“House of Secrets – Der Fluch des Denver Kristoff” ist der Auftakt zu einer neuen Buchreihe von Chris Columbus (u.a. Regisseur von Percy Jackson) und dem Jugendbuchautoren Ned Vizzini. Diese Kooperation hört sich nicht nur vielversprechend an, sondern man dürfte eigentlich auch viel erwarten. So ist das Buch dann auch spannend und rasant geschrieben, glänzt aber leider auch mit einigen Ungereimtheiten. Ab 12 Jahren.
Familie Walker ist auf der Suche nach einem neuen Haus und wird in San Francisco fündig. Die alte Villa, die ihnen gezeigt wird, scheint zu schön um wahr zu sein, genauso wie der niedrige Kaufpreis. Schnell ist entschieden: hier wird eingezogen, da können auch ein paar merkwürdige Begebenheiten während der Besichtigung nichts daran ändern.
Kaum sind die Walkers eingezogen, steht auch schon eine Nachbarin mit einem Kuchen an der Türe. Das Gespräch verläuft etwas merkwürdig und kurz nachdem der Besuch gegangen ist, stürzt dieser wieder ins Haus und von nun an ändert sich alles schlagartig für die Familie, vor allem für die Kinder Cordelia (die Leseratte), Eleanor (die kleine Maus) und Brendan (der Zocker).
Was lange währt wird endlich gut…Und das Warten auf Peter V. Bretts “Die Flammen der Dämmerung” hat sich gelohnt. Arlens Geschichte und der Kampf gegen die Horclinge geht weiter.
Während sich die Dämonen in den Tiefen der Finsternis zur entscheidenden Schlacht sammeln, befinden sich die Völker der Menschen im Krieg miteinander. Jardir, der Anführer der Krasianer, versucht die Völker des Nordens zu unterjochen, um so viele Krieger wie möglich für die anstehende Schlacht zu sammeln. Ist er der Erlöser? Oder ist es Arlen, der tätowierte Mann, dem die Völker des Nordens folgen und der einst Jardirs Freund war. Ohne Zweifel besitzen beide Männer außergewöhnliche Fähigkeiten im Kampf gegen die Dämonen.
Vom Gefühl her etwas derber als die beiden vorherigen Teile, aber trotzdem sehr sehr gut. Wem “Das Lied der Dunkelheit” und “Das Flüstern der Nacht” gefallen hat, muss “Die Flammen der Dämmerung” einfach lesen. Am Besten ein Wochenende nichts anderes vornehmen und die ca. 1000 Seiten Lesespass genießen!
Catherine Fisher ist mit “Incarceron” ein sehr gutes Buch gelungen – spannend und einfallsreich.
Incarceron – ein Gefängnis, das lebt. So gewaltig in seinen Ausmaßen und doch so klein, dass es von nur einem Hüter bewacht wird. Es denkt selbständig und lässt keine Flucht zu…
Finn versucht Incarceron zu überleben, was angesichts der mehr als rauhen Verhältnisse sehr schwierig ist. Eine Flucht scheint undenkbar. Doch er schafft es eine Verbindung zur Außenwelt herzustellen, wodurch er auf Claudia trifft. Sie ist die Tochter des Hüters, die aus ihrem überwachten und festgelegten Leben ausbrechen will. Denn auch in der Außenwelt steht es nicht zum Besten. Ein tyrannischer König, der sich die Gesellschaft durch das Verbot jeglicher technischer Hilfsmittel gefügig hält, und soziale Ungerechtigkeiten tuen ihr Übriges. Wird Claudia und Finn die Flucht gelingen?
Ein phantastischer Roman, der alles hat: ein paar außergewöhnliche Ideen, Freundschaft, Intrigen, Action und Figuren, die man ins Herz schließt. Da kann man nur hoffen, dass der nächste Teil nicht zu lange auf sich warten lässt!
Im fulminaten Abschlussband seiner Reihe um den unsterblichen Alchemysten Nicholas Flamel “Die silberne Magierin”, zieht Michael Scott nochmal alle Register und beweist uns erneut, dass er einfach zu den besten Autoren seines Fachs gehört. Ab 12 Jahre.
Der letzte Tag, die entscheidende Schlacht um die Herrschaft der Welt oder ihre Zerstörung, -Armageddon- ist angebrochen und die Rollen des Bewahrers oder Vernichters müssen auf die Zwillinge Sophie und Josh noch vergeben werden. Wer wird für das Gute stehen, wer für das Böse? Auf der Insel Danu Talis, 10 000 Jahre zurück in der Vergangenheit wird sich die Zukunft der Erde entscheiden.
