Hugendubel.de - Das Lesen ist schön

Warenkorb

€ 0,00 0 Buch dabei,
portofrei

Ein Gentleman in Moskau

Roman. Originaltitel: A Gentleman in Moscow.
Buch (gebunden)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.3
Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskel... weiterlesen
Dieses Buch ist auch verfügbar als:
Buch

22,00*

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Produktdetails
Titel: Ein Gentleman in Moskau
Autor/en: Amor Towles

ISBN: 3471351469
EAN: 9783471351468
Roman.
Originaltitel: A Gentleman in Moscow.
Übersetzt von Susanne Höbel
List Paul Verlag

September 2017 - gebunden - 560 Seiten

Beschreibung

Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen. Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen und sein Leben wächst der Graf über sich hinaus.
"Towles ist ein Meistererzähler" New York Times Book Review
"Eine charmante Erinnerung an die Bedeutung von gutem Stil" Washington Post
"Elegant, dabei gleichzeitig filigran und üppig wie ein Schmuckei von Fabergé" O, the Oprah Magazine

Portrait

Amor Towles hat in Yale und Stanford studiert. Er ist in der Finanzbranche tätig und gehört dem Vorstand der Library of America und der Yale Art Gallery an. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Manhattan.

Pressestimmen

Ein ganz besonderer Roman, der einem bewusst macht, wie sehr man diese Art der zurückhaltenden Eleganz in der Literatur vermisst hat., Hamburger Morgenpost, Stephanie Lamprecht, 28.09.2017
Bewertungen unserer Kunden
Große Umbrüche und ein Leben im Hotel
von rabenei - 12.09.2017
Mit der Gründung der Sowjetunion ändert sich das Leben der Menschen des einstigen Russlands schlagartig und nachhaltig. Der Protagonist des Romans Graf Rostov erfährt dies unmittelbar. Als Vertreter der aristokratischen Klasse hat er sich des schlimmsten Verbrechens schuldig gemacht. Er wird unter Hausarrest gestellt, kann aber im Hotel Metropol, das jetzt sein neues Zuhause ist, dennoch die Vorzüge eines gehobenen Lebensstils genießen und trotz widrigster Umstände findet er in kleinen Dingen immer wieder seine Lebensfreude. In Toweles Roman zieht eine ereignisreiche Zeit mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen vorbei, während die Hauptperson in einer abgeschlossenen Welt in einem Hotel verbringt. Außerhalb dieser Welt nehmen die Ereignisse ihren Lauf, überschlagen sich geradezu. Im Hotel jedoch schein die Zeit teilweise stillzustehen. Doch immer wieder brechen auch Einflüsse von Außen in diese Abgeschlossenheit ein und zeigen auf diese Weise nur umso deutlicher die Veränderungen der Welt von Draußen. Insgesamt ein wunderbares Buch, das dem Leser durch das persönliche Schicksal des Grafen Rostov eindrücklich und immer wieder auch mit mancherlei Humor und Ironie die gesellschaftlichen Umbrüche zu Beginn der Sowjetunion nahebringen. Teilweise hat der Roman jedoch auch Längen über die man sich seitenweise hinwegquälen muss, nach deren Überwindung man aber immer wieder in die ergreifende Geschichte zurückfindet.
Weltgeschichte wunderbar anders erzählt
von büchernarr - 26.08.2017
Graf Alexander Rostov wird im Moskau der 20er Jahre verhaftet und zu einem lebenslangen Hausarrest in seinem geliebten Hotel Metropole verurteilt. Der immer charmante und optimistische Graf räumt ohne Widerstand seine geräumige Suite und zieht in ein Dienstbotenzimmer unter dem Dach des Hotels, von dem er durch das Fenster das Geschehen der Außenwelt beobachtet. Nie aus der Ruhe kommend, freundet er sich mit dem Personal des Hotels an und erfährt alle Geschehnisse dieser bewegten Epoche aus all den wichtigen Persönlichkeiten der damaligen Zeit, die zu ihm kommen und ihn besuchen, seien es Spione, Männer der Politik, Journalisten, Schauspieler. Somit wird kein Tag wie der andere. Jedoch nimmt sein Leben eine interessante Wendung als ihm die Obhut eines Mädchens gegeben wird und er sich durch sie weiterhin zum besseren wendet und vieles dazu lernt.  Das besondere an diesem Buch ist der wunderbare Schreibstil des Autors, der uns in eine andere Welt eintauchen lässt aus die wir gar nicht wieder auftauchen möchten.
Dieses Buch sollte man lesen!
von lesebiene - 09.10.2017
Inhalt: Moskau 1922, während Russland die stürmischen Jahre, voller geschichtsträchtiger Ereignisse erlebt, bleibt dem Graf Alexander Rostov nur der Blick aus dem Fenster, auf die immer selben Gebäude.  Der Gentleman alter Schule, wird mit 30 Jahren zu einem lebenslangen Hausarrest verurteilt, im Hotel Metropol.  Jahrzehnt um Jahrzehnt vergeht, während Rostov an seine Überzeugungen, der kleinen Guten Taten festhält, erblickt er und beobachtet er, die Geschichte Russlands, aus einer Scheibe hinweg.  Doch als plötzlich ein kleines Mädchen in sein Leben tritt, verändert dieses sein Leben. ...  Meinung :  Wow, ein großartiges Buch, welches mit literarischer Raffinesse und Feinfühligkeit komplett zu überzeugen weiß.  Wie es der englisch sprachige Autor Amor Towles schafft, die russische Geschichte, durch die Augen seines Protagonisten authentisch zu schildern ist mehr als bemerkenswert. Doch neben den historischen Fakten, die spielerisch und mit größter Freunde, dem Leser erzählt werden, schafft es der Autor auf so menschliche und anrührende Weise, Charaktere zu erschaffen, die das Leserherz erwärmen und zu tiefst berühren. Eine großartige Geschichte, die lehrreich ist, faszinierend gut geschrieben ist und dem Leser so viel über das Leben mitgeben kann, dass dieses Buch einfach nur bereichernd ist.  Fazit :  Lesen Sie dieses Buch, denn es ist ein wahres Geschenk der Literatur!  Großartig!!!!
