Johnny Cash in den 90er Jahren.
Andy Earl hat ihn 1994 und 1997 besucht in Nashville und er hat ihn, nachdem der Produzent Rick Rubin Cash mit den “American Recordings” noch einmal weltweit erfolgreich gemacht hatte, auf der Australientournee 1994 begleitet. Entstanden sind grandiose Fotos, die die unglaubliche Präsenz von Johnny Cash zeigen.
Earl sagt, dass die beiden Hunde auf dem Coverfoto sich tatsächlich freiwillig so hinsetzten, aber man sieht auf den Fotos auch, dass Cash sich amüsiert über die Inszenierung, und trotzdem sind sie ernst und würdevoll, und eben mit einer kleinen Ironie – einer der Bildbände die man haben sollte, weil sich mehrmaliges Anschaun wirklich lohnt.
Georg Ringsgwandl – ich habe seit langem die starke Vermutung, dass er ein ZEN-Meister ist. “Das Leben und Schlimmeres. Hilfreiche Geschichten”, sein neues Buch, verstärkt meine Vermutung.
Wenn ichs richtig weiß, ist es so, dass der ZEN-Meister seinem Schüler helfen will und muss, das logische Denken zu vermeiden, zu vergessen, es zu verhindern, um ihm einen unverstellten und direkten Weg zur Erleuchtung zu zeigen und zu ermöglichen.
Das logische Denken also – genau dem geht Ringsgwandl auch an den Kragen.
Ich hab ihn einige Male live gesehen, spielt er so grandiose Shows wie UNTERSENDLING, ist es schon passiert, dass er recht gelassen und ruhig die meisten Songs der CD spielt, begleitet von einer Gruppe herausragender Musiker, Nick Woodland etwa, der coolste und vermutlich der beste englische Münchner, der jemals Gitarre gespielt hat, da also kann es sein, daß Ringsgwandl das Publikum mitnimmt, in gar nicht so weit entfernte Gegenden wie etwa bei “Lebn ois wiara Kuah” oder “Nachtaktives Tier” – er spielt auch ein paar sehr gute Cover-Versionen, etwa ” Nix mitnehma” nach “Gotta serve somebody” von Bob Dylan oder, ganz grandios gut getroffen, “C’est la vie” nach “You never can tell” von Chuck Berry.
“Bob Dylan – Bilder eines Lebens” – das ist natürlich ein zu großes Versprechen, vor allem im Fall von Bob Dylan, der ja sicher zu den sehr häufig fotografierten Menschen gehört, auch wenn in seinen Shows das Fotografieren verboten ist und es immer Verhinderungsversuche durch die Security gibt, gelingen kann das natürlich nie.
Eine Sammlung wirklich beeindruckender Fotos, von Michael Ochs, Elliott Landy, Barry Feinstein, Frank Driggs, John Cohen, Douglas R. Gilbert, Dezo Hoffmann, David Magnus, Monte Fresco, Richard Mitchell, Harry Goodwin, Brian Moody, Peter Sanders, ergänzt mit einem Text von Rainer Bratfisch.
Aber, schaunS selbst, ein paar Beispiele:
Charlie Watts, Drummer,
(bei einer Blues Band aus England:
The Rolling Stones)
wird heute 70.
Gratulation!
Die Stones haben auf einer Tour (bin nicht ganz sicher, ich glaub 1995) die Show immer eröffnet mit einem Buddy Holly Song, das soll gelten als Wunsch für Charlie Watts:
Not Fade Away

“Real Moments” aus dem Leben von Bob Dylan. Barry Feinstein begleitete Bob Dylan auf seiner Europatournee 1966 und auf der Bob Dylan & The Band-Tour 1974.
Sehr nah konnte Feinstein Dylan kommen und eindrucksvoll bleibt vor allem, daß es keine künstlerisch gestellten Fotos sind sondern Momentaufnahemen, ernst, gescherzt, nachdenklich, “real Moments” eben.
Natürlich, jetzt, kurz vor des Meisters 70. Geburtstag, ist die Gefahr der leicht kritiklosen Verehrung noch mal größer, aber ich behelfe micht mit Dylans eigenen Worten:
Don’t follow leaders
Watch the parkin’ meters
aus dem
Subterranean Homesick Blues
zuerst veröffentlicht auf der Bringing It All Back Home
auf der es auch so passende und nützliche Worte und Feststellungen gibt wie:
You don’t need a weatherman
To know which way the wind blows
Ein vertrauter guter Freund heute morgen, in den Kopfhörern, über das kleine Musikabspielgerät:
Levon Helm – einer der Besten!
