“Aschamdon” ist der erste Teil der vierbändigen “Amizaras-Chronik” von Valerian Caithoque und besticht durch seine grandiose Aufmachung und der Mischung aus Mythologie, Mystery, Symbolik und Spannung.
Das Buch besteht aus zwei Handelststrängen die kapitelweise abwechselnd erzählt werden.
Die Geschichte von Raphaela fängt 1944 an und geht bis in das Jahr 1965. Raphaela hat schon als Kind die Gabe gewisse “Menschen” als das zu sehen, was sie wirklich sind, doch für sie scheint es immer wieder ihr Verstand zu sein, der ihr böse Streiche spielt und sie denkt wahnsinnig zu werden. Richtig entfalten kann sie sich sowieso in ihrer Kindheit nicht, hat doch die gesamte Familie unter ihrem tyrannischen Vater zu leiden, welcher auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschreckt. Die dramatischen Ereignisse spitzen sich zu und eskalieren letztendlich. Raphaela kommt in eine Nervenheilanstalt. Während ihres Aufenthaltes geht es ihre Mutter zunehmenst schlechter und Rapahela weis sich nicht mehr zu helfen. Eines Tages bekommt sie Besuch von Aschamdon, eines der Wesen welches sie wahrnehmen kann und das sie schon einmal vor ihrem Vater gerettet hat. Aschamdon bietet ihr das Geheimnis des ewigen Lebens an, wenn sie einen Auftrag für ihn erfüllt. Raphaela willigt ein, nicht aber um ihrer selbst Willen, sonder sie hofft, dass sie daurch ihre Mutter retten kann. So beginnt sie ihre Ausbildung in einem geheimen Orden der sich im Untergrund Roms befindet und versucht an das Artefakt zu gelangen, welches Aschamdon von ihr gefordert hat und all seine anderen Aufgaben zu erfüllen. Doch sie ist nicht die Einzige die sich auf die Suche danach macht und sich dafür interessiert. Gefahr lauert überall und die Frage: wem kann sie trauen? muss sie sich nicht nur einmal stellen.
Ich erzähle Ihnen an dieser Stelle noch einmal von diesem Wahnsinns-Buch: “Glückskind” von Stephen Uhly ist ein Roman, den jeder, der ihn gelesen hat, an Familie und Freunde weiterempfiehlt. Ein Buch, bei dem die Kunden Rückmeldung geben und sich für diese Empfehlung bedanken. “Glückskind” löst beim Lesen Glücksgefühle aus, eine Wärme im Herzen.
Hans, ein alter Mann, der sich über die vergangenen Jahrzehnte verkommen hat lassen, findet in der Mülltonne ein Baby. Er rettet es, übernimmt Verantwortung und bekommt so sein Leben wieder in den Griff. Er nennt sie liebevoll Felizia, die Glückliche. Herzerweichend ist zum Beispiel die Szene, als Hans im Supermarkt Babymilch kauft und kurz vor der Kasse die gewohnten Bierflaschen doch wieder aus dem Einkaufswagen nimmt.
Nüchtern geschrieben lösen die Szenen dennoch oder gerade durch diese Art große Emotionen aus.
Das Buch besitzt auch viel Stärke. Steven Uhly weiß, was für uns, als Menschen in der Gesellschaft, Glück bedeutet und wie zwischenmenschliche Beziehungen, Verantwortung und Aufgaben uns Kraft geben.
Jetzt sind also auch die letzten Bände Harry Potter gelesen, hat etwas gedauert, aber jetzt war eine günstige Gelegenheit.
Wie häufig in Fantasy-Büchern geht es um die Weltherrschaft, die ganz Guten kämpfen gegen die ganz Bösen, es ist immer so, dass die Guten sehr leiden müssen, dass die Bösen aussehen wie die sicheren Sieger, solange die Serie nicht abgeschlossen ist, ist da freilich kein endgültiger Sieg zu befürchten. Es geht häufig um die Errichtung einer faschistischen Diktatur, ein oberster Böser und seine speichelleckerischen Gefolgsleute, die mit großer Brutalität töten und siegen wollen – ein Modell das auch außerhalb der Fantasy-Literatur oft genutzt wird.
