“Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ ist ein großartiger Beginn einer Kinderbuch-Serie, die das Zeug zum Potter-Nachfolger hat. Liebevoll gestaltete Figuren, detailfreudige Szenarien, Charaktere, die sich weiterentwickeln, Wortwitz, Tempo und Spannung.
Kein All-Age-Gedöns, mit dem dann weder die Kinder noch die Erwachsenen glücklich sind, sondern ein echtes Kinderbuch. Hier sind die Kinder wirklich noch Kinder. Aus ihrer Sicht leben die Erwachsenen in einer seltsamen Parallelwelt und brauchen Hilfe.
Und damit liegen Oksa und ihr Freund sehr, sehr richtig. Denn nur sie können die wundersame Welt, aus der sie eigentlich stammen, retten. Naja, ein bisschen was müssen die Erwachsenen natürlich auch beisteuern.
Im August erscheint der zweite Teil “Oksa Pollock – Die Entschwundenen“
Buddha / Siddharta Gautama / Wolfgang Kraus – Worte der Vollendung
erschienen in der Kleinen Diogenes Bibliothek der Weisheit
Siddharta Gautama (“der sein Ziel erreicht”) wurde um 500 v. u. Z. in Lumbini/Katmandu, das in der Nähe von Tibet liegt, geboren. Er wuchs in einer reichen Familie auf und bekam dabei alles, was er wollte. Dann begegnete er jedoch “einem Greis, einem Kranken, einem verwesenden Leichnam, einem Asketen und fühlte ihnen an das Leid der Welt.” (s. 7) Daraufhin verließ Siddharta seine Familie und lebte 7 Jahre in Askese und Einsamkeit, bis “ihn die Erleuchtung zu Teil wurde” (s. 8). Seitdem lehrte er den Dharma (die Lehre) und hieß Buddha (“der Erwachte”).
Der Buddhismus beschreibt das Leben als ständiges Leiden. Erst im Nirwana sei man frei davon.
Warum alles Leiden sei und wie Buddha argumentiert hat, lernt man im zweiten Teil dieses Buchs. Der Herausgeber Wolfgang Kraus hat das umfangreiche Original-Buch mit seinen zahlreichen Wiederholungen so gekürzt, um einen angemessenen Eindruck der Lehre darzustellen. Er hat die Geschichten und Dialoge mit Überschriften betitelt, die zu einem guten Überblick führen und einem helfen, die einzelnen Aussagen Buddhas voneinandern abzugrenzen. Dadurch sind sie leichter verständlich und besser zu merken.
1919 ist die „Menschheitsdämmerung“ zum ersten Mal erschienen, mit dem Untertitel: Ein Dokument des Expressionismus“
Noch immer ist dies Anthologie lieferbar, hat viele Auflagen erlebt, Kurt Pinthus hat, 40 Jahre nach dem Erscheinen, ein neues Vorwort dazugestellt, es gibt sehr ausführlich Bio-Bibliographien, man kann es ohne Problem als ausgezeichnetes Arbeitsmittel nutzen.
Aber noch viel mehr als Lesebuch, in dem man Gedichte findet, die frisch, neu, zeitgenössisch klingen.
Alles ändern, umdeuten, aufbrechen wollten die Expressionisten in ihrer kurzen Hoch-Zeit, und so vieles davon ist uns geblieben, wird ähnlich noch immer genutzt – eine Freude da auf Entdeckungsreise zu gehen und ein Beweis dafür, dass Lyrik dauerhaft ist, dass sie immer wieder gelesen, gebraucht wird, ganz sicher auch außerhalb der Schule weil, wer kann das lesen und ungerührt bleiben:
Kleine Aster
“Ich will wie meine Katze riechen” von Julius Fischer ist meine Entdeckung der Leipziger Buchmesse 2011.
Ernst Jandl - “fünfter sein”, eines seiner berühmtesten Gedichte.
