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Thirty Seconds to Mars – Love Lust Faith + Dreams

Donnerstag, 30. Mai 2013
4,67 von 5 Punkten, basierend auf 3 Stimmen.

Thirty Seconds to Mars - Love Lust Faith + DreamMit dem Hammeralbum “Love Lust Faith + Dreams” melden sich “Thirty Seconds to Mars” zurück.

Knapp vier Jahre nach dem Megaerfolg von “This is War” legt die Band mit dem charismatischen Sänger, Songwriter und Schauspieler Jared Leto den nächsten Longplayer vor.

Gleich der Opener “Birth” zeigt deutlich, hier hat sich was getan. Mystisch und streicherlastig kommt er daher. (Es fehlt nicht mehr viel, etwas mehr Bombast, ein Chor dazu und “Nightwish” und Co hätten ihre Freude daran). Leider fällt der Track sehr kurz aus und man wünscht sich irgendwo auf dem Album dann eine “Full-Version” dazu, die aber nicht auftaucht. Auch ansonsten kommen immer wieder Streicherarrangements zum Einsatz und man kann sich den Eindruck nicht verwehren, hier hat man von “Muse” sich etwas abgeschaut, ohne dabei aber zu plagiatieren.

Wie schon aus den Vorgängern bekannt, fehlt es “Love Lust Faith + Dreams” auch nicht an genialen Hymen (“Up in the Air”, “Do or die”,…). Bei “Bright Lights” legt Jared Leto so ein erotisches Timbre in die Stimme, dass es einem Gänsehaut verursacht und “Pyres of Varanasi” glänzt als elektronischer Track mit Hindi-Gesang.

Hans Well, Franz Kotteder – 35 Jahre Biermösl Blosn

Freitag, 17. Mai 2013
4,71 von 5 Punkten, basierend auf 14 Stimmen.

Hans Well, Franz Kotteder - 35 Jahre Biermösl BlosnHans Well erzählt 35 Jahre Biermösl Blosn, aber nicht nur, auch ein bisschen vom Davor und Danach..
Eine Familie mit 15 Kindern, dass es da leicht ist glauben eh nur Romantiker, das Behaupten in der Familienhierarchie ist nicht einfach. Reich ist so eine Familie auch nicht.
Musik gab es viel, der Vater als Lehrer hat die Kinder mitgenommen ins musikalische Leben, die Begabungen unterschiedlich natürlich, und in den unterschiedlichsten Formenationen.
Hans Well schont niemand, nicht sich selbst und nicht seine Umgebung, er war ja der Haupttexter der Biermösl Blosn und er hat auch da niemand geschont, er schaut genau hin, ob es um politische Ereignisse geht oder familiäre.
Die Münchner Kleinkunstszene, vor allem das MUH (Musikalisches Unterholz), daher kenne ich schon die Biermösl Blosn, da habe ich auch … ich nenne es mal so: viel Zeit verbracht, war einer der Wichtigsten Orte für den Karrierestart. Die Zusammenarbeit mit Helmut Eckl, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt um nur ein paar zu nennen, der hilfreiche Boykott durch den Bayerischen Rundfunk, der natürlich eine gewaltige Werbewirkung hatte und andere Sender animiert hat die Biermösls zu zeigen, vor allen aber war es die Form, bayerische Volksmusik, ausgezeichnet gespielt, verbunden mit bissigen, satirischen und treffenden Texten, die Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Hans Well erzählt genau und spart auch nicht seine Enttäuschung aus über das Auseinanderwachsen der Vorstellungen, das Auseinandergehen als letzte Konsequenz, allerdings spürt man immer, dass er sich zügelt, bemüht, nicht Bitterkeit und Zorn gewinnen zu lassen.

Peter Plate – Schüchtern ist mein Glück

Sonntag, 05. Mai 2013
4,83 von 5 Punkten, basierend auf 6 Stimmen.

Peter Plate - Schüchtern ist mein GlückNach der 20-jährigen Erfolgsgeschichte von Rosenstolz wandelt Peter Plate nun auf Solopfaden und versucht an die alten Erfolge mit seinem Erstling “Schüchtern ist mein Glück” anzuknüpfen.

