Hans Well erzählt 35 Jahre Biermösl Blosn, aber nicht nur, auch ein bisschen vom Davor und Danach..
Eine Familie mit 15 Kindern, dass es da leicht ist glauben eh nur Romantiker, das Behaupten in der Familienhierarchie ist nicht einfach. Reich ist so eine Familie auch nicht.
Musik gab es viel, der Vater als Lehrer hat die Kinder mitgenommen ins musikalische Leben, die Begabungen unterschiedlich natürlich, und in den unterschiedlichsten Formenationen.
Hans Well schont niemand, nicht sich selbst und nicht seine Umgebung, er war ja der Haupttexter der Biermösl Blosn und er hat auch da niemand geschont, er schaut genau hin, ob es um politische Ereignisse geht oder familiäre.
Die Münchner Kleinkunstszene, vor allem das MUH (Musikalisches Unterholz), daher kenne ich schon die Biermösl Blosn, da habe ich auch … ich nenne es mal so: viel Zeit verbracht, war einer der Wichtigsten Orte für den Karrierestart. Die Zusammenarbeit mit Helmut Eckl, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt um nur ein paar zu nennen, der hilfreiche Boykott durch den Bayerischen Rundfunk, der natürlich eine gewaltige Werbewirkung hatte und andere Sender animiert hat die Biermösls zu zeigen, vor allen aber war es die Form, bayerische Volksmusik, ausgezeichnet gespielt, verbunden mit bissigen, satirischen und treffenden Texten, die Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Hans Well erzählt genau und spart auch nicht seine Enttäuschung aus über das Auseinanderwachsen der Vorstellungen, das Auseinandergehen als letzte Konsequenz, allerdings spürt man immer, dass er sich zügelt, bemüht, nicht Bitterkeit und Zorn gewinnen zu lassen.
“Aschamdon” ist der erste Teil der vierbändigen “Amizaras-Chronik” von Valerian Caithoque und besticht durch seine grandiose Aufmachung und der Mischung aus Mythologie, Mystery, Symbolik und Spannung.
Das Buch besteht aus zwei Handelststrängen die kapitelweise abwechselnd erzählt werden.
Die Geschichte von Raphaela fängt 1944 an und geht bis in das Jahr 1965. Raphaela hat schon als Kind die Gabe gewisse “Menschen” als das zu sehen, was sie wirklich sind, doch für sie scheint es immer wieder ihr Verstand zu sein, der ihr böse Streiche spielt und sie denkt wahnsinnig zu werden. Richtig entfalten kann sie sich sowieso in ihrer Kindheit nicht, hat doch die gesamte Familie unter ihrem tyrannischen Vater zu leiden, welcher auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschreckt. Die dramatischen Ereignisse spitzen sich zu und eskalieren letztendlich. Raphaela kommt in eine Nervenheilanstalt. Während ihres Aufenthaltes geht es ihre Mutter zunehmenst schlechter und Rapahela weis sich nicht mehr zu helfen. Eines Tages bekommt sie Besuch von Aschamdon, eines der Wesen welches sie wahrnehmen kann und das sie schon einmal vor ihrem Vater gerettet hat. Aschamdon bietet ihr das Geheimnis des ewigen Lebens an, wenn sie einen Auftrag für ihn erfüllt. Raphaela willigt ein, nicht aber um ihrer selbst Willen, sonder sie hofft, dass sie daurch ihre Mutter retten kann. So beginnt sie ihre Ausbildung in einem geheimen Orden der sich im Untergrund Roms befindet und versucht an das Artefakt zu gelangen, welches Aschamdon von ihr gefordert hat und all seine anderen Aufgaben zu erfüllen. Doch sie ist nicht die Einzige die sich auf die Suche danach macht und sich dafür interessiert. Gefahr lauert überall und die Frage: wem kann sie trauen? muss sie sich nicht nur einmal stellen.
Ich erzähle Ihnen an dieser Stelle noch einmal von diesem Wahnsinns-Buch: “Glückskind” von Stephen Uhly ist ein Roman, den jeder, der ihn gelesen hat, an Familie und Freunde weiterempfiehlt. Ein Buch, bei dem die Kunden Rückmeldung geben und sich für diese Empfehlung bedanken. “Glückskind” löst beim Lesen Glücksgefühle aus, eine Wärme im Herzen.
Hans, ein alter Mann, der sich über die vergangenen Jahrzehnte verkommen hat lassen, findet in der Mülltonne ein Baby. Er rettet es, übernimmt Verantwortung und bekommt so sein Leben wieder in den Griff. Er nennt sie liebevoll Felizia, die Glückliche. Herzerweichend ist zum Beispiel die Szene, als Hans im Supermarkt Babymilch kauft und kurz vor der Kasse die gewohnten Bierflaschen doch wieder aus dem Einkaufswagen nimmt.
Nüchtern geschrieben lösen die Szenen dennoch oder gerade durch diese Art große Emotionen aus.
