“Aschamdon” ist der erste Teil der vierbändigen “Amizaras-Chronik” von Valerian Caithoque und besticht durch seine grandiose Aufmachung und der Mischung aus Mythologie, Mystery, Symbolik und Spannung.
Das Buch besteht aus zwei Handelststrängen die kapitelweise abwechselnd erzählt werden.
Die Geschichte von Raphaela fängt 1944 an und geht bis in das Jahr 1965. Raphaela hat schon als Kind die Gabe gewisse “Menschen” als das zu sehen, was sie wirklich sind, doch für sie scheint es immer wieder ihr Verstand zu sein, der ihr böse Streiche spielt und sie denkt wahnsinnig zu werden. Richtig entfalten kann sie sich sowieso in ihrer Kindheit nicht, hat doch die gesamte Familie unter ihrem tyrannischen Vater zu leiden, welcher auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschreckt. Die dramatischen Ereignisse spitzen sich zu und eskalieren letztendlich. Raphaela kommt in eine Nervenheilanstalt. Während ihres Aufenthaltes geht es ihre Mutter zunehmenst schlechter und Rapahela weis sich nicht mehr zu helfen. Eines Tages bekommt sie Besuch von Aschamdon, eines der Wesen welches sie wahrnehmen kann und das sie schon einmal vor ihrem Vater gerettet hat. Aschamdon bietet ihr das Geheimnis des ewigen Lebens an, wenn sie einen Auftrag für ihn erfüllt. Raphaela willigt ein, nicht aber um ihrer selbst Willen, sonder sie hofft, dass sie daurch ihre Mutter retten kann. So beginnt sie ihre Ausbildung in einem geheimen Orden der sich im Untergrund Roms befindet und versucht an das Artefakt zu gelangen, welches Aschamdon von ihr gefordert hat und all seine anderen Aufgaben zu erfüllen. Doch sie ist nicht die Einzige die sich auf die Suche danach macht und sich dafür interessiert. Gefahr lauert überall und die Frage: wem kann sie trauen? muss sie sich nicht nur einmal stellen.
“House of Secrets – Der Fluch des Denver Kristoff” ist der Auftakt zu einer neuen Buchreihe von Chris Columbus (u.a. Regisseur von Percy Jackson) und dem Jugendbuchautoren Ned Vizzini. Diese Kooperation hört sich nicht nur vielversprechend an, sondern man dürfte eigentlich auch viel erwarten. So ist das Buch dann auch spannend und rasant geschrieben, glänzt aber leider auch mit einigen Ungereimtheiten. Ab 12 Jahren.
Familie Walker ist auf der Suche nach einem neuen Haus und wird in San Francisco fündig. Die alte Villa, die ihnen gezeigt wird, scheint zu schön um wahr zu sein, genauso wie der niedrige Kaufpreis. Schnell ist entschieden: hier wird eingezogen, da können auch ein paar merkwürdige Begebenheiten während der Besichtigung nichts daran ändern.
Kaum sind die Walkers eingezogen, steht auch schon eine Nachbarin mit einem Kuchen an der Türe. Das Gespräch verläuft etwas merkwürdig und kurz nachdem der Besuch gegangen ist, stürzt dieser wieder ins Haus und von nun an ändert sich alles schlagartig für die Familie, vor allem für die Kinder Cordelia (die Leseratte), Eleanor (die kleine Maus) und Brendan (der Zocker).
Endlich wieder etwas Neues von der französischen Bestsellerautorin Amélie Nothomb: “So etwas wie ein Leben” heißt ihr aktuelles Werk. Ein Roman über Fettleibigkeit, Heuchelei und eine besondere Briefkorrespondenz. Schräg, außergewöhnlich, abgehoben und brillant! Typisch Nothomb eben – und dazu noch ein sehr persönlicher Roman, in dem die Autorin viel von sich preisgibt. Für Leser von ausgefallener Literatur!
Amélie Nothomb bekommt viel Fanpost. Nun hat sie sogar einen Brief aus dem Irak erhalten, von einem dort stationierten Soldaten namens Melvin Mapple. Nach einigem Zögern und höflichem Hin- und Hergeschreibe fasziniert sie seine Geschichte mehr und mehr: Melvin hat das Gegenteil eines Hungerstreiks begonnen. Er - der sogar einmal auf der Straße gelebt und unter Hunger gelitten hat – isst nun beim Militär (wo es ausreichend Nahrung gibt) alles, was ihm zwischen die Finger kommt. Über die Jahre, die er dort stationiert ist und die Leiden eines Krieges durchleben musste, hat er nun eine Gewichtszunahme von 130 Kilogramm. Amélie Nothomb schlägt ihm vor, seinen Körper als Protest- und Kunstobjekt einzusetzen. Das gefällt Melvin. Doch dann bricht der Briefkontakt zwischen den beiden plötzlich ab. Warum reagiert Melvin nicht mehr auf ihre Briefe?
