“Der Regen bevor er fällt” von Jonathan Coe, eine Familiengeschichte über eine Familie in der jeder nur glaubt den anderen wirklich zu kennen. Verwoben in Geheimnisse und Lügen beschreibt Jonathan Coe die Geschichte dreier Frauen, über drei Generationen verteilt, die verzweifelt nach Liebe und dem Glück streben. Ein Roman voller Zärtlichkeit, Poesie und Melancholie.
Imogen ist blind, daher ist die Geschichte die Rosamond ihr nach ihrem Tod hinterlässt, auf Tonbändern aufgeteilt. Darauf beschreibt die alte Dame 20 Bilder aus der Zeit in der das Geheimnis um Imogens Familie entstand. Jedes Bild stellt eine Etappe in der furchtbaren Geschichte dar, die Imogens Großmutter und Mutter durchgemacht haben und die schließlich auch zu Imogens Blindheit führte. Doch Imogen ist nicht aufzufinden und so werden die Tonbänder von Rosamonds Nichte Gill angehört und verwahrt, bis man Imogen gefunden hat…
Wer Terrence Malick kennt, der weiß was für ein bedeutender Regisseur hinter diesem Namen steckt. Ein Mann, der die Welt mit seinen ganz eigenen Augen sieht und besonders naturverbunden ist. Bereits in seinem Filmen wie “The New World” konnte man die Liebe zur Natur besonders deutlichen sehen, aber auch spüren.
Terrence Malick versteht es mit seinen Bildern und der dazu passenden Musik ein Gefühl des Wohlbefindens zu erzeugen. Aber auch eine kleine Frage im Hinterkopf, was unsere Rolle in dieser großen, wunderbaren, weiten Welt ist. Verschiedene Charaktere von Menschen werden in seinen Filmen immer wieder aufgegriffen, so auch in dem Kriegs-Epos “The Thin Red Line”. Und wie der Titel schon sagt, so ist jeder Tag des Lebens, ganz besonders in Kriegszeiten, eine Gratwanderung. Man droht abzurutschen in die düstere Einsamkeit der Gedanken- und Gefühlsleere die ein Krieg in einer menschlichen Seele hinterlassen kann. Aber auch der Grat zwischen Gnade und Kaltblütigkeit wird in diesem Film besonders hervorgehoben, genauso wie das Band der Freundschaft.
Mit “Ich würde dich so gerne küssen” von Patrycja Spychalski ist bei cbt ein Roman erschienen, der jede Menge Romantik für junge Leser verspricht, von der Liebe zur Musik und dem Genuss von Freiheit erzählt.
Frieda wird 17. Ihren Geburtstag feiert sie mit ihrer besten Freundin Maja, die eigentlich genau das Gegenteil von ihr ist: aufgeweckt, extrovertiert und eine echte Stimmungskanone. Ständig lernt sie irgendwelche Jungs kennen, die dann mit ihr um die Häuser ziehen. So auch Jeffer, den Maja ihr an diesem Abend vorstellt. Bei Straßenkrawallen (es ist 1. Mai) verlieren sich Maja und Frieda und Jeffer hilft Frieda vor den wild gewordenen Demonstranten zu flüchten. Sie fangen an sich näher kennen zu lernen, sie reden, rauchen, verbringen die Nacht in Jeffers Wohnung (in getrennten Betten). Vor allem die Musik verbindet sie. Sie sehen sich wieder auf Straßenkonzerten, die Jeffer und seine Freunde geben. Dort lernt Frieda auch Kiki kennen, die sie vor Jeffer warnt: er sei ein Herzensbrecher. Dennoch trifft Frieda sich weiterhin mit ihm. Als ihre Eltern überraschend für drei Wochen ihre Flitterwochen nachholen, zieht sie wider aller Vernunft sogar bei ihm ein und genießt mit ihm eine nie so da gewesene Freiheit. Mit Musik, Partys und immer wieder Jeffer. Er ist gern in ihrer Nähe, stößt sogar Freunde zurück, um allein mit ihr zu sein. Doch was will Jeffer von ihr? Warum hat er sich ausgerechnet sie ausgesucht? Was ist das zwischen ihnen?
Der »1. Leipziger Krimipreis« wird ausgeschrieben, veranstaltet vom fhl Verlag und der der Leipziger Hugendubel Buchhandlung in der Petersstrasse, natürlich denk ich sofort, das ist doch einen Beitrag wert.