Das Buch besitzt auch viel Stärke. Steven Uhly weiß, was für uns, als Menschen in der Gesellschaft, Glück bedeutet und wie zwischenmenschliche Beziehungen, Verantwortung und Aufgaben uns Kraft geben.
Jetzt sind also auch die letzten Bände Harry Potter gelesen, hat etwas gedauert, aber jetzt war eine günstige Gelegenheit.
Wie häufig in Fantasy-Büchern geht es um die Weltherrschaft, die ganz Guten kämpfen gegen die ganz Bösen, es ist immer so, dass die Guten sehr leiden müssen, dass die Bösen aussehen wie die sicheren Sieger, solange die Serie nicht abgeschlossen ist, ist da freilich kein endgültiger Sieg zu befürchten. Es geht häufig um die Errichtung einer faschistischen Diktatur, ein oberster Böser und seine speichelleckerischen Gefolgsleute, die mit großer Brutalität töten und siegen wollen – ein Modell das auch außerhalb der Fantasy-Literatur oft genutzt wird.
Aber, zumindest im Buch, alles wird gut und Harry wird ein rechter Biedermann und dankbar und erleichtert lege ich den letzten Band weg.
Wie hat sich die gute Gelegenheit ergeben? Hätte ich die viele Zeit denn sonst nicht anders genutzt?
Franck Thilliez (geb. 1973) beginnt “Öffne die Augen” mit einem irritierenden Fund eines französischen Filmsammlers, der Ermittlungen auslöst, durch die eine Spionageaffäre aufgeklärt wird. Der Filmsammler erblindete zeitweilig nach der ersten Sichtung eines neu angekauften Kurzfilms durch und in diesem Filmstreifen versteckte Bilder, die als Nachbilder das Gehirn beeinflussen. Der Sammler war mit dieser befristeten, psychologisch ausgelösten Erblindung spätes Opfer eines in den fünfziger Jahren in Kanada durchgeführten psychologischen Experimentes, in dem die nachhaltige Beeinflussung des Verhaltens von Menschen an Kindern erprobt wurde. In Versuchen diente mentale Kontamination, die Veränderungen der zerebrale Struktur erzeugt (S.438), dem Forschungsziel, durch kollektive Hysterien massenhafte Gewaltausbrüchen auszulösen. Dass Kinder überhaupt Opfer solcher Menschenversuche werden konnten, war die Folge einer perfiden kanadischen Erziehungspolitik: Unehelich geborene Kinder wurden in Heimen für Waisen untergebracht und dann in auffallend großer Zahl von Hospitälern für geistig Behinderte übernommen und Experimenten ausgesetzt.
Mo Yan ist ein lückenloser Beschreiber der wesentlichen Geschehnisse seiner Geschichten. Er verpackt das, was die chinesische Dorfbevölkerung beschäftigt, in einzigartige Romane. In “Frösche” geht es um Chinas Familienpolitik. Mo Yan ermöglicht uns Lesern, einen authentischen Blick darauf zu gewinnen und bringt uns dazu, ganz von vorne darüber nachzudenken.
Mo Yan erzählt seine Geschichten aus einer neutralen Sicht mit einer einzigartigen Neutralität. Er ist ein lückenloser Beobachter der wesentlichen Geschehnisse. Auf diese Weise erzählt er in “Frösche” von der Geburtenregelung in China, wobei er von den Bewohnern eines Dorfes berichtet. Im Fokus steht die absolut loyale Tante des Ich-Erzählers, die für die Partei über Leichen geht, wenn es ihr angeordnet wird.
In Christiane Radekes Buch „Herz Schlag Zeit“ geht es um die Freundschaft zwischen zwei Mädchen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Da ist Maria, mit griechischen Wurzeln und einem mitreissendem Temperament, sowie Tessa, die ruhigere aber beharrlichere. In diesen wundervollen Sommerferien wird das Duo durch Marek ergänzt. Zusammen ziehen sie um die Häuser in Berlin Kreuzberg, erzählen sich ihre Träume, und haben Spass zusammen. Doch was ist am Ende des Sommers geschehen, dass Marek in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen wird und Maria nicht erzählen will, was passiert ist? Die Freundschaft zwischen beiden Mädchen droht zu zerbrechen, zumal Maria aus ihrer Heimatstadt Berlin mit ihren Eltern zurück nach Griechenland ziehen muss. In E-Mails, Tagebuchaufzeichnungen und Telefonanrufen versucht Tessa den Verlust ihrer zweiten Hälfte zu verarbeiten und den Kontakt zu Maria nicht abreissen zu lassen. Zugleich will sie aber auch wissen was passiert ist.
“House of Secrets – Der Fluch des Denver Kristoff” ist der Auftakt zu einer neuen Buchreihe von Chris Columbus (u.a. Regisseur von Percy Jackson) und dem Jugendbuchautoren Ned Vizzini. Diese Kooperation hört sich nicht nur vielversprechend an, sondern man dürfte eigentlich auch viel erwarten. So ist das Buch dann auch spannend und rasant geschrieben, glänzt aber leider auch mit einigen Ungereimtheiten. Ab 12 Jahren.
