3 Fehlverhalten des Mitarbeiters (S. 51-52)
Regeln, Normen und Werte bestimmen im Arbeitsalltag den Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden. Es gibt einerseits klar definierte Regeln (z. B. Regeln für die Arbeitskleidung, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten). Andererseits gibt es unausgesprochene Regeln, die allgemein akzeptiert werden (z. B. unterbricht man seinen Kollegen nicht, während er telefoniert). Fehlverhalten ist jede individuelle oder kollektive Verhaltensweise, die eine negative Abweichung vom normativ zu erwartenden Verhalten darstellt. Fehlverhalten schädigt oder beeinträchtigt das Unternehmen, den Kunden, die Mitarbeiter oder andere.
3.1 Das Ziel des Gesprächs
Entsprechend der Häufigkeit und der Art des Fehlverhaltens muss reagiert werden. Dafür steht Ihnen als Führungskraft ein Handlungsspielraum zur Verfügung, der von der Ermahnung (Tadel) bis zur Abmahnung und gegebenenfalls zur ordentlichen oder fristlosen außerordentlichen Kündigung reicht. Bei Fehlverhalten sollten Sie dem Mitarbeiter unmissverständlich deutlich machen: Sein Verhalten wird nicht toleriert. Es schädigt das Unternehmen und damit Ihnen und Ihrem Team.
3.2 Hintergründe – die Sie wissen sollten
Fehlverhalten führt zu Fehlzeiten (vgl. Kapitel 4), Fluktuation und Minderleistung. Betroffene Mitarbeiter reagieren auf kontinuierliches Fehlverhalten, wie z. B. Mobbing oder sexuelle Belästigung, oft mit psychosomatischen Beschwerden.
Im Folgenden erfahren Sie einige Hintergründe, Daten und Fakten zu Formen des Fehlverhaltens am Arbeitsplatz:
• Mobbing • sexuelle Belästigung • Diebstahl • Privatnutzung von Betriebseigentum • unentschuldigtes Fehlen • Arbeitsverweigerung
Mobbing Es gibt einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Fehlzeiten von Mitarbeitern. Die betriebswirtschaftlichen Kosten sind erheblich. So kostet ein Prozent Krankenstand einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern ca. 204.520 € jährlich.
Heinz Leiymann entwickelte gemeinsam mit der Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing (GpsM) e.V. eine Definition für Mobbing:
Definition „Mobbing" Mobbing ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird, mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes, wobei die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt. |