Glauben sie an die Liebe? Ich meine, die wahre Liebe? Ich denke dabei an so etwas wie zwischen Romeo und Julia, oder Ernie und Bert. Bei ersteren war es ja eine unglaubliche Achterbahnfahrt, bei der es einem zwischendurch schon mal schlecht werden konnte. Die Lust auf Liebe verleiden die beiden einem eher etwas, wenn man an all die Leichen und das Blut denkt, die den Pfad zum Eheglück satt ertränken.
Und das zweite Paar sind nunmal gelbe Stoffpuppen, die gerne zusammen in die Badewanne steigen während sie über den Haushalt und ihre Gummiente diskutieren.
Was genau hat die Frage nach Liebe eigentlich immer mit Glauben zu tun? Warum fragen wir nicht einfach, ob man die echte Liebe kennt?
Will man damit unterschwellig sagen, dass wir eigentlich immer auf der Suche nach dem einen Partner sind, der für uns bestimmt ist und defacto nie am Ziel ankommen, um das ganze Ding mit der endlosen Liebe zu beweisen? Streben wir wirklich nach der Vereinigung mit unserer Dualseele, von der wir am Anbeginn der Welt getrennt wurden, wie uns Platon in seinem Symposion weismachen will? Das kommt mir so grausam und beliebig vor. Wie ein Sechser im Lotto oder bei Sonnenschein vom Blitz getroffen werden. Ist es denn wirklich nur einer handvoll Seelen vergönnt auf Erden den himmlischen Glanz der Liebe dauerhaft zu erleben? Diese Fragen stellt sich wohl auch David Nicholls in seinem Roman Zwei an einem Tag. Erzählt wird die Geschichte von Dexter und Emma, wie sie sich kennenlernen und verlieren, finden und erfahren und das immer am 15. Juli. In einer wunderbaren Mischung aus Briefen, Notitzen und erzählten Erfahrungen setzt sich das Bild der beiden Leben zusammen. Dex und Em .. Em und Dex.
Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wollte ich die Geschichte noch nicht loslassen, wollte mich weiter mit den beiden beschäftigen und tiefer in das Mysterium der
schicksalhaften Liebe zwischen den Romanhelden eintauchen, die mir so ans Herz gewachsen sind. Das Hörbuch zu Zwei an einem Tag bot sich da einfach an, zumal es treffend besetzt ist mit Nina Petri und Andreas Fröhlich. Noch einmal konnte ich neue Seiten an den Leben der beiden Engländer entdecken, die ich beim ersten Mal überlesen hatte. Und noch stärker als beim Lesen war ich hin und her gerissen, wen ich nun eigentlich lieber mag, Dexter oder Emma. Um das Maß voll zu machen kommt nun auch die Verfilmung in die Kinos und ich hoffe, dass der Film hält, was die Vorschau verspricht. Ich bin mir nun immer noch nicht sicher, was es mit der wahren Liebe auf sich hat. Vielleicht umkreisen wir auch immer nur das eigentlich Wesen der Liebe wie die Planeten die Sonne. Aber die Geschichte von Dex und Em hat mir Mut gemacht, dass wir Menschen, von Liebe getrieben unseren Platz finden werden.
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