“Räuberdatschi” ist der erste Krimi von Jörg Steinleitner, den ich gelesen habe. Ich war so begeistert, dass ich mir gleich noch “Aufgedirndelt” holen musste.
Die Reihe spielt am Tegernsee, in den Romanen nur liebevoll “an dem See inmitten der Berge” genannt, und besticht nicht nur durch sein Lokalkolorit. In ihnen ermittelt auch noch Anne Loop, die zwar vielleicht aussieht wie Angelina Jolie – findet ihr Polizeikollege Sepp Kastner – sich aber doch hauptsächlich mit den profanen Schwierigkeiten als alleinerziehende Mutter herumplagen muss. Nebenbei ermittelt sie noch sehr erfolgreich am See inmitten der Berge.
Im aktuellen Fall muss sie einen Banküberfall mit Geiselnahme in den Griff bekommen, der sehr schnell sehr obskure Wendungen nimmt.
Beim Lesen musste ich oft schmunzeln. Und wenn Sie wissen wollen, wie so ein Räuberdatschi schmeckt, finden Sie am Ende des Buches das passende Rezept zum Nachkochen. Als großer Fan des Bayerischen Oberlands hat mir neben den lustigen Bemerkungen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und dem Bayer an sich besonders der regionale landschaftliche Bezug gefallen. Unterhaltung pur und den Räuberdatschi koche ich bestimmt mal nach…(oder ich bestell mir einfach etwas ähnliches im nächsten Urlaub am See inmitten der Berge
)
Was lange währt wird endlich gut…Und das Warten auf Peter V. Bretts “Die Flammen der Dämmerung” hat sich gelohnt. Arlens Geschichte und der Kampf gegen die Horclinge geht weiter.
Während sich die Dämonen in den Tiefen der Finsternis zur entscheidenden Schlacht sammeln, befinden sich die Völker der Menschen im Krieg miteinander. Jardir, der Anführer der Krasianer, versucht die Völker des Nordens zu unterjochen, um so viele Krieger wie möglich für die anstehende Schlacht zu sammeln. Ist er der Erlöser? Oder ist es Arlen, der tätowierte Mann, dem die Völker des Nordens folgen und der einst Jardirs Freund war. Ohne Zweifel besitzen beide Männer außergewöhnliche Fähigkeiten im Kampf gegen die Dämonen.
Vom Gefühl her etwas derber als die beiden vorherigen Teile, aber trotzdem sehr sehr gut. Wem “Das Lied der Dunkelheit” und “Das Flüstern der Nacht” gefallen hat, muss “Die Flammen der Dämmerung” einfach lesen. Am Besten ein Wochenende nichts anderes vornehmen und die ca. 1000 Seiten Lesespass genießen!
Catherine Fisher ist mit “Incarceron” ein sehr gutes Buch gelungen – spannend und einfallsreich.
Incarceron – ein Gefängnis, das lebt. So gewaltig in seinen Ausmaßen und doch so klein, dass es von nur einem Hüter bewacht wird. Es denkt selbständig und lässt keine Flucht zu…
Finn versucht Incarceron zu überleben, was angesichts der mehr als rauhen Verhältnisse sehr schwierig ist. Eine Flucht scheint undenkbar. Doch er schafft es eine Verbindung zur Außenwelt herzustellen, wodurch er auf Claudia trifft. Sie ist die Tochter des Hüters, die aus ihrem überwachten und festgelegten Leben ausbrechen will. Denn auch in der Außenwelt steht es nicht zum Besten. Ein tyrannischer König, der sich die Gesellschaft durch das Verbot jeglicher technischer Hilfsmittel gefügig hält, und soziale Ungerechtigkeiten tuen ihr Übriges. Wird Claudia und Finn die Flucht gelingen?
Ein phantastischer Roman, der alles hat: ein paar außergewöhnliche Ideen, Freundschaft, Intrigen, Action und Figuren, die man ins Herz schließt. Da kann man nur hoffen, dass der nächste Teil nicht zu lange auf sich warten lässt!
Trashiges Cover, witziges Buch. “Die Chronik des eisernen Druiden” von Kevin Hearne ist der fulminante Auftakt einer Fantasy-Reihe der etwas anderen Art. Mit viel Humor, Zeitgeist, etlichen mythologischen Anspielungen und etwas schnodderiger Nonchalance wird für kurzweilige Unterhaltung gesorgt.
Atticus O’Sullivan, der letzte Druide auf der Welt, führt ein beschauliches Leben in Arizona als Besitzer eines kleinen Esoterik-Ladens.
Leider hat er sich vor Jahrhunderten einen keltischen Gott zum Todfeind gemacht, der ihn nun aufgespürt hat…
Es erinnert manchmal an Neil Gaimans “American Gods” (was aber überhaupt nicht schadet oder nervt) und ist einfach mit viel Witz und Spannung geschrieben. Hearne schafft es trotzdem eine tolle Geschichte zu erzählen und einen eigenen Ton zu treffen. Es macht definitiv Lust auf mehr. Meiner Meinung nach sehr lesenswert für jeden, der keltische Mythologie a la Neil Gaiman und witzige Fantasy a la Terry Pratchett mag.
“Die Zwölf” von Justin Cronin ist der spannende Nachfolger von “Der Übergang“. Die großartige Geschichte von Amy und ihren Freunden geht weiter.
Die Zwölf haben die Menschheit fast vernichtet und sind mittlerweile so mächtig, dass nur Amy sie noch aufhalten kann. Die letzten Menschen haben sich in unterschiedlichen politischen Systemen, freiwillig und unfreiwillig, zusammengeschlossen und versuchen auf unterschiedlichen Wegen gegen die Übermacht der Zwölf anzukämpfen.
