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Thomas Frank – Arme Milliardäre!

Sonntag, 09. Dezember 2012
4,40 von 5 Punkten, basierend auf 5 Stimmen.

Thomas Frank – Arme Milliardäre 

Was haben China, Nordkorea, Kuba, Vietnam und die U.S.A. gemeinsam? Genau! Sie werden alle sozialistisch regiert. Wäre hätte das jemals gedacht, dass das einstige Bollwerk des Kapitalismus nun von einem „freiheitsfeindlichen Diktator“ tyrannisiert wird. „Die säkular-sozialistische Maschinerie (Barack Obamas Regierung) ist für Amerika eine ebenso große Bedrohung wie einst Nazi-Deutschland oder die Sowjetunion.“ Diese „weisen“ Worte stammen nicht von irgendeinem Kauz, der hinterm Deich lebt, sondern wurden von Newt Gingrich geäußert, einem führenden Politiker der Republikaner.

Dieses Buch ist die Chronik einer Zeit voller Verwirrungen, in der sich die Amerikaner gegen eingebildete Gefahren erheben und Wirtschaftstheorien unterstützen, die ihren Horizont übersteigen. Es handelt von einem Land, in dem die Angst vor der Machtübernahme einer radikalen Linken umgeht, die dort schon längst keine Rolle mehr spielt, ein Land, in dem Fernsehmoderatoren ideologische Albträume schüren, die vielen Menschen realer und überzeugender scheinen als alles, was die Zeitungen zu berichten haben.“

Helmut Schmidt/Giovanni di Lorenzo – Verstehen Sie das, Herr Schmidt?

Sonntag, 07. Oktober 2012
4,18 von 5 Punkten, basierend auf 11 Stimmen.

Helmut Schmidt/Giovanni di Lorenzo – Verstehen Sie das, Herr Schmidt?Helmut Schmidt/Giovanni di Lorenzo – Verstehen Sie das, Herr Schmidt?

Es gibt in Deutschland nicht viele Menschen, an deren Lippen Millionen Bürger hängen. Aktive Politiker sind nicht unabhängig und deshalb nicht sehr glaubwürdig, weil sie ja doch nur irgendeine bestimmte Klientel vertreten. Bedeutende Politiker „außer Dienst“, die wichtige und wegweisende Entscheidungen getroffen haben, sind leider auch Mangelware, wenn es darum geht genau diese Entscheidungen jüngeren Generationen zu erklären und zu aktuellen Themen eine klare Position zu beziehen.

Helmut Schmidt ist die große Ausnahme. Seine Bücher werden nachgefragt wie warme Semmeln und jedes mal, wenn er im Fernsehen auftritt, hat man das Gefühl, dass ein großer Staatsmann endlich mal seine persönliche, unverfälschte Meinung äußert. Er ist zu recht mit Abstand der beliebteste Politiker, sein a.D. spielt keine Rolle.

„Verstehen Sie das, Herr Schmidt?“ ist wieder so eine kleine politische Buch-Perle. Die Atmosphäre von „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ konnte abermals hervorragend eingefangen werden. Es ist eine unterhaltsame und dennoch lehrreiche Mischung aus (politischer) Geschichte, Zeitgeschichte, persönliche Erfahrungen und vieles mehr.

Holger Balodis / Dagmar Hühne – Die Vorsorgelüge

Donnerstag, 04. Oktober 2012
3,46 von 5 Punkten, basierend auf 13 Stimmen.

Holger Balodis/Dagmar Hühne - Die Vorsorgelüge - Econ VerlagHolger Balodis/Dagmar HühneDie Vorsorgelüge

War früher alles besser? Nicht alles, aber ein paar Sachen sicherer. Was waren das nur für Zeiten, als sich der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Norbert „Nobby“ Blüm sich noch hinstellen konnte und mit bestem Gewissen dem Volke eine frohe Botschaft verkünden durfte: Die Rente ist sicher! Verrückt geradezu.

Wie schade nur, dass sich manche Aussagen ins Gegenteil drehen, denn, wenn heutzutage eines sicher ist (für wie lange?), dann dies, dass in absehbarer Zeit selbst die Menschen, die heutzutage Durchschnittsverdiener sind und das ist in einem der weitentwickeltsten Industrieländer in diesem Sonnensystem immerhin ein nettes Sümmchen Geld – 32.000€ – als Rentner sich in der prekären Situation der Altersarmut wiederfinden werden. Wie gut, dass es aber einen Ausweg aus dieser misslichen Lage gibt: Die private Altersvorsorge. Jeder ist sein eigener Herr, wenn es darum geht, sich aus dieser hoffnungslosen Lage zu befreien. Galt früher das Umverteilungssystem der gesetzlichen Rentenversicherung jahrzehntelang als ein zuverlässiges System, so sollen nun Aktien und Anleihen den Lebensabend versüßen. Doch macht das Sinn bzw. können wir auf die private Altersvorsorge tatsächlich bauen?

Günther Thömmes – Der Papstkäufer

Montag, 27. August 2012
4,22 von 5 Punkten, basierend auf 9 Stimmen.

