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Hans Well, Franz Kotteder – 35 Jahre Biermösl Blosn

Freitag, 17. Mai 2013
4,71 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Hans Well, Franz Kotteder - 35 Jahre Biermösl BlosnHans Well erzählt 35 Jahre Biermösl Blosn, aber nicht nur, auch ein bisschen vom Davor und Danach..
Eine Familie mit 15 Kindern, dass es da leicht ist glauben eh nur Romantiker, das Behaupten in der Familienhierarchie ist nicht einfach. Reich ist so eine Familie auch nicht.
Musik gab es viel, der Vater als Lehrer hat die Kinder mitgenommen ins musikalische Leben, die Begabungen unterschiedlich natürlich, und in den unterschiedlichsten Formenationen.
Hans Well schont niemand, nicht sich selbst und nicht seine Umgebung, er war ja der Haupttexter der Biermösl Blosn und er hat auch da niemand geschont, er schaut genau hin, ob es um politische Ereignisse geht oder familiäre.
Die Münchner Kleinkunstszene, vor allem das MUH (Musikalisches Unterholz), daher kenne ich schon die Biermösl Blosn, da habe ich auch … ich nenne es mal so: viel Zeit verbracht, war einer der Wichtigsten Orte für den Karrierestart. Die Zusammenarbeit mit Helmut Eckl, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt um nur ein paar zu nennen, der hilfreiche Boykott durch den Bayerischen Rundfunk, der natürlich eine gewaltige Werbewirkung hatte und andere Sender animiert hat die Biermösls zu zeigen, vor allen aber war es die Form, bayerische Volksmusik, ausgezeichnet gespielt, verbunden mit bissigen, satirischen und treffenden Texten, die Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Hans Well erzählt genau und spart auch nicht seine Enttäuschung aus über das Auseinanderwachsen der Vorstellungen, das Auseinandergehen als letzte Konsequenz, allerdings spürt man immer, dass er sich zügelt, bemüht, nicht Bitterkeit und Zorn gewinnen zu lassen.

Kylie Minogue & William Baker – Kylie Fashion

Montag, 13. Mai 2013
4,50 von 5 Punkten, basierend auf 4 Stimmen.

Kylie Minogue & William Baker - Kylie FashionKylie Minogue hat zusammen mit William Baker ihren fotografischen Kleiderschrank durchforstet und herausgekommen ist dabei “Kylie Fashion”, eine Moderetrospektive der letzten 25 Jahre.

Anfang der 80er des vorrangegangenen Jahrhunderts tauchte eine kleines, zierliches, australisches Popwesen bei MTV auf und wurde zusammen mit dem Sender erwachsen.

Musikalisch und modetechnisch prägte Kylie zusammen mit Madonna Generationen, wobei die kleine Australierin eher am Anfanfg mit Kleidung von der Stange glänzte, relativ schnell aber sich der Haute Couture zuwendete.

Wer kennt sie nicht, die Netzleggins aus dem Video “Shocked”, die goldene Hotpants aus “Spinning around” oder den weißen, sehr offenherzigen Jumpsuit aus “Can’t get you out of my Head”? Kylie drückte nicht nur diesen Videos ihren Stempel auf, sondern erfand sich immer wieder neu und holte sich dabei tatkräftige Unterstützung der führenden Modedesigner dieser Welt.

Für ihren Fotoband “Kylie Fashion”, hat Kylie die entstanden Fotos aus zahlreichen Shootings durchsucht und die Schönsten, Persönlichsten und mit vielen Erinnerungen Verbundenen ausgewählt und präsentiert sie uns nun.

Rudi Fuchs: Rembrandt spricht

Montag, 08. April 2013
4,33 von 5 Punkten, basierend auf 3 Stimmen.

Der niederländische Kunsthistoriker Rudi Fuchs lässt in seinem Buch Rembrandt spricht den Leser die Werkstatt des alten Meisters betreten und dessen Fachsimpeleien mit dem einen oder anderen Zeitgenossen beiwohnen.

