Zum Online-Shop von Hugendubel.de

Silke Scheuermann – Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen. Gedichte 2001-2008

Mittwoch, 22. Mai 2013
4,71 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Silke Scheuermann - Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen. Gedichte 2001-2008Man darf sich nicht täuschen lassen, Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen, der neue Gedichtband von Silke Scheuermann ist nicht (nur) eine Neuauflage ihres ersten Bandes von 2001. Der Untertitel erklärt: Gedichte 2001-2008, und damit wird schnell auch klar: da sind auch neue Gedichte enthalten!
Schon immer spielen Tiere eine große Rolle in den Gedichten von Silke Scheuermann, hier gibt es jetzt einen Sonettenkranz der Vogelflug heißt, vielleicht ihre Lieblingstiere, die Vögel, die zumindest, scheint mir, ohne dass ich sie gezählt hätte, die meistgenannte Tierart ist, wobei es ja so ist in diesen Gedichten, dass Form und Wesen sich verändern können, Eigenschaften haben, die etwas neben den vertrauten, den sicher geglaubten sich zeigen, dass das sichere sich als scheinbar erweist.
Ich denke Silke Scheuermann beobachtet sehr genau, Tiere besonders, und sieht, vielleicht oftmals selbst überrascht, dass die Beobachteten sich nicht wie erwartet verhalten, sie benehmen sich fremd. Ich stelle mir vor, dass sie am Schreibtisch sitzt und Worte ausprobiert, Wortkombinationen, Bilder, bis ihr Zeile und Bild deutlich sind und sie sieht und versteht.
Silke Scheuermann ist keine Verkünderin, so großartige Bilder und wuchtige Aussagen auch da stehen, Schlüsse ziehen, weiterdenken, muss man selbst.
Eine leichte Melancholie ist oft spürbar, eine verständliche, so wie hier:

Hans Well, Franz Kotteder – 35 Jahre Biermösl Blosn

Freitag, 17. Mai 2013
4,78 von 5 Punkten, basierend auf 9 Stimmen.

Hans Well, Franz Kotteder - 35 Jahre Biermösl BlosnHans Well erzählt 35 Jahre Biermösl Blosn, aber nicht nur, auch ein bisschen vom Davor und Danach..
Eine Familie mit 15 Kindern, dass es da leicht ist glauben eh nur Romantiker, das Behaupten in der Familienhierarchie ist nicht einfach. Reich ist so eine Familie auch nicht.
Musik gab es viel, der Vater als Lehrer hat die Kinder mitgenommen ins musikalische Leben, die Begabungen unterschiedlich natürlich, und in den unterschiedlichsten Formenationen.
Hans Well schont niemand, nicht sich selbst und nicht seine Umgebung, er war ja der Haupttexter der Biermösl Blosn und er hat auch da niemand geschont, er schaut genau hin, ob es um politische Ereignisse geht oder familiäre.
Die Münchner Kleinkunstszene, vor allem das MUH (Musikalisches Unterholz), daher kenne ich schon die Biermösl Blosn, da habe ich auch … ich nenne es mal so: viel Zeit verbracht, war einer der Wichtigsten Orte für den Karrierestart. Die Zusammenarbeit mit Helmut Eckl, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt um nur ein paar zu nennen, der hilfreiche Boykott durch den Bayerischen Rundfunk, der natürlich eine gewaltige Werbewirkung hatte und andere Sender animiert hat die Biermösls zu zeigen, vor allen aber war es die Form, bayerische Volksmusik, ausgezeichnet gespielt, verbunden mit bissigen, satirischen und treffenden Texten, die Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Hans Well erzählt genau und spart auch nicht seine Enttäuschung aus über das Auseinanderwachsen der Vorstellungen, das Auseinandergehen als letzte Konsequenz, allerdings spürt man immer, dass er sich zügelt, bemüht, nicht Bitterkeit und Zorn gewinnen zu lassen.

