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Vom Ende der Einsamkeit

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Produktdetails

Titel: Vom Ende der Einsamkeit
Autor/en: Benedict Wells

ISBN: 3257069588
EAN: 9783257069587
Diogenes Verlag AG

Februar 2016 - gebunden - 368 Seiten

»Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.«Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.
Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Im Alter von sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayerische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vielbeachtetes Debüt >Becks letzter Sommer< erschien 2008, wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und 2015 fürs Kino verfilmt. Sein dritter Roman >Fast genial< stand monatelang auf der Bestsellerliste. Nach Jahren in Barcelona lebt Wells inzwischen wieder in Berlin.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Anonym
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von Anonym - 19.04.2016
Erzählt wird die Geschichte von Jules und seinen Geschwistern Marty und Liz. Als die Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, ist die bis dahin sehr glückliche Kindheit mit einem Schlag vorbei. Die Vollwaisen kommen ins Internat, Jules wird zum schüchternen Sonderling und hat nur noch eine Freundin, die rothaarige Alva. Die Beziehung zu Alva wird Jules ganzes Leben bestimmen. Sie ist seine große Liebe; wie sie zu ihm steht, vermag er hingegen lange nicht zu erkennen. In Vom Ende der Einsamkeit geht es um die Schwierigkeit, wieder Vertrauen ins Leben und in die Liebe zu fassen. Dabei gerät Benedict Wells dieser Roman bei aller Emotionalität nie kitschig. Er erzählt mitreißend von Trauer und Mut, von Grenzerfahrungen und dem großen Glück. Beste Lese-Unterhaltung!
Bewertungen unserer Kunden
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von Brigitte Fuchs - 19.04.2016
Die Geschichte dreier Geschwister, die schon im Kindesalter ihre Eltern durch einen tragischen Unfall verlieren, sich danach entfremden und doch wieder zusamenfinden. Lebenslinien die sich immer wieder kreuzen und eine wunderschöne Liebesgeschichte machen die Faszination dieses Romans aus. Erzählt in einer federleichten und wunderbaren Sprache fügt sich am Ende alles zu einer Geschichte, die noch lange in einem nachklingt. Ich fand das Buch sehr berührend.
Zu Herzen gehend
von Philo - 23.04.2016
Benedict Wells hat ein ganz wunderbares Buch geschrieben über die Einsamkeit, die Trauer, die Liebe, das Verlassenwerden und wieder Zueinanderfinden. In einer Sprache, die zu Herzen geht, erzählt er von den drei Geschwistern Jules, Liz und Marty, die in einem behüteten Elternhaus zunächst unbeschwert aufwachsen. Die Kindheit in Geborgenheit nimmt ein jähes Ende, als die Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Die Kinder müssen fortan in einem Internat leben, aber getrennt voneinander in unterschiedlichen Jahrgangsgruppen. Besonders Jules, der Jüngste, hadert mit seinem Schicksal. War er zuvor ein fröhlicher und aufgeweckter Junge, zieht er sich jetzt in sich selbst zurück. Dann aber begegnet er Alva, einem gleichaltrigen Mädchen, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Nach dem Abitur möchte er mit Alva zusammenbleiben, aber Alva hat andere Pläne. Sie verlieren sich für viele Jahre aus den Augen. Jules beginnt ein Jurastudium, möchte aber eigentlich Fotograf werden. So richtig gelingt ihm beides nicht. Seine Schwester Liz schwebt immer am Abgrund. Drogen, Alkohol und unzählige Männerbekanntschaften bestimmen ihr Leben. Nur Marty gelingt es, durch eine Firmengründung mit Toni, den er aus dem Internat kennt, ein geregeltes Leben zu führen. Die Geschwister gehen völlig getrennte Wege, aber in Krisensituationen stehen sie füreinander ein. Und Krisen wird es viele geben. Der Autor nimmt den Leser mit auf den Lebensweg der drei Geschwister und läßt ihn teilhaben an deren Nöten, Kummer und Hoffnungen und dem nie überwundenen Schmerz über den frühen Tod der Eltern. Ein Buch voller Emotionen, das zu Tänen rührt. Ich habe lange kein Buch gelesen, das mich so bewegt hat und das eine Leseempfehlung unbedingt verdient hat.
