Michael Schmidt-Salomon – Dieser Mann steht für etwas; gegenwärtig verkörpert er in der deutschen Öffentlichkeit die Tradition der europäischen Aufklärung wie nur wenige. Michael Schmidt-Salomon ist nicht nur Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, sondern auch ein erfolgreicher Autor.
Seine Bücher „Manifest des evolutionären Humanismus“ und „Jenseits von Gut und Böse“ stehen für eine wohlfundierte Kontraposition zu überlieferten Dogmen und Orthodoxien jeglicher Art. Michael Schmidt-Salomon ist ein Verfechter des aufgeklärten Humanismus, der auf jeden Fall auch mal in Diskussionsrunden erlebt werden muss. (Ein paar Webseiten haben sich auf so was spezialisiert, dort einfach vorbeischauen und nach Michael Schmidt-Salomon suchen.)
„Keine Macht den Doofen“ ist eine Streitschrift, die seine oben genannten Bücher in kompakter Form zusammenfasst. Einen Unterschied gibt es jedoch; der Ton ist um einiges schärfer. „Ich habe es satt, von Politikern, Religionsführern, Wirtschaftsweisen, Medienleuten – ja, selbst von Philosophen – Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche, Tag für Tag die ewig gleichen inhaltsleeren, nichtssagenden Phrasen zu hören. Und mir dreht sich der Magen um, wenn ich mit ansehen muss, wie diese angeblich so intelligente Spezies jeder noch so kruden Wahnidee nachläuft.“
Ja ja, zwei Seelen behausen ach unser Oberstübchen. Der homo sapiens, auch bekannt als der weise Mensch und sein Bruder, der homo demens, der irre, wahnsinnige Mensch. Leider konnte in den letzten paar Jahrhundertchen der homo sapiens seine Weisheit nur sporadisch ans Tageslicht zerren. Mit einem gewissen Erschaudern stellt man fest, dass der homo demens klar in Führung liegt. In der Tierwelt haben wir tatsächlich eine Sonderstellung; die Krone des Wahnsinns steht uns immer sehr vorzüglich. „Nur wir sind irrsinnig genug, unser Leben für pure Fiktionen wie Gott und Vaterland, Ehre und Ruhm aufzuopfern. (…) Keine Ideologie ist absurd genug, als dass wir für sie nicht bis zum bitteren Ende kämpfen würden.“
Im Reich des Tierischen, allzu Tierischen reicht uns so schnell keiner das Wasser, wenn es um destruktive Absurditäten geht.
Seien wir ehrlich; die „Religioten“, „Ökonomioten“ und „Politioten“ haben uns schon immer mit einer sicheren Hand in die größten Katastrophen geführt. Eine der größten Dummheiten, die „Ökonomioten“ und „Politioten“ ausgeheckt haben, erleben wir alle hautnah, auch wenn Deutschland bis jetzt mit nur einem blauen Auge davon gekommen ist: Die Schuldenkrise, die mit einer gigantischen Immobilienblase in den Vereinigten Staaten begann.
„Resultiert die Weltfinanzkrise wirklich aus der persönlichen Raffgier einzelner Banker? (…) Die globale Misere beruht eben nicht auf moralisch verwerflichen Entscheidungen einzelner Personen, sondern auf einem System, das so unintelligent designt ist, dass es notwendigerweise zu Prozessen von Schwarmdummheit kommt.“
Das Destruktive fundiert in dem absurden System des homo demens: „Es wäre absurd, Politikern vorzuwerfen, dass sie sich an Interessen orientieren, Wirtschaftsleuten, dass sie Profite erwirtschaften wollen, oder Geistlichen, dass sie sich darum bemühen, Seelen zu retten. Schließlich erledigen sie damit nur ihren Job. (…) Das Tragische dabei ist: Je effizienter, je gewissenhafter sie ihren Job erledigen, desto verheerender sind die Folgen.“
Müssen wir nun alle resigniert zusehen wie die Verheerungen hyperinflationär zunehmen und uns in den Schlund des homo demens treiben werden? Können wir den homo demens bezwingen und endlich das Zeitalter des weisen Menschen einläuten? Ja! Wir müssen uns einfach „nur“ entblöden: „Der kategorische Imperativ unserer Tage lautet, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen!“
Fazit: Wer bereits das „Manifest“ und „Jenseits“-Buch gelesen hat, wird mit „Keine Macht den Doofen“ den knallhart argumentierenden Schmidt-Salomon auf jeden Fall wiedererkennen. Und alle, die noch nichts von Michael Schmidt-Salomon gelesen haben, können einen Intellektuellen kennen lernen, der hoffentlich noch lange Zeit für den aufgeklärten Humanismus eintreten wird, denn wenn M S-S einmal zupackt, dann dreht er so kraftvoll zu, bis es metaphorisch knackst.
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