Amélie Nothomb hat schon vielen ihrer Romanen autobiographische Züge verliehen, wie zum Beispiel ihr Erfolgstitel “Mit Staunen und Zittern”, “Die Metaphysik der Röhren” oder “Der japanische Verlobte”. Aber dieser Roman ist ihr wohl persönlichster geworden. Der Leser erfährt…
In seinem Roman “Wenn ich dich umarme, hab keine Angst” erzählt Fulvio Ervas wunderbar gefühlvoll und authentisch die wahre Geschichte von einem Vater, dessen autistischen Sohn und einer langen Reise, die beide einander näher bringt.
Als Andrea Antonello drei Jahr ist, erfahren seine Eltern, dass er Autismus hat. Mit dieser Diagnose wird ihre Welt ordentlich durcheinandergewirbelt, denn Autimus ist keine Krankheit wie eine Grippe, die wieder vorübergeht. Sie versuchen die Gefühlswelt ihres Sohnes zu verstehen, mit seinen Talenten und Begabungen klar zu kommen, doch der richtige direkte Zugang scheint ihnen verwehrt, denn Andrea kann seinen Gegenüber nur wahrnehmen und einschätzen, wenn er diesem am Bauch berührt.
Franco Antonello weiß sich schließlich nicht mehr anders zu helfen und unternimmt mit seinem mittlerweilen 17-jährigen Sohn eine gewagte Reise. Ausgangspunkt ist Miami und von dort führt sie ihr Weg über New Orleans, Texas, New Mexico, Colorado, Utah, Arizona nach Los Angeles. Weiter geht es nach Mexiko, Guatemala, Belize, Panama und Brasilien mit dem Amazonas-Gebiet. Die Strecke wird mit dem Motorrad bewältigt, nur von kleinen Flugreisen unterbrochen.
Mit “In 80 Tagen um die Welt” hat sich der Esslinger Verlag einen der bekanntesten Titel von Jules Verne ins Programm genommen. Der Text wurde neu übersetzt von Arnica Esterl und mit wunderschönen Zeichnungen von Lev Kaplan versehen. Ab 8 Jahre.
Die Geschichte von dem exentrischen Gentleman Phileas Fogg der eine Wette über 20 000 Pfund in seinemLondoner Reformclub abschließt die Erde in 80 Tagen zu umrunden und sein armer Diener Passepartout mitnimmt, verfolgt vom Geheimagenten Fix, dürfte wohl beinahe jeder kennen.
Die Urfassung musste schon zahlreiche Übersetzungen, Veränderungen und Kürzungen über sich ergehen lassen, viele davon nicht unbedingt so gelungen, um so erfreulicher, dass Arnica Esterl mit der Quintessenz des Buches so liebevoll und behutsam umgegangen ist.
Die Bilder von Lev Kaplan sind eine kleine Hommage an das 19. Jahrhundert, strotzen über vor Detailfreude und unterstreichen die tolle Übersetzung und versetzen einen in die damalige Zeit.
Sowohl für juge Leser, wie auch ältere ein perfekter Einstieg in Jules Vernes Schaffen.
John Fardells Bilderbuch “Der Tag, an dem Louis gefressen wurde” ist spritzig witzig erzählt und mit tollen liebevollen Zeichnungen versehen. Ab 4 Jahren.
Sarahs kleiner Bruder wird bei einem gemeinsamen Auflug von einem Schluckster gefressenn der widerum von einem Grabscherix verspeist wird,… und sie nimmt die Verfolgung auf um Louis zu retten, nur ihren Einfallsreichtum und einen Schluckauf-Frosch mit im Gepäck.
Obwohl Louis von einem Monster verschlungen wird, ist die ganze Situation, einschließlich Ungeheuer, für Kinder nicht Angst einflößend. Im Gegenteil. Der Text ist einfach, witzig und verständlich, die Bilder brüllend komisch.
Ein Buch für Jung und Alt und zu Recht für den Deutschen Jugendbuchpreis (Sparte Bilderbuch) nominiert.
Selten schafft es eine Fortsetzung ihren Vorgänger zu übertrumpfen, doch mit dem zweiten Band “Feuer” aus ihrer Engelsfors-Trilogie gelingt dies dem Autoren-Duo Sara B. Elfgren & Mats Strandberg. Ab 14 Jahre.
Im ersten Teil der Trilogie zog das Böse in die Heimatstadt Engelsfors der fünf Mädchen, Minoo, Anna-Karin, Vanessa, Ida und Linnéa ein. Doch nach ihrem kleinen Teilsieg ist an eine Verschnaufpause nicht zu denken.
Bedrohung und Gefahr sind ihre ständigen Begleiter und ihre jeweiligen Familienverhältnisse lasses es nach wie vor nicht zu, dass die Mädchen untereinander so richtig warm werden, obwohl der Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen ihre stärkest Waffe gegen den übemächtig wirkenden Feind wäre.
Zudem hat der Rat, der eigentlich die Mädchen beschützen soll, es auf sie abgesehen und will ihre Fähigkeiten für sich ausnutzen und eine merkwürdige Sekte hält Einzug in Engelsfors.