Toller Stil, spannende Handlung
von bücherbelle - 10.09.2017
"Wie kann jemand sein Leben damit verbringen, auf das Danachkommende zu warten?" (S. 347) Zusammenfassung. Graf Alexander wird in jungen Jahren zu lebenslangem Hausarrest im Hotel Metropol verurteilt. Von da an breitet sich sein Leben in den weitläufigen Fluren des Hotels aus, wo er Freundschaften, Bekanntschaften und Liebschaften schließt und schließlich tatsächlich noch die Liebe seines Lebens findet. Cover. Das Bild auf dem Cover gefiel mir sowohl vom Stil als auch vom Motiv her richtig gut. Es passt zum Inhalt so gut und ebenso zur Stimmung des Romans, dass ich wirklich überzeugt war und bin. Inhalt. Hach, ich bin begeistert. Auch wenn man zwischendurch kritisieren könnte, dass es etwas lang ist, gelingt es Towles mit diesem Roman so ungeheuer gut, russische Geschichte mit einem Einzelschicksal zu verknüpfen, dass ich aus dem Staunen kaum herauskam. Über weite Teile ist es wirklich interessant und lehrreich, zum Ende hin wird es (für mich unerwartet) auch noch richtig spannend und bietet auf jeden Fall eine Menge Potential zum Mitfiebern. Meine Sorge, dass es langweilig werden könnte, weil die Handlung sich hauptsächlich auf die Flure des Hotels beschränkt, wurde jedenfalls nicht erfüllt. Und der Schreibstil erst! Die Kombination aus Humor und Ernsthaftigkeit, aus Fokussierung auf eine einzelne Person und dem Blick aufs Ganze, all das hat mich schon während des Lesens wirklich begeistert. Personen. Jeder der Figuren hat Persönlichkeit und Charakter, am meisten sticht dabei natürlich der Graf höchstselbst heraus, der wahnsinnig liebenswert ist und mich ein wenig ins Schwärmen verleitete - auf jeden Fall ein wahrer Gentleman. Doch auch die anderen Charaktere konnten mich in ihrem Charme oder auch ihrer Boshaftigkeit überzeugen und begeistern. Lieblingsstellen. "In ihrer gesammelten Phantasie ist den russischen Meistern offenbar nichts Besseres eingefallen, als dass die Hauptgestalten ihren Konflikt mit Pistolen und einem Abstand von zweiunddreißig Schritten aushandeln." (S. 56) "Aber das Schicksal hätte nicht den Ruf, den es hat, wenn es nur das täte, was naheliegend scheint." (S. 91) "Wenn Geduld nicht so oft auf die Probe gestellt würde, wäre sie wohl kaum eine Tugend." (S. 151) "Es ist eine Aufgabe der Geschichtsschreibung, von einem bequemen Lehnstuhl aus bedeutsame Momente zu identifizieren." (S. 180) "Aber als der Graf Sofias Spiel hörte, verließ er die Wissenden und betrat das Reich des Staunens." (S. 324) "In der Bar galt außerdem ab sofort, dass jeder, der alle vier Cocktails hintereinander trinken konnte, das Recht hatte, sich "Patriarch von Gesamtrussland" zu nennen - sobald er wieder bei Bewusstsein war." (S. 330) "Die Zeit zwischen dem Aufgeben der Bestellung und dem Eintreffen der Vorspeise ist eine der schwierigsten in zwischenmenschlichen Beziehungen." (S. 336) Fazit. Indem die letzten 100 Seiten diesem Buch noch das Krönchen aufgesetzt haben, das Fitzelchen, das mir bei einigen anderen Büchern in letzter Zeit fehlte, bin ich absolut und vollends begeistert. Die Charaktere sind toll, die Handlung ist überraschend spannend und die geschichtlichen Hintergründe, die mit so viel Leichtigkeit in das Leben des Grafen eingewoben wurden, sind wirklich interessant. Auf jeden Fall ein gutes Buch für alle, die einen Funken Interesse für russische Geschichte besitzen.
Eine Geschichte mit Stil
von Lea - 18.09.2017
"Ein Gentleman in Moskau" ist wirklich ein Buch mit Stil. Es geht um den Graf Rostov, der auf Grund eines Gedichtes, das zur Revolution anstiften könnte, zu lebenslangem Hausarrest im Hotel Metropol in Moskau verurteilt wird. Allein diese Idee finde ich schon sehr spannend. Zusammen mit dem Grafen lernen wir die Welt des Hotels kennen (das riesige Hotel Metropol ist wirklich eine kleine Welt, mit zwei Restaurants, einem Friseur, Geschäften, usw.). Viele verschiedene Begebenheiten versüßen die Geschichte. Ich gebe zu, am Anfang hatte ich ein bisschen Angst, dass es langweilig und eintönig werden könnte. Zwar war es immer interessant die Geschichte zu lesen, aber weil oft nicht unbedingt Spannung erzeugt wird (was aber im Großen und Ganzen auch nicht fehlt, weil andere Faktoren die Geschichte am Leben erhalten), war die Geschichte nicht wirklich in meinen Gedanken und ich habe nicht so oft zum Buch gegriffen. Das ändert sich mit einem Eintreffen, das ich jetzt noch nicht vorweg nehmen will. Aber seitdem hing ich total an dem Buch und wollte es auch wenn ich keine Zeit hatte sofort weiterlesen. Außerdem finde ich sehr interessant, wie der Autor auf kleine Details des Lebens Bezug nimmt und auch eine gehörige Portion Philosophie mit einflechtet. Den Schreibstil fand ich sehr interessant, weil er verschiedene Stile vereint. Hauptsächlich wird erzählt, was der Graf macht, dann werden aber immer mal wieder irgendwelche Prophezeiungen auf Zukünftiges eingestreut oder der Leser wird direkt angesprochen. Außerdem arbeitet der Autor mit Fußnoten. Sehr interessant ist auch, wie viel man über die Geschichte Russlands lernt. Historische Ereignisse werden geschickt mit dem Metropol und der Geschichte des Grafen verknüpft. Manchmal gibt es jedoch große Zeitsprünge, die verwirrend sein können, aber meist erkennt man schnell wieder die Zusammenhänge, auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden. Deswegen gebe ich vier Sterne für diesen Roman.
