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Nagib Machfus – Die Reise des Ibn Fattuma

Geschrieben von Philine Edbauer am 12.05.2011 in der Kategorie: Allgemein,Literatur,Philosophie & Religion,Politik & Gesellschaft,Romane

Nagib Machfus - Die Reise des Ibn Fattuma bei HugendubelDie Reise des Ibn Fattuma” ist ein philosophisches Meisterwerk des ägyptischen Nobelpreisträgers Nagib Machfus:

Der junge Ibn Fattuma wird in der Liebe enttäuscht, aber daraufhin geht er seinem lang ersehnten Traum nach: Reisen. Er besucht verschiedene Länder, die alle auf einem anderen System aufgebaut sind und verschiedene Religionen haben. Wo Ihn Fattuma herkommt, dem “Land des Islam“, zweifelt er an einigen von dessen Grundsätzen und erhofft sich, an anderen Orten bessere Gesellschaftsformen zu finden. Mal lässt sich Ibn Fattuma in einer Stadt aufhalten, aber dann verfolgt er wieder seinen Weg. Der Ich-Erzähler wird immer älter; sein ganzes Leben besteht aus dieser Reise. Immer wieder hört er dabei vom “Gaballand“, über das noch niemand erzählt oder geschrieben hat. Keiner kann ihm irgendwas über diesen Ort erzählen, nur dass er vollkommen sei. Weil sich Ibn Fattuma verspricht, dort Erkenntnis zu erfahren, macht er es sich zum Lebensziel, dorthin zu gelangen und darüber als Erster zu schreiben.

Nagib Machfus beschreibt verschiedene Utopien bzw. Gesellschafts- und Staatssysteme. Das eine Land hat zum Beispiel Freiheit als absoluten Grundsatz, ein anderes Gerechtigkeit. Die Geschichte ist das Reisetagebuch des Protagonisten, in dem auch viel Persönliches steht, das sein Heranwachsen an seinen Erlebnissen zeigt. Das Buch wurde immer spannender, weil ich zunehmend, genauso wie Ibn Fattuma, wissen wollte, was das “vollkommene” Gaballand ist. Das Ende gibt Anlass zum Nachdenken.

Die Utopien sind fantastisch beschrieben: Ethische Grundsätze sind im Extrem verwirklicht und die Auswirkungen auf die Gemeinschaft werden aufgezeigt. Nach “Karnak-Café” vom gleichen Autor gehört dieses Buch zu meinen Favoriten! Machfus fasste das für mich so Interessante an der Philosophie (Werte, Glück, Utopien und philosophische Weltanschauungen) in einem faszinierenden und schön erzählten Roman zusammen. Wenn man dieses Buch gelesen hat, versteht man die Welt gleich ein bisschen mehr!

—– Erklärung Utopie: (griech. “ohne Ort”) Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass kein Mensch völlig unabhängig von anderen Menschen und einer Gemeinschaft leben kann. Damit bestimmt die Gemeinschaft aber auch den Rahmen für das Glücksstreben des Einzelnen in ihrer gesellschaftlichen Ordnung, der Wirtschaft und dem Staat. Es werden Lebensbedingungen beschrieben, die ein möglichst ideales Leben für alle ermöglichen soll: Frieden, Wohlstand und Glück. Oft erfolgt diese Vorstellung in einer kritischen Auseinandersetzungen mit der Gegenwart. Utopien können z. B. in der Politik Leitbildfunktion haben. Berühmte Beispiele für negative Utopien, also sog. Anit-Utopien oder Dystopien, sind “1984” von George Orwell und “Schöne neue Welt” von Aldous Huxley. (nach bpb.de und Ethik-Unterricht)

 

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