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Hans Well, Franz Kotteder – 35 Jahre Biermösl Blosn

Freitag, 17. Mai 2013
4,78 von 5 Punkten, basierend auf 9 Stimmen.

Hans Well, Franz Kotteder - 35 Jahre Biermösl BlosnHans Well erzählt 35 Jahre Biermösl Blosn, aber nicht nur, auch ein bisschen vom Davor und Danach..
Eine Familie mit 15 Kindern, dass es da leicht ist glauben eh nur Romantiker, das Behaupten in der Familienhierarchie ist nicht einfach. Reich ist so eine Familie auch nicht.
Musik gab es viel, der Vater als Lehrer hat die Kinder mitgenommen ins musikalische Leben, die Begabungen unterschiedlich natürlich, und in den unterschiedlichsten Formenationen.
Hans Well schont niemand, nicht sich selbst und nicht seine Umgebung, er war ja der Haupttexter der Biermösl Blosn und er hat auch da niemand geschont, er schaut genau hin, ob es um politische Ereignisse geht oder familiäre.
Die Münchner Kleinkunstszene, vor allem das MUH (Musikalisches Unterholz), daher kenne ich schon die Biermösl Blosn, da habe ich auch … ich nenne es mal so: viel Zeit verbracht, war einer der Wichtigsten Orte für den Karrierestart. Die Zusammenarbeit mit Helmut Eckl, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt um nur ein paar zu nennen, der hilfreiche Boykott durch den Bayerischen Rundfunk, der natürlich eine gewaltige Werbewirkung hatte und andere Sender animiert hat die Biermösls zu zeigen, vor allen aber war es die Form, bayerische Volksmusik, ausgezeichnet gespielt, verbunden mit bissigen, satirischen und treffenden Texten, die Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Hans Well erzählt genau und spart auch nicht seine Enttäuschung aus über das Auseinanderwachsen der Vorstellungen, das Auseinandergehen als letzte Konsequenz, allerdings spürt man immer, dass er sich zügelt, bemüht, nicht Bitterkeit und Zorn gewinnen zu lassen.

Thomas Feibel: Like me – Jeder Klick zählt

Freitag, 10. Mai 2013
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 4 Stimmen.

Thomas Feibel - Like me - jeder Klick zählt - Carlsen“Like me – Jeder Klick zählt” von Thomas Feibel (erschienen bei Carlsen) ist einen Roman voller Aktualität. Er beschäftigt sich mit Beliebtheit, Freundschaft und sozialen Netzwerken. Rasant erzählt. Ideal für eine Buchvorstellung oder als Klassenlektüre. Für Jugendliche ab 12.

Die 14-jährige Jana ist neu in der Klasse. Sie sieht super aus. Die Jungs schauen ihr nach. Ihre Familie ist äußerst vermögend (mit Villa, Swimmingpool und Segelboot). Und das Mädchen besitzt ein iPhone, mit dem sie permanent online ist. Ihr ganzes Leben postet sie auf ON, einem Social Media Network. Freunde: schon über 400. Im “echten” Leben und in der neuen Schulklasse, in die auch die Ich-Erzählerin Karo geht, ist Jana eher ein wenig abweisend. So dauert es eine Weile bis die beiden Tischnachbarinnen einander schließlich näher kommen und gemeinsam Mathe mit Karos Schwarm Eddie und dem Streber Ivo lernen. Als Jana erfährt, dass ON zur ON-Fernseh-Show werden soll, steckt sie Karo und Eddie mit ihrer Begeisterung an, an einem Wettbewerb teilzunehmen. Denn wer in dem sozialen Netzwerk am beliebtesten ist und die meisten Punkte bekommt für aufregende Posts und viele Freunde, der darf Moderator der Show werden. Die drei schließen einen Pakt: sie geben sich für jeden Post gegenseitig Punkte und wer aufgibt, muss die Punkte an den anderen abtreten. Umso viele Klicks wie möglich zu bekommen, muss man sich natürlich einiges einfallen lassen. Die besten, abgedrehtesten Videos und Fotos müssen her. Das Wetteifern um Platz eins geht los. Ein Foto von Karos altem Plüschtier und Eddie, wie er eine Cola verschüttet, sind da noch harmlos. Doch bald überschreitet Jana die Grenzen…

Die Geschichte selbst wird aus Karos Sicht erzählt. Sie berichtet einem (dem Leser unbekannten) Freund rückblickend, was…

Brigitte Blobel – Liebestot

Dienstag, 30. April 2013
4,60 von 5 Punkten, basierend auf 5 Stimmen.

