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Pascal Mercier – Nachtzug nach Lissabon

Geschrieben von Philine Edbauer am 22.05.2011 in der Kategorie: Allgemein,Literatur,Romane

Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon - RomanPascal Mercier spricht in “Nachtzug nach Lissabon” Gedanken aus, die man selber nie zu formulieren geschafft hat. Er spricht einem aus der Seele. Dabei geht es um Gedanken wie “Was habe ich bisher aus meinem Leben eigentlich gemacht?”, “Welche meiner Träume sind (noch) unerfüllt?”, “Wann und warum fühle ich mich leer?”.
Man lebt mit seiner Hauptfigur Gregorius auf der Suche nach dem Etwas, das uns erfüllt; das was in jedem von uns schlummert, aber nur mehr oder weniger wach ist.

Der hochgeschätzte, zuverlässige Lehrer für alte Sprachen Gregorius geht eines Tages plötzlich aus dem Unterricht raus und beschließt, nach Lissabon zu fahren und sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Auslöser war eine junge, verwirrte portugiesische Frau, die er auf einer Berner Brücke traf. In seiner vertrauten Buchhandlung stößt er auf ein Buch eines Portugiesen, das ihm aus der Seele spricht. Gregorius macht sich in Lissabon auf die Suche nach Menschen, die den bereits Verstorbenen Autoren kannten und spricht mit ihnen über diesen Mann.  So findet Gregorius heraus, dass er ein verantwortungsbewusster Arzt war, der im Widerspruch zu seiner Einstellung später in der Revolution mitgekämpft hat. Schulgefühle und Probleme mit seinem Vater haben ihn sein Leben lang geplagt. Durch diese Suche und z. B. das Lernen der Sprache bricht Gregorius zunehmend aus seinen alten Strukturen heraus.

Wenn man das Buch weglegt, um später weiterzulesen, geht die Geschichte im Kopf einfach weiter bzw. sie wird immer intensiver.
Dass Pascal Mercier so wichtige Gedanken formuliert, ermutigt einen, sich über sie den Kopf zu zerbrechen, weil man nunweiß, dass man damit nicht allein ist.

Der Autor ist in Bern geboren und lebt in Berlin. 2006 wurde er mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet. Weitere Romane sind z. B. “Lea“, “Der Klavierstimmer” und “Perlmanns Schweigen“.

 

 

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