Sarah Brightman läd uns mit “Dreamchaser” ein, auf eine Reise durch das Universum, unsere Träume und unser Inneres.
Mit Mike Hedges (U2, Dido, The Cure) holt sich sich Sarah Brightman für ihr Album “Dreamchaser” einen neuen Produzenten ins Boot und beendet die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Frank Petersen (Gregorian) nach 18 Jahren, 8 Alben und zahlreichen Hits.
Diesen Wechsel hört man von der ersten bis zur letzten Minute des Albums. Für Fans des typischen Brightman/Petersen-Sounds erst einmal ein Schlag ins Gesicht, doch ein Künstler darf und soll sich ja auch weiterentwickeln und Sarah selbst sagt über das Album, dass sie sich mit seiner Umsetzung einen lang gehegten Traum erfüllt hat.
1. Der Opener “Angel” lässt uns abheben.
2. “One Day like this” ist wohl der Track der am ehesten an alte Zeiten erinnert und…
3. … “Glosoli” (Cover eines Sigur Ros Songs) breitet sich nach und nach zu einem epischen Gesamtkunstwerk aus.
4. “Lento E Largo From Symphony No.3, Op.36″ verwebt Klassik mit sphärischen Elementen.
Mit “Native” setzten OneRepublic ihre Erfolgsgeschichte fort. Die Scheibe verbindet Soul, Elektronik und abwechslungsreiche Ryhthmen und bietet wieder zahlreiche Hits.
Die ersten 5 Tracks , könnte man als typisch OneRepublic bezeichnen. Eingängige Songs zum Party machen und mitsingen. “If I lose myself” erinnert kurz an Rhiannas “We found Love”. Es folgt ein Break mit “Light it up” und “Can’t stop” (erinnert an Hurts), die sich stilistisch dann doch deutlich etwas abheben, gefolgt von der ersten Ballade des Albums, die aber nur vor sich hinplätschert. Danach nimmt das Album wieder Fahrt auf und hält die Qualität der Songs wieder in die Höhe um die CD leider mit einem, für mich völlig unnötigen Track zu beenden.
Auf der Limited Delux Edition befinden sich neben drei Acoustic Versionen aus dem Original-Album, zwei weiter Songs, von denen “Life in Color” absolut hervorsticht.
Beim Hören hat man leider immer wieder das Gefühl als hätten OneRepublic mächtig unter Zeitdruck gestanden. Einige Tracks hören einfach zu abrupt auf oder werden zu schnell ausgeblendet, was sehr schade ist. Hier hätte mehr Fingerspitzengefühl gut getan.
Lange haben die Fans auf das neue Album “Incorruptible Heart”, von Lavender Diamond warten dürfen, doch das Warten hat sich mehr als nur gelohnt!
12 Folk-Pop-Perlen die von Minimalismus über psychedelische Elemente bis hin zum großen klassischen Streicherarrangement reichen, ohne auf musikalische Konventionen zu achten, getragen von Becky Starks elfengleicher Stimme, laden ein zum Träumen und Genießen. Das Album weckt Erinnerungen an die guten alten 70er des vergangenen Jahrhunderts ohne aber als Abklatsch daher zu kommen.
Incorruptible Heart ist sowohl der perfekte Soundtrack für große Überlandfahrten mit offenem Verdeck, an der Seite heraushängenedem Arm und den geliebten Menschen auf dem Beifahreresitz, als auch gemeinsam an einem verregneten Tag sich aneinander zu kuscheln und zu zuhören.
Lavender Diamond haben ihre ganz persönliche eigene Nische im großen Musik-Zirkus gefunden und wir wollen mal hoffen, das sie sich davon nicht verderben lassen, wie so manch andere Künstler.
Dieses Album ist ist Balsam für die Seele, beschwingt sie, umarmt sie, streichelt sie.
Mit “Change” legt Finn Martin ein Soloalbum vor, das alles hat um international durchzustarten.
Dem Ein oder Anderen dürfte Finn Martin durch seine Band Asher Lane bekannt sein die mit ihrer Single “New Days” in den internationalen Charts verteten war. Nun schlägt er den Solopfad ein. Auch wenn er bei dem deutschen Vorentscheid “Unser Song für Malmö” nicht gewonnen hat und wir somit nicht durch ihn vertreten werden beim Eurovison Song Contest, sollten wir ihm unbedingt weiterhin unsere Aufmerksamkeit schenken.
