Corinna Belz hat mit Ihrem Film Gerhard Richter Painting versucht an den schöpferischen Kern dieses Malers zu kommen und seine Arbeitsweise hinreichend darzustellen, und somit jedermann die aktuelle Kunst und Arbeitsweise und Ausstellungspraxis nahezubringen. Als Zuschauer braucht man Geduld und einen langen Atem, bis der wahre Richter sich doch recht unverkrampft zeigt.
Der Dialog mit der Kamerafrau macht diesen Film aber auch echt und zeigt das Dilemma des nicht filmbaren Funken, der oft im Verborgenen, im Rausch stattfindet, und den jeder Maler alleine erfährt. Die Assistenten spielen im Film eine wichtige Rolle. Es könnte jeder aus dem Zuschauerpublikum sein, der in Richters FarbWelten hereinwächst. Die Bilder sind wie Kinder, die entweder überleben, oder groß dunkel und erwachsen werden.
Für jeden Kunstinteressierten ein absolutes Muss!
Dieser Bildband der Shaolin Mönche von Felix Kurz und Sabine Kress hat mich auf der Leipziger Buchmesse sehr beeindruckt. Wunderschöne stille Aufnahmen und sehr schöne Texte.
” In dieser Zeit sind die Mönche in Bewegung, ohne die Ruhe im Herzen zu verlieren. Sie betrachten die äußerlichen Veränderungen als dahinziehende Wolken und bewahren in jeder Situation ihre innere Gelassenheit. Sie lassen den Dingen ihren Lauf und erreichen doch ihre Ziele”.
Ein wunderschönes Buch zum Verschenken.
Mandy Moore und Ihr Titel Strick Graffiti dokumentiert eine längst überfällige Übersicht über das Geschehen von Street Art auf der Welt. Schon lange werden auf diese Art Geländer, Parkhäuser, Litfaßsäulen, Telefonzellen und Strassenlaternen in den weltweiten Street -Art-Kunst-Kanon aufgenommen.
Mit Anleitungen und die richtige Garn-guerilla-Ausrüstung kann man nach dieser Lektüre gekonnt loslegen und garantiert straffrei im öffentlichen Raum tätig werden. Große Vorbilder wie die Jafagirls und die Ladies Fancywork Society geben gute Tipps.
Auch ernstgemeinte Landart wie Knittet Landscape kommen mit einem Interview zu Wort. Ein großartiges Buch!
Auf der Leipziger Buchmesse lernte ich Willi Larl kennen und sein Buch “Aus Zeit“.
Auszeit hatte er sich gewünscht zum Geburtstag, einfach mal Zeit für sich -raus aus seiner Alltagszeit. Warum er sich als Ungläubiger den Jakobsweg ausgesucht hat und warum er einen Traktor als Transportmittel wählte, steht in den spanischen Sternen , doch sein Buch liest sich einfach großartig. Es ist eine Entwicklungsgeschichte. Reiseanekdoten und viele Begebenheiten , die einen zum Schmunzeln bringen. Auf seiner Lesung erzählte er , wie er die ganzen ausgedruckten Wege verbrannt hat, weil er mit seinem Traktor buchstäblich am Mond landete. Auch dieses Vorplanen geht er Verlustig, es wird alles ganz anders als er sich es vorgestellt hat und es wird für Ihn die größte Lebenserfahrung.
Ich mochte besonders die Geschichte einer Hochzeitsgesellschaft , die sich hinter dem Traktor vor der Kirche formierte , jeder dachte vom Anderen- er hätte sich die Überraschung ausgedacht . Die Braut fluchs auf den Traktor gestiegen.
Willi Larl der Sprache nicht mächtig- ziemlich baff. Wie er dann doch aus der Geschichte wieder herauskommt und was er am Schluß mit seinem Navigator macht … ist alles nachzulesen in diesem herrlichen Reisebericht.
Auf der Leipziger Buchmesse legte mir der Unionsverlag das Buch “Tamta Melaschwili – Abzählen” ans Herz. 103 Seiten. Schnell gelesen … hab ich gedacht.
