Wander Woman von Jana Thiele kann man am besten zu den humorvollen aber auch tiefgründigen Reiseberichten stellen, also neben Harpe Kerkeling: Ich bin dann mal weg, ist genau der richtige Platz.
Jana Thiele ist übergewichtig, total unsportlich und hockt am liebsten auf dem Sofa, bis sie irgendwann einen Bandscheibenvorfall hat. Von da an ist in ihrem Leben nichts mehr wie es vorher war. Als Kassenpatient erlebt sie eine Odyssee durch das deutsche Gesundheitswesen, bis sie endlich aus eigener Tasche einen Professor zahlt, der ihr eine brauchbare Diagnose gibt und ihr rät, wandern zu gehen. Wie soll sie wandern gehen, wenn sie es nur unter großen Schmerzen bis zur nächsten U-Bahn schafft? Aber Jana Thiele sieht ein, daß ihr nur Bewegung hilft, also beißt sie die Zähne zusammen und fängt an. Erst nur im Berliner Umland, dann im Harz, in der Sächsischen Schweiz und schließlich im Bayerischen Alpenvorland.
LANDMARK NOTES- Arts, Crafts and Coffee. Notizbuch für München – ein Zufallsfund, und ganz großartig passend: Ein Besuch, der das Buch als Begrüßungsgeschenk überreicht bekommt.
Man könnte denken, dass mit einem Stadtführer ein Besuch gut alleine in der Stadt zurechtkommt und die Besuchsverpflichtungen dadurch weniger werden, könnte man so denken, ja, aber die LANDMARK NOTES sind ja kein klassischer Stadtführer sondern ein besonderer, ich zitiere einfach von der Internet- Seite:
Notizbuch, Reisetagebuch und Stadtführer in einem. München anders sehen: Junge Künstler, junges Design und Kunsthandwerk, versteckte Läden und wunderbare Cafés. Ein Streifzug durch außergewöhnliche Locations in München mit ganz viel Platz für eigene Notizen und Gedanken…
Das Buch steckt voller Überraschungen und ist sicher nicht nur für Besucher in München interessant, auch für München-Bewohner bietet sich da allerhand Unbekanntes und Entdeckenswertes.
Es ist ein richtiges Vergnügen darin zu blättern und wenn erst einmal die eigenen Einträge das Buch füllen wird ein ganz einmaliges und individuelles Erinnerungsstück daraus.
Die Herausgeberin, Susanne Perk-Kuhlmann, ist auch die Herausgeberin des Designguide München & Umland (www.designguide089.de ), ausgewiesene Kennerin also, hat hier ein verspieltes, überraschendes, nützliches und großartig selbst mitzugestaltendes Buch entwickelt das die eigenen Stadtentdeckungen noch ein Stück spannender und interessanter macht.
Pamir – Vergessenes Volk auf dem Dach der Welt, schon wieder ein Bildband, daran ist deutlich zu merken, dass Weihnachten kommt, die Geschenkesuche hat begonnen.
Aber ich nutze die Gelegenheit einfach auch Bücher anzuschauen, zu kaufen, die ich sonst vielleicht nicht so aufmerksam sehen würde, und so ganz nebenbei stelle ich fest, dass doch einige davon nicht verschenkt werden, dass ich dann vielleicht eher doch einen Roman verschenke und die Bilder behalte.
Auch wenn es so abgelegene Themen sind wie in diesem Buch, Pamir – ich weiß darüber nichts, wenn sie vergessen sind, wie der Untertitel sagt, was bedeutet das genau? Wissen die, dass sie vergessen sind und sind darüber unglücklich?
Wenn man einen Seemann auf einer Insel aussetzt und ihm sagt wir holen dich später wieder und ihn dann vergisst – der kann ordentlich verzweifeln, klar, ein Vergessener, aber die Menschen dort, die fühlen sich vielleicht nicht vergessen, die leben einfach da.
Aber natürlich freue ich mich über das Buch, weil die Bilder unglaublich beeindruckend sind. Das sind Nachrichten aus einer sehr fremden Welt, Landschaft und Menschen sind kaum zu begreifen, man kann nur diese Bilder betrachten und wirken lassen, ich bin sicher sie werden lange im Gedächtnis bleiben, Denkanstöße geben und das eigene Weltbild erweitern.
