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Anne Fadiman – Ex Libris

Geschrieben von Philine Edbauer am 18.05.2011 in der Kategorie: Allgemein

Bekenntnisse einer Bibliomanin

Anne Fadiman - Ex Libris Bekenntnisse einer BibliomaninEx Librs – Bekenntnisse einer Bibliomanin” von Anne Fadiman ist das ideale Geschenk an Leute, für die Bücher mehr als Seiten mit Wörtern sind.

“Ex Libris begann ich zu schreiben, als mir auffiel, wie befremdlich es ist, dass über Bücher oft so geschrieben wird, als handele es sich um Toaster”, wird die Autorin im Klappentext zitiert. Und als ich das las, wusste ich, dass ich Buch muss ich haben. Denn oft bin ich mir nicht sicher, ob ich einem guten Buch wirklich gerecht werden kann, wenn ich über es rede.
Anne Fadiman schreibt darüber, wie Bücher auf sie wirken und wie und warum manche einen Platz in ihrem Kopf einnehmen konnten. Gleich zu Beginn erzählt sie von sich selbst: “es gibt diese besondere Spezies von Kindern, die aus einem Buch erwachen wie aus dem abgrundtiefsten Schlummer und sich mühsam durch die Bewusstseinsschichten einer Realität entgegenarbeiten, die ihnen weniger real erscheint als der Traumzustand, aus dem sie gerissen wurden. Ich war ein solches Kind.”

In den vielen verschiedenen Kapitel beschreibt die amerikanische Autorin anekdotenartig ihre Erlebnisse mit Büchern. Oft erzählt sie auch von ihrer Familie, in der alle das Lesen lieben. Es geht um Themen, die wohl die meisten intensiveren Leser schon einmal beschäftigt haben,
z. B. dem angemessensten Umgang mit männlichen und weiblichen Wörtern und Formen in der Sprache (schlimme Verweiblichungen wie “Romanciere” oder “Friseuse”, Madame le ministre/Madame la ministre, Verniedlichung durch Endung -fräulein -> Servierfräulein, jedermann, man, Lesbarkeit von Doppelversionen wie “LeserInnen”),
oder z. B. über das unabstellbare, suchende Auge nach Schreibfehlern in der Öffentlichkeit,
das Vereinen zweier Bibliotheken in einer Partnerschaft,
das Ordnen der Bücher im eigenen Bücherregal,
das beste Schreibgerät,
Plagiieren
oder Bücher an dem Ort zu lesen, wo sie spielen.

In dem Kapitel, das mich am meisten berührt (besser: schockiert) hat, geht es um den physischen Umgang mit Büchern.
Die einen Leser halten das Blättern für das Schlimmste, was man einem Buch antun kann/muss, nach dem Motto: “falls du jemals den Rücken einer meiner Bücher brichst, möchte ich dir gleich sagen, dass du genausogut mir das Rückgrad brechen kannst.” (s. 53) Diese Beziehung zu Büchern nennt Anne Fadiman “platonisch“.
Die andere Sorte Leser lebt mit dem Buch, wie es gerade am praktischsten ist. Wie zum Beispiel Anne Fadimans Vater [platonische Leser bitte hinsetzen und gut durchatmen], “der aus den Taschenbüchern, die er im Flugzeug zu lesen pflegte, die gelesenen Kapitel ausriss und sie wegwarf, um weniger Gewicht mit sich tragen zu müssen” (s. 52). [Es läuft mir immer noch eiskalt den Rücken runter und versetzt meinem Herz einen Stich.]
Allerdings hat Anne Fadiman (Typ 2) mir (also Typ 1) diesen “unordentlichen” Umgang mit Büchern erstmals näher gebracht und verständlich gemacht. Der Besitzer zeichnet sich ab und so wird das Buch zu was Persönlichem. Der situationsbedingte Umgang mit einem Buch macht es einzigartig.

aus dem Amerikanischen von Melanie Walz

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