"Die Einsamkeit in uns können wir nur gemeinsam überwinden." (S. 351)
von StefanieFreigericht - 19.04.2016
"Vom Ende der Einsamkeit" liest sich leicht herunter und vermag dabei zu berühren und anzurühren. Die drei Geschwister Liz, Marty und Jules Moreau verlieren durch einen Unfall ihre Eltern, als sie selbst noch längst nicht erwachsen sind. Benedict Wells schildet aus Sicht des jüngsten, des Ich-Erzählers Jules, das Leben vor und nach dem Unfall, teils fortlaufend, teils in Rückblenden. Die Situation der Geschwister erinnert ein wenig an Der Plan von der Abschaffung des Dunkels (ohne dessen Gewalt), besonders die distanzierte, analysierende Position von Jules: Die Geschwister leben fortan in einem Internat, sie haben keine Freunde (mit Ausnahme des langjährigen Freunds Toni, selbst ein Außenseiter) "Weil wir nicht gelernt hatten, Freunde zu haben, weil wir immer uns drei hatten." (S. 125) Jeder der drei Moreaus geht unterschiedlich mit dem Verlust um: Liz, die älteste, antwortet mit einem wahren Hunger, auf das Leben, Männer, Experimente mit Drogen und Jobs, Marty hingegen hat Zwangsneurosen und Ängste. Jules hat sein früheres Selbstbewusstsein verloren. Einzig der Mitschülerin Alva fühlt er sich verbunden - ohne nach deren eigenen Leid zu fragen. Wir blieben an der Schwelle des jeweils anderen stehen und stellten keine Fragen. (S. 59) Beide haben einen Verlust erlitten und erfahren, dass das, was andere dazu sagen, oft nicht ankommt. Leider verharrt gerade Jules dadurch im Vermeiden: "Nie den Mut gehabt, sie zu gewinnen, immer nur die Angst gehabt, sie zu verlieren." (S. 121) Wells wirft Fragen auf zum Thema Verlust und Liebe, dazu, was uns ausmacht, wonach wir unser Leben ausrichten anhand des inneren Monologs von Jules. "Ich stoße ins Innere vor und sehe ein Bild klar vor mir: wie unser Leben beim Tod unserer Eltern an einer Weiche ankommt, falsch abbiegt und wir seitdem ein anderes, falsches Leben führen." (S. 133). Erst in seinem Dialog mit Alva kommt er weiter. "Ich: `Dieses ständige Alleinsein bringt mich um.¿ Alva: ¿Ja, aber das Gegengift zu Einsamkeit ist nicht das wahllose Zusammensein mit irgendwelchen Leuten. Das Gegengift zu Einsamkeit ist Geborgenheit`." (S. 171) Es ist Alva, an der und an deren Erkenntnissen Jules wächst: "Um sein wahres Ich zu finden, ist es notwendig, alles in Frage zu stellen, was man bei der Geburt vorgefunden hat. Manches davon auch zu verlieren, denn oft lernt man nur im Schmerz, was wirklich zu einem gehört¿Es sind die Brüche, in denen man sich erkennt." (S. 276) Der Autor schafft es, mit Sätzen, die in ihrer Sperrigkeit, die die Sperrigkeit gegenüber Gefühlen von Marty ist, Rührung auszulösen, ohne kitschig zu werden: "Es ist¿ Wir sind von Geburt an auf der Titanic." Mein Bruder schüttelt den Kopf, er fühlt sich bei solchen Reden unwohl. "Was ich sagen will: Wir gehen unter, wir werden das hier nicht überleben, das ist bereits entschieden. Aber wir können wählen, ob wir schreiend und panisch umherlaufen oder ob wir wie die Musiker sind, die tapfer und in Würde weiterspielen, obwohl das Schiff versinkt. So wie¿" Er sieht nach unten. "So wie Alva das getan hat." Mein Bruder will noch etwas hinzufügen, dann schüttelt er wieder den Kopf. "Tut mir leid, ich bin einfach nicht gut in so was." (S. 339) So bleibt für Jules am Ende die Erkenntnis: "Noch stärker als meine Geschwister habe ich mich gefragt, wie sehr mich die Ereignisse aus meiner Kindheit und Jugend bestimmt haben, und erst spät habe ich verstanden, dass in Wahrheit nur ich selbst der Architekt meiner Existenz bin." (S. 337) Ich habe spätabends nach der Lektüre in einem Rutsch noch dieses Buch mehrfach weiter empfohlen - ich denke, es ist einfach perfekt auch für diejenigen, die sonst alles meiden, was mit "anspruchsvoller Roman" im Zusammenhang steht. Weniger ist Vom Ende der Einsamkeit ein künftiger "Meilenstein der Literaturgeschichte" als vielmehr ein wunderschönes, gut geschriebenes Wohlfühl-Buch und fantastisch geeignet zum Genießen und Verschenken.