Familie Walker ist auf der Suche nach einem neuen Haus und wird in San Francisco fündig. Die alte Villa, die ihnen gezeigt wird, scheint zu schön um wahr zu sein, genauso wie der niedrige Kaufpreis. Schnell ist entschieden: hier wird eingezogen, da können auch ein paar merkwürdige Begebenheiten während der Besichtigung nichts daran ändern.
Kaum sind die Walkers eingezogen, steht auch schon eine Nachbarin mit einem Kuchen an der Türe. Das Gespräch verläuft etwas merkwürdig und kurz nachdem der Besuch gegangen ist, stürzt dieser wieder ins Haus und von nun an ändert sich alles schlagartig für die Familie, vor allem für die Kinder Cordelia (die Leseratte), Eleanor (die kleine Maus) und Brendan (der Zocker).
Die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Brigitte Blobel, die besonders durch ihre problembehafteten Reality-Romane erfolgreich wurde, legt nun mit “Liebestot” einen ersten Thriller vor. Und auch das kann sie gut! In dessen Mittelpunkt stehen ebenfalls bewegende Themen: Sehnsucht nach Tod, Manipulation und eine gefährliche Liebe. Für Jugendliche ab 12 und interessierte Erwachsene.
Die 17-jährige Merle war schon lange nicht mehr verliebt. Seit zwei Jahre hat sie schon keinen Freund mehr. Wenn dann die frisch verliebte, beste Freundin auch nur noch im Doppelpack unterwegs ist, ist das auch nicht gerade förderlich, um sich weniger einsam zu fühlen. Zum Glück gibt es da Noah, den Merle vor einigen Wochen auf Facebook kennengelernt hat und mit dem sie nun ab und zu chattet. Er interessiert sich besonders dafür, dass sie auf einem Friedhof arbeitet (ihre Eltern betreiben eine Friedhofsgärtnerei) und löchert sich mit Fragen über den Tod. Und dann schlägt Noah ihr sogar vor in den Sommerferien etwas gemeinsam zu unternehmen! Eine Reise in die einsame, unberührte Natur im Norden Schottlands mit Noah und zwei anderen Freunden. Merle schafft es ihre Eltern zu überzeugen. Aber – Überraschung: es ist nur Noah, den sie in Schottland trifft. Von seinen zwei Freunden keine Spur. Noah wollte sie nun wohl doch nicht dabei haben. Auch wenn er auf Merle sehr reif und erwachsen wirkt, ist er manchmal spröde, wortkarg und abweisend ihr gegenüber. Dennoch kann Merle sich nicht dagegen erwehren ihn trotz allem sehr attraktiv zu finden. Er ist geheimnisvoll und unnahbar. Eigentlich weiß sie auch nicht wirklich viel über ihn. Und trotzdem lässt sie sich auf die Reise mit ihm ein… ein Fehler?
Parallel zu Merles Geschichte wird noch ein weiterer Erzählstrang dazwischen geschoben. Ein Bauer erzählt, wie er plötzlich in der Einöde…
Ein neues und zugleich altes (im Französischen zumindest) Werk der Bestseller-Autorin Marie-Aude Murail ist nun auf Deutsch übersetzt worden: “Der Babysitter-Profi”, erschienen bei FJB. Ein Roman über Geldnöte, das Erwachsenwerden und jede Menge Babys. Allerdings geht das Buch viel tiefer, als der oberflächliche Titel vermuten lässt. Äußerst humorvoll, aber gleichzeitig mit viel Ernsthaftigkeit geschrieben. Eine wundervolle Unterhaltung, nicht nur für Jugendliche ab 12, sondern auch für Erwachsene!
Der 15-jährige Ernest hat bei seinem Freund Xavier einen Computer gesehen, den er sich nun unbedingt auch kaufen möchte. Wäre da nicht seine chronische Geldnot. Seine Mutter, eine Künstlerin (in der Modeindustrie), die durch ihre Arbeit oft wenig Zeit für ihn hat, macht ihm einen Vorschlag: Babysitten. Dies würde ihr Patenkind Martine-Marie ebenfalls tun. Also stürzt sich Ernest in das Abenteuer “Kinderhüten” und muss feststellen: er ist dazu gar nicht so ungeeignet, rettet sogar einem Kind das Leben! Die dadurch enstehende baldige Berühmtheit führt zu noch mehr Babysitter-Jobs. Bis seine Mutter spitz kriegt, dass seine Schulleistungen darunter leiden und sie beschließt, dass er abends früher ins Bett gehen soll. Kein Babysitting mehr! Aber zumindest darf er einem unter Legasthenie leidenden Mädchen noch Französisch-Nachhilfe geben. Doch dann tauchen plötzlich auch bei seiner Mutter Finanzprobleme auf und sie wird schwanger…
Gute gezeichnete und liebevoll beschriebene Charaktere, das sind eine der größten Stärken von Marie-Aude Murail. Sie schildert eine besondere Mutter-Sohn-Beziehung (die Mutter ist alleinerziehend und wechselt bisweilen oft ihre Liebhaber) und schafft es…
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