Mit Asher Lane hat er den halben Planeten umrundet und sich inspirieren lassen von den verschiedenen Eindrücken, Orten, Menschen, Erfahrungen und musikalischen Stilrichtungen.
Dabei herausgekommen ist sein Soloalbum “Change” und passender könnte der Titel nicht gewählt sein. Die Veränderung vom Bandmitglied zum Solokünstler für ihn selbst, die unterschiedlichen Songs die man jedes Mal neu entdecken kann und eine Melange aus Folk, Pop und Elektronik sind, dennoch aber ein großes Ganzes bilden.
Kästner, natürlich, Erich Kästner! Eine blitzartige Erkenntnis, Wissen: Ich werde Kästner lesen!
Eigentlich ist es so, dass ich mir zu Weihnachten, „über die Feiertage“, immer einen großen Roman vornehme, einen Klassiker gern, Krieg und Frieden, Moby Dick, Tom Sawyer und Huckleberry Finn waren einige der Bücher der letzten Jahre (und, nicht unwichtig, alle schon gelesen, also ein Wiederlesen, Heimkommen eigentlich, wenn mans recht bedenkt).
In diesem Jahr war ich nicht etwas unentschlossen, Joseph und seine Brüder, Dichtung und Wahrheit, Madame Bovary waren in der engeren Wahl, als mir eben Kästner einfiel, vielleicht beim am Regal vorbeigehen flüchtig gesehen und später sich aufdrängend, so dass nur eine Möglichkeit bleibt: Kästner lesen!
Ich kenne die Kinderbücher erst seit ich erwachsen bin, er rührt mich ja wirklich zutiefst, und natürlich sind Fabian und auch Drei Männer im Schnee ein immer lohendes Vergnügen.
Drei Bücher wurden dann letztlich (wieder-) gelesen, ich mag ja die illustrierten Kinderbücher sehr, hier gibt es eine sehr gute Ausgabe für Kinder in 2 Bänden, oder die Erwachsenenromane, am allerbesten natürlich man holt sich gleich alles, ist ja längerfristig unvermeidlich!
Und nach Abschluss der Kästner-Phase bin ich grad hier:
Sean Wilentz – Bob Dylanund Amerika. Sehr, sehr gut, soweit ich das jetzt schon sehen kann, selbst für jemand der etwas mehr weiß über Dylan gibt es hier einige interessante Aspekte und Gedankenwege.
Endlich, es ist schon etwas knapp geworden, habe ich das Geschenk gefunden:
The John Lennon Letters. Erinnerungen in Briefen.
Man kann da grausame Fehler machen, ich bin sicher Viele tun das auch, es geht um das Geschenk für mich!
Meist wird man recht erstaunt angesehen, auf die Frage: Was schenkst du dir? Die Leute tun das kaum, sehr schade, wäre eine so gute Gelegenheit.
Jetzt also für mich, entschieden, die Lennon-Briefe.
Zweifel, dass ich das brauche gabs ja eigentlich keine als ich das erste Mal darin geblättert habe, unglaublich sorgfältig hat Hunter Davies in jahrelanger Arbeit Briefe, Karten, Karikaturen von John Lennon gesammelt und daraus ist dieser prächtige Band entstanden. Man sieht die Handschrift, die Zeichnungen, die manchmal sehr aufmerksam und geradezu liebevoll gestalteten Briefe, geschäftlich, emotional, ernsthaft, bissig, ironisch … man kann nicht anders als Lennon zu folgen, mitzugehen, so genau kennenlernen wird man einen wie Lennon sonst kaum: Für Fans ohnehin unverzichtbar, für Neulinge – ich glaub nicht, dass die auskommen werden, zukünftig, ohne wenigstens ein paar der wichtigsten Beatles CDs und natürlich Lennon, eine Sammlung der besten Songs mindestens und das ist ja nur vernünftig!
Tolles Geschenk! Echt! Man muss nur die richtigen Leute kennen!
Einen schweren Johnny Cash Anfall gehabt am Wochenende. Das ist entstanden beim Bücher aufräumen (man könnte manchmal auch von ins-Regal-pressen sprechen), dabei ist mir Mein Vater Johnny Cash von John Carter Cash, dem Sohn den er mit June Carter Cash hatte, in die Hände gefallen.