Immer wieder müssen sich die Mädchen fragen wem sie sich öffnen und vertrauen können, doch auch zum Ende des zweiten Bandes bleiben sie genauso unwissend wie der Leser.
Im fulminaten Abschlussband seiner Reihe um den unsterblichen Alchemysten Nicholas Flamel “Die silberne Magierin”, zieht Michael Scott nochmal alle Register und beweist uns erneut, dass er einfach zu den besten Autoren seines Fachs gehört. Ab 12 Jahre.
Der letzte Tag, die entscheidende Schlacht um die Herrschaft der Welt oder ihre Zerstörung, -Armageddon- ist angebrochen und die Rollen des Bewahrers oder Vernichters müssen auf die Zwillinge Sophie und Josh noch vergeben werden. Wer wird für das Gute stehen, wer für das Böse? Auf der Insel Danu Talis, 10 000 Jahre zurück in der Vergangenheit wird sich die Zukunft der Erde entscheiden.
Isis und Osiris, die zwei ägyptischen Gottheiten, geben sich als Eltern von Sophie und Josh zu erkennen, doch obwohl den Zwillingen vieles vertraut vorkommt bleiben sie auf Distanz und versuchen ihr eigenes Ding zu machen. Virginia Dare wird kurzfristig als Aufpasserin für die Jugendlichen eingesetzt, nur um bei der ersten Gelegenheit zu entkommen. Auf ihrer Flucht trifft sie auf John Dee, welcher kurz zuvor von Osiris bestraft wurde und nun ein alter Mann ist. Die Verwandlung hat dafür gesorgt, dass ein langsamer innerer Wandel bei Dee einsetzt. Gemeinsam mit Virginia versucht er die Bevölkerung von Danu Talis gegen die neuen Herrscher aufzuwiegeln.
Das Gewicht der Welt von Peter Handke hat alle meine Ausräum-, Aufräum-, Verschenkaktionen überstanden. Nach dem Briefwechsel Peter Handke – Siegfried Unseld war natürlich noch etwas mehr Handke Lektüre nötig. allerdings habe ich ohnehin, vielleicht zur Vorbereitung, kürzlich den Versuch über den Stillen Ort gelesen.
Im Lauf der Zeit sind immer mal wieder neue Handke Bücher dazu gekommen, er ist ja oft der Retter: in einer Buchhandlung, schnell ein Buch brauchen, weil eine Zugfahrt ansteht, Wartezeit … da findet sich oft ein Handke, aber Das Gewicht der Welt. Ein Journal (November 1975 – März 1977) ist als Einziges immer geblieben, das suhrkamp taschenbuch Nr. 500.
Das st 1000, leider nicht mehr lieferbar, aber im Hugendubel Markplatz finden sich gebrauchte:
Ludwig Hohl – Die Notizen oder Von der unvoreiligen Versöhnung, ebenfalls ein Band der immer geblieben ist, nie in Gefahr war zum Geschenk zu werden, außer die zu Geschenkzwecken gekauften.
Zurück zu Handke, zu Das Gewicht der Welt, schon der Titel, wie häufig bei Handke, macht neugierig, da ist keine Bescheidenheit (Nur die Lumpen sind bescheiden, Brave freuen sich der Tat. Goethe) und es ist bei Handke auch keine nötig, wär ja völlig unsinnig.
Mit “Der Mann, der den Regen träumt” legt Ali Shaw einen mehr als würdigen Nachfolger zu “Das Mädchen mit den gläsernen Füßen” nach. Ein wunderschön erzählter All-Age Titel für alle Leser ab 15.
Nach der Trennung von ihrem Freund und dem Tod ihres Vaters verlässt Elsa New York, um in Thunderstown einen Neuanfang zu wagen.
Thunderstown ist ein kleines, überschaubares, ehemalige Minenarbeiterstädtchen, eingekesselt von vier Bergen und dominiert von der übergroßen Sankt Erasmus Kathedrale, zu der alle Straßen führen.
Die Einwohner von Thunderstown haben gegen zwei Plagen zu kämpfen. Die eine sind die alles fressenden Ziegen, die andere das Wetter, zu dem man ein Aberglauben behaftetes Verhältnis hat.
Gleich am ersten Tag wird Elsa Zeugin einer verstörenden Begebenheit. Um ihren Kopf wieder frei zu bekommen, beschließt sie am nächsten Tag in die Berge zu gehen. Dort trifft sie auf Finn, der sich vor ihren Augen plötzlich in Wolken verwandelt. Bevor er sich aber vollkommen aufgelöst hat, gelinbgt es Elsa ihn zu fassen und bittet ihn zu bleiben. Von Anfang an haben beide eine gewisse Anziehungskraft aufeinander, doch Finn beschwört Elsa von ihm fernzubleiben. Was Elsa nicht weiß, Finn trägt ein tiefes Geheimnis in sich, weswegen die Einwohner von Thunderstown nicht gut auf ihn zu sprechen sind.
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