Isis und Osiris, die zwei ägyptischen Gottheiten, geben sich als Eltern von Sophie und Josh zu erkennen, doch obwohl den Zwillingen vieles vertraut vorkommt bleiben sie auf Distanz und versuchen ihr eigenes Ding zu machen. Virginia Dare wird kurzfristig als Aufpasserin für die Jugendlichen eingesetzt, nur um bei der ersten Gelegenheit zu entkommen. Auf ihrer Flucht trifft sie auf John Dee, welcher kurz zuvor von Osiris bestraft wurde und nun ein alter Mann ist. Die Verwandlung hat dafür gesorgt, dass ein langsamer innerer Wandel bei Dee einsetzt. Gemeinsam mit Virginia versucht er die Bevölkerung von Danu Talis gegen die neuen Herrscher aufzuwiegeln.
Trashiges Cover, witziges Buch. “Die Chronik des eisernen Druiden” von Kevin Hearne ist der fulminante Auftakt einer Fantasy-Reihe der etwas anderen Art. Mit viel Humor, Zeitgeist, etlichen mythologischen Anspielungen und etwas schnodderiger Nonchalance wird für kurzweilige Unterhaltung gesorgt.
Atticus O’Sullivan, der letzte Druide auf der Welt, führt ein beschauliches Leben in Arizona als Besitzer eines kleinen Esoterik-Ladens.
Leider hat er sich vor Jahrhunderten einen keltischen Gott zum Todfeind gemacht, der ihn nun aufgespürt hat…
Es erinnert manchmal an Neil Gaimans “American Gods” (was aber überhaupt nicht schadet oder nervt) und ist einfach mit viel Witz und Spannung geschrieben. Hearne schafft es trotzdem eine tolle Geschichte zu erzählen und einen eigenen Ton zu treffen. Es macht definitiv Lust auf mehr. Meiner Meinung nach sehr lesenswert für jeden, der keltische Mythologie a la Neil Gaiman und witzige Fantasy a la Terry Pratchett mag.
Markus Stromiedel Der Torwächter Band 2 Die verlorene Stadt
Nachdem der erste Teil der Torwächter Reihe eines meiner Lieblingsbücher des letzten Frühjahrs war, mußte ich natürlich weiterlesen.
Durch einen Krieg, an dessen Ende die Zeit zersplitterte sind 7 Parallelwelten enstanden. Es gibt eine Gilde der Torwächter, die darauf achtet, das Drhan, der Fürst der dunklen Macht, keinen Einfluß auf die Tore hat. Simon ist einer dieser Torwächter, erfährt aber erst im Laufe der Zeit von seiner Begabung. Die einzige Person, die ihn aufkklären könnte ist sein Großvater, doch der ist verschwunden. Ein unglücklicher Zufall gewährt Drahn Zugang zu Simons Welt. Er entkommt in buchstäblich letzter Sekunde und landet auf Avaritia, eine der Parallelwelten. Mit von der Partie ist die Schneeleopardin Ashakida, die die Fähigkeit hat die Zeit kurzfristig anhalten zu können.
“Die Zwölf” von Justin Cronin ist der spannende Nachfolger von “Der Übergang“. Die großartige Geschichte von Amy und ihren Freunden geht weiter.
Die Zwölf haben die Menschheit fast vernichtet und sind mittlerweile so mächtig, dass nur Amy sie noch aufhalten kann. Die letzten Menschen haben sich in unterschiedlichen politischen Systemen, freiwillig und unfreiwillig, zusammengeschlossen und versuchen auf unterschiedlichen Wegen gegen die Übermacht der Zwölf anzukämpfen.
An diesen Büchern gefällt mir besonders die Bewusstwerdung der hauchdünnen Linie bei Experimenten in der Wissenschaft, die zwischen Erfolg und Katastrophe eines solchen existiert. In den Romanen ist dies natürlich Si-Fi-mäßig zugespitzt und das Experiment, das zur Rettung der Menschheit gedacht war, ist nun der scheinbare Anfang ihrer Vernichtung.
Dazu kommt der tolle Spannungsaufbau durch viele Zeit- und Personenwechsel und das langsame Aufeinanderzulaufen dieser verschiedenen Handlungstränge zum großen Showdown.