Günther Thömmes legt mit „Der Papstkäufer“ einen historischen Roman vor, der sich von seinen bisherigen Bier-Romanen klar abgrenzt. Schwerpunkt ist diesmal die Renaissance, die Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger und ein gewisser Johannes Zink, der sich mit diesem Buch in das Bewusstsein vieler Leser nachhaltig eingraben wird.

Nicht selten wird die Geschichte von Hintermännern gemacht, die in Geschichtsbüchern, wenn überhaupt, nur knapp erwähnt werden. Johannes Zink ist so ein Mensch. Er war gewissenlos, kühl kalkulierend und ein strategischer Großmeister, d.h. der perfekte Mann für die Fugger, die sich anschickten Europa und die Welt zu erobern. Alle Wege führen bekanntlich nach Rom und dort haben die Fugger auch eine Niederlassung, deren Führung Johannes Zink übernehmen soll. Er wird in dieser Position aufgehen, er wird Geschichte schreiben, er wird den Kampf mit den mächtigsten Menschen aufnehmen.

Cristián Gálvez, 30 Minuten Storytelling

Montag, 21. Mai 2012
4,60 von 5 Punkten, basierend auf 5 Stimmen.

30 Minuten Storytelling, Gabal Verlag 30 Minuten Storytelling - 30 Minuten für meine Neugier.

In diesem Fall Neugier auf das Phänomen des Überzeugens mit Geschichten; auf Marketing-Deutsch  Storytelling genannt.

 Geschichten wirken stärker als reine Argumente, denn Geschichten erreichen unser Unterbewusstsein während der Verstand noch mit den Fakten beschäftigt ist.

Doch was macht eine gute Geschichte aus? Wie erreiche ich meine Zuhörer? Wo finde ich meine Geschichten und wie baue ich sie auf?

All das erklärt Cristián Gálvez auf gerade mal 77 Seiten.

30 Minuten sind wirklich ein moderater Zeitaufwand – 30 Minuten investiere ich gerne. In der Reihe des Gabal-Verlages gibt es viele Themen, auf die ich neugierig bin: Motivation, Resilienz, Kreativitätstechniken, Selbstcoaching, Marketing… Als nächstes werde ich Elevator Pitch lesen.

 Die Reihe “In 30 Minuten wissen sie mehr” ist optimal als Schnelleinstieg und als Grundorientierung zu einem neuen Thema. Oder als Motivationsschub für zwischendurch. Oder zum Auffrischen des Seminars, das jetzt schon eine Weile zurückliegt. Oder eben einfach nur aus Neugier.

Michael Schmidt-Salomon – Keine Macht den Doofen

Freitag, 27. April 2012
4,40 von 5 Punkten, basierend auf 5 Stimmen.

Michael Schmidt-Salomon – Keine Macht den Doofen

Michael Schmidt-Salomon – Dieser Mann steht für etwas; gegenwärtig verkörpert er in der deutschen Öffentlichkeit die Tradition der europäischen Aufklärung wie nur wenige. Michael Schmidt-Salomon ist nicht nur Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, sondern auch ein erfolgreicher Autor.

Seine  Bücher „Manifest des evolutionären Humanismus“ und „Jenseits von Gut und Böse“ stehen für eine wohlfundierte Kontraposition zu überlieferten Dogmen und Orthodoxien jeglicher Art. Michael Schmidt-Salomon ist ein Verfechter des aufgeklärten Humanismus, der auf jeden Fall auch mal in Diskussionsrunden erlebt werden muss. (Ein paar Webseiten haben sich auf so was spezialisiert, dort einfach vorbeischauen und nach Michael Schmidt-Salomon suchen.)

Keine Macht den Doofen“ ist eine Streitschrift, die seine oben genannten Bücher in kompakter Form zusammenfasst. Einen Unterschied gibt es jedoch; der Ton ist um einiges schärfer. „Ich habe es satt, von Politikern, Religionsführern, Wirtschaftsweisen, Medienleuten – ja, selbst von Philosophen – Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche, Tag für Tag die ewig gleichen inhaltsleeren, nichtssagenden Phrasen zu hören. Und mir dreht sich der Magen um, wenn ich mit ansehen muss, wie diese angeblich so intelligente Spezies jeder noch so kruden Wahnidee nachläuft.“

Bert Rürup/Dirk Heilmann – Fette Jahre

Montag, 19. März 2012
4,43 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Fette Jahre – Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat“! Nanu? Was soll denn dies? Man überfliegt den Titel noch einmal und tatsächlich; ein Wirtschaftsbuch, welches Optimismus verbreitet. An diesen Grundton ist der Leser heutzutage gar nicht mehr gewöhnt. Seit ein paar Jahren wird ein gepflegter Pessimismus verbreitet, der den überzeugtesten Optimisten ins Lager der Weltuntergangsanbeter treibt. Der Untergang des Abendlandes steht mal wieder kurz bevor; egal ob Hyperinflation, Deflation, die enormen Staatsschulden, oder das vermeintlich sichere Auseinanderbrechen der Euro-Währungsunion. Die nächsten Jahre scheinen im Sternzeichen der großen Plagen zu stehen.
Dass nun endlich ein großer Verlag dem Dauerbombardement an Untergangsstimmung ein Flakgeschütz entgegenstellt, werden die übriggebliebenen Optimisten dem Hanser Verlag danken.