Eowyn Ivey’s “Schneemädchen” hat mich völlig überrascht:
Erst hielt ich den Roman für Fantasy, dann für ein Märchen und nun entpuppt es sich einfach als schöner,spannender und bewegender Roman mit Atmosphäre.
Die Geschichte spielt in den 1920er Jahren in Alaska - in einer unwirtlichen, nahezu unbewohnten Gegend. Die älteren Eheleute Mabel und Jack haben den Sprung hierher gewagt, ein Abenteuer, um ihrer Kinderlosigkeit und der daraus resultierenden Unzufriedenheit etwas entgegenzusetzen… Außer Arbeit gibt es nur eine Familie in der “Nähe”, mit der eine herzliche Freundschaft entsteht.
Eines Nachts beim ersten Schnee packt das Paar der Übermut, sie erschaffen ein Schneemädchen…
Ab dem nächsten Morgen finden sich neue Spuren rund um Haus und Umgebung, in den folgenden Tagen erscheint ein kleines Mädchen immer häufiger und wird langsam zutraulich…
Haben die beiden wirklich eine “Fee” erschaffen, ist es ein Mädchen aus Fleisch und Blut- oder wurde die russische Märchenerzählung Snegovina nach einer wahren Begebenheit erzählt?
Hans Kemp’s irrer Bildband “Bikes of Burden” nimmt uns mit in ferne, asiatische Welten, insbesondere nach Vietnam.
Ich war noch nie dort, aber in Asien gelten Zweiräder ja bekanntermaßen als Hauptfortbewegungsmittel. Die Bilder haben mich erst fast erschreckt, ob Wagemut oder Hygiene-Gedanken (oder den Mangel daran…) Unvorstellbar, daß hier in Europa jemand die Schwerkraft derart herausfordert!
Aber es gibt auch witzige, faszinierende Details zu entdecken, und man könnte sich für so manche Kniffe und Tricks für die eigenen Fotos abschauen.
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Ein ideales Geschenk für Asien-Fans, Reise-Freunde, Fahrzeug-Begeisterte, Asienkenner, Fotosammler, Fotografen, schon-alles-Haber etc.
“Reise nach Ägypten – Geschichten fürs Hangepäck” ist ein Lesebuch für Reisende, aber genauso für Liebhaber arabischer Literatur und diejenigen, die sie die sie kennen lernen möchten.
Das Buch enthält elf zeitgenössische Geschichten verschiedener ägyptischer Autoren. Gemeinsam ist den Geschichten, dass sie angenehm schlicht in ihrer Schreibweise sind und gleichzeitig Ägypten in seinem Innersten zu erklären scheinen. Einige Geschichten handeln von Personen, auf die Wünschen projeziert werden: Ein Grabmalwächter stehe in Verbindung mit einem Dschinn, eine Beduinentocher sei wegen ihrer Schönheit die perfekte Gemahlin, … Unerfüllte Sehnsüchte sollen gestillt werden.
Den Großteil nehmen Nagib Machfus’ beiden Geschichten ein: “Eine himmlische Begegnung” und “Dreizehn Spiegelbilder”. Machfus ist der bedeutendste arabische Romanautor und erhielt 1988 den Nobelpreis für Literatur. In Eine himmlische Begegnung ist ein hochgestellter Direktor der Hoffnungsträger, der aber durch die Wege der Bürokratie für den Angestellten unerreichbar bleibt. Dreizehn Spiegelbilder erzählt von Erinnerungen an frühere Freunde und was aus ihnen geworden ist.
Berlin – es gibt nicht viele Städte bei denen ich sagen würde: die muss man sehen, Berlin gehört aber auf jeden Fall dazu! (Rom, natürlich, Rom!, anders geht’s ja gar nicht; Wien! Prag! London! … München ist auch schön!)
Was mir an dem Bildband über Berlin mit Fotografien von Wolfgang Scholvien besonders gut gefällt ist, dass er die schönen Seiten der Stadt zeigt, dass er zeigt, wie grandios Gebäude und Stimmungen sein können.