Vom Ende der Einsamkeit
von Dora - 11.03.2016
Mir fällt es immer besonders schwer solche eine Geschichte zu bewerten bzw. zu rezensieren. Wir haben es hier nicht mit einem packenden Thriller oder einer aufregenden Liebesgeschichte zu tun sondern einfach nur mit dem Leben. Schicksalsschläge wie sie uns jeden jederzeit treffen können und wie man damit umgeht und welche Auswirkungen diese auf unser weiteres Leben haben können. Wells beschreibt in einer beeindruckenden und tiefgründigen Art und Weise wie die drei Geschwister Liz, Marty und Jules mit dem Verlust der Eltern in ihrer frühen Jugend umgehen, wie sich entfremden und wieder zueinander finden. Die Geschichte wird aus der Sicht von Jules, dem jüngsten der Geschwister, in der Ich-Form erzählt und dieser lässt uns an seinem Leben teilhaben. Es herrscht über das gesamte Buch eine etwas düstere Grundstimmung und Jules erzählt von seiner Einsamkeit, seinem Versuch durch Verdrängung das Erlebte zu vergessen und seiner großen Liebe. Wells hat einen schon fast poetischen Schreibstil, man mag kaum glauben, dass dieser Mann erst 31 Jahre alt ist. Es ist eine traurig-schöne Geschichte über Verlust, Einsamkeit, Freundschaft, Hoffnung und Liebe, die ohne Kitsch oder jegliche Klischees auskommt. Es ist außerdem eine ruhige Geschichte voller Tragik, wundervollen und tiefgehenden Zeilen, die mich berührt und gefesselt hat. Leider habe ich vorher noch nichts von diesem Autor gelesen, werde das aber mit Sicherheit nachholen.
Ich bin beeindruckt!
von Die Sachensucherin - 01.06.2016
Beim Lesen drängt sich die Frage auf, was dieser junge Autor erlebt habe, dass er so schreiben kann. Kurz im Netz gestöbert wird klar: Einiges muss tatsächlich autobiografisch sein, viel erfährt man aber über Benedict Wells nicht. Lesen, Lachen, Weinen, Verzweifeln, Lieben, Wundern und Verehren Sie mit Jules. Sie werden belohnt werden mit einer annehmenden, hoffnungsvollen Sichtweise auf die Welt, die nicht immer und für jeden nur gut und schön ist -wie im echten Leben, für das man am Ende nur dankbar sein kann.
Das Leben - authentisch erzählt
von vielleser18 - 22.03.2016
..... wenn man sein ganzes Leben in die falsche Richtung läuft, kann¿s dann trotzdem das Richtige sein ? (Zitat, S. 190) Jules ist gerade 10 als seine Eltern einen tödlichen Autounfall haben. Er uns seine älteren Geschwister Liz und Marty leben fortan in einem Internat. Auf einen Schlag hat sich für Jules alles geändert. Die Älteren leben allerdings in einem anderen Wohntrakt und Jules ist fast auf sich allein gestellt. Sein ganzes Leben wird auf den Kopf gestellt, die Verbindung zu Liz und Marty bricht. Einzig eine Mitschülerin - Alva - beginnt Kontakt zu ihm zu suchen. Eine fragile Freundschaft beginnt, bei dem beide ihre innersten Geheimnisse voreinander aber nicht ausbreiten können. Bei dem Gedanken und Gefühle nicht ausgesprochen werden und am Ende ein falscher Weg gewählt wird. Benedict Wells lässt uns in die Haut von Jules schlüpfen. Das Buch beginnt im Jahr 2014, ein kurzer Einblick, Jules liegt nach einem Motorradunfall verletzt im Krankenhaus. Wie ist es dazu gekommen? Noch wissen wir nicht viel, Andeutungen, Mutmaßungen. Doch sich machen schon einmal neugierig. Dann kehren wir zurück. Mit Jules Augen lassen wir uns entführen, lauschen seinen Erzählungen seiner Rückblenden, die aber aus der heutigen Sicht erzählt werden. Es sind seine Erinnerungen - oder die, die er zu haben glaubt. Er fängt an seine Geschichte wieder aufzurollen und wir fühlen und erleben mit. Du bist nicht schuld an deiner Kindheit und am Tod unserer Eltern. Aber du bist schuld daran, was diese Dinge mit dir machen (Zitat, S. 185) sagt später einmal Marty