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Rock Lyrik

Mittwoch, 30. November 2011
4,73 von 5 Punkten, basierend auf 11 Stimmen.

Rock Lyrik. LyrikanthologieRock Lyrik, nicht lyrics, es geht nicht um Songtexte, sondern tatsächlich um Lyrik (vielleicht noch ein bisschen verwandt mit der Lyra, der Namensgeberin, zu deren Klang man seinerzeit gesungen hat. Die Lyra ist selten geworden und auf den meisten Gesang könnte man locker und freudig lächelnd verzichten, aber ich habe das Gefühl die Lyra-Überlegungen führen mich jetzt ein wenig ab vom Weg).

Ein Gedankenexperiment:
Wenn ich nicht wüsste, dass es bei dem Buch um Gedichte geht, die im Klappentext so beschrieben werden:
… versammelt Texte namhafter Lyriker der Gegenwart, die sich von großen Rock-Songs inspirieren ließen.”,
ich hätte also kein Cover (auf dem eine Silhouette mit Gitarre (vermutlich die legitime Nachfolgerin der Lyra) zu sehen ist), hätte nicht den Hinweis, dass der Herausgeber Thomas Kraft auch DJ ist, der mir im Vorwort über seine Beziehungen zu Rock-Musik und deren Texten erzählt, nichts darüber erfahren würde, von wem der Song stammt, der inspiriert hat und schließlich auch nicht wüsste, wer den jeweiligen Text (einige der besten unter den Zeitgenossen: Friedrich Ani, Marcel Beyer, Lydia Daher, Ulrike Draesner, Helmut Krausser, Albert Ostermaier, Anton G. Leitner – ich hör hier auf, bitte alle, die nicht genannt sind um Vergebung, könnte aber noch eine Weile weitermachen, hab ich Hellmuth Opitz erwähnt? oder Monika Rinck? Nora Gomringer? oder Ludwig Fels,? man begeht Sünden, unbeabsichtigt aber

“Wenn Worte meine Sprache wären” – Tim Bendzko

Dienstag, 29. November 2011
4,87 von 5 Punkten, basierend auf 15 Stimmen.

Tim Bendzko – “Wenn Worte meine Sprache wären”

Debüt-Album von Tim Bendzko

Trotz besungener Sprachlosigkeit hat Tim Bendzko es geschafft, sich in unsere Herzen zu singen. Ob er seiner Angebeteten nun ein Liebeslied “ohne” Worte vorträgt oder eben mal die Welt retten geht, spielt dabei keine Rolle.

Ausschlaggebend für den Erfolg des 26Jährigen sind die Kombination aus eingängigen Melodien, tiefschürfenden (dabei aber nicht kitschigen) Texten und einer Stimme, die im deutschen Sprachraum ihresgleichen sucht. Einmal das Album durchgehört, kann ich nur den Sänger selbst zitieren:

“Ich brauch viel mehr davon”.

Lucy Christopher – Isla Schwanenmädchen

Dienstag, 29. November 2011
4,85 von 5 Punkten, basierend auf 13 Stimmen.

Lucy Christophers „Isla Schwanenmädchen“ ist eine wunderschöne Vater-Tochter-Geschichte. Ein Buch über die Magie des Fliegens, über die Freundschaft zu einem ganz besonderen Schwan, über Wunder und einen Vater, der wieder gesund wird!

Isla und ihr Vater lieben es jedes Jahr, wenn es kalt wird, die Schwäne zu beobachten. Doch diese Jahr ist etwas anders: der Schwarm fliegt versehentlich in neu errichtete Stromdrähte hinein. Ein paar der Vögel sterben und einer scheint den Weg zu seiner Sippe nicht mehr zurückzufinden. Ihn trifft Isla am See des Krankenhauses wieder, in das ihr Vater nach einem Zusammenbruch ein geliefert wird. Ihr Vater hat Probleme mit seinem Herz. Der einsame Schwan hat Probleme mit dem Fliegen. Isla, die versucht mit der Krankheit ihres Vaters, der Angst und Sorge um ihn fertigzuwerden, kommt auf die Idee mit selbstgebastelten Flügeln aus echten Federn, die sie eigentlich für ein Schulprojekt angefertigt hat, dem Schwan das Fliegen beizubringen. Denn wenn dieser wieder zu seinem Schwarm zurückkehrt und fliegen kann, dann wird ihr Vater vielleicht auch wieder gesund. Dabei hilft ihr der krebskranke Junge Henry, den Isla im Krankenhaus kennenlernt und zwischen denen beiden sich eine Freundschaft/zarte Liebe entwickelt.

Ursula Poznanski – Saeculum

Montag, 28. November 2011
4,60 von 5 Punkten, basierend auf 15 Stimmen.

Endlich wieder etwas Neues von Ursula Poznanski! Der Frau, die 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie “Preis der Jugendjury” mit ihrem Roman “Erebos” gewann. Saeculum heißt ihr neuestes Werk und zieht schon mit dem schwarzen Buchblock und dem düsteren Cover und die Blicke auf sich!