Ich weiß noch gut, es ist sehr lange her, wie ich ihn gehört hab, im Radio, mit einem Geiger: Gedichte vorlesen, Geräusche machen, aus Stimme und Wort alles herausholen was möglich ist, begleitet von einem Geiger, der sich auch alle Mühe gegeben hat.
Tatsächlich war das ein großer Moment der Erkenntnis für mich, der noch immer nachwirkt, vielleicht auf eine Kurzform gebracht so:
‘es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, schau mal, sicher findest noch ein paar’.
Hier hat Norman Junge Bilder gefunden, die das Gedicht großartig illustrieren, die die Wartesituation völlig deutlich machen, die Kinder trösten, und, weil ich ja kein Kind bin, auch bei Erwachsenen wirken – weiß ich.
tür auf
einer raus
einer rein
vierter sein
tür auf
einer raus
einer rein
dritter sein
tür auf
einer raus
einer rein
zweiter sein
tür auf
einer raus
einer rein
nächster sein
tür auf
einer raus
selber rein
tagherrdoktor
Charles Bukowski – Hot Water Music
Einmal mehr der letzte Hinterhof.
Die dreckigste Baracke,
am Ende der Straße.
Die mieseste Hütte,
in der die Ratten
die Wände hochlaufen.
Willkommen in der schönsten aller Welten. Willkommen in der Welt von…Henry und Hank. Meg & Mel, Louie & Louise und all den anderen, deren fiktiv famose Knochen längst den Radieschen als Dünger dienen.
Bedeutungslose Kreaturen, Tagelöhner, Prostituierte, allesamt Säufer und keinen Fetzen besser als die Pfütze Dreck auf der Straße.
Ein Tag im Leben dieser von Gott und der ganzen Welt vergessenen Kreaturen täte so ziemlich jedem gut. Würde wohl von der unablässigen Unzufriedenheit kurieren, die im heutigen Überfluss unverzichtbar ist… sind doch die Schuhe längst nicht der letzte Schrei, die Milch hat nur 1,5 % Fettanteil, die Banane ist schon ein bisschen braun und eigentlich reichen 50.000 EUR unmöglich zu leben, wenn man nicht leben will wie ein Hund.
“NICHTS was im Leben wichtig ist” von Janne Teller wurde zunächst in dänischen Schulen verboten. Das Buch wurde jedoch als internationaler Beststeller mit zwei renommierten Preisen ausgezeichnet und ist dieses Jahr von der Jugenjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
Die Geschichte beginnt recht gewöhnlich, aber allmählich wird sie immer ergreifender. Nur allmählich merkt man als Leser die Abgründe, in die die Jugendlichen stampfen.
Pierre Anthon verlässt plötzlich den Klassenraum mit der Erklärung, dass nichts von Bedeutung sei und verschanzt sich auf einen Pflaumenbaum. Seine Mitschüler fühlen sich unbehaglich und wollen ihm beweisen, dass er Unrecht hat: Vieles ist voller Bedeutung – auch sie selber, sobald nach der Schule was aus ihnen wird. Sie sammeln alte Fotos, Puppen, Tagebücher, Lieblingsschuhe und stapeln sich in einem alten Sägewerk den “Berg von Bedeutung“. Jeder der Siebtklässler soll nach der Reihe das von sich abgeben, was ihm am wichtigsten ist und darf dann vom nächsten einfordern, was dem am meisten bedeutet. Doch das Ganze eskaliert: Die Abgabe der Sache frustriert die Schüler so, dass sie vergeltungsartig vom Nächsten ein noch mehr verletztendes Opfer verlangen. Die beste Freundin der Ich-Erzählerin muss an ihre Haare glauben, sie graben einen Sarg aus und stehlen ein wertvollen Kreuz aus der Kirche. Spätestens als Jan-Johan Sofia etwa ihre Unschuld nimmt, bemerkt der Leser das Ausmaß der Eskalation. Aufhören kann niemand, einerseits um die Gruppe nicht zu verraten, und andererseits um vor Pierre Anthon nicht zugeben zu müssen, dass nichts eine Bedeutung hat.