zu seinem Bruder Jules. Der Tod der Eltern hat die Geschwister aus der Bahn geworfen. Jeder reagiert anders darauf, doch jeder von ihnen wird durch den Tod der Eltern verändert. Es ist eine Abzweigung in ihrem Leben und jeder nimmt eine andere. Es sind diese Sätze, diese Sprache, die dieses Buch zu einem ganz besonderen macht. Nicht nur die Geschichte an sich, die meisterhaft erzählt wurde, die einen nicht loslässt, die einen berührt, in ihrer Traurigkeit, aber auch in ihrer Lebendigkeit, und sich über 30 Jahre in Jules Leben hinzieht, ist mitreissend, sondern auch der Stil, die Sprache, die Erzählkunst des jungen Autoren. Ich habe eigentlich immer nur gelesen, um zu fliehen, um mich von ein paar Sätzen oder einer Geschichte trösten zu lassen . (Zitat, S. 204) Diese Geschichte tröstet zwar nicht, sie zeigt uns eher den Abgrund. Aber es ist definitiv eine Geschichte, die mitreisst, die berührt, die bewegt und irgendwann kann man dieses Buch auch nicht mehr aus der Hand legen und möchte mehr erfahren, weiterlesen. Ein Buch, das man am Ende zur Seite legt und das einen aber gedanklich nicht loslässt. Der Autor hat es geschafft mich mit in diese Geschichte hineinzuziehen. Die Emphatie, die sie in mir ausgelöst hat, ist groß. Dazu kommt der meisterhafte Schreibstil, so viele Sätze, die ich am liebsten alle als Zitate erwähnen würde! Am Ende schließt sich der Kreis wieder zu den Anfängen im Krankenhaus und darüber hinaus, nicht alles, was ich vermutet habe, am Anfang, bewahrheitet sich am Ende und auch das ist dem Autoren gelungen, mich am Ende zu überraschen, wie, das verrate ich hier nicht.
Absolute Leseempfehlung!
von TanyBee - 15.06.2016
"Vom Ende der Einsamkeit" wird aus der Sicht von Jules erzählt und beginnt als er noch ein kleiner Junge ist. Er wächst behütet auf und hat zwei ältere Geschwister, Marty und Liz. Doch eines Tages, er ist gerade zehn Jahre alt, wird alles anders, denn seine Eltern kommen bei einem Autounfall ums Leben und die Kinder müssen fortan ein Internat besuchen. Jules fühlt sich allein gelassen von allen: Seine Eltern sind nicht mehr da und seine größeren Geschwister umgeben sich eher mit ihren älteren Freunden. Schließlich lernt er Alva kennen, die seine beste Freundin wird. Als Jules schon erwachsen ist schaut er sich Fotos von sich als Kind an und er kann sich kaum erinnern ein solches Kind gewesen zu sein. Er erfährt, dass er mutig war und gerne mit seiner Mutter gekocht hat. Wo ist das alles hin gegangen? Wie wäre er gewesen, wenn seine Eltern noch leben würden? Wäre er dann überhaupt mit Alva befreundet, die auch einen Verlust zu verkraften hatte? Dieses Buch ist so klug und so wundervoll! Man kann sehr viele schöne Sätze finden, die man sich am liebsten alle auf ein Sofakissen sticken würde. Man hätte dann echt viele Sofakissen. Benedict Wells hat eine so schöne Art zu erzählen, die einen direkt in die Geschichte zieht. Kennt ihr das, wenn man die letzte Seite eines Buches gelesen hat und es sich anfühlt als hätte man gerade gute Freunde verloren? So ist das hier! Jules, Marty, Liz, Toni, es kommt mir vor, als hätte ich mit Ihnen die ganze Nacht am Küchentisch gesessen und gelacht. Gleichzeitig ist es auch ein sehr trauriges Buch. Das Ende ist traurig, ja, aber vor allem in der Mitte des Buches gab es eine Szene, die mich bis ins Tiefste erschüttert hat. Ich glaube, ich werde sie nie vergessen. Ich will nicht zu viel verraten, aber wenn ihr an dieser Stelle angekommen seid, werdet ihr es merken. Ich bin ganz entzückt, dass Benedict Wells noch so jung ist. Ich erhoffe mir noch viele wunderbare Bücher von ihm. Also, mein Fazit: eine klare Leseempfehlung. Noch besser kann ein Buch kaum sein.