Data Unser! Data User!

Sonntag, 04. März 2012
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 7 Stimmen.

Data Unser! Wie Kundendaten die Wirtschaft revolutionieren

„Data Unser“ ist das neue Glaubensbekenntnis für alle,  die im Marketing oder Vertrieb arbeiten. Ich denke, das Wortspiel Data Unser/ Data User ist durchaus gewollt, denn es gibt Petabytes  Daten, die in Datenbanken schlummern. Doch welche Verknüpfungen sind sinnvoll und richtig, welche führen zu einer ausreichend grossen Zielgruppe? Wo liegen die Fallstricke? Wie arbeitet man sinnvoll mit den gesammelten Daten? Gibt es in Zukunft Kosumentendatenspürhunde als neue Berufsbezeichnung?

Aber ich hinterlasse nicht nur Online Spuren. Nicht auszudenken, was ein simpler Nachsendeantrag auslösen könnte. Umzug, Scheidung, Heirat, Erbschaft? Welche Vermutung stimmt?  Möbelhändler, Handwerker, Autohändler, Verbrauchermärkte, Restaurants… , von diesen Informationen  könnten viele profitieren. Es bleibt noch immer der menschliche Faktor als grosse Unsicherheit, denn  wie zieht man die richtigen Schlüsse aus der Datenvielfalt und was kostet eine solche Recherche? Wie finde ich die kreative Botschaft für die Zielgruppe? Das kann ich nur  klären, wenn ich „meinen Kunden“ besser analysieren kann.

Boris Hahn – Soziale Netzwerke, Selbstinszenierung und das Ende der Privatsphäre

Samstag, 14. Januar 2012
4,70 von 5 Punkten, basierend auf 10 Stimmen.

Soziale Netzwerke – eine Studie zu Privatsphäre und den Umgang mit Sozialen Netzwerken von Boris Hahn

In den Achtzigerjahren gab es eine Volkszählung bei der es recht großen Widerstand gab. Ich erinnere mich an eine Info-Veranstaltung zu der auch die Polizei erschienen ist – Gefahrenpotential vermutend in Menschen, die nicht einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten wollten.
So etwas scheint lange vorbei, ganz das Gegenteil tut man jetzt: veröffentlichen, zeigen, intimste Fotos und Geschehnisse sind öffentlich zugänglich – auf all den wunderbaren sozialen Netzwerken.
Boris Hahn untersucht in Soziale Netzwerke, Selbstinszenierung und das Ende der Privatsphäre die Entstehung und Entwicklung der sozialen Netzwerke, die Art wie damit jetzt umgegangen wird. Er gibt auch Empfehlungen für den zukünftigen Umgang, besonders im Hinblick auf die Sicherheit, auf persönliche Informationen und Daten und was damit alles möglich ist, das der naive Alltagsnutzer kaum bedenkt.
Weitere Infos zum Thema Soziale Netzwerke finden Sie hier.

Helge Peukert – Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise

Dienstag, 10. Januar 2012
4,25 von 5 Punkten, basierend auf 12 Stimmen.

Eine umfangreiche Untersuchung zum Thema “Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise” von Helge Peukert, Hochschuldozent an der Universität Erfurt.
Finanzmarktkrise – ein ungeliebter Begriff, und lange vorbei, denkt man gerne, das war doch 2007, 2008, 2009, und ist vorbei.
Natürlich ist jedem bewusst, dass die Krise nicht vorbei ist, und der Eindruck, dass Wirtschaft, vor allem Finanzwirtschaft und Politik, an Symptomen herumdoktern ohne wirklich Lösung, ohne tatsächlich das System dauerhaft stabilisieren zu können, wird jeden Tag in den Nachrichten bestätigt.
Helge Peukert macht sich an die Analyse der Situation, untersucht die Regeln und Überzeugungen nach denen gehandelt wird und die ja wohl nicht (mehr) funktionieren, weist auf die Halbherzigkeit hin mit der oft gehandelt wird und die häufiges Nachbessern nötig macht, und entwirft so ein nicht sehr beruhigendes Zukunftsbild.
Aber er beschreibt auch Lösungen, Formen die zukunftsträchtigere und stabilere Finanzmärkte schaffen sollen. Reformen, die weit über das hinausgehen was allgemein, von Politik und Wirtschaft, als Ausweg angeboten wird.
Ein wissenschaftliche Arbeit, die für interessierte Laien dennoch lesbar ist und deren Analysen und Perspektiven möglicherweise sogar so etwas wie Hoffnung aufkeimen lassen.
Eine Reihe weiterer Tipps zum Thema Börse und Schuldenkrise finden Sie hier.

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