Drei Tage werden hier beschrieben und was es heißt in einer Kriegszone, einer gottverlassenen Konfliktzone zu leben. Als Heranwachsende mit Alten und Krüppeln. Was in Friedenszeiten Recht war gilt nicht mehr. Diese neue Welt, die entsteht hat Melaschwili sprachlich einfach neu erfunden. Es liest sich alles ganz fremd und eigen und sprachlich wuchtig, so das selbst Vielleser eine große Überraschung erleben werden.
Gewalt kennt keine Grenzen, Gewalt kennt keine Nationalität … sie ist überall gleich vernichtend und die größte menschliche Tragödie.
Das Buch ist schwere Kost und die Worte bekommen eine völlig neue Raumwirkung, so wie Melaschwili die Wörter setzt.
Inara Scott beschreibt in Night Academy einen nicht alltäglichen Schulalltag. In dieser Schule treffen sich neben den landläufigen Genies, auch Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten. Das Problem ist nur die ständige Überwachung. Es gibt dem Buch den leicht unheimlichen Unterton, weil man bis zum Schluss nicht weiß, warum so genau beobachtet wird.
Gestaltenwandler, Gedankenleser, manche beherrschen die Erdkräfte und können physikalische Vorgänge durcheinanderbringen. Hier läuft man durch Wände und redet mit Tieren und wenn einer wütend ist, geht richtig viel kaputt.
Die gut Ausgebildeten werden in die Krisengebiete der Welt geschickt. Also eine Schule in der Zukunft, dazu eine Dreiecksgeschichte mit magischen Talenten.
Die Erkenntnis, das einem der ganze Zauber nicht wirklich weiterhilft , lässt einen sehr weich wieder im Alltag landen.
Kimberly Derting hat mit Dark Queen echt einen Spannungs – Knaller gelandet.
Sollten Sie müde sein, schlafen wollen … fassen Sie das Buch nicht an und lesen Sie auch nicht die erste Seite und Kindern ist das Buch als Einschlaflektüre nicht zu empfehlen, die Augenringe werden am nächsten Tag bis zum Kinn gehen!
Die Geschichte hat einen magischen Erzählungssog, fast ein bisschen altmodisch schneewittchenartig kommt die Geschichte daher. Die Heldin kann alle Sprachen der Zauberwelt Ludania und einen gescheiten Helden gibt es auch. Begabte Schwestern und die Macht der Gedanken, rebellische Heldenbrüder, das Böse ist richtig Böse und alle Klischees werden großartig bedient … bis zur letzten Seite.
Nach Alison Goodmans erstem Buch “Eona – Drachentochter“, nun Band zwei ” Eona – Das letzte Drachenauge“.
Ich mag diese Bearbeitung der chinesischen Drachenmythologie.
Wunderschön erzählt aus der Sicht eines Mädchens, recht tapfer schlägt sie sich durch die wirklich wilde Buchwelt. Die Mächtigen, die Macht missbrauchen und die wahren Großen, die auf Macht eigentlich gerne verzichten würden, sind spannende Figuren – bis zum großen Finale dargestellt.
Ein ActionKino für den Kopf.
Die Frankfurter Autorin Alina Bronsky, deren großer Fan ich bin, hat in Spiegelkind ihr Debüt im Jugendbuch geschrieben.
Es ist der Auftakt zu einer Trilogie und etwas für Leseratten. Für mich ist es die zeitgenössische Alice im Wunderland.
Es geht um die Pheen, eine Rasse die hinter den Spiegeln leben und nicht der Norm der Gesellschaft entsprechen. Es geht um Spiegelwelten, Zeitreisen, veränderte Wirklichkeiten und eine wirklich großartige Teenagerheldin.
Jutta Wilke hat mit Wie ein Flügelschlag einen richtig spannenden Sportkrimi für den Sommer geschrieben.
Eine Schwimmerin, die in einem Netz von Doping, Verrat und falschem Ehrgeiz ihre Bahn sucht und findet. Es geht auch um Gefühle und Verrat, die ein ganzes Leben, sogar in der zweiten Generation zerstören können.
Es geht um Mord und echte Freundschaft und der Schwimmsport ist grandios dargestellt.
“ich war fünf , als ich fliegen lernte, … über mir der Himmel und unter mir nichts als Wasser.”
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