Harry Potter, Arthur Schopenhauer und der geglückte Tag

Mittwoch, 15. Mai 2013
4,14 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Jetzt sind also auch die letzten Bände Harry Potter gelesen, hat etwas gedauert, aber jetzt war eine günstige Gelegenheit.
Wie häufig in Fantasy-Büchern geht es um die Weltherrschaft, die ganz Guten kämpfen gegen die ganz Bösen, es ist immer so, dass die Guten sehr leiden müssen, dass die Bösen aussehen wie die sicheren Sieger, solange die Serie nicht abgeschlossen ist, ist da freilich kein endgültiger Sieg zu befürchten. Es geht häufig um die Errichtung einer faschistischen Diktatur, ein oberster Böser und seine speichelleckerischen Gefolgsleute, die mit großer Brutalität töten und siegen wollen – ein Modell das auch außerhalb der Fantasy-Literatur oft genutzt wird.
Aber, zumindest im Buch, alles wird gut und Harry wird ein rechter Biedermann und dankbar und erleichtert lege ich den letzten Band weg.
Wie hat sich die gute Gelegenheit ergeben? Hätte ich die viele Zeit denn sonst nicht anders genutzt?

Yejide Kilanko – Der Weg der Töchter

Dienstag, 23. April 2013
4,50 von 5 Punkten, basierend auf 10 Stimmen.

Yejide Kilanko - Der Weg der TöchterWarum ich Yejide Kilanko – Der Weg der Töchter gelesen habe … und es zum Welttag des Buches verlosen werde. (Gewinner siehe unten!)

Eigentlich unausweichlich, dass dieses Buch und ich uns getroffen haben, der Hauptgrund, wie fast immer, die Neugier. Die Autorin ist in Nigeria aufgewachsen, ich weiß da wenig darüber, ich erinnere mich gut an den Biafrakrieg, Bilder die mir geblieben sind, ich kenne Bücher von Wole Soyinka und Chinua Achebe, Ben Okri und Ken Saro-Wiwa. Die Autorin lebt jetzt in Kanada, sie stammt aus einer Großfamilie und lebt jetzt ein kanadisches Leben – da steckt ja in der Lebensgeschichte schon so viel Spannung, dass man zum Buch greifen muss und ich höre jemanden sagen: Das ist eher ein Frauenbuch, die können da mehr damit anfangen. Selbstverständlich will ich wissen womit Frauen mehr anfangen können, sind ja so viele ….
Eine Kinder- und Jugendgeschichte, behütet in der Großfamilie: „Ihre Schwester Eniayo war arewa, die Schönheit. Ich war sisi, die junge Dame“. Bis zu einem Ereignis das ihren Frieden stört, den Familienfrieden und ihren eigenen Frieden.
Der Cosusin, der in die Familie aufgenommen wird, bedrängt Morayo und plötzlich scheint sie alleine zu sein, scheint sie schuldig zu sein, die glückliche Kindheit endet und sie braucht sehr lange um nach diesem Missbrauch und dem Vertrauensbruch ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen.
Ich bin sicher, dass das Buch meist von Frauen gelesen werden wird, aber ich glaube Männer sollten das auch lesen, weil es ein gutes Buch ist und weil wichtige Nachrichten von Frauen in dem Buch zu finden sind.

Walle Sayer – Strohhalm, Stützbalken. Gedichte

Freitag, 12. April 2013
4,57 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Es gibt einen neuen Gedichtband von Walle Sayer – Strohhalm, Stützbalken!

Walle Sayer - Strohhalm, Stützbalken. Gedichte

Auftakt

Ohne Lehrerlaubnis
fällt draußen Schnee.

Daß du stehst neben dir
am Fenster deiner Dachkammer.

Hinausschaust als wie einer,
der auf nichts wartet.

Bis schwarz eine Katze
den Garten durchquert.

Schnee fällt draußen
und bedeckt das Weiß.


Wie immer sind es die kleinen und die kleinsten Momente, die er beschreibt, Winzigkeiten die leicht zu übersehen sind, er betätigt sich als Hinweisgeber, als Draufzeiger, manches Gedicht taugt als Spiegel, viele sind Zusammengesetzt aus Erinnerungsmomenten, die oft überraschende Erkenntnisse vom Werden in den Jetzt-Zustand erzeugen.
Ich denke das wirklich passende Wort für das was die Gedichte von Walle Sayer auslösen, neben dem Erzeugen von Bildern, ist: sinnieren, man muss ihnen nachsinnieren.
Das ist eine sanfte und stille Tätigkeit, die aber die nützlichsten Ergebnisse haben kann, so gesehen sind die Gedichte praktische Lebenshilfe, auf ihr stille und unaufdringliche Art.
Also: Lesen Sie, die helfen und freuen und nützen, die Gedichte von Walle Sayer.

