Der US-amerikanische Psychotherapeut Irvin David Yalom ist zu der Einschätzung gelangt, dass wir die Aussicht auf den eigenen Tod gleichsam so sehr fürchten wie das “In die Sonne schauen“. In seinem Buch gibt er nach jahrzehntelanger analytischer Arbeit mit Menschen gute Ratschläge, wie man die Angst vor dem Tod überwindet. Vom direkten Blick in die Sonne bleibt gleichwohl abzuraten.
Pubertät und Midlife Crisis sind nicht die einzigen Lebensabschnitte, in denen uns die Furcht vor dem Tod “vorzeitig” ergreifen kann. Das ganze Leben fordert zum Todesmut heraus, philosophisch gesprochen: zum Sterbenlernen. Für den Arzt, Sachbuch- und Romanautor Yalom ist es der griechische Denker Epikur, der in besonderem Maße die Philosophie als Therapie – theologisch gesprochen: als Seelsorge – aufgefasst hat, mit dem Ziel der Seelenruhe (altgriechisch: ataraxía). Diese wird übrigens gemeinhin weniger für eine epikureische als für eine stoische Tugend gehalten.
5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, zum Inhalt eines Buchs zu machen, klingt so vielversprechend, dass Bronnie Ware auf die darin enthaltenen “Einsichten, die Ihr Leben verändern werden“, sicher noch viele andere Leser außer mir neugierig macht.
Zum Hineinlesen kam mir der eigene Geburtstag gerade recht. Bronnie Ware arbeitet als Sterbebegleiterin. Hier die von ihr auf den Punkt gebrachten fünf Dinge: Die Sterbenden bereuen erstens, nur nach den Erwartungen anderer gelebt zu haben; zweitens, zu viel gearbeitet zu haben; drittens, ihren Gefühlen nicht Ausdruck verliehen zu haben; viertens, den Kontakt zu ihren Freunden nicht gehalten zu haben; fünftens, sich nicht mehr Freude gegönnt zu haben. Diese Quintessenz ist dem Buch leicht zu entnehmen; denn es handelt sich dankenswerterweise um Zwischenüberschriften.
Den Rest der 300 Seiten mag lesen, wer glaubt, in derselben Zeit nichts Lohnenderes zu versäumen. Mir genügten die ersten zwanzig, dann erschien mir mein Geburtstag zu kostbar. Nach diesem Lesepensum ist nämlich die Autorin noch nicht einmal ansatzweise auf den Punkt gekommen. Wer ihren autobiographischen Abschweifungen mehr Sinn abgewinnt, dem mag es freilich anders als mir ergehen, weil er den vielleicht besonderen Draht gefunden hat, den es hier für die Lektüre braucht.
William J. Dobson hat für „Diktator 2.0“ keine Distanzen gescheut. Zwei Jahre und 150.000 Kilometer hat er investiert. Am Ende kann man sagen, dass die Mühen sich gelohnt haben, denn das Buch bietet einen hervorragenden Überblick über die gegenwärtigen autoritären Staaten und die Helden, die es sich zur Lebensaufgaben gemacht haben, diese Diktaturen zu bekämpfen.
Egal ob Venezuela, Ägypten, China, oder Russland, William J. Dobson war dort und hat sich tief in die Machtstrukturen reingewagt. Er liefert nicht nur Interviews mit den Vertretern der Machthaber vor Ort. Mit seinem Buch liefert er auch die Gesichter und Namen, die sich gegen Gewalt, Unterdrückung und Korruption engagieren. Es sind mutige Verfechter des Liberalismus und der Demokratie, die ihr Leben riskieren, um für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen.
Thomas Frank – Arme Milliardäre
Was haben China, Nordkorea, Kuba, Vietnam und die U.S.A. gemeinsam? Genau! Sie werden alle sozialistisch regiert. Wäre hätte das jemals gedacht, dass das einstige Bollwerk des Kapitalismus nun von einem „freiheitsfeindlichen Diktator“ tyrannisiert wird. „Die säkular-sozialistische Maschinerie (Barack Obamas Regierung) ist für Amerika eine ebenso große Bedrohung wie einst Nazi-Deutschland oder die Sowjetunion.“ Diese „weisen“ Worte stammen nicht von irgendeinem Kauz, der hinterm Deich lebt, sondern wurden von Newt Gingrich geäußert, einem führenden Politiker der Republikaner.