In dem Buch geht es um sechzehn Jugendliche, die für fünf Tage die echte Welt hinter sich lassen und in einem verlassenen, weit abgelegenen Wald wie im 14. Jahrhundert (Saeculum) leben und ein sogenanntes Live-Rollenspiel spielen wollen. Bastian, die Hauptfigur des Romans, hat keinerlei Ahnung wie dieses Spiel ablaufen wird. Er hat sich von Sandra überreden lassen – einem Mädchen, in das er ein wenig verliebt ist. Doch dann verschwinden plötzlich nacheinander mehrere Jugendliche aus der Gruppe. Sie scheinen wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Es gibt Verletzte. Und Bastian erfährt von einem alten Fluch, der auf dem Wald liegt. Die geheimnisvollen Botschaften, die sie nach und nach im Wald finden, lassen Böses erahnen. Werden sie den Wald je wieder verlassen können?

Josef Bierbichler – Mittelreich

Sonntag, 27. November 2011
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 8 Stimmen.

Der Schauspieler und Autor Josef Bierbichler spannt in seinem neuen Roman Mittelreich einen Bogen vom ersten Weltkrieg  bis zum gegenwärtigen Wohlstandsdeutschland. Angesiedelt in der bayrischen Provinz in und um eine Gastwirtschaft am See, nehmen wir Teil an den persönlichen Schicksalen dreier Generationen. Der älteste Sohn des Seewirts zieht in den Krieg und kehrt schwer verwundet zurück. So muß der jüngere Sohn das Erbe des Vaters antreten. Der hat eigentlich künstlerische Ambitionen, fügt sich aber letztendlich doch und übernimmt den Staffelstab als Bauer und Gastwirt. So einige Schicksalsstürme brechen über den idylischen Ort herein. Spätestens seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wird der Ort plötzlich von einer illustren Schar von Tagelöhnern, Vertriebenen und Heimatlosen bevölkert. Und die haben teilweise unglaubliche Geschichten zu erzählen. Geschichten, die die jüngere deutsche Vergangenheit in einer kraftvollen Sprache illustrieren.

So hat Josef Bierbichler nach seinem verschrobenen Erstling Verfluchtes Fleisch auch mit seinem neuen Roman bewiesen, daß er ein exzellenter Chronist ist. Seine wuchtige und derbe Sprache verschreckt nicht, sondern macht die Geschichte spannend bis zum Schluß. Ein sehr lesenswertes und besonderes Buch!

Dirk Bennewitz, Männeryoga

Samstag, 26. November 2011
4,57 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Männeryoga Eigentlich geht mich das Buch “Männeryoga” von Dirk Bennewitz, erschienen im Lotos Verlag, ja gar nichts an. In meinem Yoga-Kurs sind – wie das so häufig der Fall ist – nur Frauen. 

Neugierig, wie ich nun mal bin, schaue ich in jedes Yoga-Buch rein und dieses bescherte mir einige AHA-Erlebnise. Anscheinend weiß meine Yoga-Lehrerin gar nicht, dass es einen Unterschied zwischen Männer- und Frauen-Yoga geben kann! Die Armbalancen, Umkehrhaltungen und kraftvollen Übungen, die Dirk Bennewitz zeigt, liebt sie heiß und innig. Dabei ignoriert sie völlig, das ihre Schülerinnen mit allem, was einer Liegestütz ähnelt, auf dem Kriegsfuß stehen. Was uns aber nicht stört, denn Yoga üben heißt auch Scheitern lernen.

Mir gefällt das Buch auch deswegen, weil es mich daran erinnert hat, dass die Asana namens Krieger nicht umsonst so heißt. Und das sich “Verbretzeln” nur eine Seite des Yogas ist.

“Männeryoga” bietet eine solide, alltagstaugliche, humorvolle  Einführung in die wichtigsten Aspekte des Yogas. Ob es Männer dazu bringt, die Yoga-Matte auszurollen mag bitte einer meiner Kollegen beurteilen :-)

Don Winslow, Zeit des Zorns – Hörbuch

Freitag, 25. November 2011
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 6 Stimmen.

Don Winslow, Zeit des Zorns.

Ein neuer spannender Super-Thriller aus der Feder einer der besten Thriller-Autoren.
Man kann es einfach nur so sagen: WAHNSINN! Winslow schreibt knallhart, erbarmungslos, schonungslos. Muss er auch. Die Inhalte seiner Thriller verlangen das nämlich.
Chon und Ben, zwei College-Absolventen führen in Kalifornien einen lukratives kleines Drogen-Geschäft. Bis eines Tages ein mexikanisches Drogenkartell auf sie aufmerksam wird. Sie verweigern die Zusammenarbeit mit der Chefin des Kartells und dies bleibt nicht ohne Folgen…

Gelesen wird dieses grandioses Hörbuch von Dietmar Wunder; seine Stimme und Erzählweise passt perfekt zum Inhalt! Wenn man ihm lauscht, ist man mittendrin im Drogensumpf, den Bandenkriegen, der Todesangst.