Gleich eines vorneweg: Peter Plate war und ist kein Sänger mit großer Stimme, dafür ein unbestreitbar großartiger Songwriter und gerade deswegen sollte man zu diesem Album greifen.

Wie schon bei Rosenstolz reicht die Bandbreite der Songs von Akkustik über Elektronik bis hin zu Streichern. Fetzige Tracks, Midtemponummern und Balladen wechseln sich ab, wobei der Schwerpunkt eher auf den ruhigeren Werken liegt.

Textinhaltlich ist ebenso wieder alles mit dabei. Die erste Liebe, das Verlassenwerden, Aufreißen, das Sich-nicht-unter-kriegen-lassen,…

Auf der Deluxe Edition gibt es zwei zusätzliche Tracks, drei Songs vom Original-Album auf Englisch, sowie das komplette Album als Instrumental.

Für alle Fans von  Rosenstolz ein Muss und all die Anderen die Wert auf gute musikalische Arrangements und Texte legen.

 

Hubert Reeves: Wo ist das Weltall zu Ende?

Mittwoch, 24. April 2013
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 4 Stimmen.

Hubert Reeves: Wo ist das Weltall zu Ende?Der achtfache Großvater Hubert Reeves hat Gelegenheit, viel Zeit mit seinen heranwachsenden Enkeln zu verbringen und ihnen Fragen wie diese zu beantworten: Wo ist das Weltall zu Ende? Famos versteht der namhafte frankokanadische Astrophysiker sich darauf, Kindern und Jugendlichen das Universum zu erklären. Wofür vorliegendes Buch aus dem C. H. Beck Verlag das Beweisstück ist. Gut vorstellbar, dass viel ältere Jahrgänge ebenfalls ihre Freude an den sommerabendlichen Liegestuhlgesprächen haben, die hier für jeden wissenschaftlichen Laien festgehalten sind.

Im Buchblock enthält der schön gebundene kleine Band (deutsche Erstausgabe 2012) keine Abbildungen. Nur die typographischen Sternchen um die 140 Seitenzahlen herum weisen anders als wörtlich darauf hin, dass die durchkomponierte Plauderei beim Anblick des Himmels stattfindet. Die Gesprächsform selbst sorgt hier für die nötige und ausgiebige Anschaulichkeit. Nicht nur, wo an geeigneter Stelle ein Bienenkorb oder ein Rosinenkuchen aufgefahren oder dem Lieblingskätzchen Coquecigrue sein Platz in der Geschichte des Universums angewiesen wird. Es reden eben zwei Menschen miteinander, gehen aufeinander ein und verständigen sich. Soweit der Autor im vorliegenden Fall eine Reihe von tatsächlichen Gesprächen bloß nachgebildet hat, zeugt das Ergebnis von einem vorbildlichen Nachempfinden des lebendigen Dialogs zwischen Opa und 14-jähriger Enkelin.

Sarah Brightman – Dreamchaser (Limited Deluxe Edition)

Freitag, 12. April 2013
3,83 von 5 Punkten, basierend auf 12 Stimmen.

Sarah Brightman - DreamchaserSarah Brightman läd uns mit “Dreamchaser” ein, auf eine Reise durch das Universum, unsere Träume und unser Inneres.

Mit Mike Hedges (U2, Dido, The Cure) holt sich sich Sarah Brightman für ihr Album “Dreamchaser” einen neuen Produzenten ins Boot und beendet die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Frank Petersen (Gregorian) nach 18 Jahren, 8 Alben und zahlreichen Hits.

Diesen Wechsel hört man von der ersten bis zur letzten Minute des Albums. Für Fans des typischen Brightman/Petersen-Sounds erst einmal ein Schlag ins Gesicht, doch ein Künstler darf und soll sich ja auch weiterentwickeln und Sarah selbst sagt über das Album, dass sie sich mit seiner Umsetzung einen lang gehegten Traum erfüllt hat.