An diesen Büchern gefällt mir besonders die Bewusstwerdung der hauchdünnen Linie bei Experimenten in der Wissenschaft, die zwischen Erfolg und Katastrophe eines solchen existiert. In den Romanen ist dies natürlich Si-Fi-mäßig zugespitzt und das Experiment, das zur Rettung der Menschheit gedacht war, ist nun der scheinbare Anfang ihrer Vernichtung.
Dazu kommt der tolle Spannungsaufbau durch viele Zeit- und Personenwechsel und das langsame Aufeinanderzulaufen dieser verschiedenen Handlungstränge zum großen Showdown.
Da freut man sich jetzt schon auf den dritten Teil…
“Der Winterpalast” von Eva Stachniak ist ein schöner Schmöker, der den Aufstieg von Katharina der Großen beschreibt.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Dienstmädchens Warwara, die als Spionin im Winterpalast in St. Petersburg arbeitet. Als die zukünftige Kaiserin, noch unter ihrem preußischen Namen Sophie von Anhalt-Zerbst, an den russischen Hof kommt, wird die junge Angestellte schnell zu ihrer engsten Vertrauten. Doch das höfische Leben lässt nicht zu, dass ihre Freundschaft bekannt werden darf.
Ein toller Roman über Freundschaft, Intrigen und das Leben am russischen Zarenhof in all seiner Pracht und Dekadenz, der dazu noch gut geschrieben ist.
Die Autoren Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt haben mit ihren Romanen “Der Mann, der kein Mörder war” und “Die Frauen, die er kannte” zwei sehr spannende Krimis geschrieben.
Beide handeln von dem Polizeipsychologen Sebastin Bergmann, von dem man als Leser abgestoßen und fasziniert zugleich ist – beruflich einzigartig, menschlich katastrophal.
Dazu kommen das Polizeiteam um Torkel Höglund und zwei spannende Fälle made in Sweden.
Obwohl es sprachlich durchaus bessere Krimis gibt, legt man die Bücher nicht mehr aus der Hand. Die Kombination aus einem symphatischen Team, einem – sehr milde ausgedrückt – unsymphatischen Polizeipsychologen, zwei gut konstruierten Fällen und dem sehr gelungenen Aufbau von Spannungsbögen ist unwiderstehlich. Hinzu kommt die persönliche Verwicklung eines der Protagonisten, die den Leser noch näher an das Geschehen bringt.
Und das schönste daran: Der zweite Teil war noch besser als der erste, so dass man darauf hoffen kann, es folgen noch weitere Fälle, die das dann nochmal übertreffen!
“Zwölf Wasser – Zu den Anfängen” von E.L. Greiff ist der wunderbar gelungene Auftakt zu einer neuen Fantasy-Trilogie.
Die Undae, die durch den Fluss des Wassers das Geschehen in der Welt beobachten, warnen die Menschen, weil die Wasserstände zurückgehen und die Quellen austrocknen. Obwohl sie eigentlich nur beobachten, werden drei von ihnen auf den Weg geschickt, die Menschheit zu retten. Begleitet werden sie von Babu aus einem Reitervolk, seinem Falken und Felt, einem Soldaten. Nach und nach wird auch ihnen bewusst, was auf dem Spiel steht…
Jeder, der gerne Fantasy liest, weiß, dass es in diesem Genre fast unmöglich ist, etwas ganz neues zu erfinden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man sich an mancher Stelle an andere großartige Fantasyliteratur erinnert fühlt. Und trotzdem verbindet Greiff das Althergebrachte mit einem neuen Thema – Wasser und wie wichtig es für die Welt ist. Schön und fantasievoll! Der Verlag hat zu der Reihe auch eine eigene Homepage gemacht: www.12wasser.de.
“Der beste Tag meines Lebens” von A.E. Miller und Z. Stentz ist ein schöner, lustiger und zugleich ernsthafter Roman über einen Jungen mit Asperger-Syndrom. Die beiden Autoren sind vor allem für ihre vielen Drehbücher bekannt, u.a. “Thor” und “X-Men: Die erste Entscheidung“.
Colin kennt keine Gefühle, aber er ist logisch bis ins kleinste Detail. Sein großes Vorbild ist Sherlock Holmes. Als in seiner Schule eine Waffe los geht und ein Mitschüler zu Unrecht verdächtigt wird, fängt Colin an in diesem Fall zu ermitteln…
Ein ungewöhnlicher Roman über einen ungewöhnlichen Jungen. Für alle Fans von Mark Haddon, die auf der Suche nach ähnlichen Büchern sind. Miller und Stentz gehe wie Haddon mit viel Humor an ein ernsthaftes Thema ohne es zu verunglimpfen. Sehr gelungen.
Endlich der nächste Roman von Kristin Cashore! Nach “Die Beschenkte” und “Die Flammende” hat die Autorin mit “Die Königliche” einen neuen fantastischen Roman aus der Welt der Sieben Königreiche geschrieben.
Wir treffen auf alte Bekannte wie Katsa, Bo und Fire. Doch die Hauptperson dieser Geschichte heißt Bitterblue. Nach dem Tod ihres Vaters, dem tyrannischen König Lenk, ist die junge Frau Königin von Monsea und muss von nun an ein von Leid geplagtes Königreich lenken lernen. Da sie sich der Vergangenheit stellen möchte, versucht sie zu verstehen, was ihr Vater angerichtet hat und wie sie ihrem Volk helfen kann. Dafür begibt sie sich nachts heimlich auf die Straßen und lernt den Geschichten des Volks zu lauschen. Dabei trifft sie Sapphire, der viel über die Misstände in Monsea zu wissen scheint. Nicht nur ihre Gefühlswelt gerät durch diese Begegnung durcheinander…
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