“Georg und der Drache” von Chris Wormell erzählt auf anschauliche Weise u.a. davon, dass auch Kleine große Taten vollbringen können, auch wenn sie manchmal gar nicht wissen wie ihnen geschieht. Ab 3 Jahre.
Der große, rote und böse Drache lebt in einer tiefen Höhle, in den hohen Bergen. Von dort aus macht er seine Streifzüge, verbrennt Wälder, zerstört Burgen und greift Armeen an. Doch so groß, stark und feurig er auch sein mag, trägt er ein kleines Geheimnis in sich. Als er eines Tages eine Prinzessin in seine Höhle verschleppt, ahnt er nicht, dass in der Zwischenzeit nebenan, der Mäuserich Georg eingezogen ist. Georg widerum hat vorerst andere Sorgen, denn seine Wohnhöhle ist nicht gerade standard-mäuse-mäßig eingerichtet, was aber nicht so schlimm ist wie die Tatsache, dass er keinen Zucker für seinen Tee hat. Er beschließt also bei seinem großen Nachbarn sich vorzustellen und höflich danach zu fragen…
William Joyce und Joe Bluhm erzählen mit “Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore” eine wunderbare Geschichte die eine Zielgruppe von 4 – 99 Jahren erreicht.
Mister Morris Lessmore liest und schreibt für sein Leben gern. Eines Tages gerät seine Welt aus den Fugen als ein Sturm über das Land fegt und Lessmore mit sich reißt. Er findet sich wieder ein einer grauen und farblosen Welt. Wie es der Zufall will, blickt er zum Himmel empor und sieht dort eine bunte Dame, die von fliegenden Büchern durch die Luft gezogen wird. Eines davon gibt sie Lessmore als Wegbegleiter und er folgt diesem und findet sich schließlich wieder in einem Haus voller Bücher. Lessmore beschließt dort zu bleiben und vor Ort sich um die Bücher zu kümmern, sowie Ordnung in das Chaos der herumwandernden Literatur zu bringen, was ihm aber nicht unbedingt gelingt. Manchmal leiht er den vorbeikommenden Menschen auch welche aus und ihre Welt wird dadurch wieder farbig. Nebenbei schreibt er fleissig weiter an seinem eigenen Buch und so ziehen die Jahre vorüber. Als Lessmore betagt ist, entschließt er das Haus zu verlassen. Die Bücher sind traurig darüber, doch eine Nachfolgerin ist schnell gefunden und dann gibt es ja da auch noch Lessmores Geschichte, die er den Büchern als Geschenk da gelassen hat.
Benjamin Lacombe hat sich mit “Undine” von Friedrich de la Motte Fouqué eine Erzählung über Liebe, Neid und Verrat herausgesucht, die thematisch nicht besser zu seinem zeichnerischen Werk passen hätte können. Ab 12 Jahre.
Der edle Ritter Hans von Ringstetten hat sich im Wald verirrt und trifft dort auf den Fischer Ulrich der ihn zu sich heim einläd. Dort trifft er nicht nur auf dessen Frau Elisabeth, sondern auch auf deren Tochter Undine. Vom ersten Augenblick an ist er magisch von dem Mädchen angezogen und seine Abreise verschiebt sich immer wieder. Letztendlich hält er um ihre Hand an und heiratet sie. In der gemeinsamen Hochzeitsnacht beichte ihm das Mädchen, dass sie eigentlich ein Wassergeist ist, und von Elisabeth und Ulrich als Findelkind aufgenommen wurde. Doch Hans ist ihr nicht böse, denn er liebt sie über alles.
John Fardells Bilderbuch “Der Tag, an dem Louis gefressen wurde” ist spritzig witzig erzählt und mit tollen liebevollen Zeichnungen versehen. Ab 4 Jahren.
