbeitung seines eigenen Lebens stets so zwanghaft in einen Bezug mit seinen Figuren bringt. Fitzgerald kann nicht anders.
Auch ein Talent von ihm: mit einem Satz werden Situationen ad hoc gewendet; der Leser hält für den Moment überrascht oder gar geschockt inne.
Es macht Spaß, Fitzgerald zu lesen.Wenngleich man die Leichtigkeit seines Stils im Vergleich mit Gatsby u.a. etwas vermißt.
Aber das New York der 20er ist fast greifbar und die erhitzten Gemüter der Handelnden, Liebenden, Streitenden, Trinkenden in diesen Erzählungen sind unterhaltsam zu beobachten.
Schön.

F. Scott Fitzgerald - Junger Mann aus reichem Haus
Verfasst von Dana BöglKommentare lesen (2)
26.02.2009 um 11:40 UhrKommentar schreiben
 
09.02.2009 - C. Meyer, Die Nacht, die Lichter
Kategorie: Erzählungen

I'm a loser, baby ...

 

Ein ganzes Buch nur über die Verlierer der Gesellschaft. Solche, die sich selbst abgeschossen haben, und solche, die nichts für ihre Situation können, oder nur ein bisschen. Solche, die versuchen, da rauszukommen, egal wie, und solche, die die Flucht in die andere Richtung antreten. Ein paar könnten es sogar schaffen, sich an den eigenen Haaren aus diesem Sumpf zu ziehen, aber sicher ist es nie …
Ist es nicht furchtbar, 260 Seiten lang nur über solche Menschen lesen zu müssen, ist es nicht völlig deprimierend?
Ich jedenfalls verließ das Buch nicht deprimiert, eher auf eine gewisse Weise berührt. Nicht mitleidig, aber in vielen Fällen mitfühlend lässt einen Clemens Meyer mit seinen Geschichten in dem Band Die Nacht, die Lichter zurück; Geschichten, die zwar nicht alle gleich gut sind, aber es finden sich doch ein paar Perlen darin. Der Arbeitslose, der alles versucht, um seinem geliebten Hund eine dringend notwendige Operation finanzieren zu können. Der Boxer, dessen ganzes Leben ein Kampf ist und der dennoch nie aufgibt. Der alte Mann, der sein aussterbendes Dorf auf seine Weise verlässt, ruhig und nach Plan. Das alles in einer schnörkellosen, unprätentiösen Sprache, mit der er Bilder malt, die immer wieder auch das schaffen, was der Titel andeutet: Sie bringen die Dunkelheit auf eine ganz eigene Weise zum Leuchten. Und vieles wird klar, ohne dass es ausgesprochen werden müsste.
„Er läuft um sein Haus herum. Er hört Kurt bellen. Die Pistole schlägt gegen sein Bein, und er bleibt stehen und hält sich am Gartenzaun fest. So steht er eine Weile und wartet, bis Kurt aufgehört hat zu bellen. Eine Biene sitzt auf seinem Hemd, und er streift sie ab und geht zum Tor.“
So endet das Buch. Und nach der Lektüre fühlt man sich wie nach einer langen Nacht mit Billard, Gin Tonic und Tom Waits in einer verrauchten Kneipe, auf dem Heimweg durch ein neblig-kaltes Morgengrauen.

Clemens Meyer - Die Nacht, die Lichter
Verfasst von Ann Catrin Apstein-Müller
09.02.2009 um 22:00 UhrKommentar schreiben
 
03.12.2008 - Geschichten von Liebe und Leidensch
Kategorie: Erzählungen

In Traurigkeit und mit Zärtlichkeit

 

..... für meinen Freund


D.H.Lawrence ist ein Meister der Schilderung von den Irrungen und Wirrungen im Gefühlsleben eines Menschen. " Verliebt" in dieser kleinen Geschenkausgabe ist was Hübsches für zwischendurch.
Rastlos, sinnlich, erregend und gewitzt ... So, wie das Leben halt ist ...

David H. Lawrence - Verliebt
Verfasst von Dana Bögl
03.12.2008 um 15:37 UhrKommentar schreiben
 
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