Der stille Beobachter
von Miss Marple - 21.08.2017
Nachdem er durch das Volkskommissariat zu Hausarrest verurteilt wurde, bezieht Graf Rostov ein kleines Zimmer im Dachgeschoss seines geliebten Domizils - Hotel Metropol, in dem er seit seiner Rückkehr in seine Heimat aus dem französischen Exil 1918 eine geräumige Suite bewohnte und muss sich nun aus Platzgründen von manch liebgewonnen Gegenstand verabschieden. Ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster über die Dächer Moskaus, der schon freundschaftlich zu nennende Umgang mit einigen Hotelangestellten und seine bemerkenswerte Beobachtungsgabe, die den Leser dreißig Jahre russische Zeitgeschichte erleben lässt. Gemeinsam ziehen wir mit Rostov Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts unter das Dach des Hotels, richten uns auf beengtem Raum ein, gehen mit ihm in die Hotellobby und beobachten dort neu ankommende Gäste. Detailliert und brillant beschrieben, erfahren wir viel über seiner Familiengeschichte, die uns zurück ins zaristische Russland auf sein Gut führt. Immer wieder wird er durch alltägliche Beobachtungen oder Begegnungen, zum Beispiel mit seinem alten Studienfreund Michael Fjodorowitsch, dazu angeregt, in Rückblicken sich an Vergangenes zu erinnern. Die Veränderungen in der neu gegründeten Sowjetunion machen auch nicht am Hoteleingang halt und so führt uns Rostov in galanter Weise immer verbunden mit seinem täglichen Leben durch wichtige geschichtliche Ereignisse, in die er mehr oder weniger hineingezogen wird und mutige Entscheidungen treffen muss. Keine Frage, dass der Autor selbst über eine unbeschreibliche Beobachtungsgabe verfügt und diese in eine kunstfertige Sprache umzuformen versteht. Der Roman lebt von einer solch großen Detailfülle, dass der Leser am Schluss erst einmal innehalten muss, um das Gelesene einzuordnen. "Ein Gentleman in Moskau" ist kein schnelles Buch, es fordert sich die Zeit des Lesers ein, der immer wieder angeregt wird, auch das kleinste Detail, sei es sprachlich oder auch inhaltlich, zu erfassen. Nicht zuletzt verdanken wir einer brillanten Übersetzung durch Susanne Höbel ein bleibendes Leseerlebnis, das noch lange nachwirkt.
Entschleunigung
von S.L. - 15.08.2017
Graf Rostov hat Glück; statt zum Tode wird er im Jahr 1922 dazu verurteilt, sein weiteres Leben im Moskauer Edelhotel Metropol zu verbringen. Nicht in seiner großzügigen Suite, sondern in einem Dachkämmerchen. Was tut er so Tag für Tag? Er schließt Bekanntschaft mit der neunjährigen Nina. Mit ihr erkundet er die Ecken und Kammern des Hotels, zu denen Gäste keinen Zutritt haben. Beobachtungen der neuen Herrschenden spiegeln Zeitgeschichte. Hintergrundinformationen werden lakonisch eingestreut. Alexander Rostov hat verborgene Reserven.Diese ermöglichen es ihm, weiterhin ausgezeichnet zu speisen und Lieferungen von außerhalb zu empfangen.Gelegentlich trifft er alte Freunde und erhält Informationen, wie die neuen Machthaber ihre Vorstellungen umsetzen. Menschen werden wegen Lappalien verurteilt, Kulturgüter vernichtet, Etiketten von Weinflaschen gelöst, um fehlendes Wissen zu kaschieren, Posten mit unfähigen Emporkömmlingen besetzt. Aufgezeigt wird ein Kaleidoskop der 20-er Jahre und der folgenden Jahrzehnte in historischem Kontext. Für den Grafen ergeben sich unerwartete Betätigungen und eine ebenso unerwartete Beziehung. Im Mikrokosmos des Hotels findet er neue Freunde und übernimmt Verantwortung für Sofia, ein kleines Mädchen.Dafür vorgesehen waren zwei Monate; es werden Jahre daraus. Immer wieder erfährt die Handlung interessante Sprünge, die dem Leser Raum für eigene Schlussfolgerungen lassen. Mit bissigem Sarkasmus beschreibt Amor Towles die Entwicklungen in der Sowjetunion, schweift ab in glanzvolle Zeiten vor der Oktoberrevolution, gibt Benimmunterricht in unaufdringlicher Form. Auf jeden Fall sollte man sich beim Lesen dieses wunderbaren Buches viel Zeit lassen, um all die geschickt eingestreuten Details zu erkennen und zu würdigen.
Mein Buch des Jahres!
von Nela - 26.08.2017
Graf Rostov wird im Jahr 1922 zu lebenslangem Hausarrest im Moskauer Hotel Metropol verurteilt. Zudem verliert er alle Privilegien. Doch anstatt verbittert, wütend oder verzweifelt zu sein, nimmt der herzensgute, immer respektvolle und optimistische Graf die Situation an, wie ein echter Gentleman. Vor seinem Fenster herrschen wilde Zeiten, aber auch der Graf schafft es im Inneren Leben zu verändern und dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Durch ihn lernt der Leser vom Hotelpersonal bis zu hochrangigen Gästen verschiedene Personen kennen und nimmt an interessanten Gesprächen teil. Obwohl ich normalerweise nur Bücher lese, die in der heutigen Zeit spielen, hat mich dieses Buch von der ersten Seite an begeistert. Der Graf als Mittelpunkt und Herz der Geschichte ist einfach eine wunderbare Figur. So positiv, charmant, mit Witz, Intelligenz und Neugier möchte man ihn immer weiter kennenlernen und die Welt durch seine Augen beobachten. Aber auch die Nebendarsteller wie Nina überzeugen auf ganzer Linie. Man fühlt sich selbst als Teil dieser Geschichte, so dicht ist man dabei und den Figuren so nah. Zudem bekommt man indirekt einen Eindruck vom Russland der damaligen Zeit. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!
