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Robert Olmstead – Der Glanzrappe

Sonntag, 01. Januar 2012
4,33 von 5 Punkten, basierend auf 3 Stimmen.

Robert Olmstead ist ein begnadeter Erzähler und kann es mit seinem Roman “Der Glanzrappe” mühleos mit den Romanen von Cormac McCarthy aufnehmen. Mit seinem ebenso einfachen wie knappen Schreibstil beschwört er sowohl betörend schöne wie auch zum Teil brutale Bilder herauf, die einen nicht mehr loslassen.

Robey ist gerade einmal vierzehn, als er von seiner Mutter losgeschickt wird, um seinen Vater zurück nach Hause zu holen. Dieser hatte sich den Truppen von Thomas Jackson angeschlossen, um in den bürgerkriegsgebeutelten USA für die Befreiung der Skalven zu kämpfen, doch nun ist Jackson tot. Zum Aschied gibt ihm seine Mutter den Rat, niemanden zu vertrauen und immer als erstes zu schießen, wenn er merkt, dass jemand ihn erschießen will. Gleichzeitig bekommt Robey von einem Bekannten einen Glanzrappen überlassen, ein Pferd, das mit seinem natürlichen Gespür für Gefahr und der Treue zu seinem Besitzer fast schon mystischen Züge hat. Obwohl Robey vornimmt, sich von allem Ärger fernzuhalten, muss er schnell feststellen, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist. Auf seiner Suche plagen ihn Hunger und der Anblick von brutal getöteten Soldaten brennen sich ihm in die Seele ein. Dann trifft er auf einen Gauner, der nicht nur für ein bisschen Essen eine ganze Familie abgeschlachtet hat, sondern auch versucht, ihn zu töten und sein Pferd stiehlt. Robey verliert nach und nach seine jugendliche Unschuld und erkennt, dass er zu einem Teil, der ihm umgebenden Welt werden muss, wenn er überleben will. So taucht er auf der Suche nach seinem Vater und dem Glanzrappen immer tiefer in die Schwärze ein.

John Green – Margos Spuren

Mittwoch, 23. November 2011
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 6 Stimmen.

Ausgezeichnet mit Corine Literaturpreis im Breich Jugendbuch 2010:
John Green – Margos Spuren

Margo, eines der beliebtesten und angesagtesten Mädchen an ihrer Schule, ist gerade einmal 16 Jahre alt, als sie plötzlich verschwindet. Der Letzte, der sie gesehen hat, ist Quentin, eine Junge, mit dem sie in Kindertagen befreundet war. Gemeinsam haben sie eine wilde Nacht verbracht, in der sich Margo mit Quentins Hilfe an ihren Freundinnen und ihrem Freund gerächt hat. Am nächsten Tag taucht Margo in der Schule nicht auf.  Zuerst macht sich niemand Sorgen, schon gar nicht die Eltern, die in ihrer Tochter einen aussichtslosen Fall sehen, denn schon früher ist  Margo hin und wieder verschwunden, aber nach ein paar Tage stets wieder aufgetaucht. Dieses Mal nicht. Und so macht sich Quentin auf die Suche nach seiner alten Kinderliebe. Dabei entdeckt er geheime Spuren, die Margo hinterlassen hat und die letztlich zu ihrem Versteck führen. Auf den Weg dort hin findet Quentin allerdings heraus, dass Margo im Grunde eine ganz andere Person ist, wie sie immer vorgegeben hat, und er verliebt sich erneut in sie. Doch hat seine Liebe überhaupt eine Chance?

Hallgrímur Helgason – Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

Donnerstag, 15. September 2011
4,71 von 5 Punkten, basierend auf 14 Stimmen.

hallgrímur helgasons –  zehn tipps, das morden zu beenden und mit dem abwasch zu beginnen - erzähler toxic, ist ein kroatischer auftragskiller aus new york. seine tarnung, der job als kellner im restaurant „The Zagreb Samovar“. sein 66. auftrag ändert sein ganzes leben.

ach ja, vorweg noch toxics vorliebe für statistiken. die erste: er zählt die morde, die er begangen hat. die zweite: er bestimmt den attraktivitätsgrad jeder frau, die ihm über den weg läuft mit der frage: “An welchem Tag begänne er von ihr zu träumen, wäre sie das einzige weibliche Wesen in seiner Einheit, die einen Monat lang in den Bergen eingeschlossen ist”.