Sarahs kleiner Bruder wird bei einem gemeinsamen Auflug von einem Schluckster gefressenn der widerum von einem Grabscherix verspeist wird,… und sie nimmt die Verfolgung auf um Louis zu retten, nur ihren Einfallsreichtum und einen Schluckauf-Frosch mit im Gepäck.
Obwohl Louis von einem Monster verschlungen wird, ist die ganze Situation, einschließlich Ungeheuer, für Kinder nicht Angst einflößend. Im Gegenteil. Der Text ist einfach, witzig und verständlich, die Bilder brüllend komisch.
Ein Buch für Jung und Alt und zu Recht für den Deutschen Jugendbuchpreis (Sparte Bilderbuch) nominiert.
Der Autor und Illustrator Antoine Guilloppè bringt mich immer wieder zum Träumen. Eigentlich sind die Bücher für zerstörerische Kleinkinderhände zu schade, denn die künsterlische Gestaltung ist sehr aufwändig. Daher liebe Kinder: Diese Bücher werden nur mit Erwachsenen angeschaut! Die Geschichte von „Bei Vollmond“ ist schnell erklärt. Die Tiere im Wald sind aufgeschreckt und lauschen, denn die Bären haben ein kleines Bärenkind bekommen. Also ein perfektes Geschenk zur Geburt eines Kindes, auch wenn dieses Buch erst mal die Erwachsenen in Staunen versetzt.
Im jetzt erschienenen Buch „Die Sonne Afrikas“ kommt noch eine neue Komponente durch die Farbe hinzu. Ich habe das Buch im französischen Original gesehen, und fand es noch schöner und überraschender als den Vorgänger. Der Weg durch die Savanne unter der glühenden Sonne Ostafrikas, die Begegnung mit den Tieren in ihrer natürlichen Umgebung und zugleich ist es eine Liebesgeschichte.
Ein Bilderbuch mit witzigem Schnarch-Sound ist “Der Weihnachts-Schnarchbär” von Astrid Henn (Illustratorin) und Regina Schwarz (Text), erschienen im Ravensburger Verlag. Über Weihnachten, Winterschlaf und echt gute Freunde! Für Kinder ab 3 Jahren.
Bären halten Winterschlaf. So auch der Bär in diesem Bilderbuch. Dabei wünscht er sich nichts sehnlicher, als endlich einmal das Weihnachtsfest zu erleben! Und so bemühen sich seine Freunde Fuchs, Hase, Maus, Eule und Eichhörnchen ihn mit allen möglichen Tricks wachzukriegen. Doch zehn Wecker, eine Wasserdusche, eine Abreibung mit Schnee nützen rein gar nichts und der Bär schläft einfach weiter. Die Tiere, die den Bären erst aus seiner Höhle in den Schnee und dann wieder hineingeschleift haben, werden auf einmal auch wahnsinnig müde und machen es sich neben und auf dem Bären bequem. Wird der Bär das Fest nun wirklich verschlafen?
Die Geschichte ist in Reimform geschrieben und so lustig und amüsant erzählt, dass man…
Die Kuh Lieselotte hat bereits eine grosse Fangemeinde und die dürfte mit dem neuen Buch “Lieselotte versteckt sich“ noch grösser werden. Bei mir jedenfalls herrscht schon lange das Lieselotte-Fieber. Leider, oder „Gott sei Dank“, braucht Alexander Steffensmeier immer so lange, bis ein neues Buch erscheint.
Die eigenwillige Kuh spielt diesmal verstecken und das Ganze endet mit Pflaumenkuchen auf einem Baum, weil die Aussicht über die Felder und den idyllischen Bauernhof von dort so schön ist. Der Postbote (Running Gag bei Lieselotte) ist diesmal der Held. Ich will nicht zu viel verraten, denn jedesmal finde ich diese Mischung aus Geschichte und Wimmelbilderbuch so bezaubernd und zum Lachen, dass ich allen, Erwachsenen wie auch Kindern, die Lieselotte Abenteuer ans Herz lege. Die Miniausgaben vermitteln leider nur den halben Spass, weil die Bilder zu kleinteilig werden. Schliesslich gibt sich der Illustrator so viel Mühe die Tiere, ihre Umgebung und die Bäuerin in kleinen Szenen und lustigen Situationen zu zeichnen.