Es geht natürlich um bedeutende Rembrandt-Gemälde, von denen jedes auf etlichen Seiten diskutiert wird, übrigens ohne dass die Leserschaft das Bild aus den Augen verliert. Man muss dazu nicht zurückblättern; denn das besprochene Werk ist einfach wiederholt abgedruckt. Ich zumindest finde das komfortabel. Gar so viele Bildwiederholungen wären bei einem größerformatigen Buch allerdings nicht nötig gewesen. Trotzdem: keine schlechte Idee.

Die gut 300 Seiten enthalten keine Zwischenüberschriften; nur die Nummerierung von I bis V unterteilt den Redefluss, der insofern etwas von einer zwanglosen Unterhaltung hat, wobei das Ganze gleichwohl strukturiert wirkt. Man erfährt mehr und mehr, wie Rembrandt sich zu einem höchst eigenständigen Maler entwickelt hat und schon früh entwickeln wollte. Auf eine Italienreise, wie im 17. Jahrhundert für die meisten seiner ambitionierten Zunftgesellen ein Muss, glaubte er verzichten zu können. An Kenntnissen über italienische wie niederländische Vorgänger fehlte es ihm dennoch nicht. Aber die Hauptsache war für ihn, ein eigenes Problem und seine Lösung ins Werk zu setzen: die außerordentliche Belebung der Malerei durch Licht und Schatten. Das wird von seinem nachgeborenen Landsmann Fuchs auf originelle Weise ausgebreitet und dürfte für viele an bildender Kunst und überhaupt gestalterischer Arbeit Interessierte sehr anregend sein.

“Das sieht doch keine Sau” – Thomas R. Hoffmann

Dienstag, 19. März 2013
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 8 Stimmen.

Das sieht doch keine Sau - Thomas R. HoffmannGroße Kunst mit kleinen Fehlern:
Thomas R. Hoffmann – “Das sieht doch keine Sau”

Johann Wolfgang von Goethe hatte zwei linke Füße. Das glauben Sie nicht? Ein berühmtes Gemälde des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, das den legendären Dichter während seiner Italienreise zeigt, ist der Beweis. Oder war der Künstler schlichtweg nicht in der Lage, einen rechten Fuß zu zeichnen?

Knapp zwanzig Bilder namhafter Maler aus Vergangenheit und Gegenwart hat sich Autor und Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann ganz genau angesehen. Ob Meisterwerke von Paul Cézanne, Caspar David Friedrich oder Peter Paul Rubens – neben der auf den ersten Blick wahrnehmbaren Perfektion sind auch Makel erkennbar.

Die Phrase “Ist das Kunst oder kann das weg?” bekommt bei dem Street Artist Banksy und dem Aktionskünstler Joseph Beuys sogar eine allzu wörtliche Bedeutung. Mit viel Kompetenz und Witz führt Hoffmann den Leser durch zahlreiche Epochen und deren berühmteste Kunst-Fehler.

Yoko Ono

Freitag, 22. Februar 2013
4,91 von 5 Punkten, basierend auf 11 Stimmen.