Brigitte Blobel - Liebestot - cbjDie bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Brigitte Blobel, die besonders durch ihre problembehafteten Reality-Romane erfolgreich wurde, legt nun mit “Liebestot” einen ersten Thriller vor. Und auch das kann sie gut! In dessen Mittelpunkt stehen ebenfalls bewegende Themen: Sehnsucht nach Tod, Manipulation und eine gefährliche Liebe. Für Jugendliche ab 12 und interessierte Erwachsene.

Die 17-jährige Merle war schon lange nicht mehr verliebt. Seit zwei Jahre hat sie schon keinen Freund mehr. Wenn dann die frisch verliebte, beste Freundin auch nur noch im Doppelpack unterwegs ist, ist das auch nicht gerade förderlich, um sich weniger einsam zu fühlen. Zum Glück gibt es da Noah, den Merle vor einigen Wochen auf Facebook kennengelernt hat und mit dem sie nun ab und zu chattet. Er interessiert sich besonders dafür, dass sie auf einem Friedhof arbeitet (ihre Eltern betreiben eine Friedhofsgärtnerei) und löchert sich mit Fragen über den Tod. Und dann schlägt Noah ihr sogar vor in den Sommerferien etwas gemeinsam zu unternehmen! Eine Reise in die einsame, unberührte Natur im Norden Schottlands mit Noah und zwei anderen Freunden. Merle schafft es ihre Eltern zu überzeugen. Aber – Überraschung: es ist nur Noah, den sie in Schottland trifft. Von seinen zwei Freunden keine Spur. Noah wollte sie nun wohl doch nicht dabei haben. Auch wenn er auf Merle sehr reif und erwachsen wirkt, ist er manchmal spröde, wortkarg und abweisend ihr gegenüber. Dennoch kann Merle sich nicht dagegen erwehren ihn trotz allem sehr attraktiv zu finden. Er ist geheimnisvoll und unnahbar. Eigentlich weiß sie auch nicht wirklich viel über ihn. Und trotzdem lässt sie sich auf die Reise mit ihm ein… ein Fehler?

Parallel zu Merles Geschichte wird noch ein weiterer Erzählstrang dazwischen geschoben. Ein Bauer erzählt, wie er plötzlich in der Einöde…

Johanna Samt – Sehnsuchtsschimmern

Dienstag, 30. April 2013
3,75 von 5 Punkten, basierend auf 4 Stimmen.

Johanna Samt - Sehnsuchtsschimmern - ThienemannEine Schmonzette im Jugendbuch – das ist “Sehnsuchtsschimmern” von Johanna Samt. Ein Roman über das Finden der großen Liebe und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Leichte Unterhaltungslektüre für Mädchen, die auch mal etwas leicht Kitschiges lesen möchten. Im praktischen Handtaschenformat. Ab 14 Jahren.

Die 20-jährige Studentin Ava lebt bei ihrer Tante, die ihr gerne mal die Tarotkarten liest. Nun wahrsagt sie dem jungen Mädchen, dass bald ihr “Magier” auftauchen wird, ihre große Liebe, nach der Ava schon immer gesucht, die sie aber noch nie gefunden hat. Zwar gibt es da Conelly, einen amerikanischen Studenten, der sehr an ihr interessiert ist, aber Ava hält ihn eher auf Abstand. Während ihrer Semesterferien verbringt sie die Zeit bei ihrer neuen Freundin Saskia, einem lebenslustigen, frechen Mädchen, die dauernd wechselnde Beziehungen führt. Saskia hat ein kleines Ferienhäuschen am Plöner See. Auf einer Party zieht das quirlige Mädchen ausgerechnet mit einem Jungen ab, der mit seiner Freundin gekommen ist. Ava findet das unmöglich. Nichts ahnend, dass die Wasserphobikerin, die nicht schwimmen kann, sich selbst in Saskias Bruder David verlieben wird, den sie kurz darauf auf der “Schwaneninsel” trifft. Auch er hat eigentlich eine Freundin

Der Roman plätschert zuweilen doch recht seicht vor sich hin. Wer sich daran nicht stört, den erwartet eine schöne Liebesgeschichte eines Mädchens, das…

Katharina Adams – Mein Genussgarten

Sonntag, 28. April 2013
4,90 von 5 Punkten, basierend auf 10 Stimmen.