Peter Ames Carlin – Bruce

Dienstag, 09. April 2013
4,86 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Peter Ames Carlin - Bruce. BiografieVor mir auf dem Tisch liegt die neue Biografie von Bruce Springsteen: “Bruce” von Peter Ames Carlin und während eines Telefonats mit einem Kollegen in Wismar ergibt es sich, dass wir auf „BRUUUCE“ (das hört man, wenn er live spielt, im Stadion, mit dreissig- oder vierzigtausend, oder mehr, Zuschauern, die ihn rufen, ihm zurufen, anrufen, ein eigenartiges Geräusch und richtig laut, aber niemals lauter als der Meister selbst!) zu sprechen kommen. Er hat das Buch schon gelesen und schon ist auch seine Empfehlung da.
Heute also als Gast: Volker Stein, Hugendubel Wismar:

Gerade hat Bruce Springsteen seine Welttournee, die im letzten Jahr anlässlich seines aktuellen Albums „Wrecking Ball“ begann, mit etlichen Terminen 2013 verlängert. Wer sich aktuelle Konzertanschnitte anschaut, glaubt kaum, dass der Mann über 60 ist, alle paar Tage ein 3-4 stündiges Konzert der Superlative abliefert und dabei jedes Mal die Songlisten nach Publikumswünschen verändert.

Eckhard Henscheid – Denkwürdigkeiten. Aus meinem Leben. 1941-2011

Mittwoch, 20. März 2013
4,86 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Eckhard Henscheid - Denkwürdigkeiten. Aus meinem Leben. 1941-2011. AutobiographieEckhard Henscheid nennt sein Buch Denkwürdigkeiten. Aus meinem Leben. 1941-2011.
Eine Autobiographie also wohl nicht, es kann ja nur um die besonderen Ereignisse gehen, nicht die unendlichen, den Leser plagenden, Kindheitserinnerungen die die meisten Autoren von Autobiographien so gern haben, man sieht förmlich wie die 70jährigen sich ganz genau ans Kind erinnern und daran wie klug es schon war, wie deutlich hier schon der Grundstein gelegt wurde für das spätere Genie-Dasein, Henscheid verspricht mit dem Titel: Denkwürdigkeiten, Ereignisse die wert genug sind, dass man darüber nachdenkt.
Henscheid ist einmal ein sehr wichtiger Autor gewesen in meiner Lesegeschichte, obwohl ich nur knapp am völligen ignorieren vorbeigeschrammt bin: Ich hatte Geht in Ordnung – sowieso – - genau – - - gelesen, entdeckt, Henscheid als großen realistischen Erzähler eingeordnet der die Peinlichkeit des Lebens in der Kleinstadt aufs genaueste beschrieben hatte, der exakte Bilder von Menschen geschaffen hatte wie man sie so und ähnlich leicht finden konnte, auch in meiner Umgebung, ich war also schon ein überzeugter Henscheid-Leser als ich herausgefunden habe, dass es eine Trilogie war, noch zwei Bände dazu gehörten und dass diese Trilogie unter dem zusammenfassenden Titel „Trilogie des laufenden Schwachsinns“ angeboten wurde.
Ich glaube ich hätte die Bücher nicht angefasst, wär mit der Titel untergekommen, nein, glaub ich auch jetzt noch, das hat er nicht verdient, der Henscheid.

tolino shine – digitales Lesen mit einem eReader

Donnerstag, 14. März 2013
4,36 von 5 Punkten, basierend auf 14 Stimmen.

tolino shine - digitales Lesen mit einem  eReader

Ich hatte ja schon einen eReader, aber darüber muss man nicht mehr reden, der toline shine spielt schon in einer ganz anderen Liga.
Mir geht es nicht so sehr um viele technische Kleinigkeiten sondern darum, dass der Reader dort wo ich ihn brauche gut funktioniert, dass er handlich ist, gut lesbar, eher intuitiv bedienbar als mit einer langen Anleitung (- die ich dann zur Hälfte nicht verstehe).
Natürlich hab ich ein paar Dinge gleich ausprobiert, wie das mit der Cloud funktioniert, auch wenn ich nicht glaube, dass ich jemals 2000 eBooks auf dem Reader haben werde und Platz schaffen muss (das Angbot im eBook Shop sind 300 000 Titel – allerdings hab ichs nicht gezählt), aber praktischerweise sind die ohnehin in der Cloud und das funktioniert super, auch eBooks aus der Cloud aufs Smartphone zu holen ist einfach. Der Zugang in den Hugendubel-Geschäften funktioniert und die Telekom Hotspots hab ich auch ausprobiert – so viel Neugierde muss sein.
Aber selbstverständlich brauche ich weiterhin gedruckte Bücher, zuhause, aber ich brauche  nicht mehr so schwere und große Taschen mit mir herumschleppen!

