Mit dem Roman “Anders als sie” hat Lauren Strasnick ein Jugendbuch über die Suche nach der eigenen Identität geschrieben, über Liebe und Enttäuschungen, Schuld und den Wert der Freundschaft. Zudem ist dies ein Buch, das vom Abschiednehmen erzählt, sowohl von dem Ende der Highschool, als auch dem Abschied von einem geliebten, verstorbenen Menschen. Für Jugendliche ab 14 Jahren.
Am Strand in einem knallroten Auto hat Holly das erste Mal mit Paul geschlafen. Das erste Mal in ihrem Leben. Paul, den sie kaum kennt, hat sie hinterher sogar nach Hause gefahren. Doch ist Holly klar, dass es ein One-Night-Stand war, denn Paul hat eine Freundin: Saskia. Saskia ist das genaue Gegenteil von Holly. “Ein blondes, schlankes Spießertöchterchen”, so die Meinung von Nils, Hollys ältestem und besten Freund, mit dem sie leider nicht über das Geschehene sprechen kann, seit er vor einiger Zeit die Welt der Mädchen für sich entdeckt hat und wochenweise seine Freundinnen austauscht. Irgendetwas hat sich verändert seitdem zwischen ihnen. Und auch sonst ist vieles in Hollys Leben anders geworden, seit ihre Mutter vor einem halben Jahr an Brustkrebs erkrankte und starb. Sie lebt nun allein mit ihrem Vater und ihrem Hund. Sie schaut sich mit ihrem Vater Fernsehshows an, die sie nicht ausstehen kann, nur um ihn glücklich zu machen. Doch seltsamerweise zeigt Paul plötzlich Interesse an ihr: er ruft sie an, will sich mit ihr treffen, meint, dass sie etwas Besonderes sei. Sie lässt sich auf eine Affäre mit ihm ein, wohl in dem Wissen, das Paul nicht vor hat, seine Freundin zu verlassen. Und mit einem Male müssen ausgerechnet Saskia und Holly für ein Geschichtsprojekt zusammenarbeiten und Holly wird bewusst, dass Saskia eigentlich ganz anders ist, als sie gedacht hat. Die Zwei freunden sich miteinander an. Holly will die Affäre zu Paul beenden. Dem gefällt das jedoch überhaupt nicht und er findet ein Mittel, um Holly zu erpressen…
Mit teils ironischem Unterton, aber in immer anteilnehmender Art und Weise versteht es Lauren Strasnick äußerst gut das Chaos in Hollys Welt dem Leser nahe zu bringen. Eine Achterbahn der Gefühle. Fragen nach “richtig” oder “falsch”. Vertrauen und Enttäuschung. Vergangenheit und Zukunft. Seinen Platz im Leben finden. All das erwartet den Leser, wenn er sich auf die Geschichte, die definitiv keine ”0-8-15″-Liebesgeschichte ist (wie zumindest die Inhaltsangabe auf dem gedruckten(!) Buch erwarten lässt) einlässt.
Der Titel “Anders als sie” trifft den Inhalt in dreifacher Hinsicht: zum einen lernt Holly sich von der Ähnlichkeit zu ihrer Mutter, die sie teilweise belastet, zu distanzieren – zum anderen ist sie eben für zwei Personen völlig anders als deren Partnerinnen: für Paul und auch für Nils, der gerne mal seine momentane Freundin stehen lässt um Holly zur Seite zu stehen. Bis er merkt, dass sich seine Gefühle für Holly verändert haben…
Ein Roman, der durchaus auch als Klassenlektüre verwendet werden kann, da er jede Menge Themen bietet und vor allem am Ende viel Raum für eigene Gedanken lässt.
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