Nicola Bardola - Yoko Ono. Die Biografie Yoko Ono hatte kürzlich Geburtstag, eine ganz unfassbare Anzahl von Jahren soll sie schon gelebt haben, da kümmere ich mich nicht weiter drum aber nehm dennoch den Anlass, ein wenig in Büchern und Filmen zu lesen und zu schauen.
Die DVD – LennonNYC, in dem Yoko eine große Rolle spielt; weil ichs schon immer mochte, so chaotisch das auch war – Live in Toronto ’69 (DVD und die CD); immer wieder einladend natürlich The John Lennon Letters. Erinnerungen in Briefen, und, obwohl erst letztes Jahr gelesen, lese ich mich wieder fest in diesem Buch: Yoko Ono – Die Biografie von Nicola Bardola.
Bardola ist ein Verehrer, ein Bewunderer – was mit sehr gut gefällt, böses gabs genug über Yoko Ono, etwas so zugeneigtes und liebenswürdiges zu lesen gefällt mir jetzt sehr. Aber er ist kein ganz unkritisch alles-ist-großartig Verehrer, er kann schon sagen, wenn etwas (und das ist bei Yoko Ono nicht wenig) allzu sonderbar ist, zu unverständlich, vielleicht jetzt nicht zugänglich, vielleicht nie. Es ist ja einfach so, dass ein Künstler ein Angebot macht, sein Werk, und man mag es, nicht, teilweise, da hat der Künstler keinen Einfluss mehr, das Werk ist draußen in der Welt und muss sich selbst behaupten, und natürlich, wenn es so liebenswürdige Fürsprecher wie Nicola Bardola hat, können Werk und Künstler sich freun.
Am Ende meiner Yoko Ono – Geburtstagsforschungsreise tue ich noch etwas das mir nie leicht gefallen ist – ich höre das, was wohl die erste gemeinsame Arbeit von Yoko und John Lennon war: Unfinished Music Vol. 1 (Two Virgins)

Paul Watzlawick – Anleitung zum Unglücklichsein

Mittwoch, 28. November 2012
4,46 von 5 Punkten, basierend auf 13 Stimmen.

paul watzlawick‘s buch anleitung zum unglücklichsein ist schon ein klassiker und ein kultbuch. jetzt kommt er in die kinos. schon wieder ein buch das verfilmt wird. ich habe mir gleich den trailer angeschaut. er erinnert mich ein bißchen an meinen lieblingsfilm ‘die fabelhafte welt der amelie‘.

in den 80gern erschienen viele ratgeberbücher, meist aus den usa, die zeigen wollten was man noch so aus seinem leben machen kann, wie man alles verbessern kann und wie man glücklich sein kann usw …

dieses buch ist anders. mit viel witz und humor kommt es daher. herr watzlawick zeigt uns, dass wir mit unseren problemen, unserm unglücklichsein auch spielerich umgehen können. er hält uns einen spiegel vors gesicht und zeigt uns was wir GEGEN unser glück tun. obwohl es auch anders geht.

eines der bekanntesten szenen aus dem buch: die geschichte mit dem hammer:

Jurek Becker, 75. Geburtstag, 30.September 2012

Freitag, 28. September 2012
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 4 Stimmen.

Ich wurde am, in, als einziges. Mein Vater war, meine Mutter. Bei Kriegsausbruch kam ich, wo ich bis zum. Nach Ende des blieb mein Vater mit mir, was ich bis heute nicht. Er hätte jedoch auch. Jedenfalls ging ich zur und wurde ein halbwegs normales. Das änderte sich, als ich den Beruf eines. Wenn ich auf mein bisheriges zurückblicke, dann muß ich leider sagen.

Dieser erstaunliche Lebensrückblick könnte nicht präziser sein. Er ist dermaßen genau, dass es schon schmerzt. Hier steht alles geschrieben, das Leben eines Menschen, der das 20. Jahrhundert nicht nur erlebt, sondern auch erlitten hat. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Am 30. September feiert der Literaturbetrieb Jurek Beckers 75. Geburtstag, doch leider ohne den Schriftsteller. Becker verstarb am 14. März 1997. Der allbekannte Krebs nahm uns den Mann weg, der ein gewaltiges Buch hinterlassen hat, das als ein unvergessliches Stück Literatur an ein Vergehen an den Menschen durch den Wahn-Menschen erinnert. Jurek Beckers Jakob der Lügner wurde zweimal verfilmt und selbstverständlich erreichen die Filme nicht einmal im Ansatz die Genialität des Buches.

Nicola Bardola – Yoko Ono. Die Biografie

Montag, 24. September 2012
4,95 von 5 Punkten, basierend auf 21 Stimmen.