Matthias Wittekindt – Marmormänner. Kriminalroman

Donnerstag, 07. März 2013
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 12 Stimmen.

Matthias Wittekindt - Marmormänner. KriminalromanIch habe einen Krimi gelesen – Matthias Wittekindt: Marmormänner.
Ich lese wenige Krimis, und oft schaff ich die nicht bis zum Ende, aber hier hab ich tatsächlich in einem Zug (es können verschiedene gewesen sein, ich bin Pendler, also tatsächlich im Zug, allerdings, wegen nicht-erwarten-könnens, auch abends noch ein Stündchen machmal) gelesen.
Bei Krimis ist natürlich die Spannung das Allerwichtigste, deswegen erzähle ich nichts von den „Marmormännern“, vier Männer die 1970 in Fleurville verschwunden sind und von denen wohl jetzt Spuren auftauchen, nichts über Marie Grenier von der Spurensicherung, die sich da hineinarbeitet in den alten/neuen Fall, nicht, dass parallel dazu ein Fall verfolgt wird bei dem ein Vater versucht seine Tochter zu entführen, und die Mutter des Kindes verschwindet auch, und die Fälle, so weit auseinanderliegend auf den ersten Blick, haben miteinander zu tun – kein Wort davon.
Was ich allerdings wirklich erwähnen muss, sagen muss, das Buch ist ausgezeichnet geschrieben, fast könnte man, mit einer gewissen Überheblichkeit den Krimis gegenüber, sagen, der Autor verschwendet seine großen schreiberischen Fähigkeiten an einen Krimi, aber das sag ich nicht, freue mich, dass ich ihn gefunden habe und schon läuft die Bestellung für den Vorgänger: Schneeschwestern, weil so überzeugend wie Matthias Wittekindt in Marmormänner schreibt, ist der sicher auch gut!

Robin Robertson – Am Robbenkap. Gedichte

Donnerstag, 28. Februar 2013
4,67 von 5 Punkten, basierend auf 9 Stimmen.

Robin Robertson - Am Robbenkap. GedichteDa ist er endlich!
Der Gedichtband von Robin Robertson – Am Robbenkap.
Ich habe wirklich auf das Buch gewartet, seit der ersten Ankündigung.
Aus zwei Gründen:
Ich kannte ein paar Gedichte von Robin Robertson aus der großartigen Anthologie Beredter Norden. Schottische Lyrik seit 1900; von der hier ja schon mehrmals die Rede war, von der man gar nicht genug reden kann, die mich letzte Woche wieder zwei Tage aufs Beste beschäftigt hat, die in dem eigenwilligen und großartigen Verlag Editon Rugerup erscheinen ist und weil Jan Wagner der Übersetzer ist.
Jan Wagner ist ohne Zweifel einer der besten unter den jüngeren deutschsprachigen Lyrikern (der Beste zu sagen geht nicht, immer wenn ich so etwas versuche, etwa das beste Album von Bob Dylan, scheitere ich kläglich, bei Dylan hab immer schon 5 auf dem ersten Platz, zehn unter den ersten Fünf … “Das Beste” ist eine Scheinkategorie), Jan Wagner also hat hier übersetzt und ein Nachwort beigesteuert, wenn er unter den besten Lyrikern ist, muss man auch Übersetzungen von ihm beachten (und mindestens den neuesten Gedichtband: Die Eulenhasser in den Hallenhäusern!
Man kann Robertson als Naturlyriker bezeichnen, das sind immer wiederkehrende Themen, Wald (Schwimmen im Wald,… öffnen sich die Türen des Waldes…) Tiere (Die Sprache der Vögel, Was die Pferde nachts sehen), Wasser – Meer, Regen (Der See in der Abenddämmerung, Gesetz der Insel), und immer gehören die Menschen dazu, sind ganz Teil der Gedicht-Welt (Witwenweg, Der Immoralist), sind Beobachter und gleichzeitig Teil des Bildes und des Geschehens.

Suche

Facebook & Twitter

  • Hugendubel bei FacebookHugendubel bei Twitter

Herzlich Willkommen!

  • Im Hugendubel Blog schreiben Mitarbeiter der Buchhandlung Hugendubel über Bücher: Neuerscheinungen, Lieblings- bücher, Geheimtipps, über Themen, Trends und Fakten.

Archiv

Empfohlene Links