Der Glanz vergangener Epochen
von Julia Lindner - 12.09.2017
Graf Alexander Rostov wird Anfang des 20. Jahrhunderts in Moskau vor die Wahl gestellt: Entweder verbringt er sein Leben fortan unter Hausarrest im Hotel Metropol oder wird vor ein Erschießungskommando gestellt. Seine Zukunft verbringt er nun nicht mehr mit der Upper Class, sondern er findet Freunde unter dem Hotelpersonal und sieht aus dieser Blase heraus, wie sich die Welt langsam verändert, während die Zeit im Metropol scheinbar stillsteht. Auf einfühlsame Art und Weise hat Amor Towles ein Bildnis Russlands geschaffen, dass den Wandel vom prunkvollen Zarenreich zum kargen, kommunistischen Einheitsstaat nicht nur äußerlich sondern auch in den Köpfen seiner Bürger durchgemacht hat und dabei nicht vor Opfern zurückgeschreckt hat. Das Hotel Metropol, die erste Adresse am Platz in Moskau, veranschaulicht dabei sowohl durch die Auswahl seiner Gäste als auch im Umgang mit seinem Personal, diesen Wandel. Aber vor allem der Graf steht als Symbol dafür, wie sich dieser Wandel in den Menschen vollzieht: Als Sinnbild der vergangenen Glanzzeiten muss er sich schnell an einen gänzlich anderen Umgang mit menschlichen Werten gewöhnen und seinen Platz in einer scheinbar auf den Kopf gestellten Gesellschaft finden. Ich finde dieses Buch einfach wundervoll geschrieben: Die Personen, die man im Laufe des Buches kennenlernt, scheinen alle an ihrem Schicksal zu tragen, ohne daran zu zerbrechen und zeigen dabei eine Charakterstärke, von der man sich gerne ein Stück abschneidet. Und auch Moskau bzw Russland sieht man dank dieses Buches mit ganz anderen Augen. Es stimmt einen nachdenklich und verzaubert einen aber auch gleichzeitig. Auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights!
Anspruchsvolle und überzeugende Belletristik
von Jennifer Hempel - 02.09.2017
Die Geschichte rund um den jungen russischen Grafen Alexander Iljitsch Rostov, der 1922 wegen regimekritischer Literatur zu lebenslänglichen Hausarrest im Moskauer Hotel Metropol verurteilt wird, las sich ausgesprochen gut. Besonders Kultur und Philosophie begeisterte Leser werden diesen 460 Seiten starken Roman lieben. Denn der Hauptprotagonist Graf Rostov ist ein überaus kultivierter Zeitgenosse - ein wahrer Gentleman, der niveauvolle Unterhaltungen und stilvolle Wohnungen schätzt. Er umgibt sich gern mit Kulturschaffenden und kann dem Hausarrest daher anfangs wenig abgewinnen. Doch mit der Zeit kommen die Mächtigen und Freunde zu ihm ins Hotel, so dass er sich bald mit seinem Eingesperrtsein arrangiert. Letzteres liegt vor allem an zwei jungen altklugen Mädchen, beide Gäste, die ihn in die Rolle des Unterhalters und Lehrers schlüpfen lassen. Erst durch sie reift Rostov abseits von der hektischen Außenwelt zu einem Erwachsenen heran. Obschon er die geschichtlichen Ereignisse in Russland (revolutionäre Umwälzungen und Zweiter Weltkrieg) nur am Rande miterlebt, so befindet er sich durch diverse Zeitungen und Berichten von Freunden und Bekannten doch stets nah am Geschehen. Der amerikanische Autor Amor Towles hat aus Rostovs Leben in der glamourösen Haftanstalt, dem Hotel Metropol, etwas Besonderes gemacht. Trotz räumlicher Enge kann der intellektuelle Graf hier weiterhin seinen Leidenschaften frönen und dabei die verschiedensten Gäste studieren. Ihm dabei als Leser über die Schulter zu schauen macht Laune, da es sich um anspruchsvolle Bildungslektüre handelt. Zeitgenössische und antike philosophische wie literarische Autoren werden mit spielerischer Leichtigkeit zitiert und passend in die Gesamthandlung integriert. Wer sich dieser nicht ganz leicht zu lesenden Lektüre stellt, wir auf jeden Fall reich belohnt werden. FAZIT Ein charmanter und durchweg bildungsschwangerer Roman, der das geistige Klima in Russland vom Beginn bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts realistisch einfängt. Absolut lesenswert.
Für mich die Entdeckung des Jahres
von Gisel - 08.09.2017
Graf Alexander Rostov wird 1922 zum Tode verurteilt, die Strafe jedoch umgewandelt in lebenslangen Hausarrest im Hotel Metropol in Moskau. Äußerst gelassen arrangiert er sich mit den neuen Umständen, bezieht sein Zimmer im 6. Stock des Hotels. Getreu der Maxime: "Wenn man nicht Herr seiner Umstände war, würde man von den Umständen beherrscht" (S. 507) bleibt er immer Herr seiner Umstände, in jeder Situation, und sei sie noch so bizarr. Er wird ein glückliches, wenn auch ungewöhnliches Leben führen. Dieses Buch ist für mich die Entdeckung des Jahres. Diese Gelassenheit, die der Autor Amor Towles seinem Protagonisten gibt, ist unbeschreiblich. Er ist ein Gentleman durch und durch, einer, der für seine Freunde einsteht ohne Wenn und Aber und sich nie von den Umständen beherrschen lässt. Er wird sogar einem Parteibonzen Lehrstunden darin geben, was einen Gentleman ausmacht. Es gelingt ihm, nicht die Demütigung hinter dem Hausarrest zu sehen, er betrachtet die neuen Umstände mit einer Heiterkeit, an der jeglicher Unbill abprallt. Das ist großes Kino vor der Kulisse eines bekannten Moskauer Hotels, das den Ereignissen der Zeit von 1920 bis 1954 huldigt. Noch stehe ich ganz unter dem Eindruck dieses Buches und bin einfach nur überwältigt. Der Erzählstil ist dem Thema angepasst, fast könnte man meinen, der Graf selbst erzählt die Geschichte, kein unpassendes Wort würde ihm dabei über die Lippen kommen. Hier hat der Autor ein Stück Literatur geschaffen, passend übersetzt von Susanne Höbel. Deshalb eine unbedingte Leseempfehlung von mir und sämtliche Sterne, die ich nur vergeben kann!