Aber, zumindest im Buch, alles wird gut und Harry wird ein rechter Biedermann und dankbar und erleichtert lege ich den letzten Band weg.
Wie hat sich die gute Gelegenheit ergeben? Hätte ich die viele Zeit denn sonst nicht anders genutzt?
Mo Yan ist ein lückenloser Beschreiber der wesentlichen Geschehnisse seiner Geschichten. Er verpackt das, was die chinesische Dorfbevölkerung beschäftigt, in einzigartige Romane. In “Frösche” geht es um Chinas Familienpolitik. Mo Yan ermöglicht uns Lesern, einen authentischen Blick darauf zu gewinnen und bringt uns dazu, ganz von vorne darüber nachzudenken.
Mo Yan erzählt seine Geschichten aus einer neutralen Sicht mit einer einzigartigen Neutralität. Er ist ein lückenloser Beobachter der wesentlichen Geschehnisse. Auf diese Weise erzählt er in “Frösche” von der Geburtenregelung in China, wobei er von den Bewohnern eines Dorfes berichtet. Im Fokus steht die absolut loyale Tante des Ich-Erzählers, die für die Partei über Leichen geht, wenn es ihr angeordnet wird.
“House of Secrets – Der Fluch des Denver Kristoff” ist der Auftakt zu einer neuen Buchreihe von Chris Columbus (u.a. Regisseur von Percy Jackson) und dem Jugendbuchautoren Ned Vizzini. Diese Kooperation hört sich nicht nur vielversprechend an, sondern man dürfte eigentlich auch viel erwarten. So ist das Buch dann auch spannend und rasant geschrieben, glänzt aber leider auch mit einigen Ungereimtheiten. Ab 12 Jahren.
Familie Walker ist auf der Suche nach einem neuen Haus und wird in San Francisco fündig. Die alte Villa, die ihnen gezeigt wird, scheint zu schön um wahr zu sein, genauso wie der niedrige Kaufpreis. Schnell ist entschieden: hier wird eingezogen, da können auch ein paar merkwürdige Begebenheiten während der Besichtigung nichts daran ändern.
Kaum sind die Walkers eingezogen, steht auch schon eine Nachbarin mit einem Kuchen an der Türe. Das Gespräch verläuft etwas merkwürdig und kurz nachdem der Besuch gegangen ist, stürzt dieser wieder ins Haus und von nun an ändert sich alles schlagartig für die Familie, vor allem für die Kinder Cordelia (die Leseratte), Eleanor (die kleine Maus) und Brendan (der Zocker).
Ein neues und zugleich altes (im Französischen zumindest) Werk der Bestseller-Autorin Marie-Aude Murail ist nun auf Deutsch übersetzt worden: “Der Babysitter-Profi”, erschienen bei FJB. Ein Roman über Geldnöte, das Erwachsenwerden und jede Menge Babys. Allerdings geht das Buch viel tiefer, als der oberflächliche Titel vermuten lässt. Äußerst humorvoll, aber gleichzeitig mit viel Ernsthaftigkeit geschrieben. Eine wundervolle Unterhaltung, nicht nur für Jugendliche ab 12, sondern auch für Erwachsene!