Schon immer schätze ich The Band, das ist eine lebenslange Freundschaft, und jeden einzelnen der Musiker mit seinen Solo-Projekten: Robbie Robertson, Rick Danko, Garth Hudson, Richard Manuel (was natürlich dazu geführt hat, dass ich eine unsinnige Menge CDs hab – alle Band-CDs, alle Solo-CDs und früher, noch eifriger als jetzt, wenn ich rausgefunden hab, dass einer bei einem Song eines anderen Musikers im Backgroundchor mitsingt, dann auch die – Helm bei k.d.lang oder Los Lobos etwa).
(mein Dank natürlich auch an den, der mich auf The Band aufmerksam gemacht hat: André Heller – damals “Discjockey” bei Ö3, ein Radiosender, der für meine musikalische Sozialisation unglaublich viel getan hat (klar, in den Zeiten vor “Hitradio Ö3“), dort hab ich zu
m ersten Mal The Band gehört; später natürlich rausgefunden, dass einer ihrer großen Songs aufm Soundtrack von “Easy Rider” war, ich den also schon gekannt hab, als “The Smiths” wurden sie genannt bei “The Weight”)
Der größte aller Rockpianisten – und niemand kennt ihn: die Biografie von Nicky Hopkins in demütiger Verehrung verfasst von Julian Dawson.
Jeder der schon etwas älter ist, seine musikalische Sozialisation in den sechziger Jahren (oder danach, mit klugen Lehrern und Vorbildern, die ihm/ihr gute Musik nahegebracht haben) erfahren hat, hat ihn unendlich oft gehört, und alle, die immer noch großartige Musik hören, die von den Sechziger, bis Anfang der Neunziger Jahre entstanden ist.
Die Liste der Bands und Platten, auf denen Nicky Hopkins zu hören, ist klingt wie eine Sammlung der bedeutendsten Rock-Blues-Hippie- und-viele-mehr-Bands, dies je gab.
The Who, Kinks, Rolling Stones, Cat Stevens, Yardbirds, Beatles, Jeff Beck, Donovan, Jefferson Airplane, Ella Fitzgerald, Quicksilver Messenger Service, John Lennon, Carly Simon, George Harrison, Harry Nilsson, Marc Bolan, Ringo Starr, Joe Cocker, Art Garfunkel, Jerry Garcia, Rod Stewart, Pointer Sisters, Meatloaf, Julio Iglesias, Paul McCartney, Gary Moore, David Bowie, Joe Walsh, Julian Dawson (der Biograph) – ich halte mich etwas zurück mit der Aufzählung, aber wenn man das Buch liest, wird man anfangen im CD-Regal zu kramen und finden und hören und wissen: Ja, das war der Größte!
Ich muss es so sagen, so brutal und sentimental: Eine Geschichte, die zu Tränen rührt:
Tiffany Murray – Lieber Gott und Otis Redding
Halo (Diamond Halo Star, um genau zu sein, ein Zitat aus “Get it on” von T.Rex) erzählt ihr Leben.
Es beginnt damit, dass auf die Farm, auf der sie lebt, mit Mutter, die Schönste von allen (“Die Leute hier in der Gegend sagten, Dolly Halcyon Palmer-Llewelyn – meine Mum – sehe zum Anbeißen aus”), dem Vater, rothaarig und ganz Musik, Ivan (und weil das auch ein Buch über Rock-Musik ist, denkt man sofort an iVAN Morrison und wird später bestätigt, es gibt ein Pferd auf der Farm, das heißt Crazy Love, einer der großen Songs von Van Morrison, dessen eigentlicher Vorname hier verwendet wird. Viele weitere Anklänge, Zitate, Nennungen werden folgen – bis hin zum Abendgebet, in das eben auch Otis Redding und andere eingeschlossen werden), Geschwistern, die Großmutter, vielleicht eine Hexe, oder etwas ähnliches, die ihren ELVIS – und Johnny Cash -Schrein pflegt und jede Menge Tiere, die wichtige und ganz wichtige Rollen spielen in ihrem Leben und für ihre Umgebung.
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