Schicksalsschläge
von buchina - 14.03.2016
Ich gehöre wohl zu den wenigen Menschen, die Benedict Wells noch nicht kannten und bin völlig unvoreingenommen an den Roman herangegangen. Erzählt wird die Geschichte von Jules, der seine Eltern durch eine Autounfall verliert. Mit seinem zwei älteren Geschwistern muss er danach auf ein Internat. Jeder der drei Geschwister geht anders mit seiner Trauer um. Sie können sich nicht gegenseitig stützen, im Gegenteil, sie entfernen sich immer mehr voneinander. Die Einsamkeit von Jules ist die ganze Zeit zu spüren. Auch im Erwachsenenleben entwickeln sich dir drei sehr unterschiedlich. Das Schicksal schlägt bei Jules noch mehrmals zu, bis er schließlich ankommt. Der Roman begleitet Jules und seine Geschwister über 30 Jahre. Es gibt immer wieder zeitliche Rückblicke, die am Ende ein schlüssiges Gesamtbild liefern. Dir Grundstimmung des Romans empfand ich immer als sehr traurig, melancholisch. Selbst bei den Rückblicken zu den glücklichen Familientagen vor dem Autounfall, blieb diese Stimmung im Hintergrund erhalten. Ich hatte immer das Gefühl, dass es die glücklichen Momente nur gibt, damit danach wieder etwas schreckliches passiert. Denn das Schicksal hält einiges für Jules bereit. Also ich gehöre nach dem Lesen dieses Romans eindeutig auch zu den Benedict Wells Fans. Sein Schreibstil ist großartig. Er schafft mit wenigen Worten ein Atmosphäre, in der ich mich schnell verloren hatte. Auch der Spannungsbogen war die ganze Zeit straff, denn er vermittelte immer das Gefühl, gleich passiert etwas . Einen halben Punkt Abzug gibt es dafür, dass mir aus welchen Gründen auch immer, die Liebesgeschichte zwischen Jules und seiner Jugendliebe Alva nicht richtig nahe ging. Wahrscheinlich weil es ihnen selbst immer etwas schwer viel, Nähe zuzulassen, aber dennoch fieberte ich bei den beiden nicht so richtig mit, außer natürlich am Ende. Benedict Wells ist auf alle Fälle ein Autor,den ich mir merken werde!
Meisterhafte Erzählung, die nachwirkt
von Jennifer Hempel - 13.03.2016
INHALT Jules Moreau ist 11 Jahre alt, als seine Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen. Danach geht alles sehr schnell, er und seine beiden Geschwister - Marty und Liz - kommen in ein Internat. Dort gehen die drei Geschwister unterschiedlich mit ihrer Trauer um. Jeder scheint seinen eigenen Kampf gegen die Einsamkeit und den Schmerz zu führen, wobei sie sich immer stärker voneinander entfernen. Der stille Jules flüchtet sich in eigene Traumwelt und wird so innerhalb seiner Klasse schnell zum Außenseiter. Nur das rothaarige Mädchen Alva kann zu ihm durchdringen und mit ihm Freundschaft schließen. Später empfindet er mehr für sie, doch ihre Wege trennen sich und Schwester Liz braucht seine Hilfe. Wird sich das Verhältnis zu seinen Geschwistern dadurch bessern? Und wird er Alva jemals wiedersehen? MEINUNG Benedict Wells schnörkelloser und emotional treffsicherer Sprachstil war hinreißend. Ich konnte mich sehr gut in die Hauptperson Jules und in dessen zerrissene Seele einfühlen. Der Unfalltod der Eltern hat die Geschwister getrennt, gleichwohl sie alle das gleiche Heim besuchten. Es ist erschreckend, wie schnell man durch solch ein Ereignis aus der Bahn geworfen werden kann, gerade wenn man noch ein Kind ist und noch unsicher dem Leben gegenübersteht. Liz, die ältere Schwester von Jules, rebelliert, während Jules sich in seine Traumwelt zurückzieht. Gut, dass es Alva gibt, die ihn zu verstehen scheint. Aber auch diese Bindung ist nicht für ewig. Hauptcharakter und Erzähler Jules ist ein Gebrochener zugleich Suchender. Nach den Eltern verlässt ihn auch Alva und er steht allein da, ohne Halt und doppelten Boden. Das Vergangene scheint hin nicht los zu lassen. Unentwegt macht er sich Vorwürfe und kann kein normales Leben führen. Diese Leere fängt Wells auf großartige Weise ein, ohne allzu sentimental zu werden. Für Jules wird das Leben mehr und mehr zum Kampf, bis er seinen Bruder und seine Schwester wiedertrift und für kurze Zeit sich seinen Erinnerungen hingibt. Chronologisch nähert sich der Autor ausgehend von den Achtzigern bis jetzt Jules wichtigsten Lebensstationen, wobei er immer wieder feine Analogien zur Kindheit, seinen Geschwistern