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Alexander Steffensmeier, Lieselotte macht Urlaub

Montag, 27. Juni 2011
4,33 von 5 Punkten, basierend auf 12 Stimmen.

Die Kuh Lieselotte macht Urlaub – exotische Tiere entdecken, Fotos schießen und sich nach Herzenslust daneben benehmen, denn schließlich kennt einen in der Fremde ja keiner. Klingt toll! Mein Urlaub ist leider erst Ende August und so ist der neue Band aus der Lieselotte-Reihe von Alexander Steffensmeier derzeit das perfekte Trostbuch für mich.

Auch wenn Lieselottes Urlaub mit Startschwierigkeiten beginnt: Der Bus kommt nicht. Er kommt nicht nach einer Stunde und nicht nach 2 und nicht nach 3 … und dabei hat doch die Postkarte des Postboten sie so neugierig auf fremde Länder gemacht! Aber wir würden Lieselotte nicht so sehr lieben, wenn sie nicht eine geniale Lösung finden würde.

Die ich hier nicht verrate … nur so viel: So werde ich meinen nächsten Sonntag auch verbringen. Jawoll! Das mit der Hängematte bekomme ich auch hin ;-)

Philip Roth – Nemesis

Montag, 27. Juni 2011
4,33 von 5 Punkten, basierend auf 6 Stimmen.

“Nemesis” – Philip Roth berichtet aus Newark, USA, 1944. Die ansteckende Infektionskrankheit Poliomyelitis, kurz Polio, wütet in der Großstadt. Es ist „ein Krieg, der gegen die Kinder von Newark geführt“ wird. Weltweit tobt der 2. Weltkrieg. Seit fünf Jahren grassiert die Kriegskrankheit; diejenigen, die das Glück hatten und ausgemustert wurden, entgehen einem Hölleninferno.

Eugene „Bucky“ Cantor ist so ein Glückskind, der 23-jährige darf wegen seiner Kurzsichtigkeit nicht aktiv am Krieg teilnehmen. Als Sportlehrer hat er an der Chancellor Avenue School die Ferienaufsicht über den Sportplatz. „Ein anderer hätte es als Glücksfall empfunden, dem Gefecht und dem Blutvergießen zu entgehen“, Bucky aber empfindet es als ein schändliches Davonkommen.

Eugene ist bei den Großeltern mütterlicherseits aufgewachsen. „Auf das Leben wurde der Junge (…) von seinem großen, bärenhaften, hart arbeitenden Großvater vorbereitet (…)“. Zähigkeit, Willenskraft, körperliche Stärke und Tapferkeit, das sind die unverzichtbaren Werte, die Bucky vermittelt bekommt. Der Großvater „ermuntert den Jungen, sich vor nichts zu fürchten (…)“.

Kader Abdolah – Das Haus an der Moschee

Sonntag, 26. Juni 2011
4,59 von 5 Punkten, basierend auf 17 Stimmen.

der 1954 im iran geborene schriftsteller kader abdolah lebt seit 1988 in holland, wohin er als asylant gekommen und geblieben ist. er hat schon in seinem roman die geheime schrift die iranische geschichte der letzten jahrzehnte auf ein abgelegenes dorf reduziert.

das haus an der moschee ist sein fünfter roman. darin beschreibt er das schicksal einer iranischen großfamilie von der zeit vor der revolution in den späten sechziger jahren bis in die frühen achtziger. es ist ein teil seiner eigenen geschichte.

es ist eine bildhafte und filmreife geschichte, ähnlich dem buch der drachenläufer von khaled hosseini . der roman zeigt ebenfalls wie unterschiedlich sich menschen unter solchen extremen verhältnissen verhalten und entwickeln und wozu sie im guten wie im bösen fähig sind.

Naokos Lächeln – Teil 1

Samstag, 25. Juni 2011
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 17 Stimmen.

Plakat Naokos LächelnNaokos Lächeln” vom Regisseuer Tran Anh Hung kommt nächsten Donnerstag, am 30.6. in die deutschen Kinos. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Haruki Murakami, das weltweit (in 33 Sprachen übersetzt) von Millionen Menschen geliebt wird.

“Im Kern ist Naokos Lächeln für mich eine Geschichte über all die unzähligen Dinge, die jeder Mensch im Leben durchmachen muss. Dazu gehören die unerfüllten Sehnsüchte der Jugend, radikaler Protest, die Entscheidung zwischen Leben und Tod, der Prozess des Erwachsenwerdens. Der Roman mit seiner chaotischen Verbindung von Gewalttätigkeit und Eleganz ist zugleich kraftvoll und einfühlsam, voller Sinnlichkeit und Poesie. Er verbindet eine große Vielfalt von Themen, die geradezu nach einer Verfilmung schreien. Ich hoffe, dass die Verfilmung zu einer noch breiteren Anerkennung der Schönheit und des Reichtums dieses Romans führen wird”, so der Regisseur.

