Hans Well erzählt 35 Jahre Biermösl Blosn, aber nicht nur, auch ein bisschen vom Davor und Danach..
Eine Familie mit 15 Kindern, dass es da leicht ist glauben eh nur Romantiker, das Behaupten in der Familienhierarchie ist nicht einfach. Reich ist so eine Familie auch nicht.
Musik gab es viel, der Vater als Lehrer hat die Kinder mitgenommen ins musikalische Leben, die Begabungen unterschiedlich natürlich, und in den unterschiedlichsten Formenationen.
Hans Well schont niemand, nicht sich selbst und nicht seine Umgebung, er war ja der Haupttexter der Biermösl Blosn und er hat auch da niemand geschont, er schaut genau hin, ob es um politische Ereignisse geht oder familiäre.
Die Münchner Kleinkunstszene, vor allem das MUH (Musikalisches Unterholz), daher kenne ich schon die Biermösl Blosn, da habe ich auch … ich nenne es mal so: viel Zeit verbracht, war einer der Wichtigsten Orte für den Karrierestart. Die Zusammenarbeit mit Helmut Eckl, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt um nur ein paar zu nennen, der hilfreiche Boykott durch den Bayerischen Rundfunk, der natürlich eine gewaltige Werbewirkung hatte und andere Sender animiert hat die Biermösls zu zeigen, vor allen aber war es die Form, bayerische Volksmusik, ausgezeichnet gespielt, verbunden mit bissigen, satirischen und treffenden Texten, die Aufmerksamkeit erzeugt hat.
Hans Well erzählt genau und spart auch nicht seine Enttäuschung aus über das Auseinanderwachsen der Vorstellungen, das Auseinandergehen als letzte Konsequenz, allerdings spürt man immer, dass er sich zügelt, bemüht, nicht Bitterkeit und Zorn gewinnen zu lassen.
Kylie Minogue hat zusammen mit William Baker ihren fotografischen Kleiderschrank durchforstet und herausgekommen ist dabei “Kylie Fashion”, eine Moderetrospektive der letzten 25 Jahre.
Anfang der 80er des vorrangegangenen Jahrhunderts tauchte eine kleines, zierliches, australisches Popwesen bei MTV auf und wurde zusammen mit dem Sender erwachsen.
Musikalisch und modetechnisch prägte Kylie zusammen mit Madonna Generationen, wobei die kleine Australierin eher am Anfanfg mit Kleidung von der Stange glänzte, relativ schnell aber sich der Haute Couture zuwendete.
Wer kennt sie nicht, die Netzleggins aus dem Video “Shocked”, die goldene Hotpants aus “Spinning around” oder den weißen, sehr offenherzigen Jumpsuit aus “Can’t get you out of my Head”? Kylie drückte nicht nur diesen Videos ihren Stempel auf, sondern erfand sich immer wieder neu und holte sich dabei tatkräftige Unterstützung der führenden Modedesigner dieser Welt.
Für ihren Fotoband “Kylie Fashion”, hat Kylie die entstanden Fotos aus zahlreichen Shootings durchsucht und die Schönsten, Persönlichsten und mit vielen Erinnerungen Verbundenen ausgewählt und präsentiert sie uns nun.
Nach der 20-jährigen Erfolgsgeschichte von Rosenstolz wandelt Peter Plate nun auf Solopfaden und versucht an die alten Erfolge mit seinem Erstling “Schüchtern ist mein Glück” anzuknüpfen.
Gleich eines vorneweg: Peter Plate war und ist kein Sänger mit großer Stimme, dafür ein unbestreitbar großartiger Songwriter und gerade deswegen sollte man zu diesem Album greifen.
Wie schon bei Rosenstolz reicht die Bandbreite der Songs von Akkustik über Elektronik bis hin zu Streichern. Fetzige Tracks, Midtemponummern und Balladen wechseln sich ab, wobei der Schwerpunkt eher auf den ruhigeren Werken liegt.
Textinhaltlich ist ebenso wieder alles mit dabei. Die erste Liebe, das Verlassenwerden, Aufreißen, das Sich-nicht-unter-kriegen-lassen,…
Auf der Deluxe Edition gibt es zwei zusätzliche Tracks, drei Songs vom Original-Album auf Englisch, sowie das komplette Album als Instrumental.
Für alle Fans von Rosenstolz ein Muss und all die Anderen die Wert auf gute musikalische Arrangements und Texte legen.
Vor mir auf dem Tisch liegt die neue Biografie von Bruce Springsteen: “Bruce” von Peter Ames Carlin und während eines Telefonats mit einem Kollegen in Wismar ergibt es sich, dass wir auf „BRUUUCE“ (das hört man, wenn er live spielt, im Stadion, mit dreissig- oder vierzigtausend, oder mehr, Zuschauern, die ihn rufen, ihm zurufen, anrufen, ein eigenartiges Geräusch und richtig laut, aber niemals lauter als der Meister selbst!) zu sprechen kommen. Er hat das Buch schon gelesen und schon ist auch seine Empfehlung da.