und der Freundschaft mit Alva spinnt. Als Leser kann und will man den Roman bis zur letzten Seite nicht mehr weglegen, weil er einerseits viel menschliches Drama bietet, aber auch, man mag es kaum glauben, Hoffnung auf bessere Zeiten verbreitet. Benedict Wells Erzählung ist zutiefst menschlich. Er betrachtet die Licht-, aber vermehrt die Schattenseiten des Daseins. Die Themen Verletzlichkeit und Unentschlossenheit spielen eine große Rolle. Alles in allem ist es eine in sich geschlossene, stark verwobene Geschichte mit gelungenem Ende. Meine Quintessenz: Denn zum Schluss ist es immer die Familie, die bleibt und unterstützt. Hier meine Lieblingszitate: Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird. Die Einsamkeit in uns können wir nur gemeinsam überwinden. Was folgt, ist dunkles Staunen und ein dichter Nebel, nur selten gelichtet von eigenen kurzen Erinnerungen. FAZIT Ein Roman, der sich tief ins Gedächtnis eingräbt und noch lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung!
»Nur gemeinsam können wir die Einsamkeit besiegen.«
von Janine2610 - 07.08.2016
Nach dem Zuklappen des Buches bleibt ein überwältigendes Gefühl zurück ... Ich bin überwältigt von all den tiefsinnigen Gedanken darin, von der Sprache, die von einer zarten Melancholie geprägt ist und von den bewegenden Schicksalsschlägen der Protagonisten. »Vom Ende der Einsamkeit« ist nach »Fast genial« mein zweites Buch von Benedict Wells, aber das erste von ihm, das von mir den Lieblingsbuch-Status erhält. ~ Was sorgt dafür, dass ein Leben wird, wie es wird? ~ (S. 11) Jules Moreau erzählt hierin die Geschichte seines Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen und den Erkenntnissen, die er daraus zieht. Angefangen bei seiner Kindheit, seinen Eltern und dem schrecklichen Unfall, bei dem sie zu Tode kommen. Jules erzählt, was dieser Schicksalsschlag mit ihm und seinen beiden Geschwistern Marty und Liz angerichtet hat ... Jules ist ein Träumer, leidenschaftlicher Koch und fotografiert gerne. Aber vor allem - und das ist seine größte Leidenschaft - schreibt er unheimlich gerne (und gut). Die Einsamkeit und das Alleinsein spielt in seinem Leben seit dem Tod der Eltern eine sehr große Rolle. Auch Alva, ein Mädchen mit roten Haaren, das er 'danach' in der Schule kennenlernt, nimmt Raum in Jules Leben und Gedankenwelt ein. Mit Alva entwickelt sich eine der schönsten, aber auch tragischsten Liebesgeschichten, die ich jemals gelesen habe ... ~ Zu Hause erwartete mich Stille, ein mir seit Jahren vertrautes Geräusch. Doch wie sehr war mir diese Einsiedlerexistenz inzwischen zuwider, diese Unfähigkeit, am Leben teilzunehmen. Immer nur geträumt, nie wirklich wach gewesen. Sieh dich an, dachte ich, was sehnst du dich in Gesellschaft so oft danach, allein zu sein, wenn du das Alleinsein kaum noch aushältst? ~ (S. 162/163) Sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen, das ist es, was Jules in seinem Leben tun muss. Erkenntnisse, wie dass im Leben nicht immer alles gerecht abläuft oder dass man sein eigenes Dasein/seine Gedanken und Handlungen selbst in der Hand hat, sprich, dass man selber dafür verantwortlich ist, was für ein Leben man führen möchte, sind ebenfalls Dinge, die Jules im Laufe der Zeit zu verstehen beginnt und annimmt. Jules hat wirklich kein leichtes Leben gehabt, umso interessanter fand ich seine Entwicklung, die durch seine Erzählungen der Vergangenheit gut zu verfolgen war. Er macht sich oft Gedanken über die Zeit, Erinnerungen und die Vergangenheit - das Buch hat für mich also sehr viele zum philosophieren einladende Fragen bereitgehalten, die das Ganze zu einem Lesegenuss der besonderen Art gemacht haben. ~ Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldet einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt. ~ (S. 299) Ich mochte an dieser Geschichte einfach alles: die Sprache, die Protagonisten, den Verlauf, die Tiefgründigkeit, die Tragik und vor allem wie all das enorm bewegende Gefühle in mir hervorrufen konnte. Wer Bücher mit Tiefgang mag und einer flüssig-fesselnden Geschichte mit viel Liebe und Tragik nicht widerstehen kann, sollte UNBEDINGT zu »Vom Ende der Einsamkeit« greifen. Ich war und bin nach wie vor ziemlich ergriffen davon!