Anna Trökes – Das große Yoga-Buch

Samstag, 25. Juni 2011
4,33 von 5 Punkten, basierend auf 9 Stimmen.

Anna Trökes, Das große Yoga-BuchYoga – die ideale Begleitlektüre: Das große Yoga-Buch von ANNA TRÖKES

Nach gut 10 Jahren im Buchhandel bei gleichzeitiger Verweigerung von sportlicher Betätigung, war es dann so weit: Ich musste etwas für meine Wirbelsäule tun. Yoga schien die Lösung - gelenkig war ich noch halbwegs, es schien nicht so anstrengend zu sein und war angemessen exotisch, um mich neugierig zu machen.

Zusammen mit zwei weiteren Kolleginnen buchte ich einen VHS-Kurs. Wir hatten jede Menge Spaß – und jedes Mal Muskelkater. Das “Nicht-so-anstrengend” erwies sich als Täuschung, die uns allerdings sehr gut tat.

Da ich als Buchhändlerin an der Quelle sitze konnte ich natürlich nicht einfach so einen Kurs besuchen – Begleitlektüre musste sein.

Der Autorin, die mich damals so gut und einfühlsam in die Welt des Yogas eingeführt hat, bin ich treu geblieben.

Auch diese Bücher waren mir verlässliche Weggefährten auf meinem Yoga-Pfad:

CD Yoga-Meditation

Und was hat mir Yoga gebracht?

Alessandro Baricco – Diese Geschichte

Samstag, 25. Juni 2011
3,60 von 5 Punkten, basierend auf 5 Stimmen.

Mit seinem neuesten Roman “Diese Geschichte” zementiert Alessandro Baricco seinen Ruf als fesselnder Erzähler. Fulminant der Auftakt: die Schilderung eines der frühesten internationalen Autorennen von Paris nach Madrid mit seinen dramatischen Zwischenfällen. Dann schwenkt die Geschichte um auf das Leben ihrer Hauptfigur, des Bauernsohnes Ultimo Parri. Dessen Vater Libero ahnt das Heraufziehen einer neuen Ära, als er die ersten Automobile durch die Felder seiner norditalienischen Heimat brausen sieht und gibt die Landwirtschaft auf, um die erste Werkstatt der Umgegend zu eröffnen. Mit Hilfe eines durchreisenden Grafen erlernen Vater und Sohn das Fahren und die Passion für den Rennsport; daraus wird sich Ultimos Lebenstraum vom Bau der perfekten Rennstrecke entwickeln, der ihm auch durch die Grausamkeit des bald einsetzenden Ersten Weltkriegs und die danach in Amerika erlebte unglückliche Liebe zur aus Rußland geflohenen Adligen Elizaveta hilft.

In Ultimos Leben spiegelt sich gleichsam im Kleinen der gesamte Wandel der Epoche: Auflösung traditioneller Gesellschaftsbindungen, Beschleunigung des Lebens durch rasante Entwicklung der Technologie und das aus ihren Risiken resultierende Chaos. Wird Ultimo trotzdem ans Ziel seiner hochfliegenden Träume gelangen?

Michele Mari – Mr. Pink Floyd

Freitag, 24. Juni 2011
4,13 von 5 Punkten, basierend auf 8 Stimmen.

Mr. Pink Floyd - DER Roman über Syd Barrett von Michele Mari.

Um es kurz zu machen: diese Buch ist ein Muß für jeden ernsthaften Rockmusik-Fan, besonders des Rock aus seiner frühen, wilderen und kreativeren Phase. Es ist eine Romanbiografie über das traurige Genie  Syd Barrett, den kreativen Kopf der frühen Pink Floyd, der letztendlich auch für den Aufstieg der Band zu Chart-Erfolgen und weiterer Berühmtheit verantwortlich war.  Der italienische Autor Mari, für das Buch in seiner Heimat zu Recht mit einem Literaturpreis ausgezeichnet, wählt für die Konstruktion des Plots die kurzweilige Form einer Folge von Aussagen der Weggefährten und Angehörigen Barrets sowie anderer mehr oder weniger berühmter Zeitgenossen,  abwechselnd als “Klagen”, “Geständnisse”, “Zeugenaussagen” usw. bezeichnet.  Die ehemaligen Bandkollegen, die ihn wegen zunehmender Unzuverlässigkeit auf der Bühne und im Studio, bedingt durch Psychoseschübe unter Einfluß harter Drogen, aus der Band drängten,  werden mit den Pseudonymen “Katze”, “Hund”, “Pferd” und “Ratte” (aber identifizierbar) benannt und hatten offenbar lange an schweren Schuldkomplexen wegen Barretts Rauswurf zu tragen (natürlich öffentlich nie so klar bekannt, wie im Roman dargestellt).  Eine gelungene und sehr spassig geschriebene Hommage an den “Crazy Diamond”  Barrett!!!.