1. Der Opener “Angel” lässt uns abheben.

2. “One Day like this” ist wohl der Track der am ehesten an alte Zeiten erinnert und…

3. … “Glosoli” (Cover eines Sigur Ros Songs) breitet sich nach und nach zu einem epischen Gesamtkunstwerk aus.

4. “Lento E Largo From Symphony No.3, Op.36″ verwebt Klassik mit sphärischen Elementen.

OneRepublic – Native (Limited Deluxe Edition)

Freitag, 12. April 2013
4,14 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

OneRepublic - NativeMit “Native” setzten OneRepublic ihre Erfolgsgeschichte fort. Die Scheibe verbindet Soul, Elektronik und abwechslungsreiche Ryhthmen und bietet wieder zahlreiche Hits.

Die ersten 5 Tracks , könnte man als typisch OneRepublic bezeichnen. Eingängige Songs zum Party machen und mitsingen. “If I lose myself” erinnert kurz an Rhiannas “We found Love”. Es folgt ein Break mit “Light it up” und “Can’t stop” (erinnert an Hurts), die sich stilistisch dann doch deutlich etwas abheben, gefolgt von der ersten Ballade des Albums, die aber nur vor sich hinplätschert. Danach nimmt das Album wieder Fahrt auf und hält die Qualität der Songs wieder in die Höhe um die CD leider mit einem, für mich völlig unnötigen Track zu beenden.

Auf der Limited Delux Edition befinden sich neben drei Acoustic Versionen aus dem Original-Album, zwei weiter Songs, von denen “Life in Color” absolut hervorsticht.

Beim Hören hat man leider immer wieder das Gefühl als hätten OneRepublic mächtig unter Zeitdruck gestanden. Einige Tracks hören einfach zu abrupt auf oder werden zu schnell ausgeblendet, was sehr schade ist. Hier hätte mehr Fingerspitzengefühl gut getan.

Peter Ames Carlin – Bruce

Dienstag, 09. April 2013
4,88 von 5 Punkten, basierend auf 8 Stimmen.

Peter Ames Carlin - Bruce. BiografieVor mir auf dem Tisch liegt die neue Biografie von Bruce Springsteen: “Bruce” von Peter Ames Carlin und während eines Telefonats mit einem Kollegen in Wismar ergibt es sich, dass wir auf „BRUUUCE“ (das hört man, wenn er live spielt, im Stadion, mit dreissig- oder vierzigtausend, oder mehr, Zuschauern, die ihn rufen, ihm zurufen, anrufen, ein eigenartiges Geräusch und richtig laut, aber niemals lauter als der Meister selbst!) zu sprechen kommen. Er hat das Buch schon gelesen und schon ist auch seine Empfehlung da.
Heute also als Gast: Volker Stein, Hugendubel Wismar:

Gerade hat Bruce Springsteen seine Welttournee, die im letzten Jahr anlässlich seines aktuellen Albums „Wrecking Ball“ begann, mit etlichen Terminen 2013 verlängert. Wer sich aktuelle Konzertanschnitte anschaut, glaubt kaum, dass der Mann über 60 ist, alle paar Tage ein 3-4 stündiges Konzert der Superlative abliefert und dabei jedes Mal die Songlisten nach Publikumswünschen verändert.

Lavender Diamond – Incorruptible Heart

Donnerstag, 14. März 2013
4,67 von 5 Punkten, basierend auf 3 Stimmen.

Lavender Diamond - Incorruptible HeartLange haben die Fans auf das neue Album “Incorruptible Heart”, von Lavender Diamond warten dürfen, doch das Warten hat sich mehr als nur gelohnt!

12 Folk-Pop-Perlen die von Minimalismus über psychedelische Elemente bis hin zum großen klassischen Streicherarrangement reichen, ohne auf musikalische Konventionen zu achten, getragen von Becky Starks elfengleicher Stimme, laden ein zum Träumen und Genießen. Das Album weckt Erinnerungen an die guten alten 70er des vergangenen Jahrhunderts ohne aber als Abklatsch daher zu kommen.