Katharina Adams - Mein Genussgarten -Ulmer

Mein Genussgarten von Katharina Adams animiert mich, sofort einige der dort vorgestellten Projekte umzusetzen. Alle Sinne werden angesprochen, mit Rezepten, mit Pflanzen, die eine ungewöhnliche Haptik haben, die Farbkombinationen, der Geruchssinn darf auch nicht zu kurz kommen. Und bitte nicht alles zu perfekt, damit noch Zeit bleibt, mit Freunden und Kindern den Garten auch zu geniessen. Da wird genäht, alte Gartenmöbel aufgehübscht oder Tipps gegeben, was einen guten Feuerkorb ausmacht. Ach, wie gerne hätte ich den Platz für einen Barfusspfad, wie er im Buch angeregt wird. Ich muss sofort den Gartenhäcksler anwerfen!

Hubert Reeves: Wo ist das Weltall zu Ende?

Mittwoch, 24. April 2013
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 4 Stimmen.

Hubert Reeves: Wo ist das Weltall zu Ende?Der achtfache Großvater Hubert Reeves hat Gelegenheit, viel Zeit mit seinen heranwachsenden Enkeln zu verbringen und ihnen Fragen wie diese zu beantworten: Wo ist das Weltall zu Ende? Famos versteht der namhafte frankokanadische Astrophysiker sich darauf, Kindern und Jugendlichen das Universum zu erklären. Wofür vorliegendes Buch aus dem C. H. Beck Verlag das Beweisstück ist. Gut vorstellbar, dass viel ältere Jahrgänge ebenfalls ihre Freude an den sommerabendlichen Liegestuhlgesprächen haben, die hier für jeden wissenschaftlichen Laien festgehalten sind.

Im Buchblock enthält der schön gebundene kleine Band (deutsche Erstausgabe 2012) keine Abbildungen. Nur die typographischen Sternchen um die 140 Seitenzahlen herum weisen anders als wörtlich darauf hin, dass die durchkomponierte Plauderei beim Anblick des Himmels stattfindet. Die Gesprächsform selbst sorgt hier für die nötige und ausgiebige Anschaulichkeit. Nicht nur, wo an geeigneter Stelle ein Bienenkorb oder ein Rosinenkuchen aufgefahren oder dem Lieblingskätzchen Coquecigrue sein Platz in der Geschichte des Universums angewiesen wird. Es reden eben zwei Menschen miteinander, gehen aufeinander ein und verständigen sich. Soweit der Autor im vorliegenden Fall eine Reihe von tatsächlichen Gesprächen bloß nachgebildet hat, zeugt das Ergebnis von einem vorbildlichen Nachempfinden des lebendigen Dialogs zwischen Opa und 14-jähriger Enkelin.

Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Freitag, 29. März 2013
3,36 von 5 Punkten, basierend auf 11 Stimmen.

Bronnie Ware - 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen - Arkana5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, zum Inhalt eines Buchs zu machen, klingt so vielversprechend, dass Bronnie Ware auf die darin enthaltenen “Einsichten, die Ihr Leben verändern werden“, sicher noch viele andere Leser außer mir neugierig macht.

Zum Hineinlesen kam mir der eigene Geburtstag gerade recht. Bronnie Ware arbeitet als Sterbebegleiterin. Hier die von ihr auf den Punkt gebrachten fünf Dinge: Die Sterbenden bereuen erstens, nur nach den Erwartungen anderer gelebt zu haben; zweitens, zu viel gearbeitet zu haben; drittens, ihren Gefühlen nicht Ausdruck verliehen zu haben; viertens, den Kontakt zu ihren Freunden nicht gehalten zu haben; fünftens, sich nicht mehr Freude gegönnt zu haben. Diese Quintessenz ist dem Buch leicht zu entnehmen; denn es handelt sich dankenswerterweise um Zwischenüberschriften.

Den Rest der 300 Seiten mag lesen, wer glaubt, in derselben Zeit nichts Lohnenderes zu versäumen. Mir genügten die ersten zwanzig, dann erschien mir mein Geburtstag zu kostbar. Nach diesem Lesepensum ist nämlich die Autorin noch nicht einmal ansatzweise auf den Punkt gekommen. Wer ihren autobiographischen Abschweifungen mehr Sinn abgewinnt, dem mag es freilich anders als mir ergehen, weil er den vielleicht besonderen Draht gefunden hat, den es hier für die Lektüre braucht.