Ein starkes nachwirkendes Buch
von Philo - 08.09.2017
Schon lange hat mich kein Buch so gefesselt wie dieses. Amor Towles ist ein ganz wunderbarer Erzähler, bei dem man sich kein Wort entgehen lassen darf. Das Buch handelt von der russischen Revolution und den Jahren danach bis 1954 und gibt einen interessanten und lehrreichen Einblick in die russische Geschichte. Die herausragende Persönlichkeit im Buch ist Graf Alexander Iljitsch Rostov. Dieser hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ein Mann von Adel, hochintelligent, aber niemals hochmütig, den Menschen zugewandt, was es ihm erlaubt Freundschaften in allen sozialen Kreisen zu schließen. Ein Mann, der sich nicht unterkriegen läßt. Dies beweist er bei der gleich zu Beginn stattfindenden Gerichtsverhandlung, wo er 1922 wegen eines von ihm vefaßten provokativen Gedichtes und wegen seiner adeligen Herkunft zu einem lebenslangen Hausarrest verurteilt wird. Das Verhalten des Grafen während der Verhandlung spricht für ihn und zeigt seine Gesinnung. Ich habe diesen Teil mit großer Bewunderung für den Grafen gelesen. Er wird verurteilt, im Hotel Metropol, in dem er seit langem bereits wohnt, den Hausarrest anzutreten. Er kann jedoch nicht in der von ihm bewohnten Suite wohnen bleiben, sondern bekommt eine Kammer unter dem Dach zugewiesen. Ungebeugt und diszipliniert ergibt er sich in sein Schicksal. Er widmet sich nun der Beobachtung der Gäste im Metropol und schließt mit hochrangigen Persönlichkeiten Freundschaften, aber auch mit Emile, dem Küchenchef, Wassili, dem Portier, mit Marina, der Schneiderin, Audrius dem Barkeeper oder Andrei, dem Maître dHotel. Allesamt charakterisiert der Autor so lebensecht, man glaubt, sie selbst zu kennen. Eine besondere Freundschaft verbindet ihn mit Nina, einem 9jährigen Mädchen, das ebenfalls im Hotel wohnt. Sie ist eine aufgeweckte und neugierige kleine Person und schnüffelt im ganzen Hotel herum. Durch sie lernt der Graf auch den letzten Winkel im Metropol kennen. Eine besondere Zuneigung hegt der Graf zu Mischka, seinem Freund aus Jugendtagen. Durch die Gespräche der beiden lernt man viel über die Kindheit des Grafen und seinen Werdegang kennen. Mehr zu verraten, würde allen Lesern viele Überraschungsmomente nehmen. Ich habe viel gelernt von einem feinfühligen, toleranten, oft humorvollen, dann wieder sehr ernsthaften Menschen, den ein ganz wunderbarer Autor als Gentleman beschrieben hat. Dies ist er im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders hervorzuheben sind die erklärenden und interessanten Fußnoten. Sie werten das Buch zusätzlich auf.
Hausarrest im Hotel
von leseratte1310 - 20.08.2017
Moskau, 1922: Die politischen Verhältnisse ändern sich in Russland. Graf Alexander Iljitsch Graf Rostov hat ein sehr privilegiertes Leben geführt und ist damit und mit einem seiner Gedichte angeeckt. Das Volkskommissariat verurteilt ihn zu lebenslangem Hausarrest im Luxushotel Metropol, in dem der Graf schon vor dem Urteil logiert hat. Er muss seine Suite räumen und darf nur wenige Dinge mit in seine neue Unterkunft, eine Kammer unter dem Dach, mitnehmen. Aber diese Dinge wählt er mit Bedacht. Er richtet sich in seiner Kammer und in seinem neuen Leben ein und dennoch lässt ihn die Situation nach einiger Zeit fast verzweifeln, denn auch wenn er durch das Fenster einen Blick auf das Leben draußen hat, so ist es doch anders als wenn man an dem Leben draußen teilhaben kann. Dann lernt er zum Glück die kleine Nina kennen, mit der er interessante Gespräche führt und die geheimen Ecken des Hotels kennenlernt. Dieses Buch ist ein ganz besonderes Highlight für mich. Der Schreibstil ist elegant und lebendig. Auch wenn die Umstände etwas traurig sind, so ist doch eine heitere Note spürbar. Der Autor beschreibt die Menschen und Schauplätze sehr bildhaft, so dass ich mir alles sehr schön vorstellen konnte. Graf Alexander Iljitsch Graf Rostov ist ein sympathischer Mensch. Obwohl er bisher das Leben in vollen Zügen genossen hat, fügt er sich mit Haltung in seine neue, missliche Situation. Er ist wirklich ein Gentleman, selbst als er der Umstände halber als Kellner die Gäste bedienen muss. Da er ein liebenswürdiger Mensch ist, reißt der Kontakt zu alten Freunden auch nicht ab und er gewinnt neue hinzu. So erfährt er aus zweiter Hand, was draußen im Land vorgeht. Er ist diskret, loyal und hilfsbereit und so kümmert er sich um das Mädchen Sofia, das ihm von der erwachsenen Nina anvertraut wird. Es ist ein Aufgabe, die weitaus länger andauert als vorhergesehen, nämlich viele Jahre. Unter seiner Aufsicht wächst das kleine Mädchen zu einer jungen Frau und wundervollen Pianistin heran, der er dann die Tür zur Welt öffnet. Es begegnen uns aber in diesem Hotel noch eine ganze Reihe von Personen, die ganz außergewöhnlich und von denen mir einige wirklich ans Herz gewachsen sind. Eine wundervolle Geschichte, die mich absolut begeistert hat. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Kraftvoll und fesselnd
von Arietta - 25.08.2017