Nicola Bardola - Yoko Ono. Die BiografieNicola Bardola ist Journalist, Autor – und äußerst fleißig!
Fleißig in den unterschiedlichsten Bereichen, ein paar Buch-Beispiele: eine Anthologie zum Thema „Utopien“ enthaltend klassische Texte, da ist er Herausgeber; die Reihe „Lies doch mal!“ in der jedes Jahr Kinder- und Jugendbücher empfohlen werden; das  Thema  des selbstbestimmten Todes; es gibt Bücher über Stephenie Meyer und Morton Rhue.
Angekündigt ist eine Biografie von Yoko Ono, nachdem es schon eine über John Lennon gab. .
Was an der Lennon Biografie besonders deutlich ist, für Bardola ist die Musik von John Lennon ein wichtiger Teil des eigenen Lebens, über Seiten kann er sich Gedanken machen um die Bedeutung einzelner Songs, der Texte, der Wirkung, einzelner Ereignisse. So engagiert und lebendig ist das ein sehr gelungener Versuch sich John Lennon weniger über die Fakten zu nähern, die kann man eh leicht nachlesen, sondern zu zeigen was Lennon-Musik ist, sein kann.

Hartmut Kiewert – mensch_tier

Samstag, 22. September 2012
4,54 von 5 Punkten, basierend auf 13 Stimmen.

Hartmut Kiewert - mensch_tier>>mensch_tier<< ist eine bearbeitete Ausgabe von Harmut Kiewerts Diplomarbeit, die er “mit Auszeichnung” verfasst hat. Auf den rechten Buchseiten sieht man seine mit Ölfarben gemalten Bildern von Tieren und Fleisch und deren Bedeutung durch die Ausbeutung. Eindrucksvoll sind sie – und erschütternd ehrlich. Sie geben Anlass zum Nachdenken.
Auf den linken Buchseiten ist der Text: Zunächst Zahlen und Fakten zur Fleischproduktion inkl. aufschlussreichen Statistiken z. B. über den Wasserverbrauch bei der Herstellung verschiedener Nahrungsmittel. Dann geht es um die geschichtliche Entwickung des Mensch-Tier-Verhältnisses und verschiedene Ansichten bekannter Denker.
Wofür der Autor plädiert, gehe über den Tierrechtsgedanken hinaus. Mensch müsse die Herrschaftsverhältnisse generell ändern. Die vegane Lebensweise sei dabei ein wirkungsvoller Schritt.
Im Buchtitel stellt er Mensch und Tier in ihrem Wert gleich, so wie Frauen und Männer/Leser_innen.

Wegen des wissenschaftlichen Charakters ist dieses Buch ein Meilenstein unter den “veganen” Büchern! Es ist neutral und zweifellos glaubwürdig.

The Rolling Stones: 50

Mittwoch, 19. September 2012
5,00 von 5 Punkten, basierend auf 10 Stimmen.

The Rolling Stones: 50. Bildband

The Rolling Stones: 50.
Die Stones feiern sich selbst – 50 Jahre Band-Geschichte verpackt in einen Band mit mehr als 1000 Fotos und Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood haben ganz ernsthaft auch selbst daran mitgearbeitet, ausgewählt, steuern Kommentare und Statements bei.
Man muss da gar nicht groß rumreden, das muss man doch haben, oder?
Weil:
Es gibt keine wahrere Aussage als:
Die größte Rock’n'Roll Band der Welt!

Schon recht früh in ihrer Karriere haben Sie in einem ihrer größten Songs auch so etwas wie eine Selbstbeschreibung gegeben:

Please allow me to introduce myself
I’m a man of wealth and taste

Aus:
Sympathy For The Devil (Mick Jagger / Keith Richards) von Beggars Banquet (68)

The Rolling Stones: 50. Bildband

Auf dem nächsten Bild ist die ganze gesellschaftsumwälzende Haltung der Stones deutlich sichtbar -
Was sie natürlich selbstironisch und treffend schon 69 so beschrieben haben:

I got nasty habits, I take tea at three

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