Heute also als Gast: Volker Stein, Hugendubel Wismar:
Gerade hat Bruce Springsteen seine Welttournee, die im letzten Jahr anlässlich seines aktuellen Albums „Wrecking Ball“ begann, mit etlichen Terminen 2013 verlängert. Wer sich aktuelle Konzertanschnitte anschaut, glaubt kaum, dass der Mann über 60 ist, alle paar Tage ein 3-4 stündiges Konzert der Superlative abliefert und dabei jedes Mal die Songlisten nach Publikumswünschen verändert.
Die Textfassungen der vier Teile von Richard Wagners Bühnenfestspiel “Der Ring des Nibelungen” sind in der Reclam Universal-Bibliothek auch als Einzelhefte erschienen (Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung). Der Gesamtband jedoch, der seit 2009 in derselben Taschenbuchreihe vorliegt, ist mehr als die Summe der Teile und deshalb besonders empfehlenswert.
Das deutet die Seitenzahl schon an. Die vier Teilbände haben zusammen 344 Seiten, die Ausgabe des gesamten “Ring” 552. In dieser gibt es durchgehend dezente Fußnoten mit Textvarianten. Ebenso unaufdringlich sind die Zeilennummern platziert (alle fünf Zeilen eine Nummer in kleinerem Druck). Was im Text selbst diesmal nicht fehlt, sind einige Verszeilen, die Wagner gar nicht vertont hat. Davon erfährt man im 120-seitigen Kommentar, und das ist noch das wenigste, was dieser wertvolle Erläuterungsteil dem an der Kunst des Bayreuther Meisters Interessierten zu bieten hat.
“Ich blogg dich weg!” von Agnes Hammer ist ein Jugendbuch über ein hochbrisantes Thema: Cybermobbing. Ein unterhaltsam erzählter Roman, in dessen Vordergrund ebenfalls Freundschaft und das gemeinsame Musikmachen stehen. Ideal für eine Buchvorstellung oder als Klassenlektüre. Für Jugendliche ab 12.
Julia singt für ihr Leben gerne. Sie hat eine richtig gute, sehr emotionale Stimme und mit ihrem Bruder Noah eine Band gegründet: Jase Noju. Die zwei weiteren Mitglieder sind Julias beste Freundin Jasemine und deren Zwillingsbruder Sebastian. Ein eingespieltes Team – bis Noah für ein Jahr nach England geht und sie dringend einen neuen Schlagzeuger brauchen. Julia ist überrascht, als sich Lisa meldet, ein Mädchen, das in der Nachbarschaft wohnt und eher ein gothic-mässig gekleideter Außenseiter ist. Aber sie hat Talent und Julia möchte sie in die Band aufnehmen. Bis ihre Mutter Sandra ihr mit einem Male die klare Ansage macht, dass sie mit Lisa besser nichts zu tun haben soll. Sandra ist Krankenschwester und darf ihre Schweigepflicht daher nicht brechen, aber irgendetwas Verwerfliches scheint sie über Lisa zu wissen. Also sagt Julia ihr ab. Kurz darauf erhält sie plötzlich seltsame E-Mails, in denen sie eine anonyme Person aufs Übelste beleidigt. Dann wird auch noch Julias Facebook-Profil zum Negativen verändert: angeblich hätte sie selbst dort geschrieben, dass alle Jungs eigentlich auf sie stehen und nicht auf die anderen Mädchen der Schule! Dazu gibt es Bilder, die sie nur im Bikini bekleidet am See zeigen. Wer hat so etwas getan? War es Lisa? Oder jemand ganz anderes?
Der Roman ist in einer schlichten Sprache erzählt, daher leicht lesbar und flüssig geschrieben. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und lässt…
Yoko Ono hatte kürzlich Geburtstag, eine ganz unfassbare Anzahl von Jahren soll sie schon gelebt haben, da kümmere ich mich nicht weiter drum aber nehm dennoch den Anlass, ein wenig in Büchern und Filmen zu lesen und zu schauen.
Die DVD – LennonNYC, in dem Yoko eine große Rolle spielt; weil ichs schon immer mochte, so chaotisch das auch war – Live in Toronto ’69 (DVD und die CD); immer wieder einladend natürlich The John Lennon Letters. Erinnerungen in Briefen, und, obwohl erst letztes Jahr gelesen, lese ich mich wieder fest in diesem Buch: Yoko Ono – Die Biografie von Nicola Bardola.