Von arietta Meine Meinung Zum Autor: Es war mein erster Roman und bestimmt nicht mein letzter Roman von Amor Towles, er hat mich begeistert beim Lesen, es wurde nie langweilig, der Spannungsbogen war von der ersten bis zur letzten Seite hoch. Mit seiner Geschichte " Ein Gentleman in Moskau", hat er ein grandioses Meisterwerk einer vergangenen Epoche geschaffen, das einem als Leser in den Bann zieht und nicht mehr los lässt. Sein Schreibstil ist sehr flüssig, klar und Kraftvoll , und sehr lebendig. Alles ist so bildhaft erzählt, das man das Hotel Metropol seine Räumlichkeiten und die Menschen dort, die da leben und ein und ausgehen förmlich vor sich sah, eine Art Kopfkino fand statt. Man konnte mit Genuss in die Geschichte abtauchen, obwohl sich alles im Hotel abspielt wird es nie langweilig. Seine Protagonisten wirken so real als wären sie aus Fleisch und Blut, er versteht es ihnen Leben einzuhauchen. Auch die einzelne Charaktere und deren Emotionen sind sehr gut heraus gearbeitet. Eine Facettenreich Geschichte voller Abenteuer und überraschenden Wendungen, wie ein Kaleidoskop , vor der großen Kulisse des Hotels Metropol in Moskau. Zum Inhalt: Es war toll den 30 Jährigen Graf Alexander Rostov, über 30 Jahre von 1922 - 1954 zu begleiten. Man hat ihn vor dem Notstandskomitee des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten am 21.07.1922 zu einem Lebenslangen Hausarrest verurteilt im Hotel Metropol verurteilt. Sollte er jedoch einen Fuß vor das Hotel setzen, wird er erschossen. Wer jetzt denkt, er ist verzweifelt und fällt in Depressionen, der täuscht sich, er arrangiert sich. Auch wenn man ihm alle Privilegien genommen hat, er muss seine Suite in der bisher mit allen Bequemlichkeiten und Komfort lebte verlassen und in eine Dienstbodenkammer im 6. Stock unter dem Dach ziehen. Ihn dabei zu beobachten, wie er es verstand aus dieser Rumpelkammer eine gemütliches zuhause zu machen, war schon Enorm. Auch wenn man ihn aus der Welt draußen ausgesperrt hatte wurde es nie langweilig, er schaffte es das die Welt zu ihm kam, ob Schauspieler, Journalisten, Männer von der Partei, sie besuchten ihn. Er bleibt die ganzen Jahre über sehr Charmant, höflich und zuvorkommend auch den Angestellten gegenüber, er schlüpft selbst eines Tages für Jahre in den Beruf des Kellners und bedient die Gäste des Hotels. Spannend war es am Anfang als er mit der 9 Jährigen und sehr gewitzten Nina durchs Hotel zog und mit ihr manches Abenteuer erlebte und einiges lernte, was ihm später mal zum Vorteil werden würde. Die Erwachsene Nina, vertraut ihm ihre 5 Jährige Tochter Sofia an, was er nicht Ahnte sie wird nicht zurückkehren. Er wächst an seiner Aufgabe, dank der Näherin Marina und wird dem Kind ein Vater. Ihm bleibt immer nur den Blick aus dem Fenster, das Politische Geschehen, der 2. Weltkrieg bleiben vor der Tür des Metropol. Seine Freunde im Hotel sind ihm sehr ergeben, besonders mochte ich Emilie den Hackmesser schwingende Koch, der Alexander mit seinen Kochkünsten verwöhnte, man konnte die einzelne Gerichte förmlich riechen und schmecken, auch all die Köstlichen Weine. Auch Andrei der Kellner oder Anna die Schauspielerin sind ihm treu und ergeben. Das ganze wurde aufgelockert durch seine Erinnerungen und Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend. Es war schön mit Alexander, Sofia, Marina und den vielen anderen durch das Hotel Metropol zu spazieren. Eine Geschichte voller überraschenden Wendungen..
Wunderbar leicht erzählt
von TanyBee - 21.08.2017
Graf Alexander Rostov wir am 21. Juni 1922 vor das Notstandskomitee des Volkskommissariats berufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Adligen wird er nicht zum Tode verurteilt, sondern zu lebenslangem Hausarrest im Hotel Metropol, in dem er gerade wohnt. Der Graf ist ein wahrer Gentleman: er weiß mit Menschen umzugehen, er kennt sich mit Wein und gutem Essen aus, er weiß die schönen Dinge im Leben zu schätzen. Als er nach einigen Jahren des Hausarrests verzweifelt, ist es ausgerechnet ein kleines Mädchen, dass ihm die Lebensfreude zurückgibt und ihm ganz andere Seiten am Hotel Metropol zeigt, obwohl er doch glaubte, es bereits in und auswendig zu kennen. Beim Lesen dieses Buches musste ich oft an die Serie "Downton Abbey" denken, obwohl der Schauplatz und die Umstände ganz andere sind. Ich denke, die Lebenseinstellung des Grafen war es, die mich so daran erinnert hat. Obwohl er einige Schicksalsschläge zu verkraften hat bewahrt er immer die Contenance und bleibt ein wahrer Gentleman. Die Geschichte wird so leicht und locker und amüsant erzählt, dass man oft die ernsten Hintergründe vergisst. Denn der Graf befindet sich eigentlich in ständiger Lebensgefahr und in Russland tobt die Revolution und später ein Krieg. Das Hotel Metropol ist nun die ganze Welt des Grafen, und so werden die Angestellten und Gäste dort die Bevölkerung seiner Welt. Die Freundschaften, die dabei entstehen sind ganz wunderbar. Es ist so rührend zu lesen, wie sich die Freundschaft zu Nina, dem kleinen Mädchen, entwickelt und ihn schließlich rettet. Ich mochte bereits "Eine Frage der Höflichkeit" vom Amor Towles sehr gerne und auch "Ein Gentleman in Moskau" hat mich nicht enttäuscht. Wunderbar leicht zu lesen, ein Schmöker, ohne dabei kitschig zu sein und trotzdem mit ernstem Hintergrund. Das Buch hat 560 Seiten und ich möchte keine einzelne missen. Im Gegenteil: wenn es in der Handlung einen Zeitsprung gab dachte ich immer: Aber was ist zwischendurch passiert? Ich will alles wissen! Aber der Autor weiß es natürlich besser als ich: er erzählt kein Wort zu viel und keines zu wenig. Eine große Empfehlung!