„Dieses Buch ist die Chronik einer Zeit voller Verwirrungen, in der sich die Amerikaner gegen eingebildete Gefahren erheben und Wirtschaftstheorien unterstützen, die ihren Horizont übersteigen. Es handelt von einem Land, in dem die Angst vor der Machtübernahme einer radikalen Linken umgeht, die dort schon längst keine Rolle mehr spielt, ein Land, in dem Fernsehmoderatoren ideologische Albträume schüren, die vielen Menschen realer und überzeugender scheinen als alles, was die Zeitungen zu berichten haben.“
paul watzlawick‘s buch anleitung zum unglücklichsein ist schon ein klassiker und ein kultbuch. jetzt kommt er in die kinos. schon wieder ein buch das verfilmt wird. ich habe mir gleich den trailer angeschaut. er erinnert mich ein bißchen an meinen lieblingsfilm ‘die fabelhafte welt der amelie‘.
in den 80gern erschienen viele ratgeberbücher, meist aus den usa, die zeigen wollten was man noch so aus seinem leben machen kann, wie man alles verbessern kann und wie man glücklich sein kann usw …
dieses buch ist anders. mit viel witz und humor kommt es daher. herr watzlawick zeigt uns, dass wir mit unseren problemen, unserm unglücklichsein auch spielerich umgehen können. er hält uns einen spiegel vors gesicht und zeigt uns was wir GEGEN unser glück tun. obwohl es auch anders geht.
eines der bekanntesten szenen aus dem buch: die geschichte mit dem hammer:
Mythos Überfremdung von Doug Saunders ist mein Winter-Sachbuch-Tipp!
Hetzer, Manipulateure und Demagogen aller Länder, vereinigt euch!
Seit dem 11. September 2001 ist die Anzahl derjenigen, die gegen den Islam und gegen Muslime wettern ungemein gestiegen. „Wir stehen kurz davor, von einer muslimischen Flut hinweggespült zu werden.“ Es ist prädestiniert, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein Islam-Tsunami unser Abendland gnadenlos dem Erdboden gleichmachen wird. Nun ja, es gibt nichts einfacheres als sich ins Lager der Irrationalisten zu schlagen. Einfach nur den Verstand ausknipsen und schon kann es losgehen: Das Wunderland des Hasses ist riesengroß, fast unendlich groß. Doch Doug Saunders ist ein großartiger Entzauberer! Mit seinem fabelhaften Buch „Mythos Überfremdung“ rechnet er mit den Vertretern der intellektuellen Nulldimensionalität gnadenlos ab. Nach dem Motto „Keine Macht den Doofen!“ zelebriert Saunders nicht nur ein Fest der Aufklärung, sondern zerpflückt die Wahnkonstrukte Kapitel für Kapitel mit einer beeindruckenden Souveränität.
Heinrich Zankl – Kampfhähne der Wissenschaft
In den Wissenschaften zählt ein klarer, unvoreingenommener und rational abwägender Verstand. Erst wenn Ergebnisoffenheit garantiert ist, kann von einer objektiven Wissenschaft gesprochen werden, denn jede Dogmatik sorgt für ein Erstarren und mündet in eine mentale Sackgasse. Diese Sackgassenmentalität ist der Feind jeder konstruktiven Weiterentwicklung, denn, wenn die Wissenschaftsgeschichte eines beweist, dann, dass verkrustete Positionen immer wieder von Pionieren aufgebrochen werden müssen. Außenseiter müssen sich immer wieder opfern, um festgefahrene Denkstrukturen zu überwinden.
Heinrich Zankl zeigt in seiner unterhaltsamen Gesamtschau „Kampfhähne der Wissenschaft“ auf, wie stur und engstirnig selbst die berühmtesten Wissenschaftler sein können. Kontroversen und gegenseitige Theorien mündeten und münden nicht selten in irrationale Feindschaften. Das Buch zeigt die negativen Eigenschaften weltberühmter Persönlichkeiten auf, die irgendwann die Bahnen des wissenschaftlichen Argumentierens und Arbeitens verlassen und sich in den Irrgärten der subjektiv-voreingenommenen Überzeugung verloren haben.