Der Klassiker jetzt auch als Graphic Novel!
Wer kennt sie nicht? Die Geschichte vom letzten Einhorn.. Peter S. Beagle hat mit diesem Roman vor 45 Jahren einen Welterfolg hingelegt. Auch die Zeichentrick-Verfilmung von 1982 war und ist nicht minder erfolgreich. Mal schauen welche Preise der Comic einheimsen wird.
Jeder hat eine gewisse Vorstellung davon, welch wunderschöne Geschöpfe Einhörner sind. Wo sie wandeln herrscht immer Frühling und in ihren Augen sieht man grünes Laub, Bäume, Bäche und die Bewohner des Waldes.
Renae de Liz bringt diese Anmut zeichnerisch genau auf den Punkt! Ihren Bildern haftet ein leichtes Schimmern an – mit fast schon sanftem Strich und ausdrucksstarken Farben. Die Story bringt sowieso schon eine Vielfältigkeit mit, die man sich bei vielen Romanen wünschen würde: die Wunder der Magie, die Macht der Liebe und die Tragik des Verlusts, mitreissende Spannung, Freundschaft - die beeindruckende visuelle Darstellung des Ganzen untermalt diese emotionale Tiefe und lädt ein zum Verweilen.
..fast schon magisch..
Haruki Murakami – einer der weltbesten Autoren und sechs seiner Werke
Sympathische Single-Männer im mittleren Alter, die einfach, aber gut, kochen können, die mit der Liebe nicht ganz im Klaren sind und denen ungewöhliche Dinge passieren. Sie haben eine schwierige Kindheit hinter sich und sehnen sich nach jemanden, der ihre Leere füllt. So sind Haruki Murakami s Figuren in seinen meist magisch realistischen Romanen: Eine “Verschmelzung von realer Wirklichkeit (greifbar, sichtbar, rational) und magischer Realität (Halluzinationen, Träume) dar” erklärt Wikipedia. Der Magische Realismus sei eine “dritte Realität”.
Der japanische Autor ist der erfolgreichste Japans und gehört zu den erfolreichsten auf der ganzen Welt.
Bis er 30 war, führte ein Jazz-Bar (wie sein Protagonist in “Gefährliche Geliebte”), entdeckte dann aber das Schreiben für sich. Mit seinen ersten zwei Romanen, die nicht einmal auf Deutsch erschienen und auf Englisch nur noch selten antiquarisch (“Hear the wind sing”, “Pinball”) erhältlich sind, ist er selber im Nachhinein nicht zufrieden. Seine folgenden Bücher sind dafür international Best- und Dauerseller.
Die “Chronicles” und die “Lyrics” sind sicher das Wichtigste, was man von und über Bob Dylan braucht!
Er selbst redet, ohne Interpretation, ohne Heiligenschein, ohne Filter.
Ich weiß nicht, wie ich ihm gratulieren könnte, zu welchem Teil seines Werkes, zu Mut, Entschlossenheit, Unbeirrbarkeit, weil, wenn ichs recht bedenke, muß ich ja mir gratulieren, daß ich seit mehr als 40 Jahren (jaja, er war schon ein bißchen älter als ich angefangen hab ihm zuzuhören) vom Dylan-Rätsel profitiere, zuhörend, lesend, drüber redend.
Was ich auch weiter tun werde! und heute am 24.5. (Bob Dylan (Robert Allen Zimmermann), geb. 24. 5. 1941 in Duluth/Minnesota) werde ich zwei große Dichter zusammenbringen und mich mit einem Dylan-T-shirt ins Goethe-Haus in Weimar begeben die werden ordentlich überrascht sein, die beiden.
Es gibt Viele die ihn wertschätzen, drei Stimmen:

“Bob befreite den Geist auf dieselbe Art, wie Elvis den Körper befreit hat.”
Bruce Springsteen
“Außer Blues hatte mich nie etwas interessiert, bis ich Bob Dylan hörte.”
Eric Clapton
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