Ich hab seit meiner Kindheit recht viel Sympathie für die Sachsen, vielleicht liegt es daran, dass dort in der bayerischen Provinz, Sachsen schier unerreichbar noch damals, mir ein Sachse begegnet ist: Karl May, und er, ganz Patriot, hat ja gern Sachsen in seine Bücher eingeführt, in den “dark and bloody Grounds” haben sie sich als Westmänner durchgeschlagen, bei Klekih-petra wird, glaub ich, die Herkunft nicht genau genannt, aber könnte gut ein Sachse sein, klar, Hobble-Frank, und schließlich, eines der größten und unglaublichsten aller Abenteuer, ich kann Passagen beinahe wörtlich zitieren: Winnetou in Dresden! (Man muss einen Moment anhalten um das zu genießen)
Sachsen also, berühmte gibt’s genug, solche die mich später noch mehr beschäftigt haben Anton Philipp Reclam, Erich Kästner, Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Nietzsche, Katharina Witt, Walther Ulbricht (ja, der hat mich auch beschäftigt) und einige mehr, sie haben sogar eine eigene Internet-Seite: berühmte Sachsen.
Aber ich glaub ich sollt erst gar nicht anfangen von den Sachsen zu reden, würde ja womöglich noch von kleinen Reisen nach Sachsen erzählen, von Begegnungen … nein, ich bitte einfach einen Sachsen um einen Text, finde mit Andre Mannchen, Geschäftsführer des fhl Verlages (fhl – der Verlag für die »feine hand lektüre«) in Leipzig auch jemand der das kann und tut und schon bin ich weg und Herr Mannchen spricht:
Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem Land, in dem in jedem Haushalt ein Märchenbuch stand, da erschien ein Märchenbuch namens “Meine wunderbare Märchenwelt”, das war ganz anders als die anderen.
Es hatte eine wunderbare Auswahl, kein Märchen, das die Kinder hören wollten, fehlte. Es hatte wunderbare Bilder, Erzählbilder, die das ganze Märchen in einem Bild wiedergaben. So konnten die Kinder nach dem Vorlesen sich das ganze Märchen noch einmal anschauen und nacherzählen und nochmal entdecken und ihre Lieblingsfigur suchen und Details entdecken und träumen und lachen und schaudern.
Die Jahre gingen ins Land und das Märchenbuch wurde in Kindergärten und Familien und Grundschulen geliebt. Eines Tages verschwand das Märchenbuch. Das geschah ganz langsam: erst hatte der Verlag keine mehr, dann hatte die Buchhandlung keine mehr. Und eine Buchhändlerin, in einem kleinen Ort vor den sieben Weinbergen, war ganz besonders traurig.
“In Gottes Hand gehalten” ist eine Sammlung von Frauengebeten vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Der Herausgeberin Margot Kässmann war es ein persönliches Anliegen, mit ihrer Textauswahl die Alltags-Spiritualität sichtbar zu machen.
So, wie die Männer die Kirche prägen, prägen die Frauen das religiöse Erleben in den Familien.
Als Beispiel für die neueren Texte habe ich ein Gebet von Kathrin Jütte herausgesucht, das wunderbar zu diesen ersten milden Vor-Frühlingstagen passt:
Waldspaziergang
Das Nest in der Hecke, der Wegweiser an der Biegung
Blüten nach dem Winterschlaf, ein erstes Blau, Gelb, Weiß
die Anmut der Jahresringe
ich suche Dich, Schöpfer und kann Dich sehen.
Ein Bellen in der Ferne, der Vogelruf am Himmel
der Wind zwischen den Bäumen, ein Flattern im Gebüsch
das Laub unter den Füßen
Ich suche Dich, Schöpfer und kann Dich hören.
Der erste Dünger auf den Feldern, das frische Holz am Wegesrand
Das Buch Ab jetzt ist Ruhe von Marion Brasch ist ein autobiografischer Roman über ein unaufgeregtes Leben in der DDR und, wie im Untertitel zu lesen, ein Roman meiner fabelhaften Familie.
Das Bild der Malerin Kim Reuter, das der Verlag für den Einband ausgewählt hat, verweist auf C.D. Friedrichs Die Frau im Fenster. Konnte Letztere noch auf Natur und vorbeifahrende Schiffe blicken, schaut die Frau auf dem Einband auf eine schemenhaft gestaltete Neubausiedlung. Beide Frauen haben etwas gemeinsames: ihre Gesichter sind nicht zu erkennen. Die Eine sieht man nur von hinten, die Andere von der Seite, das Gesicht zum Fenster seitlich abgewandt.
Seitlich abgewandt. Seltsam entrückt, mitunter teilnahmslos ist Marion Braschs Protagonistin, die kleine Schwester. Sie spielt in ihrer Familie nur die zweite Geige. Die Mutter stirbt früh, der Vater, ein ehemaliger stellvertretender Kulturminister ist autoritär und parteitreu. Über ihre Brüder schreibt sie: Mein ältester Bruder schrieb Gedichte und kannte interessante Leute, mein mittlerer Bruder spielte Theater und drehte Filme, und mein jüngster Bruder studierte in Leipzig seiner Exmatrikulation entgegen. Ich war stolz ihre kleine Schwester zu sein – auch wenn sie sich für mein Leben immer weniger zu interessieren schienen. Ich nahm es ihnen nicht übel.
