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Mark Schieritz – Die Inflationslüge

Geschrieben von Bruno F. am 15.06.2013 in der Kategorie: Geschichte,Politik & Gesellschaft,Recht & Wirtschaft

Mark Schieritz - Die Inflationslüge

Geldschwemme, Geldschwemme und nochmals Geldschwemme. Es gibt seit vier Jahren, wenn es um wirtschaftliche Diskussionen geht kein anderes Thema. Die Medien bombardieren die verunsicherte Öffentlichkeit mit drastischen Zukunftsprognosen. Mit größter Inbrunst verkünden die apokalyptischen Trompeter das Jüngste Inflations-Gerichts, das aufgrund der Todsünde des Gelddruckens über uns kommen wird. Der Verweis auf die angebliche Geldschwemme ist schon zu einem Ritus ausgeartet. Es wird nichts mehr hinterfragt, Selbstkritik ist schon lange nicht mehr vorhanden. Die Wirtschaftsnachrichten sind längst zu einer mythisch-religiösen Show verkommen und gerade deswegen muss so einiges in Frage gestellt werden.

„Die Inflationslüge“ von Mark Schieritz ist eine kleine und hervorragende Aufklärungs-Perle in diesen apokalyptisch-alarmistischen Tagen. „Die Wirtschaftsgeschichte kennt viele Perioden, in denen die Menschen nicht mehr ihrem Verstand gehorchen, sondern sich von Stimmungen anstecken lassen, die mit der Realität nichts zu tun haben.“ Gleich am Anfang steckt Schieritz das Areal für sein Buch ab: „Dieses Buch soll Sie in der Lage versetzen, zwischen echter und vermeintlicher Inflationsgefahr zu unterscheiden, um so die richtigen Entscheidungen treffen zu können – an der Wahlurne und bei der Geldanlage.“ Sein Buch bietet für den Laien eine ausgewogene Mischung, die so gut wie alle relevanten Themen abdeckt, um die momentane Geldpolitik der Europäischen Zentralbank in groben Zügen zu verstehen.

Neben einer sehr kurzen Geschichte des Geldes, wird die Geldtheorie knapp und verständlich erläutert. Was ist der Unterschied zwischen Geld und Zentralbankgeld und wie wird das Geld, welches sich im Umlauf befindet, definiert? Wie kann die Geldpolitik der Zentralbank eingesetzt werden, um die Geldentwicklung zu beeinflussen? Hier wird vom Autor aufgezeigt, dass es in Europa zwischen 2009 und Anfang 2013 keine (!) Geldschwemme gegeben hat. Im Gegenteil. Im Vergleich zu den Jahren 2001 bis 2008 ist die Geldmenge in der Euro-Zone nur moderat (!) gestiegen. Die Geldmengenentwicklung wird monatlich von der EZB veröffentlicht und kann bei der Deutschen Bundesbank heruntergeladen werden. Hier muss von meiner Seite aus genauer geschildert werden, wie sich die Geldmenge in der Euro-Zone entwickelt hat, um die Mythologien der Medien zu widerlegen.

Im Januar 2001 war in der Euro-Zone Geld im Wert von 5,189 Billionen im Umlauf. Im Dezember 2008 betrug die Geldmenge 9,386 Billionen, d.h., dass die Geldmenge in acht Jahren um 80,8 % gestiegen ist. Im April 2013 waren 9,819 Billionen Euro im Umlauf. Und jetzt wird es interessant: In all den Jahren, in denen eine Geldschwemme propagiert wurde, ist die Geldmenge um nur 4,6% gestiegen (ausgehend vom Januar 2009 mit 9,386 Billionen). Absolut betrachtet ist die Geldmenge in den Jahren 2009-2013 um „lächerliche“ 433 Mrd. gestiegen. Dabei ist allein im Jahre 2005 die Geldmenge um 529 Mrd. gestiegen. 2006 um 663 Mrd. und 2007 um 925 Mrd.! Es gab und gibt bis jetzt keine Geldschwemme.

Mark Schieritzens Buch beschränkt sich nicht nur auf die Geldtheorie und Geldpolitik, sondern geht auch auf die wirtschaftliche Entwicklung der Euro-Zone in den letzten Jahren ein und erklärt die Entstehung der Schuldenkrise und weshalb die EZB massive geldpolitische Eingriffe durchgeführt hat.

Fazit: Mark Twain forderte einst auf:„Wenn du merkst, dass du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Meinung zu ändern.“ Mark Schieritz bietet mit „Die Inflationslüge“ einen guten Einstieg an, um der Mehrheit zu entkommen und sich aus der aufgedrängten Unmündigkeit zu befreien.

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