Für uns Kinderbuchhändlerinnen beginnt – genau wie für die Erzieherinnen auch – Weihnachten schon im Spät-Sommer. Man will ja vorbereitet sein!
Die ersten Weihnachtsbücher sind schon in der Buchhandlung eingetroffen – so zum Beispiel der Sammelband “Mein liebster Geschichtenschatz zu Weihnachten”. Darin finden sie 5 sehr unterschiedliche Weihnachts-Bilderbücher; darunter Pauli von Eve Tharlet (eigensinnig und lieb wie immer) und das zauberhafte Sterntaler-Märchen von Bernadette.
Das für mich beste Bilderbuch hebt sich dieser schöne Sammelband für den Schluss auf:
“Wach auf kleiner Bär, Weihnachten ist da!”.
Was für eine schlimme Vorstellung, nie, nie, niemals Weihnachten zu feiern, weil man als Bär dann immer Winterschlaf halten muss! Das einzige,was der kleine Bär machen kann, ist von Weihnachten zu träumen. Dieses Traum-Weihnachten fühlt sich so toll an – es glitzert und ist warm und voller Freude. So ein schöner Traum … oder ist es gar kein Traum?
Lesen sie nach im “Geschichtenschatz zu Weihnachten” aus dem NordSüd-Verlag, denn derzeit gibt es diese schöne Geschichten vom kleinen Bären nur in diesem Sammelband.
Nicht nur die zauberhaften Aquarelle von Eve Tharlet begeistern mich bei dem Bilderbuch “Noch ein Kuss”, das im NordSüd Verlag erschienen ist. “Noch ein Kuss” ist eine schöne schlichte Geschichte, die ihren Zauber erst so richtig beim Vorlesen entfaltet – Bilderbücher waren schon interaktiv, bevor das Wort interaktiv erfunden wurde.
Der kleine Hund besucht die Tiere und trägt überall ganz höflich seinen Wunsch vor: Er möchte einen Kuss. Mal auf die Wange, dann auf die Nase oder auf den Hals.
Der Pferdekuss war zwar ein bisschen feucht und klebrig, aber sehr warm.
Was für ein Spaß beim Vorlesen jeden dieser Küsse nach zu machen!
Den Entenkuss, den Schweinekuss … Eve Tharlet hat ganz genaue Vorstellungen, wie sich die einzelnen Küsse anfühlen. Am Ende sind natürlich die Mama-Küsse die besten. Aber als Erwachsener hat man ja gewisse Freiheiten beim Vorlesen und kann hier wahlweise Tanten- , Papa- oder Opa-Küsse einsetzen.
”Wenn es Winter wird” ist ein Sachbilderbuch für Kinder von 3 bis 5 Jahren, das in sehr klaren, ruhigen Bildern das Leben der Tiere im Winter beschreibt. Einfache Sachtexte erzählen vom Vogelflug, von der schwierigen Nahrungssuche der Tiere im Winter und von ihren Überlebensstrategien. Klappen laden zum Entdecken ein – so findet der kleine Leser zum Beispiel heraus, wie Marienkäfer unter der Rinde der Birke überwintern.
So weit, so bekannt. Aber …
… aber diese Bilder!
Der Illustrator Thomas Müller fängt die Stimmung des Winters ganz genau ein. Das klare Licht, das Knirschen des Schnees, der schneidende Wind. Die Wärme der Tierverstecke, das dichte Fell des Fuchses. Der Leser sieht, spürt und riecht den Winter! Die Bilder der Tiere sind besser als jede Fotografie in einem Bestimmungsbuch – Thomas Müller arbeitet in “Wenn es Winter wird” exakt das besondere an jedem Tier heraus.
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