Schon in “Tage der Toten” schreibt Winslow über südamerikanische Drogenkartelle. Er recherchiert jahrelang für seine Romane, beim Lesen/Hören bleibt einem die Luft weg, so spannend, so unglaublich gut sind seine Thriller!
Man hat die Bilder dazu gleich im Kopf, es ist, als würde sich die Handlung wie ein Film im Kopf des Lesers/Hörers abspielen.
Also: wer harte, gute und eher unkonventionelle Thriller mag, der kommt an Don Winslow nicht vorbei! Unbedingt anhören!!!

Detlev Arens, Der deutsche Wald

Freitag, 25. November 2011
4,50 von 5 Punkten, basierend auf 14 Stimmen.

Der deutsche Wald Detlev Arens “Der deutsche Wald” ist ein Schwergewicht mit 2417 Gramm.  Ich habe dieses Buch komplett gelesen.

Ehrlich!

Im Bett sitzend, mit angewinkelten Beinen – das war die einzig mögliche Lesehaltung für über 2kg Buch. 403 Seiten, 2417 Gramm, über 400 Fotos.

So wurde es ein Lesevergnügen der besonderen Art, denn Detlev Arens weiß nicht nur viel über den Wald – er kann auch exzellent schreiben. Geschickt verknüpft er alle Ebenen – von der Forstwirtschaft bis hin zum Waldbild der Romantik; von Fauna und Flora bis hin zur Bedeutung des Waldes für das Selbstbild der Deutschen; von der wirtschaftlichen Bedeutung des Waldes bis hin zu den Nationalparks;  vom altersgleichen Wald bis zum Urwald; vom Göttinger Hainbund bis zu Beuys 7000 Eichen. Nichts kommt zu kurz.

Dazu kommen noch die wunderbaren Fotos -durch die Bilder hört man regelrecht das Laub rascheln, riecht den Waldboden und spürt den Nebel.

Sarah Wiener – Herd­hel­den

Donnerstag, 24. November 2011
4,92 von 5 Punkten, basierend auf 24 Stimmen.

Sie alle kennen schon längst Sarah Wiener und ihre kulinarischen Abenteuer durch die europäische Küche. Herdhelden – Mein ganz persönliches Österreich Kochbuch hat mich für ein Kochbuch rundum überzeugt.
Ja, man merkt den leichten Unterton, denn Kochbücher waren bisher nicht unbedingt mein Spezialgebiet. Sie sehen meist schön aus, sind schwer und liegen rum – frei heraus sind sie eine Vergeudung von ohnehin knappen Ressourcen.
Doch als bekennender Arte-Schauer habe ich keine Folge der Serie mit der charmanten Wiener Köchin durch die französische Küche ausgelassen und auch ihre Auftritte als TV-Köchin interessiert verfolgt. Und plötzlich stellt sich immer mehr heraus, dass es Frau Wiener beim Kochen nicht nur um die schmackhafte Zubereitung und den TV-wirksamen Genuss unterschiedlicher Lebensmittel beim Verzehr geht. Sie ruft uns beim Schälen der Kartoffeln so ganz nebenbei ins Gedächtnis, das die Nahrungskette schon beim Anbau beginnt und wir selbst für unseren Körper und unsere Umwelt Verantwortung tragen. Die Rückbesinnung zur Heimat und zur Ursprünglichkeit ist in diesem Österreich Kochbuch also kein bloßer Modetrend, sondern folgt einer echten Überzeugung – und das merkt man auf jeder Seite und bei jedem Rezept.

Hart & Zart

Donnerstag, 24. November 2011
4,79 von 5 Punkten, basierend auf 24 Stimmen.

Neue Volksmusik aus Bayern – Hart & Zart

Eine große Rührung hat mich gepackt, heute Morgen, im Zug, und ich hab sehr intensiv aus dem Fenster schaun müssen, um die Rührung nicht für alle sichtbar werden zu lassen. Ich hab die erste CD der Doppelcd Hart & Zart. Vol. 4 gehört, Details, bei welchem der Songs mich die Rührung so heftig gepackt hat, werde ich natürlich nicht verraten, der Niederbayer “hüpft ja nicht heraushängenden Innereien übers Moos”, wie mal jemand gesagt hat (ich weiß leider nicht mehr wer, aber Danke ).
Die CD ist herausgegeben von der MundArtAgeh e.V. (genau: Verein zur Förderung der Mundart in der zeitgenössischen Popularkultur MundArtAgeh e.V.) und enthält die interessanteste Sammlung von Songs mit bayerischen Mundarttexten (bisschen Österreich ist auch vertreten, die nächste Verwandtschaft halt) die man sich denken kann.

 

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