Das Leben ist kein Nullsummenspiel
von jenvo82 - 07.06.2016
Jules Moreau ist der jüngste von drei Geschwistern, deren Leben nach dem Unfalltod der Eltern einen komplett anderen Verlauf nimmt, als sich jeder Einzelne von ihnen erhofft hat. Ihre restliche Jugend verbringen die Halbwüchsigen in einem Internat, abgeschnitten von engen persönlichen Verbindungen und einem harmonischen Familienleben gehen ihre Lebenswege bald auseinander. Doch trotz immer größerer Differenzen verlieren sie sich nie ganz aus den Augen und finden im Erwachsenenalter wieder zusammen. Und dann gibt es da noch Alva, Jules Jugendliebe, die für ihn lange Zeit vollkommen unerreichbar schien, die einen anderen geheiratet hat und erst nach dessen Tod in die Arme ihres Freundes findet. Doch kaum hat Jules sein Glück gefunden, schlägt das Schicksal ein weiteres Mal unerbittlich zu und der junge Mann muss lernen, dass sein Leben kein Nullsummenspiel ist, das es keine ausgleichende Gerechtigkeit gibt und dass man Geliebtes über kurz oder lang wieder loslassen muss. Dieser intensive, melancholische Roman hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen, weil es ihm mit spielerischer Leichtigkeit gelingt, die großen, wichtigen Dinge des Lebens zu benennen, sie voller Ernsthaftigkeit wahrzunehmen und den Blick für die Realität und das große Ganze zu schärfen. Jede Handlung dieser Geschichte, könnte ganz genauso irgendwo in unserem direkten Umfeld stattfinden und ist dennoch ausgesprochen besonders und einzigartig. Die Erzählung selbst beschreibt den Lebensweg eines Mannes, der von Beginn an kein leichtes aber doch immer ein sinnerfülltes Leben hat. Er muss zahlreiche Rückschläge verkraften und seine Erwartungen werden oft enttäuscht. Aber auch ethische Werte wie Familiensinn, Verantwortung, Liebesfähigkeit und Vertrauen geben der Erzählung einen hoffnungsfrohen Unterton, der sich bis zum Ende durchsetzt, so dass man tatsächlich glauben mag, dass Dinge im Leben kommen und gehen und sich stetig wiederholen unabhängig von der Verhaltensweise und den Entscheidungen des Individuums. Fazit: Ich vergebe 5 Sterne für ein bewegendes literarisches Werk in zeitgenössischer Sprache, welches mich mit Menschenkenntnis und Urvertrauen überzeugen konnte und viele wichtige Lebensthemen anspricht. Ein Roman über den Fluss des Lebens, der eindringlich das Kommen und Gehen guter und schlechter Zeiten beschreibt und mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Für mich definitiv ein Lesehighlight im Jahr 2016.
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von Gisela Block - 25.04.2016
Benedict Wells ist ein absolutes Ausnahmetalent unter den jungen deutschen Autoren ! Mit gerade mal 32 Jahren hat er bereits 4 herausragende Romane geschrieben, und mit diesem neuen Roman führt er sein Können an die Spitze ! Die Geschichten dreier Geschwister, deren Leben auseinanderdriften, nach Jahren der Identitätsfindung aber wieder zusammen kommen, hat mich tief bewegt und aufgrund seiner Sprachgewalt sehr beeindruckt. Unbedingte Leseempfehlung !!
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