Incorruptible Heart ist sowohl der perfekte Soundtrack für große Überlandfahrten mit offenem Verdeck, an der Seite heraushängenedem Arm und den geliebten Menschen auf dem Beifahreresitz, als auch gemeinsam an einem verregneten Tag sich aneinander zu kuscheln und zu zuhören.

Lavender Diamond haben ihre ganz persönliche eigene Nische im großen Musik-Zirkus gefunden und wir wollen mal hoffen, das sie sich davon nicht verderben lassen, wie so manch andere Künstler.

Dieses Album ist ist Balsam für die Seele, beschwingt sie, umarmt sie, streichelt sie.

Finn Martin – Change

Donnerstag, 14. März 2013
4,67 von 5 Punkten, basierend auf 3 Stimmen.

Mit “Change” legt Finn Martin ein Soloalbum vor, das alles hat um international durchzustarten.

Dem Ein oder Anderen dürfte Finn Martin durch seine Band Asher Lane bekannt sein die mit ihrer  Single “New Days” in den internationalen Charts verteten war. Nun schlägt er den Solopfad ein. Auch wenn er bei dem deutschen Vorentscheid “Unser Song für Malmö” nicht gewonnen hat und wir somit nicht durch ihn vertreten werden beim Eurovison Song Contest, sollten wir ihm unbedingt weiterhin unsere Aufmerksamkeit schenken.

Mit Asher Lane hat er den halben Planeten umrundet und sich inspirieren lassen von den verschiedenen Eindrücken, Orten, Menschen, Erfahrungen und musikalischen Stilrichtungen.

Dabei herausgekommen ist sein Soloalbum “Change” und passender könnte der Titel nicht gewählt sein. Die Veränderung vom Bandmitglied zum Solokünstler für ihn selbst, die unterschiedlichen Songs die man jedes Mal neu entdecken kann und eine Melange aus Folk, Pop und Elektronik sind, dennoch aber ein großes Ganzes bilden.

Yoko Ono

Freitag, 22. Februar 2013
4,92 von 5 Punkten, basierend auf 12 Stimmen.

Nicola Bardola - Yoko Ono. Die Biografie Yoko Ono hatte kürzlich Geburtstag, eine ganz unfassbare Anzahl von Jahren soll sie schon gelebt haben, da kümmere ich mich nicht weiter drum aber nehm dennoch den Anlass, ein wenig in Büchern und Filmen zu lesen und zu schauen.
Die DVD – LennonNYC, in dem Yoko eine große Rolle spielt; weil ichs schon immer mochte, so chaotisch das auch war – Live in Toronto ’69 (DVD und die CD); immer wieder einladend natürlich The John Lennon Letters. Erinnerungen in Briefen, und, obwohl erst letztes Jahr gelesen, lese ich mich wieder fest in diesem Buch: Yoko Ono – Die Biografie von Nicola Bardola.
Bardola ist ein Verehrer, ein Bewunderer – was mit sehr gut gefällt, böses gabs genug über Yoko Ono, etwas so zugeneigtes und liebenswürdiges zu lesen gefällt mir jetzt sehr. Aber er ist kein ganz unkritisch alles-ist-großartig Verehrer, er kann schon sagen, wenn etwas (und das ist bei Yoko Ono nicht wenig) allzu sonderbar ist, zu unverständlich, vielleicht jetzt nicht zugänglich, vielleicht nie. Es ist ja einfach so, dass ein Künstler ein Angebot macht, sein Werk, und man mag es, nicht, teilweise, da hat der Künstler keinen Einfluss mehr, das Werk ist draußen in der Welt und muss sich selbst behaupten, und natürlich, wenn es so liebenswürdige Fürsprecher wie Nicola Bardola hat, können Werk und Künstler sich freun.
Am Ende meiner Yoko Ono – Geburtstagsforschungsreise tue ich noch etwas das mir nie leicht gefallen ist – ich höre das, was wohl die erste gemeinsame Arbeit von Yoko und John Lennon war: Unfinished Music Vol. 1 (Two Virgins)

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