Die Welt könnte mehr dieser Gentlemen gebrauchen!
von Katrinschek - 04.09.2017
Intelligent, mit Niveau, humorvoll, elegant und integer: So wie man den Protagonisten dieses wunderbaren Romans - Graf AlexanderIljitsch Rostov - charakterisieren kann, so ist auch das ganze Buch geschrieben. Für das Verfassen eines Gedichts wird der Graf 1922 zu lebenslangem Hausarrest verurteilt. Da er zu dieser Zeit in einem Hotel, dem besten Hause am Platz, wohnt, wird das Metropol sein Gefängnis, aber gleichzeitig auch seine Heimat. Der Roman begleitet den Leser durch die kommenden 30 Jahre seines Lebens, die der Graf dort verbringt, und erzählt in einer wunderbaren Sprache, wie Freundschaft, Liebe und Lebensart alle Widrigkeiten überdauern - auch unter den bewegten Zeiten Russland von der Revolution bis in die Nachkriegszeit. Obwohl sich Draußen die Ereignisse überschlagen, bleibt das Metropol mit seinen Insassen ein Fels in der Brandung. Integrität ist für den Grafen und seine Freunde selbstverständlich, eine Lebenseinstellung. Man steht für einander ein, auch wenn es mal schwierig werden sollte. Dank seiner humanistischen Erziehung und Bildung versetzen die Lösungen, die Graf Rostov und seine Freunde selbst für knifflige oder sogar gefährliche Situationen im Laufe ihres Lebens im Hotel finden, den Leser ins Staunen und lassen ihn ob der pfiffigen Ideen schmunzeln. So mancher Parteifunktionär wird dank des Einfallsreichtums der Protagonisten so elegant kalt gestellt, dass er es selbst als letzter merkt. Ein feines Buch über ein ganzes, besonderes Leben, das einen mit einem warmen Gefühl im Bauch zurücklässt. Ich würde mir heute mehr solche Gentlemen wünschen - die Welt könnte sie gebrauchen.
Hotel Metropol
von Bibliomarie - 21.08.2017
Alexander Iljitsch Graf Rostov hat ein privilegiertes Leben in Müßiggang und Genussfreude gelebt. Allein das macht ihn im Rußland der Zwanziger Jahre zu einer unerwünschten Person. Von der Revolutionsregierung wird er unter lebenslangen Hausarrest gestellt. Das klingt nicht so übel, wenn man eine Suite im legendären Moskauer Hotel Metropol bewohnt. Allerdings haben die neuen Machthaber vorgesorgt, die Suite ist perdu, eine winzige Dachkammer ist nun sein Domizil. Aber Alexander hat sich eine Maxime zu eigen gemacht "wenn man nicht Herr der Umstände ist, wird man von den Umständen beherrscht". So richtet er sein neues Leben ein, bis die Ankunft eines jungen Mädchens im Hotel in aus seiner Beschaulichkeit reißt. Nina ist mit ihrem Vater, einem der neuen Beamten der Regierung nach Moskau gekommen und leben ebenfalls im Hotel. Nina, still, klug und von bestechender kindlicher Logik krempelt sein Leben um. Er lernt die geheimen Treppen und Räume der Dienstboten (wie sie an einen Generalschlüssel gekommen ist, bleibt ihr Geheimnis), die Abläufe hinter den prächtigen Türen kennen. Ein Vorteil, der sich auszahlt, als die Umstände Graf Rostov ins weiße Jackett eines Kellners zwingen. Ein Leben im Hotel - ein Leben in einem kleinen, eng umgrenzten und definiertem Kosmos, aber so reich an Ideen, Thesen und Erlebnissen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mich von der ersten Seite an, so angesprochen und berührt hat. Es sind nicht die großen Umwälzungen, die das Buch zum Thema hat, sondern ein Mensch, dessen Leben mit feinen Pinselstrichen gezeichnet wird. Der sich jeder Herausforderung stellt, aber dabei immer anständig und loyal bleibt und für Menschen, die ihm begegnen und wichtig sind, auch sein eigenes Wohl zurückstellt. Wenn nach langen Jahren der Verbannung ein zurückgekehrter Jugendfreund zu Alexander sagt " du scheinst der glücklichste Mensch Rußlands zu sein" hat er den Kern getroffen. Ich hätte diesen Roman noch ewig weiterlesen können, hier ist eine untergegangene Welt, eine ferne Epoche auferstanden, so lebendig erzählt der Autor Rostovs Leben. Ich habe ein Lieblingsbuch gefunden, das mich sicher immer wieder zum erneuten lesen und entdecken reizen wird. Ich möchte es jedem Leser ans Herz legen.