Der 15-jährige Ernest hat bei seinem Freund Xavier einen Computer gesehen, den er sich nun unbedingt auch kaufen möchte. Wäre da nicht seine chronische Geldnot. Seine Mutter, eine Künstlerin (in der Modeindustrie), die durch ihre Arbeit oft wenig Zeit für ihn hat, macht ihm einen Vorschlag: Babysitten. Dies würde ihr Patenkind Martine-Marie ebenfalls tun. Also stürzt sich Ernest in das Abenteuer “Kinderhüten” und muss feststellen: er ist dazu gar nicht so ungeeignet, rettet sogar einem Kind das Leben! Die dadurch enstehende baldige Berühmtheit führt zu noch mehr Babysitter-Jobs. Bis seine Mutter spitz kriegt, dass seine Schulleistungen darunter leiden und sie beschließt, dass er abends früher ins Bett gehen soll. Kein Babysitting mehr! Aber zumindest darf er einem unter Legasthenie leidenden Mädchen noch Französisch-Nachhilfe geben. Doch dann tauchen plötzlich auch bei seiner Mutter Finanzprobleme auf und sie wird schwanger…
Gute gezeichnete und liebevoll beschriebene Charaktere, das sind eine der größten Stärken von Marie-Aude Murail. Sie schildert eine besondere Mutter-Sohn-Beziehung (die Mutter ist alleinerziehend und wechselt bisweilen oft ihre Liebhaber) und schafft es…
Endlich wieder etwas Neues von der französischen Bestsellerautorin Amélie Nothomb: “So etwas wie ein Leben” heißt ihr aktuelles Werk. Ein Roman über Fettleibigkeit, Heuchelei und eine besondere Briefkorrespondenz. Schräg, außergewöhnlich, abgehoben und brillant! Typisch Nothomb eben – und dazu noch ein sehr persönlicher Roman, in dem die Autorin viel von sich preisgibt. Für Leser von ausgefallener Literatur!
Amélie Nothomb bekommt viel Fanpost. Nun hat sie sogar einen Brief aus dem Irak erhalten, von einem dort stationierten Soldaten namens Melvin Mapple. Nach einigem Zögern und höflichem Hin- und Hergeschreibe fasziniert sie seine Geschichte mehr und mehr: Melvin hat das Gegenteil eines Hungerstreiks begonnen. Er - der sogar einmal auf der Straße gelebt und unter Hunger gelitten hat – isst nun beim Militär (wo es ausreichend Nahrung gibt) alles, was ihm zwischen die Finger kommt. Über die Jahre, die er dort stationiert ist und die Leiden eines Krieges durchleben musste, hat er nun eine Gewichtszunahme von 130 Kilogramm. Amélie Nothomb schlägt ihm vor, seinen Körper als Protest- und Kunstobjekt einzusetzen. Das gefällt Melvin. Doch dann bricht der Briefkontakt zwischen den beiden plötzlich ab. Warum reagiert Melvin nicht mehr auf ihre Briefe?
Amélie Nothomb hat schon vielen ihrer Romanen autobiographische Züge verliehen, wie zum Beispiel ihr Erfolgstitel “Mit Staunen und Zittern”, “Die Metaphysik der Röhren” oder “Der japanische Verlobte”. Aber dieser Roman ist ihr wohl persönlichster geworden. Der Leser erfährt…
Warum ich Yejide Kilanko – Der Weg der Töchter gelesen habe … und es zum Welttag des Buches verlosen werde. (Gewinner siehe unten!)
Eigentlich unausweichlich, dass dieses Buch und ich uns getroffen haben, der Hauptgrund, wie fast immer, die Neugier. Die Autorin ist in Nigeria aufgewachsen, ich weiß da wenig darüber, ich erinnere mich gut an den Biafrakrieg, Bilder die mir geblieben sind, ich kenne Bücher von Wole Soyinka und Chinua Achebe, Ben Okri und Ken Saro-Wiwa. Die Autorin lebt jetzt in Kanada, sie stammt aus einer Großfamilie und lebt jetzt ein kanadisches Leben – da steckt ja in der Lebensgeschichte schon so viel Spannung, dass man zum Buch greifen muss und ich höre jemanden sagen: Das ist eher ein Frauenbuch, die können da mehr damit anfangen. Selbstverständlich will ich wissen womit Frauen mehr anfangen können, sind ja so viele ….
Eine Kinder- und Jugendgeschichte, behütet in der Großfamilie: „Ihre Schwester Eniayo war arewa, die Schönheit. Ich war sisi, die junge Dame“. Bis zu einem Ereignis das ihren Frieden stört, den Familienfrieden und ihren eigenen Frieden.