Les Murray berichtet vom Schwarzen Hund, seiner Depression. Er tut das in einem Essay der nichts auslässt und dennoch nur etwas mehr als 40 Seiten lang ist.
Vom Tod der Mutter, dem Aufwachsen auf dem Land, Schule und Mobbing, katholisch sein und das Verhältnis zum Sex, und mehr, untersuchend, ob dort Ursachen zu finden sein könnten für seine Depression.
Die Depression, die ihn bis zu einem völligen Zusammenbruch mit großer Gewalt und Macht beherrscht hat. Dann kommt tatsächlich Erlösung, Heilung, aber auch die Erkenntnis, dass sie nie ganz gehen wird, aber, dass er sie beherrschen kann, so weit, dass leben möglich ist.
Immer hat er aber auch Gedichte geschrieben, eine Notwendigkeit und sicher auch häufig als Rettung, Rettungsanker, Rettungsmöglichkeit. Diese Gedichte finden sich im zweiten Teil des Buches.
Es sind keine Krankheitsgeschichten, es ist lebendige Lyrik, die zwar als Hintergrund die Krankheit haben mag, die aber viel mehr ist als Krankheitsberichte, sie wären sonst ja kaum interessant für Lyrik-Leser. Und über das merkwürdige Land Australien erfährt man auch eine Menge!
Mit “Nicht warten -starten!” ist Michael Pantalon ein einfaches, schlüssiges 7-Minuten-Programm zur Motivation gelungen. Egal, ob sie selbst mehr Sport treiben wollen, ihre Kinder ihre Zimmer aufräumen sollen, ihr Kollege nicht immer zu spät kommen soll oder ihr bester Freund mit dem Rauchen aufhören soll – “Nicht warten – starten!” bietet wissenschaftlich fundierte, krisen-erprobte Techniken zur Selbst-Motivation.
Instant Influence nennt Pantalon diese Technik. Sie basiert auf der wissenschaftlich nachgewiesenen Beobachtung, dass mit Druck erzeugte Verhaltensänderungen nicht sehr stabil sind. Besser ist es, die Autonomie zu stärken und nach dem Funken Motivation zu suchen, den jeder irgendwo ganz tief in sich trägt.
Daraus hat Michael Pantalon in seinem Buch “Nicht warten – starten!” ein Programm zur Motivation entwickelt, dass aus 6 Schritten besteht:
Wer möchte nicht einmal für „Acht Wochen verrückt“ sein, um dann als ein erholter Mensch wieder mit dem Leben im Klaren zu sein? Die Phase der vorübergehenden „Verrücktheit“ kann den gehetzten, ausgelaugten, erschöpften und ausgebrannten Neuzeit-Menschen sogar erneuern, die Sicht auf das eigene Leben bewusster klarmachen.
Eva Lohmanns Debüt ist ein kleines, aber tiefgründiges Stück Literatur. Die eingestreuten witzigen Abschnitte sollen den Tiefgang ihres Buches nicht mindern, denn „Acht Wochen verrückt“ ist eine autobiographische Auseinandersetzung, die den selbsterlebten Absturz der menschlichen Psyche gekonnt aufbereitet.
Milena Winter ist solch ein Mensch, die eine seelische Eiszeit durchleidet. Eva Lohmanns alter ego. Ihr Zusammenbruch kündigt sich über Wochen an; zuerst verliert sie die Lust an der Arbeit und am Ende dieser Entwicklung fehlt ihr die Antriebskraft um die elementarsten zwischenmenschlichen Beziehungen aufrecht zu halten. Ihr Lebenstrieb erlahmt. „Ich wusste, dass ich einfach nicht mehr funktionierte.“ Dies wird von einer 27-jährigen festgestellt, die noch das ganze Leben vor sich hat. Die Diagnose ist eindeutig: Depression und Burn-Out. Milena wird in eine psychosomatische Klinik eingeliefert, um im „Land der Verrückten“ ihre Lebenskräfte wiederzufinden. Dort trifft sie nicht nur Patienten, die, wie sie an Depression und Burn-Out leiden, sondern auch Esssüchtige, Magersüchtige und Menschen mit Persönlichkeitsstörungen.
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