Mit “Du denkst, du weißt, wer ich bin” von Em Bailey ist im INK Verlag ein spannender Thriller über Manipulation und Freundschaft erschienen, der sehr flüssig zu lesen ist und den Leser überraschen wird.
Miranda ist das neue Mädchen an der Schule. Gerüchten zufolge soll sie ihre Eltern umgebracht haben! Olive und ihre beste Freundin Ami interessieren sich zunächst gar nicht für Miranda. Die Neue wirkt völlig unscheinbar, schüchtern und hält sich eher im Hintergrund. Doch dann fällt Olive plötzlich auf, wie Miranda sich auf Katie – eines der beliebtesten Mädchen der Klasse - zu konzentrieren beginnt. Sie ahmt ihre Gesten nach, ihre Art zu sprechen. Mit ein paar Tricks gewinnt sie Katies Freundschaft und allmählich blüht Miranda auf. Katie hingegen wirkt immer farbloser und verliert an Gewicht und Ausstrahlung, je mehr Miranda zu gewinnen scheint. Olive recherchiert im Internet und hegt mit einem Male einen entsetzlichen Verdacht: ist Miranda ein “Shifter”? Eine Person, die andere Menschen so lange ausbeutet und ihnen alles nimmt, bis sie sterben? Fest steht, dass Katie in Gefahr ist. Sie wird von Tag zu Tag dünner und scheint eine Essstörung entwickelt zu haben. Miranda, die selbst einmal früher mit Katie sehr gut befreundet war, beschliesst einzuschreiten. Doch Miranda ist mit allen Wassern gewaschen und versucht mit einem Male sogar Olive um den Finger zu wickeln…
Mit ”Ohne dich kein Sommer” von Jenny Han ist im Hanser Verlag die Fortsetzung des Buches “Der Sommer, als ich schön wurde” erschienen. Jedoch ist dieser berührende Roman auch völlig unabhängig zu lesen.
Seit jeher hat Belly jeden Sommer mit den Brüdern Jeremiah und Conrad (und ihren Familien) verbracht. Susannah – die Mutter der beiden Jungs – besitzt in Cousins ein Sommerhaus, direkt am Meer. Für Belly waren diese gemeinsamen Ferienwochen das Schönste, was sie im Jahr erlebte. Conrad, den sie schon als kleines Mädchen immer bewundert und angehimmelt hat, hat ihre Liebe erwidert. Im letzten Sommer, als sie sich das erste Mal geküsst haben. “Ohne dich kein Sommer” beginnt damit, dass der Leser weiß, dass sie jetzt nicht mehr zusammen sind und dass Susannah, die schon länger an Krebs litt, gestorben ist. Alles scheint verändert zu sein. Doch was ist passiert? Warum sind Belly und Conrad kein Paar mehr? In Rückblenden erzählt der Roman, was zwischen ihnen passiert ist, blendet sowohl Erinnerungen an jene gemeinsamen Sommer, als auch Gedanken von Jeremiah ein, der doch mehr für Belly zu empfinden scheint, als er vorgibt. Als Conrad plötzlich verschwunden ist, machen sich Belly und Jeremiah zusammen auf die Suche nach ihm. Der Weg führt zurück nach Cousins, dort wo alles begann…
Geb
annt. Unter fremdem Himmel von Veronica Rossi ist der erste Teil einer Trilogie von Endzeitromanen.
Seit dem Erfolg von Tribute von Panem bringen alle Jugendbuchverlage Dystopien oder Endzeitromane heraus. Hier ist einer, der das Zeug dazu hätte, in die Fußstapfen von Panem zu treten:
Der Schauplatz ist die Erde in einer unbestimmten Zeit in der Zukunft. Durch irgendeine planetarische Veränderung, welche erfährt man nicht, ist die Erde sechs Jahrzehnte von Ätherstürmen heimgesucht worden, die die Natur teilweise zerstört haben, dann ließen die Ätherstürme nach, verwüsten aber immer noch hin und wieder mit Blitzeinschlägen die Erde. Die Menschen sahen sich gezwungen, in hermetisch von der Außenwelt abgeschotteten Biosphären Schutz zu suchen, nur so konnten sie überleben. (Erinnert so ein bißchen an Logans Run, auch ein toller Zukunftsfilm!) – Einige Menschen jedoch waren unterprivilegiert, wurden nicht in die Biosphären aufgenommen und mußten draußen bleiben.
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