Der Cosusin, der in die Familie aufgenommen wird, bedrängt Morayo und plötzlich scheint sie alleine zu sein, scheint sie schuldig zu sein, die glückliche Kindheit endet und sie braucht sehr lange um nach diesem Missbrauch und dem Vertrauensbruch ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen.
Ich bin sicher, dass das Buch meist von Frauen gelesen werden wird, aber ich glaube Männer sollten das auch lesen, weil es ein gutes Buch ist und weil wichtige Nachrichten von Frauen in dem Buch zu finden sind.
Die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Antonia Michaelis hat nun einen ersten Roman in einem belletristischen Verlag vorgelegt. “Paradies für alle” ist bei Knaur erschienen und beschäftigt sich mit Ungerechtigkeit, Vergänglichkeit und der außergewöhnlichen Vision eines Kindes: dem Wunsch nach einem Paradies. Ein unheimlich ergreifendes, philosophisches Buch, voller Atmosphäre und einer schönen, besonderen Sprache. Absoluter Lesetipp!! Für Erwachene und Jugendliche ab 16.
Der 9-jährige David ist nach der Schule nicht nach Hause gekommen. Vielleicht ist er noch bei Freunden, vermutet seine Mutter Lovis, eine Künstlerin, die sich in letzter Zeit nicht allzu viel um ihn kümmern konnte, weil sie eine Ausstellung vorbereitet. Ihr Mann ist Arzt in einer Klinik und meistens erst spät zu Hause. Nachdem alle Freunde durchtelefoniert sind und auch die Polizei eingeschalten wurde, kommt spätabends plötzlich der Anruf: David liegt nach einem Frontalzusammenstoß mit einem Auto im Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich jedoch auf der Autobahn! Was hat er dort gewollt? Jetzt liegt er mit schweren Verletzungen im Koma und niemand weiß, ob er jemals wieder aufwachen wird. Lovis beschließt herauszufinden, was in ihrem Sohn vor sich gegangen ist und findet eine geheimnisvolle Kladde unter Davids Bett. Darin sein Werkstattbericht über ein besonderes Projekt. Denn David war dabei ein Paradies zu schaffen. Lovis beschließt den Plan ihres Sohnes zu vollenden…
“Paradies für alle” wird komplett aus der Perspektive der Mutter erzählt. Hierbei spricht Lovis den Leser zwischenzeitlich auch direkt an, sie erzählt ihm ihre Geschichte. Die fein gezeichneten Charaktere sind…
In seinem Roman “Wenn ich dich umarme, hab keine Angst” erzählt Fulvio Ervas wunderbar gefühlvoll und authentisch die wahre Geschichte von einem Vater, dessen autistischen Sohn und einer langen Reise, die beide einander näher bringt.
Als Andrea Antonello drei Jahr ist, erfahren seine Eltern, dass er Autismus hat. Mit dieser Diagnose wird ihre Welt ordentlich durcheinandergewirbelt, denn Autimus ist keine Krankheit wie eine Grippe, die wieder vorübergeht. Sie versuchen die Gefühlswelt ihres Sohnes zu verstehen, mit seinen Talenten und Begabungen klar zu kommen, doch der richtige direkte Zugang scheint ihnen verwehrt, denn Andrea kann seinen Gegenüber nur wahrnehmen und einschätzen, wenn er diesem am Bauch berührt.
Franco Antonello weiß sich schließlich nicht mehr anders zu helfen und unternimmt mit seinem mittlerweilen 17-jährigen Sohn eine gewagte Reise. Ausgangspunkt ist Miami und von dort führt sie ihr Weg über New Orleans, Texas, New Mexico, Colorado, Utah, Arizona nach Los Angeles. Weiter geht es nach Mexiko, Guatemala, Belize, Panama und Brasilien mit dem Amazonas-Gebiet. Die Strecke wird mit dem Motorrad bewältigt, nur von kleinen Flugreisen unterbrochen.
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