Henning Mankell – Tiefe

Montag, 13. Juni 2011
4,06 von 5 Punkten, basierend auf 16 Stimmen.

Henning Mankell - Tiefe - RomanEine Mischung aus Sozialdrama und Kriminalroman ist “Tiefe” vom schwedischen Erfolgsautor Henning Mankell.
Über einen Menschen, der über Leichen geht, um ans Ziel seiner Wünsche zu gelangen” (Klappentext).

Bisher habe ich nur wenige Krimis gelesen, auch wenn mich zum Beispiel “Verblendung” vor lauter Spannung die ganze Nacht wach gehalten hat. Aber irgendwie sind Krimis eben nicht mein Ding. Doch was ich von Henning Mankell gehört habe, lies mich glauben, dass mir seine Bücher gut gefallen würden – und ich war nicht enttäuscht.
Aber nicht nur das Genre, sondern auch die Thematik war ungewohnt für mich: rund um die Schifffahrt während des 1. Weltkriegs. (Meine einzigen Erfahrungen mit Schifffahrt waren “Wickie” und “Das Schiff Esperanza“…) Wörter wie “Barkasse” habe ich zum ersten Mal gehört. Dennoch hat mich die Geschichte nicht überrumpelt.
Denn es geht ja um viel meer:

Buddha – Worte der Vollendung

Sonntag, 29. Mai 2011
4,19 von 5 Punkten, basierend auf 16 Stimmen.

Buddha / Siddharta Gautama / Wolfgang KrausWorte der Vollendung
erschienen in der Kleinen Diogenes Bibliothek der Weisheit

Buddha - Worte der Vollendung - DiogenesSiddharta Gautama (“der sein Ziel erreicht”) wurde um 500 v. u. Z. in Lumbini/Katmandu, das in der Nähe von Tibet liegt, geboren. Er wuchs in einer reichen Familie auf und bekam dabei alles, was er wollte. Dann begegnete er jedoch “einem Greis, einem Kranken, einem verwesenden Leichnam, einem Asketen und fühlte ihnen an das Leid der Welt.” (s. 7) Daraufhin verließ Siddharta seine Familie und lebte 7 Jahre in Askese und Einsamkeit, bis “ihn die Erleuchtung zu Teil wurde” (s. 8). Seitdem lehrte er den Dharma (die Lehre) und hieß Buddha (“der Erwachte”).

Der Buddhismus beschreibt das Leben als ständiges Leiden. Erst im Nirwana sei man frei davon.
Warum alles Leiden sei und wie Buddha argumentiert hat, lernt man im zweiten Teil dieses Buchs. Der Herausgeber Wolfgang Kraus hat das umfangreiche Original-Buch mit seinen zahlreichen Wiederholungen so gekürzt, um einen angemessenen Eindruck der Lehre darzustellen. Er hat die Geschichten und Dialoge mit Überschriften betitelt, die zu einem guten Überblick führen und einem helfen, die einzelnen Aussagen Buddhas voneinandern abzugrenzen. Dadurch sind sie leichter verständlich und besser zu merken.

Charles Bukowski – Das Schlimmste kommt noch

Dienstag, 19. April 2011
4,67 von 5 Punkten, basierend auf 15 Stimmen.

Charles Bukowski - Das Schlimmste kommt noch

Die Chance dass der Autor eben jenes Buches, das der geneigte Leser gerade verschlingt der gleichen Meinung ist wie der Lesende geht gegen Null.

Zwar kam es wohl noch nicht vor, dass der Deutschlehrerin jemand von hinten auf die Schulter tippte und dann stand er da, der Schiller, ein bißchen lädiert vom langen im Grab liegen und der Schädel fehlte auch, schließlich hatte man ihm den geklaut, ABER, um darauf zurückzukommen, warum er der Deutschlehrerin auf die Schulter tippte:

Er hätte ihr womöglich sagen wollen, dass das, was sie soeben in „Das Siegesfest“ hineininterpretierte, wie sie die Worte verdrehte, zwischen den Zeilen las, die Fakten an ihre daher gesponnene Theorie anpasste, die sich wiederum streng an schon verfasster Sekundärliteratur orientierte, dass das SCHWACHSINN war und er hätte womöglich einige Wörter benutzt die nicht nur unflätig sondern auch recht antik gewirkt hätten, schließlich hat man zu jeder Zeit der Menschheitsgeschichte seine eigenen Phrasen für den Begriff „Rindvieh“.

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