Ein feinsinniger und gut geschriebener Roman über einen besonderen Mann
von Curin - 16.09.2017
1922: Graf Alexander Iljitsch Rostov wird vom kommunistischen Volkskommissariat für innere Angelegenheiten zu lebenslangem Hausarrest im Hotel Metropol in Moskau verurteilt. Der ehemalige Aristokrat, der sonst in diesem erstklassigen Haus in seiner eigenen Suite residiert hat, muss nun in einer alten Dachkammer leben und sich mit dem begnügen, was sich innerhalb der sonst sehr luxuriösen Gefängnismauern abspielt... . Amor Towles hat hier eine wunderbare Handlung entworfen, die innerhalb eines politisch schwierigen Regimes einen außergewöhnlichen Mann zeigt, der trotz aller Widrigkeiten immer gutes Benehmen an den Tag legt und stets den idealen Gentleman verkörpert. Als ich anfing zu lesen, war ich sofort dem unglaublichen Charme, den die Erzählung ausstrahlt, erlegen. Auch wenn im Mittelpunkt der Handlung stets Graf Rostov selbst steht, übernehmen auch die vielen Nebenfiguren tragende Rollen. So begegnet man zum Beispiel Michail Fjodorowitsch, einem Freund des Grafen aus Zeiten des Studiums, der für ihn wie ein Bruder ist und gegen ihn ein wenig ungehobelt erscheint, aber trotzdem fest zu ihm steht. Eine besondere Position nimmt auch die kleine Nina ein. Wenn der Graf mit ihr oder in späteren Jahren mit ihrer Tochter zusammen ist, merkt man, dass er wirklich ein großes Herz hat und auch gut mit Kindern umgehen kann. Mir hat unglaublich gut gefallen, wie er mit Nina debattiert, ihren Wunsch,einmal Prinzessin zu sein, ernst nimmt und ihr Geschichten aus der adeligen Welt erzählt. Amor Towles schreibt sehr feinsinnig und mit sehr viel Gefühl. Manchmal hat ich beim lesen sogar den Eindruck, ein Werk von Tolstoi vor mir liegen zu haben. Auch ist das Buch spannend, hält Überraschungen bereit und führt auch in die Welt der russischen Gepflogenheiten ein. Insgesamt hat mich ,,Ein Gentleman in Moskau gut unterhalten und oft zum schmunzeln gebracht. Der Autor hat es wirklich verstanden, aus dem Hotel Metropol eine Art Mikrokosmos zu machen, indem der Graf lebt und dem Regime statt Rache gutes Benehmen entgegen setzt. Für mich ist dieses Buch eines meiner Jahreshighlights und ein absolutes Muss für alle, die gerne feinsinnige und gut geschriebene Romane lesen. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.
Kraftvoll und fesselnd
von Arietta - 19.08.2017
Meine Meinung Zum Autor: Es war mein erster Roman und bestimmt nicht mein letzter Roman von Amor Towles, er hat mich begeistert beim Lesen, es wurde nie langweilig, der Spannungsbogen war von der ersten bis zur letzten Seite hoch. Mit seiner Geschichte " Ein Gentleman in Moskau", hat er ein grandioses Meisterwerk einer vergangenen Epoche geschaffen, das einem als Leser in den Bann zieht und nicht mehr los lässt. Sein Schreibstil ist sehr flüssig, klar und Kraftvoll , und sehr lebendig. Alles ist so bildhaft erzählt, das man das Hotel Metropol seine Räumlichkeiten und die Menschen dort, die da leben und ein und ausgehen förmlich vor sich sah, eine Art Kopfkino fand statt. Man konnte mit Genuss in die Geschichte abtauchen, obwohl sich alles im Hotel abspielt wird es nie langweilig. Seine Protagonisten wirken so real als wären sie aus Fleisch und Blut, er versteht es ihnen Leben einzuhauchen. Auch die einzelne Charaktere und deren Emotionen sind sehr gut heraus gearbeitet. Eine Facettenreich Geschichte voller Abenteuer und überraschenden Wendungen, wie ein Kaleidoskop , vor der großen Kulisse des Hotels Metropol in Moskau. Zum Inhalt: Es war toll den 30 Jährigen Graf Alexander Rostov, über 30 Jahre von 1922 - 1954 zu begleiten. Man hat ihn vor dem Notstandskomitee des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten am 21.07.1922 zu einem Lebenslangen Hausarrest verurteilt im Hotel Metropol verurteilt. Sollte er jedoch einen Fuß vor das Hotel setzen, wird er erschossen. Wer jetzt denkt, er ist verzweifelt und fällt in Depressionen, der täuscht sich, er arrangiert sich. Auch wenn man ihm alle Privilegien genommen hat, er muss seine Suite in der bisher mit allen Bequemlichkeiten und Komfort lebte verlassen und in eine Dienstbodenkammer im 6. Stock unter dem Dach ziehen. Ihn dabei zu beobachten, wie er es verstand aus dieser Rumpelkammer eine gemütliches zuhause zu machen, war schon Enorm. Auch wenn man ihn aus der Welt draußen ausgesperrt hatte wurde es nie langweilig, er schaffte es das die Welt zu ihm kam, ob Schauspieler, Journalisten, Männer von der Partei, sie besuchten ihn. Er bleibt die ganzen Jahre über sehr Charmant, höflich und zuvorkommend auch den Angestellten gegenüber, er schlüpft selbst eines Tages für Jahre in den Beruf des Kellners und bedient die Gäste des Hotels. Spannend war es am Anfang als er mit der 9 Jährigen und sehr gewitzten Nina durchs Hotel zog und mit ihr manches Abenteuer erlebte und einiges lernte, was ihm später mal zum Vorteil werden würde. Die Erwachsene Nina, vertraut ihm ihre 5 Jährige Tochter Sofia an, was er nicht Ahnte sie wird nicht zurückkehren. Er wächst an seiner Aufgabe, dank der Näherin Marina und wird dem Kind ein Vater. Ihm bleibt immer nur den Blick aus dem Fenster, das Politische Geschehen, der 2. Weltkrieg bleiben vor der Tür des Metropol. Seine Freunde im Hotel sind ihm sehr ergeben, besonders mochte ich Emilie den Hackmesser schwingende Koch, der Alexander mit seinen Kochkünsten verwöhnte, man konnte die einzelne Gerichte förmlich riechen und schmecken, auch all die Köstlichen Weine. Auch Andrei der Kellner oder Anna die Schauspielerin sind ihm treu und ergeben. Das ganze wurde aufgelockert durch seine Erinnerungen und Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend. Es war schön mit Alexander, Sofia, Marina und den vielen anderen durch das Hotel Metropol zu spazieren. Eine Geschichte voller überraschenden Endungen..
Ein wahrer Genuss
von G. Schad Hugendubel Landshut - 10.09.2017
Dieses Buch ist wie ein raffiniertes Drei-Gänge-Menü: Eine wunderbare Sprache lädt dazu ein, in jeden Satz, jede Beschreibung einzutauchen. Mit feiner Ironie gewürzt und tiefen Gedanken angereichert, hat es mich zutiefst erfüllt zurück gelassen. Die ganze Welt eingefangen in den Wänden eines Moskauer Grandhotels. Grandios!
Alle Kundenbewertungen anzeigen
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** im Vergleich zum dargestellten Vergleichspreis.