Achtung, Achtung: Die Klimakatastrophe wird nicht stattfinden! Küstenbewohner und Eisbären können wieder optimistischer in die Zukunft blicken; das behaupten zumindest Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning in „Die kalte Sonne“.
Das Thema „Klimawandel“ wird höchst emotional diskutiert. Es geht ja immerhin um die Zukunft des Menschen, der ohne Frage in den letzten 150 Jahren exzessiv auf der Erde gewütet hat. Man kann auch ruhig von einer Vergewaltigung der Mutter Erde sprechen, die irgendwann den Mikroben Mensch dafür höchstwahrscheinlich bestrafen wird.
Seit Beginn der industriellen Ära um 1850 stieg die globale Temperatur um 0,8°C; zu 95% durch Klimagase, wie z.B. das Kohlendioxid und zu 5% von der Sonne verursacht. So lautet zumindest die Einschätzung des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Und genau hier setzt die Kritik von Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning ein, denn das Autorenduo vertritt in „Die kalte Sonne“ eine interessante, wenn sie recht haben sollten, eine furiose Kontraposition; nicht die Klimagase, sondern eine erhöhte Sonnenaktivität und ozeanische Oszillationen haben den Temperaturanstieg der letzten 150 Jahre verursacht. Jedoch sollte erwähnt werden, dass die Autoren eine Beteiligung der Klimagase an der Erwärmung nicht abstreiten, im Gegenteil. Vahrenholt und Lüning bezweifeln nur die führende Rolle des Kohlendioxids bei der globalen Erwärmung.
Bereits im Mittelalter gab es zwischen 1000 und 1300 eine beachtliche Wärmephase und die Römer hatten es vor 2000 Jahren auch recht kuschelig warm und das für mehrere Jahrhunderte. In diesem Fall spricht man von der „Römischen Wärmephase“. Damals erreichte die globale Temperatur die heutigen Werte. Und das ganz ohne eine industrielle Revolution! Klimaschwankungen mit bemerkenswerten Temperatur-Achterbahnen waren keine Ausnahme, sondern ein natürlicher Prozess. „Der größte Fehler des Weltklimarats ist die wider jegliche Logik strebende Annahme, dass natürliche Klimaschwankungen heute keine Rolle mehr spielen und CO2 im Verbund mit anderen anthropogenen Treibhausgasen das Klimageschehen langfristig dominiert(…)Der Mensch ist einflussreich und hat die Welt im Laufe der Zeit stark verändert. Wir dürfen uns jedoch auch nicht überschätzen und glauben, dass wir die natürlichen Kräfte und Vorgänge auf der Erde und unseres Sonnensystems plötzlich gänzlich außer Kraft setzen könnten.“ Vahrenholt und Lüning werfen dem Weltklimarat ein „bewusstes Auslassen und Marginalisieren von unbequemen Ergebnissen und Hinweissträngen“ vor. So ist es nicht verwunderlich, dass die IPCC-Berichte der Jahre 1990, 1995, 2001 und 2007 die globale Temperatur-Stagnation seit 2000 nicht vorausgesehen haben. Wer sich nur auf das CO2 konzentriert und sich dadurch nach einem primitiven Klima-Modell richtet, kann nicht erwarten ein höchst komplexes, nicht-lineares und deswegen chaotisches Klimasystem vorauszusagen. „Klimamodelle sind bestenfalls unvollständige Darstellungen einer sehr komplexen Wirklichkeit.“
„Natürliche Klimagrundmuster der Vergangenheit gelten auch heute und müssen ebenso für die Zukunft mit einkalkuliert werden(…).“ Das Autorenduo arbeiten sehr anschaulich heraus, dass die Sonne einen gewaltigen Einfluss auf die Temperaturentwicklung der Erde hat. Die Sonne ist ein brodelnder Feuerball, der unterschiedlich starke Leistungsphasen aufweist. Sogenannte Sonnenflecken weisen auf die Sonnenleistung hin; je mehr Sonnenflecken auf der Oberfläche vorhanden sind, desto aktiver ist die Sonne. Es gibt verschieden Aktivitätszyklen, die bekannteste ist der Schwabe-Zyklus, der im Durchschnitt alle 11 Jahre ein solares Maximum verursacht. Das letzte „Große Solare Maximum“ war um das Jahr 2000 auszumachen. Seit dann befindet sich die Sonne im Ruhemodus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die globale Temperatur seit 2000 nicht (!) mehr steigt. Werden die ozeanischen Oszillationen berücksichtigt so kann laut Vahrenholt und Lüning Entwarnung gegeben werden. Und jetzt kommt die große Wendung; die Autoren erwarten bis 2040 eine Abkühlung (!) und keine Eskalation der Klimakatastrophe, wie zur Zeit propagiert wird. Geht der Weltklimarat davon aus, dass im Jahre 2100 die globale Temperatur 4°C höher sein wird als 2010, prognostizieren Vahrenholt und Lüning einen moderaten Anstieg von 1°C .
„Die globale Erwärmung ist eine späte Entdeckung des 20. Jahrhunderts. Erst in den 1980er Jahren gibt es erste Hinweise auf eine mögliche sich verstärkende Temperaturerhöhung auf dem Globus.“ Am 11. August 1986 machte der Spiegel mit dem Kölner Dom zur Hälfte unter Wasser und dem passenden Titel „Die Klima-Katastrophe“ auf. Seit dann ist das Thema Klimaerwärmung ein dominierendes Phänomen in den Medien. In den letzten Jahren hat sich das ganze beschleunigt; im Wochentakt wird man auf die globale Erwärmung aufmerksam gemacht. Dass man in den 1970er Jahre noch vor einer neuen Eiszeit (!) gewarnt hat (Spiegel 1974: „Kommt eine neue Eiszeit?“), macht diese ganze „Klima-Geschichte“ eigentlich zu einem absurden Theater-Stück.
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