In ihrem Buch ‘Der Duft des Regens‘ beschreibt Frances Greenslade die Geschichte zweier Mädchen, deren Mutter eines Tages verschwindetet.
Der Marebuchverlag feiert dieses Jahr das 10-jährige Jubiläum. Gratulation auf diesem Wege!! Das schöne und interessante ist, das die Bücher des Verlages immer etwas mit dem Wasser zu tun haben. Weiter so.
Und nun wieder zur Geschichte: Die beiden Schwestern Maggie und Jenny wachsen in den Wäldern von British Columbia (Westkanada) auf. Maggie ist die Sorgenmacherin, sie kann nicht einfach ruhig da sitzen, Jenny dagegen sagt zu allem ‘immer und ja’, die Positive. Eine einfache Holzhütte, der Vater ist Holzfäller, die Mutter kümmert sich um den Haushalt. Mutter und Töchter genießen es, spontan in der Wildnis ein Zelt zu errichten, Feuer zu machen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Eine Idylle.
Und eigentlich ist es die Geschichte von Irene, der Mutter, die von Maggie erzählt wird. Bei einem Unfall stirbt der Vater, was die ganze Idylle zerstört. Maggie muss nun ohne ihren Vater auskommen, die Mutter muss sich einen Job suchen, verschwindet nach und nach … das bedeutet: sie gibt die Kinder einer fremden Familie, ‘nur für eine Weile’, wie sie meint. Es kommen noch Briefe. Und dann bricht der Kontakt plötzlich ab.
Die Welt der Mädchen bricht zusammen. Das Leben geht weiter. Maggie und Jenny bräuchten ihre Mutter, die ihnen den Weg zeigt. Aber sie kommt nicht zurück. Nach und nach finden die beiden zu sich selbst. Dann macht sich Maggie auf die Suche nach ihrer Mutter. Geht zu ihrem Elternhaus, besucht Freunde und Verwandte, bis an die Küste, zu einem alten Boot namens “Elsa”. Und sie lernt mehr über ihre Mutter, und darüber, was aus ihr geworden war.
Frances Greenslade beschreibt es auf eine wunderbare, feinfühlige und schöntraurigen Art. Es ist die Geschichte von Frauen, die sich während der 70er in Kanadas Wildnis durchschlugen, von jungen Frauen, die erst ihre Wurzeln finden müssen, um selbst erwachsen werden zu können. Die großartigen Naturbeschreibungen, der Regen, das Meer, die Wildnis. All das zu riechen und spüren, macht das Buch lesenswert. Und das ist ein Erstlingswerk!! Hut ab.

Wenn Sie noch ein schönes Buch über Kanada lesen möchten: Vernimm mein Flehen von Ann-Marie MacDonald. Erzählt wird eine gewaltige und tragische Familiensaga von der Nordostküste Kanadas, vor allem die Lebensgeschichte der vier Piper-Schwestern.
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