Jojo Moyes, Ein ganzes halbes Jahr

Sonntag, 24. März 2013
3,69 von 5 Punkten, basierend auf 13 Stimmen.

Jojo Moyes, Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes erzählt in „Ein ganzes halbes Jahr“ die wirklich beeindruckende, berührende Geschichte von Lou und Will. Ja, es ist auch eine romantische Liebesgeschichte, aber es ist auch noch so vieles mehr. Und nein – Taschentücher werden nicht mit geliefert, sollten aber bereitgehalten werden.

Wir begegnen Louisa (Lou), Mitte 20, Kleinstadtmädel ohne große Ambitionen und einem ziemlich verrückten Geschmack was Mode angeht. Als sie ihren geliebten Job im Café verliert, ändert sich ihr Leben radikal, denn neue Jobs sind in dieser Zeit schwer zu finden und ihre Familie (ja, sie lebt noch bei ihren Eltern) ist auf ihr Einkommen angewiesen. Will, Mitte 30, erfolgreich, wohlhabend, aktiv und sportlich, seit 2 Jahren nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt und immer auf die Hilfe anderer angewiesen.

Hugh Howey, Silo

Mittwoch, 20. März 2013
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 6 Stimmen.

Hugh Howey, Silo

„Silo“ ist der erste Roman von Hugh Howey, ein sehr gelungener Endzeitthriller, der ursprünglich nur als Ebook-Serie erschienen ist.

Für tausende von Menschen ist das Silo der einzige Lebensraum. Der Platz ist begrenzt und deshalb ist alles streng reglementiert und organisiert. Das architektonische Oben und Unten spiegelt sich auch in der Gesellschaft wieder. Es gibt einen Bürgermeister, einen Sheriff, einen Deputy – immer eine Person, die hauptverantwortlich für ihren Bereich ist. Da die Ressourcen begrenzt sind, gibt es immer wieder Reibereien zwischen den Abteilungen und alles muss irgendwie repariert und am Laufen gehalten werden. Die Außenwelt ist vergiftet und unbewohnbar, nur im Silo ist das Überleben gesichert.

Einen direkten Kontakt nach Draußen gibt es nicht. Das Silo ist unterirdisch angelegt, nur die Spitze mit vier Kameras und einer Schleuse befindet sich über der Erde. Über diese Kameras nehmen die Bewohner ihre Umgebung war und hin und wieder müssen diese Linsen gereinigt werden. Diese Aufgabe endet immer tödlich, da trotz Schutzanzug kein Mensch draußen lange überleben kann. Deshalb wird die Reinigung von zum Tode verurteilten Verbrechern ausgeführt, oder von Menschen, die das Leben im Silo nicht mehr ertragen können.

Matthew Dicks – Der beste Freund, den man sich denken kann

Montag, 18. März 2013
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Matthew Dicks, der beste Freund, den man sich denken kann

In diesem Buch geht es um wahre, unverfälschte Freundschaft, ganz einfach.  Budo ist wirklich „Der beste Freund, den man sich denken kann“ – in diesem Fall für Max, der sonst keine Freunde hat.

Doch Budo ist ein imaginärer Freund, den der achtjährige Max sich ausgedacht hat. Seit fast 6 Jahren sind die beiden ein Team und keiner versteht Max so gut wie Budo, denn Max ist anders. Er hasst Berührungen, schaut anderen nicht in die Augen und Sozialkontakte sind eher schwierig – für beide Seiten. So sehr sich seine Eltern und auch die Lehrer um Max bemühen, so richtig verstehen tut ihn nur Budo. Da gibt es die Angst, in der Schule auf die Toilette gehen zu müssen, oder ob der heimliche Gutenachtkuss seiner Mutter vielleicht doch zu lange gedauert haben könnte. Wenn Max seine Umwelt gar nicht mehr ertragen kann, blockiert er. Die Erwachsenen bemühen sich dann ganz besonders um ihn, doch Budo weiß, da hilft nur Abwarten. In solchen Fällen, oder auch wenn Max schläft, erkundet Budo seine Umwelt, denn so wurde er von Max erschaffen: neugierig, offen und mit der Fähigkeit durch geschlossene Türen zu passieren.

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