Der hat für dieses Buch Fotos, Songtexte, Gedichte gesammelt und natürlich seine Erinnerungen und seine recht persönliche Sicht auf den Vater und Musiker Johnny Cash.
Und ganz leicht verliert man sich im Buch, beginnt zu lesen, Bilder zu betrachten, nicht lange und man muss diesen oder jenen Cash-Song hören (es sind viele, und das CD-Regal ist gut gefüllt) und so ist ein Wochenende schnell ein Cash-Wochenende, das ist immer gut, man bekommt eine Menge von Cash und nicht zuletzt bekommt man Rätsel. Weil Cash eine so widersprüchliche Person war, wird immer etwas Rätselhaftes bleiben, die Musik wird nicht alt und nicht lösbare Rätsel halten Hirn und Herz lebendig.
Auf “Havoc and Bright Lights” präsentiert uns Alanis Morissette wie gewohnt ein Potpourri aus verschiedenen musikalischen Stilen und zeigt uns, dass sie nichts verlernt hat.
Der Opener “Guardian” erinnert an die Zeiten von “Ironic”, “Celebrity” und “Numb” hätten sich auch auf dem Album “Supposed Infatuation Junkie” befinden können und “Magical Child” hätte wunderbar auch auf “Under Rug Swept” gepasst. Beim Hören wird schnell klar, dass nach 20 Jahren Kreativität die Zeit still zu stehen scheint. Bei jeden anderen Künstler würde man wohl murren, nicht so bei Alanis. Erneut schafft sie es unser Interesse zu wecken. Textlich setzt sie ihren Weg nach Authentizität und Emotionen fort und lässt uns näher an sie heran rücken.
Alanis Morissette könnte sich auf ihrem Erfolg ausruhen, -beweisen muss sie sich musikalisch eigentlich nichts mehr – doch sie ist Musikerin durch und durch und das merkt man diesem Album an.
Wieder ein Volltreffer für die Kanadierin!
The Rolling Stones: 50.
Die Stones feiern sich selbst – 50 Jahre Band-Geschichte verpackt in einen Band mit mehr als 1000 Fotos und Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood haben ganz ernsthaft auch selbst daran mitgearbeitet, ausgewählt, steuern Kommentare und Statements bei.
Man muss da gar nicht groß rumreden, das muss man doch haben, oder?
Weil:
Es gibt keine wahrere Aussage als:
Die größte Rock’n'Roll Band der Welt!
Schon recht früh in ihrer Karriere haben Sie in einem ihrer größten Songs auch so etwas wie eine Selbstbeschreibung gegeben:
Please allow me to introduce myself
I’m a man of wealth and taste
Aus:
Sympathy For The Devil (Mick Jagger / Keith Richards) von Beggars Banquet (68)
Auf dem nächsten Bild ist die ganze gesellschaftsumwälzende Haltung der Stones deutlich sichtbar -
Was sie natürlich selbstironisch und treffend schon 69 so beschrieben haben:
I got nasty habits, I take tea at three
Auf seinem neuen Album “Out of the Game” zeigt uns Rufus Wainwright erneut warum er momentan zu den besten Songwritern unserer Zeit gehört.
“Outof the Game” ist mittlerweile Rufus Wainwrights 10. Album und er schafft es nach wie vor einen immer wieder zu überraschen. Für “Out of the Game” hat sich Rufus tatkräftige unterstützung von Mark Ronson (u.a. Amy Winehouse “Valerie”) geholt. Ronson ist sehr behutsam mit den Kompositionen umgegangen und so hört sich “Out of the Game” ohne jeglichen Verlust durch und durch nach Rufus an. Die einzelnen Stücke wirken wie eine Selbsthommage an die Vorgängeralben und zeigen dadurch die Kreativität von Rufus. Ob Ballade, fetziger Track oder episches Stück wie “Candles” das mit Chor und Dudelsack aufwartet, hier ist wieder alles vertreten was Rufus ausmacht.
Nach wie vor gilt Rufus Wainwright als Geheimtipp und ich hoffe, dass er nie dem Mainstream verfällt.
So müssen Platten einfach klingen!
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