Bardola ist ein Verehrer, ein Bewunderer – was mit sehr gut gefällt, böses gabs genug über Yoko Ono, etwas so zugeneigtes und liebenswürdiges zu lesen gefällt mir jetzt sehr. Aber er ist kein ganz unkritisch alles-ist-großartig Verehrer, er kann schon sagen, wenn etwas (und das ist bei Yoko Ono nicht wenig) allzu sonderbar ist, zu unverständlich, vielleicht jetzt nicht zugänglich, vielleicht nie. Es ist ja einfach so, dass ein Künstler ein Angebot macht, sein Werk, und man mag es, nicht, teilweise, da hat der Künstler keinen Einfluss mehr, das Werk ist draußen in der Welt und muss sich selbst behaupten, und natürlich, wenn es so liebenswürdige Fürsprecher wie Nicola Bardola hat, können Werk und Künstler sich freun.
Am Ende meiner Yoko Ono – Geburtstagsforschungsreise tue ich noch etwas das mir nie leicht gefallen ist – ich höre das, was wohl die erste gemeinsame Arbeit von Yoko und John Lennon war: Unfinished Music Vol. 1 (Two Virgins)
Kästner, natürlich, Erich Kästner! Eine blitzartige Erkenntnis, Wissen: Ich werde Kästner lesen!
Eigentlich ist es so, dass ich mir zu Weihnachten, „über die Feiertage“, immer einen großen Roman vornehme, einen Klassiker gern, Krieg und Frieden, Moby Dick, Tom Sawyer und Huckleberry Finn waren einige der Bücher der letzten Jahre (und, nicht unwichtig, alle schon gelesen, also ein Wiederlesen, Heimkommen eigentlich, wenn mans recht bedenkt).
In diesem Jahr war ich nicht etwas unentschlossen, Joseph und seine Brüder, Dichtung und Wahrheit, Madame Bovary waren in der engeren Wahl, als mir eben Kästner einfiel, vielleicht beim am Regal vorbeigehen flüchtig gesehen und später sich aufdrängend, so dass nur eine Möglichkeit bleibt: Kästner lesen!
Ich kenne die Kinderbücher erst seit ich erwachsen bin, er rührt mich ja wirklich zutiefst, und natürlich sind Fabian und auch Drei Männer im Schnee ein immer lohendes Vergnügen.
Drei Bücher wurden dann letztlich (wieder-) gelesen, ich mag ja die illustrierten Kinderbücher sehr, hier gibt es eine sehr gute Ausgabe für Kinder in 2 Bänden, oder die Erwachsenenromane, am allerbesten natürlich man holt sich gleich alles, ist ja längerfristig unvermeidlich!
Und nach Abschluss der Kästner-Phase bin ich grad hier:
Sean Wilentz – Bob Dylanund Amerika. Sehr, sehr gut, soweit ich das jetzt schon sehen kann, selbst für jemand der etwas mehr weiß über Dylan gibt es hier einige interessante Aspekte und Gedankenwege.
Einen schweren Johnny Cash Anfall gehabt am Wochenende. Das ist entstanden beim Bücher aufräumen (man könnte manchmal auch von ins-Regal-pressen sprechen), dabei ist mir Mein Vater Johnny Cash von John Carter Cash, dem Sohn den er mit June Carter Cash hatte, in die Hände gefallen.
Der hat für dieses Buch Fotos, Songtexte, Gedichte gesammelt und natürlich seine Erinnerungen und seine recht persönliche Sicht auf den Vater und Musiker Johnny Cash.
Und ganz leicht verliert man sich im Buch, beginnt zu lesen, Bilder zu betrachten, nicht lange und man muss diesen oder jenen Cash-Song hören (es sind viele, und das CD-Regal ist gut gefüllt) und so ist ein Wochenende schnell ein Cash-Wochenende, das ist immer gut, man bekommt eine Menge von Cash und nicht zuletzt bekommt man Rätsel. Weil Cash eine so widersprüchliche Person war, wird immer etwas Rätselhaftes bleiben, die Musik wird nicht alt und nicht lösbare Rätsel halten Hirn und Herz lebendig.
Auf “Havoc and Bright Lights” präsentiert uns Alanis Morissette wie gewohnt ein Potpourri aus verschiedenen musikalischen Stilen und zeigt uns, dass sie nichts verlernt hat.
Der Opener “Guardian” erinnert an die Zeiten von “Ironic”, “Celebrity” und “Numb” hätten sich auch auf dem Album “Supposed Infatuation Junkie” befinden können und “Magical Child” hätte wunderbar auch auf “Under Rug Swept” gepasst. Beim Hören wird schnell klar, dass nach 20 Jahren Kreativität die Zeit still zu stehen scheint. Bei jeden anderen Künstler würde man wohl murren, nicht so bei Alanis. Erneut schafft sie es unser Interesse zu wecken. Textlich setzt sie ihren Weg nach Authentizität und Emotionen fort und lässt uns näher an sie heran rücken.
Alanis Morissette könnte sich auf ihrem Erfolg ausruhen, -beweisen muss sie sich musikalisch eigentlich nichts mehr – doch sie ist Musikerin durch und durch und das merkt man diesem Album an.
Wieder ein Volltreffer für die Kanadierin!
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