Eines von Nagib Machfus‘ Meisterwerken:
Im Karnak-Café trifft man auf die schöne frühere Tänzerin Kurunfula, jetzt Herrin des Cafés. Und man trifft auf den Ich-Erzähler, der erst neulich zufällig auf den Laden traf und sofort zum faszinierten Stammgast wurde. Dort sieht man drei junge Männer, die mit den anderen Gästen erregende politische Diskussionen führen. Und schließlich sieht man den alten unangenehmen Herren, der ein Auge auf Kurunfula wirft und nicht verstehen will, dass er keine Chance bei ihr haben wird.
Alles ist jeden Tag immer wieder gleich, normal, friedlich und teilweise sogar glücklich. Doch plötzlich verschwinden die drei jungen Männer, von denen einer Kurunfulas Geliebter ist. Gleichzeitig hört man Gerüchte von einem anstehenden Krieg, dem kommunistische Gedanken und der Wunsch nach Gerechtigkeit im Wege stehen würden. Nach ein paar Tagen kommen die Männer grausam gefoltert zurück. Irgendeine Kriegsorganisation spielt auch weiterhin willkürlich mit ihrem Leben.
Nagib Machfus fasste in diesem Buch den Sechstagekrieg von 1967 (DIE ZEIT / bpb) auf. Die Menschen im Karnak-Café stellen die ägyptische Gesellschaft dar.
Die kleinen Wendungen, die unerwarteten Verhaltensweisen der mit wenigen Worten lebensnah beschriebenen Figuren und Machfus’ Blick für die besonderen Dinge im Leben lassen den Leser vor allem am Ende des Buches nur noch mit offenem Mund staunen.
Der Literaturnobelpreisträger von 1988 hat viele großartige Bücher geschrieben. Berühmt ist er vor allem für seine Kairoer Triologie (Zwischen den Palästen / Palast der Sehnsucht / Zuckergässchen).
Das vergleichsweise sehr kurze Werk “Karnak-Café” ist zur Zeit mein absolutes Lieblingsbuch und wird es bestimmt noch ganz lange bleiben, weil es auf seinen ca. 120 Seiten so unglaublich stark und ergreifend ist. Dieses Buch hat mein Herz beim Lesen stark berührt und diese bewegende Empfindung konnte ich seitdem nicht mehr vergessen.
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