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Martina Steinkühler – Das Inselcamp

Geschrieben von Sonja Hackel am 10.07.2012 in der Kategorie: Kinder- und Jugendbücher,Philosophie & Religion

Mit dem christlichen Roman “Das Inselcamp” (erschienen im Hänssler Verlag) trifft Martina Steinkühler genau den Ton der Jugendlichen und lässt zwölf völlig lustlose Konfirmanten durch den außergewöhnlichen Einsatz eines Diakons und eines von ihm initierten zweiwöchigen Zeltlagers eine komplett neue Erfahrung machen und sie einen großen Schritt in Richtung Glauben gehen. Toll als Geschenk zur Konfirmation oder als Lektüre, um sich mit seinem Glauben oder seiner Ungläubigkeit auseinanderzusetzen. Für Jugendliche ab 12 Jahren und für Erwachsene.

Keinen Bock auf Konfirmationsunterricht. Lustlosigkeit jeden Dienstag in den Gesichern der zwölf Konfirmaten einer kleinen Gemeinde. Bis Diakon Jott es schließlich satt hat: er will die Jugendlichen nicht mehr konfimieren! Die Eltern reagieren empört. Eine Mutter hat sogar bereits Tischkärtchen für die Feier drucken lassen. Beschwerden an höhere kirchliche Instanzen folgen. Und was tut Diakon Jott? Er macht den Jugendlichen einen letzten Vorschlag: ja, er wird sie konfimieren, wenn sie ihm zwei Wochen ihrer Sommerferien opfern und mit ihm auf eine einsame Nordseeinsel fahren. Nein, danke! Damit ist keiner der Jugendlichen einverstanden. Und so nehmen sie sich des Weihnachtsfestes an, um dem Diakon mit ihrer extravaganten Kirchendekoration eins auszuwischen. Doch Jott reagiert…

…lässig und meint nur, dass er nun gespannt auf Ostern sei. Monate vergehen. Die seltsamen Zettelbotschaften mit Bibelzitaten, die schon vor Weihnachten die Runde machten, erreichen die Jugendlichen weiterhin. Eine bald entstehende Eigendynamik lässt die zwölf Jugendlichen dennoch weiterhin dienstags zusammenkommen. Auch an Ostern lassen sie sich wieder etwas einfallen, das vor allem die Erwachsenen unvorbereitet trifft, da es sich direkt an sie wendet. Es scheint, als hätten die Jugendlichen dazu gelernt? Einige Überredungskunst unter den Zwölfen ist notwendig, aber schließlich stimmen alle zu: sie werden es wagen und in das Camp fahren. Noch können sie nicht ahnen, dass nun ein Sommer beginnt, der alles verändern wird…

Ein Roman mit einem humorvollen Unterton und Tiefgang. Viele Themen, die gerade Jugendliche beschäftigen, werden angesprochen: Tod, Behinderung, Essstörung, Alkoholismus und Schüchternheit. Es ist höchst interessant die Überlegungen der Jugendlichen zu verfolgen und deren Entwicklung zu beobachten. Gleichzeitig regt die Geschichte auch zu eigenen Gedanken an und macht Lust sich mit seinem Glauben auseinanderzusetzen. Immer wieder werden Bibelzitate eingestreut und in Gesprächen als Argumente und Erklärungen benutzt. Der Klappentext des gedruckten Buches deutet einen Tod an, ganz so dramatisch ist es jedoch nicht: keine Sorge in diesem Buch stirbt niemand! Aber diese Andeutung macht natürlich neugierig und vielleicht auch gerade deshalb (und wegen des eher abenteuerlich gestalteten Covers) bekommen Menschen, die nicht sehr viel mit dem Glauben zu tun haben, Lust auf dieses Buch. Ich kann es auf jeden Fall nur empfehlen!

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