Georg Ringsgwandl – Das Leben und Schlimmeres. Hilfreiche Geschichten

Freitag, 24. Juni 2011
4,80 von 5 Punkten, basierend auf 20 Stimmen.

Georg Ringsgwandl – ich habe seit langem die starke Vermutung, dass er ein ZEN-Meister ist. “Das Leben und Schlimmeres. Hilfreiche Geschichten”, sein neues Buch, verstärkt meine Vermutung.
Wenn ichs richtig weiß, ist es so, dass der ZEN-Meister seinem Schüler helfen will und muss, das logische Denken zu vermeiden, zu vergessen, es zu verhindern, um ihm einen unverstellten und direkten Weg zur Erleuchtung zu zeigen und zu ermöglichen.
Das logische Denken also – genau dem geht Ringsgwandl auch an den Kragen.
Ich hab ihn einige Male live gesehen, spielt er so grandiose Shows wie UNTERSENDLING, ist es schon passiert, dass er recht gelassen und ruhig die meisten Songs der CD spielt, begleitet von einer Gruppe herausragender Musiker, Nick Woodland etwa, der coolste und vermutlich der beste englische Münchner, der jemals Gitarre gespielt hat, da also kann es sein, daß Ringsgwandl das Publikum mitnimmt, in gar nicht so weit entfernte Gegenden wie etwa bei “Lebn ois wiara Kuah” oder “Nachtaktives Tier” – er spielt auch ein paar sehr gute Cover-Versionen, etwa ” Nix mitnehma” nach “Gotta serve somebody” von Bob Dylan oder, ganz grandios gut getroffen, “C’est la vie” nach “You never can tell” von Chuck Berry.

Peter und der Wolf – Der Karneval der Tiere – erzählt von Loriot

Dienstag, 21. Juni 2011
4,13 von 5 Punkten, basierend auf 16 Stimmen.

Serge Prokofieff: Peter und der Wolf (ein musikalisches Märchen)
Camille Saint-Saens: Der Karneval der Tiere

.Loriots Peter und der Wolf und Karneval der Tiere..zwei wunderbare Geschichten, die ich vor 15 Jahren oft gehört habe und als Kind schon geliebt habe. Jetzt habe ich die CD zufällig wieder in die Hände bekommen und sofort angehört. Denn mir blieben die Geschichten immer im Kopf: Oboen assoziiere ich mit Enten und Klarinetten mit Katzen.

“Alle Menschen und Tiere werden dargestellt von verschiedenen Instrumenten”, so beginnt “Peter und der Wolf”. Der Großvater warnt den mutigen Peter vor dem bösen Wolf. Peter ging aber dennoch auf die große Wiese und sah den streitenden Tieren zu. Beim Thema des Jungen, das ich noch genau im Kopf hatte, ist mir mein Herz fröhlich mit der Musik mitgesprungen, genauso wie beim Vogel. Und ich musste lächeln über die freche Ente, die allen die Zunge rausstreckt.

Francois Lelord und Christophe André – Der ganz normale Wahnsinn

Sonntag, 19. Juni 2011
4,16 von 5 Punkten, basierend auf 19 Stimmen.

Francois Lelord & Christophe André - Der ganz normale WahnsinnDer ganz normale Wahnsinn – Vom Umgang mit schwierigen Menschen

Die Autoren Francois Lelord und Christophe André, die beide erfahrene Psychotherapeuten sind, erklären in diesem gemeinsamen Buch einige der häufigsten schwierigen Persönlichkeiten, was eine extreme Persönlichkeit ausmacht, wie eine solche entsteht und vor allem, wie man mit ihnen am besten umgeht. Zudem kann der Leser herausfinden, ob er selber schwierige Persönlichkeitszüge hat.

Unter anderem gibt es die paranoiden Persönlichkeiten, Leute wie Hitler oder Stalin, die überall Gefahren sehen und erst ihren Frieden finden, wenn sie diese ausgeschaltet/ von sich entfernt haben. Die narzisstischen Persönlichkeiten finden sich selbst so wunderbar, dass sie immer eine Bevorzugung erwarten. Den dependenten Persönlichkeiten ist es nicht möglich, eigene Entscheidungen zu treffen. Die passiv-aggressiven Persönlichkeiten erledigen ihre Arbeit schlecht oder zu langsam (um dem Chef dadurch zu schaden), reden nicht, wenn es zur Streitlösung nötig wäre („Was ist?“- „Nichts!“) und planen im Hintergrund Rache an anderen, weil sie nicht offen über ihre Wünsche und Probleme reden können. Und es gibt noch viele weitere schwierige Persönlichkeiten, die einen auf die Palme bringen…

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