Die unschönen Seiten der Stadt sind ohnehin nicht zu übersehen und niemand versäumt darauf hinzuweisen, da tut es richtig gut, einen Band mit Fotos zu haben, die die schönen Seiten zeigen, erstklassig fotografiert, mit einem informativen Taxt versehen, halte ich das Buch für sehr gut geeignet zur Nachbetrachtung eines Berlin Besuches, aber selbst Berliner können sich daran freuen und sehen, dass sie da nicht nur eine interessante Stadt haben sondern auch eine schöne!
Wer Bayern liebt oder Bayern liebhaben möchte, der lese “Bayern fürs Handgepäck”. Es ist eine Sammlung von literarischen Geschichten und Reiseerzählungen: Mit köstlich amüsanten, bayerischen Worten von Gerhard Polt und Corinna Binzer, mit edlen Worten von Goethe, geschichtlichen Informationen von Horst Mönnich, Erklärungen von Traditionen, Eigenheiten und Sagen. Erzählungen von alten (Hans Christian Andersen) und neuen Autoren (Jan Weiler), bayerischen (Ludwig Thoma) und reisenden Autoren (Hermann Hesse)…
Die Reise beginnt in München. Zum Beispiel besucht Thomas Wolfe das Oktoberfest. Dort trinkt er mehr, als gut für ihn ist, denn das ganze Feiern endet mit einer Schlägerei.
Es geht weiter in die Oberpfalz, wo uns Wolfgang Benkhardt erklärt, was der klassische Zoigl ist und woher er kommt. Samuel Beckett bewundert Würzburgs künstlerisches Erbe. Hermann Kesten erinnert sich skeptisch an seine Zeit in Nürnberg zurück. Claudio Magris erklärt uns, warum der Teufel die Steinerne Brücke in Regensburg gebogen hat. Es geht in den Bayerischen Wald, nach Augsburg, durch Schwaben, zum Geigenbauer und zum Schifahren. Erfahren Sie, woher die Essiggurke stammt. Und warum der Dreisessel drei Sessel hat!
Indien – faszinierend schon immer, weil unbegreiflich, aber unvermeidlich. Dieses prächtige Buch, in orange Seide gebunden, spricht im Untertitel von: Menschen, Landschaft, Kultur, Geschichte. Ich greife da ganz automatisch zu – und wenn man anfängt darin zu blättern gibt es kein Entkommen mehr!
Sehr gute Fotos, und wenn man zuerst blättert ohne sich große um den Text zu kümmern liegt das einfach daran, die Fotos viel Spannung erzeugen: mehr, weiter ….
Aber auch der Text ist sehr fundiert und gründlich, vermittelt viel an Information, verdeutlicht und erklärt Bilder und Zusammenhänge.
Natürlich wird ein Buch Indien niemals umfassend darstellen können aber als Anfang, Einstieg, als Buch in dem man immer wieder blättern und lesen kann, vielleicht als Erinnerung an eine Reise dorthin, ist das einfach klasse.
Tobias Dorfer ist viel in der Welt herumgekommen, entnehme ich seiner Biographie. Geboren ist er in Stuttgart, sein Buch heißt aber “Mein Bayern“.
Freilich geht’s darum, dass Prominente befragt wurden, Interviews über ihre Sicht auf Bayern, aber wenn Tobias Dorfer bei diesem Buch als Herausgeber zeichnet, bedeutet das, dass er wohl inzwischen auch selbst recht überzeugt sagen kann: “Mein Bayern”.
Auf Süddeutsche.de gab’s diese Interview-Serie, die jetzt als Buch erschienen ist. Prominente aus Bayern reden über “ihre Stadt”, da ist natürlich viel zu entdecken, was aber das wirklich Liebenswürdige an dem Buch ist, dass man bei den meisten Befragten das Gefühl hat, dass sie’s ernst meinen, dass sie wirklich eine große Zuneigung zu ihrem Ort haben und tatsächlich entsteht der Wunsch beim Lesen: das möchte ich sehen, diese Stadt, diese Lieblingskneipe, den Stadtplatz, diesen Spazierweg …!
Man kann das Buch als Reiseführer benutzen, oder um mehr über die Promis zu erfahren, die die Gelegenheit nutzen, um sich als sehr bodenständig und alltagstauglich zu zeigen, was sehr angenehm ist, oder um ein paar schöne Fotos von bayerischen Städten anzusehen, man kann’s auch sehr gut verschenken und wird damit womöglich bei manchem den Wunsch auslösen auch einmal sagen zu können “Mein Bayern”
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