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Sebastian Schlösser – Lieber Matz, Dein Papa hat ‘ne Meise

Geschrieben von Dagmar Eckhardt am 20.09.2011 in der Kategorie: Allgemein,Besser Leben,Biografien,Briefe,Literatur,Psychologie

Lieber Matz Lieber    Matz,

die Erinnerung an Deine Geburt hat mir wieder Kraft gegeben. Ich habe ein Ziel vor Augen. Ich will mich zusammenraufen. Für Dich. Für mich. Das Erinnern hilft, meine ich.  Etwas klärt sich. Ich were mir meines Weges bewusst. Der Strecke, die ich schon gerannt bin. Jetzt mache ich eine Pause und sehe mir das an. Mit Dir zusammen. Auch wenn Du nicht direkt neben mir sitzen kannst, bist Du doch immer da. Das ist seit Deiner Geburt so.

So beginnt einer der Briefe Sebastian Schlössers an Matz, seinen 8-jährigen Sohn. Schreibend versucht der Vater, seine Meise und wie er in den Meisenzoo kam, zu verstehen. Schreibend klärt er seine Welt – für sich, für seine Frau und für Matz.

Manisch-depressiv heißt die Meise mit Vornamen; bipolar mit Nachnamen. Ernährt hat sie sich vom Leben am Theater – vom Rausch der Premieren, von durchschafften Nächten, von durchzechten Nächten. Aber auch von der Leere zwischen den Aufträgen, von Konflikten mit Schauspielern und Schriftstellern, von nicht-funktionierenden Bühnenbildern.

Bis Sebastian Schlösser die Notbremse zieht und in die Psychiatrie geht.

Das ist immer ehrlich geschrieben – und sehr berührend.

 

 

 

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3 comments on “Sebastian Schlösser – Lieber Matz, Dein Papa hat ‘ne Meise

  1. Michelle Hartz on said:

    Ich als Mutter versuche meinem Sohn so gut und liebevoll wie es nur

    geht zu sagen, dass er wirklich betroffen ist, doch er will es nicht

    wahr haben. Man kann reden so viel man will, doch ob das Kind es

    glaubt oder nicht, liegt im Endeffekt bei ihm selbst.

  2. stephanie on said:

    Ich, als Mutter habe die Erfahrung gemacht,das erst etwas passieren musste !!! Das ist ein Teil der Krankheit,das nicht anerkennen wollen und nicht können.Ich könnte ein Buch über die Geschichten meines Kindes schreiben.Ein Stahlemann war er immer! In der Pubertät hat alles begonnen! Heute, nach halbjährlichen aufs und abs und schlimmen Traumata hat er jetzt mit 27 jahren die Diagnose Bipolare Störung,eine Stoffwechselerkrankung! Nichts, haben wir unversucht gelassen um unserem Sohn vieles zu ersparen!!! Viel Kraft wünsche ich Ihnen!

  3. Sabine Ivert on said:

    Wie kann man einen Betroffenen zur Behandlung bringen wenn er nicht davon überzeugt ist krank zu sein?
    In welcher Phase kann man evt. mit ihm darüber reden?

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