Da freut man sich jetzt schon auf den dritten Teil…
Das städtische Bild von Regensburg mag seinen Teil dazu beitragen, dass ich sehr gerne in fantastischen Büchern mit mittelalterlichem Flair versinke. Bereits letztes Jahr startete Hugendubel eine Aktion mit der wiederentdeckten Reihe von George R. R. Martin Das Lied von ein und Feuer. Dieses Jahr setzten wir noch eines drauf.
Der Plot ist schnell erklärt und eigentlich recht einfach. Das Königreich Westeros ist aufgeteilt in mehrere Kleinstaaten, die gemeinsam das Land unter einem König regieren. Nun, so einfach ist das nun auch wieder nicht. Denn es gilt die eigene Macht gegenüber den anderen Familien zu verteidigen, zu stärken und im besten Fall auszubauen. Feinde von Innen und Außen stellen sich in den Weg und eine schon längst vergessene Bedrohung wird von Tag zu Tag stärker. Das Epos ist üppig, mächtig und so packend, dass man als Fan vom ersten Buch an keine Zeit mehr hat, bis auch der letzte Band gelesen ist. Martin wagt es immer aufs Neue, vertraute Charaktere aus der Geschichte zu streichen und so immer neue Figuren auf den Plan zu führen, die es nie langweilig werden lassen. Das Lied von Eis und Feuer ist eine Schlacht um die Herrschaft der bekannten Welt, ohne Rücksicht auf Verluste und dabei so packend und heimtückisch in der Verzahnung der Handlungsstränge, dass jeder auf seine Kosten kommt. Fantastische Elemente reihen sich an Schlachtengetümmel und Liebesränke, dass dauernd ein packender Film im Kopf abläuft.
Mit “Der Mann, der den Regen träumt” legt Ali Shaw einen mehr als würdigen Nachfolger zu “Das Mädchen mit den gläsernen Füßen” nach. Ein wunderschön erzählter All-Age Titel für alle Leser ab 15.
Nach der Trennung von ihrem Freund und dem Tod ihres Vaters verlässt Elsa New York, um in Thunderstown einen Neuanfang zu wagen.
Thunderstown ist ein kleines, überschaubares, ehemalige Minenarbeiterstädtchen, eingekesselt von vier Bergen und dominiert von der übergroßen Sankt Erasmus Kathedrale, zu der alle Straßen führen.
Die Einwohner von Thunderstown haben gegen zwei Plagen zu kämpfen. Die eine sind die alles fressenden Ziegen, die andere das Wetter, zu dem man ein Aberglauben behaftetes Verhältnis hat.
Gleich am ersten Tag wird Elsa Zeugin einer verstörenden Begebenheit. Um ihren Kopf wieder frei zu bekommen, beschließt sie am nächsten Tag in die Berge zu gehen. Dort trifft sie auf Finn, der sich vor ihren Augen plötzlich in Wolken verwandelt. Bevor er sich aber vollkommen aufgelöst hat, gelinbgt es Elsa ihn zu fassen und bittet ihn zu bleiben. Von Anfang an haben beide eine gewisse Anziehungskraft aufeinander, doch Finn beschwört Elsa von ihm fernzubleiben. Was Elsa nicht weiß, Finn trägt ein tiefes Geheimnis in sich, weswegen die Einwohner von Thunderstown nicht gut auf ihn zu sprechen sind.
Zuerst verliebte Vampire, dann verliebte Gestaltwandler, kurz darauf schon der nächste Trend in der Fantasy: Die Dystopie… Muss man das eigentlich alles mitmachen? Hm, wahrscheinlich nicht. Aber an Tahereh Mafis “Ich fürchte mich nicht” sollten Sie auf keinen Fall einfach vorbeigehen – das ist nämlich mal ein Trendtitel, der tatsächlich sein muss.
Wer sie berührt, erleidet höllische Schmerzen. Wer sie zu lange berührt, stirbt. Deshalb wird Juliette weggesperrt, vor ihren Mitmenschen, vor der Welt, vor jedem, dem sie mit ihrer dunklen Gabe etwas zuleide tun könnte. Mit monatelanger Isolationshaft wird sie gequält, menschlicher Kontakt ist ihr völlig untersagt. Bis der Sohn des Machthabers sich auf einmal für sie zu interessieren beginnt. Er erkennt in ihr nämlich die ideale Foltermethode, um Abtrünnige und Revolutionäre wieder auf den rechten Weg zu bringen. Und er will sie an seiner Seite haben, koste es, was es wolle…
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